Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • Im Brutraum braucht es kein Futter, wenn der Honigraum drauf ist. Beim Pressing erstreckt sich das Brutnest in den Honigraum, wobei die dort liegenden Zellen von der Königin nicht erreicht werden können. Das dämpft den Schwarmtrieb und genau deshalb macht man das Pressing. Hungern wird das Volk deshalb nicht, da die unterste Honigzarge die Reserveversorgung enthält. Die Futterkränze sind halt nur eine Etage weiter nach oben gewandert.

    Bei Verwendung von Halbzargen sollte man die unterste Honigzarge nicht schleudern, um das Brutnest mit den leeren Zellen und dem Futterkranz nicht anzutasten.

    Gruß Ralph

  • ... Ein tschechischer Berufsimker berichtete auf selbiger DBIB-Tagung, dass er am liebsten um 0°C herum schiedet; aber mein Versuch bei 8°C und heftigen Windboen dieser Tage, ließ mir nur die Bienen um die Ohren fliegen (1 Stich im Gesicht und 1 am Handgelenk). Also besser warten, bis das Wetter idealer ist, ruhiger, wärmer und ... nach dem großen Reinigungsflug ...

    Ich schiede am liebsten bei Temperaturen gerade über 0°, wenn eine wärmere Phase in den nächsten Tagen angesagt ist.

    Warum?

    • die Bienen sitzen noch in einer Wintertraube und fliegen mir eben nicht um die Ohren
    • die Wintertraube sitzt immer da, wo auch die Brut ist => ich brauche also nicht groß in den Völkern zu rühren, um herauszufinden, wo wie viel Brut ist, um die nicht aus Versehen hinters Schied zu hängen
    • ich enge also (nicht hocheffizienter Hobbyimker!) zu diesem Zeitpunkt so ein, dass die von der Wintertraube gut besetzten Waben vor dem Schied sind.
    • Futter ist nun hinter dem Schied und kann bei den kommenden wärmeren Tagen von der sich auflösenden Wintertraube ans Brutnest geschafft werden.


    Gruß, Jörg


    (noch eine Meinung, die falsch ist, weil nicht die von rase  :wink:)

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Chr!s

    Zitat


    Ohne Futter läuft nix. Wenn ich kein Futter im Brutraum habe muss immer ein Raum auf dem Volk bleiben. In meinen Augen eine Milchmädchenrechnung, da hab ich lieber ein wenig Futter im Brutraum und seh auch wo die Grenzen einer Königin liegen. Wenn dort Platz benötigt wird, wird er frei geräumt.

    Das Thema hier bezieht sich auf Dadant-Beuten und es heißt, dass eine Königin normalerweise keine oder nie 12 Dadant-Waben bestiften kann, also muss man den Brutraum für jede Königin optimieren, sonst trödelt sie im verfügbaren Raum herum, erzeugt ein verzerrtes, unkompaktes Brutnest und veranlasst, dass freiwerdende Zellen im Brutnest mit Pollen und Honig anstatt mit Brut befüllt werden, was Schwarmstimmung zur Folge hat. Den Bienen ist es egal, aber der heutige Imker möchte keine Schwärme abfliegen lassen. Also, sprach Bernhard Heuvel, schiede man, wenn man's kann, schon ab Februar nach dem Reinigungsflug, da man zu dieser Zeit, wie er sagt, am besten das künftige Brutnest einschätzen könne. Alle Waben mit Brut und für Brut sauber geputzten Zellen werden als Brutnest von reinen Futter- und Pollenwaben durch ein frei umlaufbares Schied abgetrennt. Jetzt, im Februar befindet sich genug Futter im abgeschiedeten Brutraum, besonders die Randwaben mit wenig Brutzellen, sind noch voller Futter. Ferner wird bei milder Temperatur - falls nötig - ständig neues Futter von hinter dem Schied ans Brutnest herangetragen.

    Zitat


    Und wie erkenne ich ob nicht doch mehr geht?

    Wenn bei einer späteren Kontrolle erkannt wird, das man sich verschätzt hat und alle Waben so gut wie voll bebrütet sind, kann man zur Erweiterung eine Futterwabe ans Brutnest geben, zur Not eine Leerwabe, aber niemals eine Mittelwand. Umgekehrt kann das Brutnest auch weiter eingeengt werden, wenn eine Randwabe statt bebrütet zu werden, nur mit Pollen und Honig zugepackt wird. Bei Trachtbeginn kommen die Futterwaben raus, der Raum hinter dem Schied bleibt leer (keine Mittelwände!) und der Honigraum wird über Absperrgitter zugegeben.

    Wahrscheinlich müsse man für all dies auch besser die Buckfastbiene einsetzen, da die Carnica über lange Zeit für eine andere Betriebsweise gezüchtet wurde.

    Als Wiedereinsteiger nach mehr als 30 Jahren ist jetzt nach langem und vielem Lesen und Gucken im Netz die Denk- und Betriebsweise von Bernhard Heuvel für mich die überzeugendste. Zugegeben, um sie zu verstehen, bedarf es schon einiger geistiger Anstrengungen, und wie alles bei mir in der Praxis funktioniert, werde ich dieses Jahr sehen.

  • Zitat

    Also, sprach Bernhard Heuvel, schiede man, wenn man's kann, ...

    Was sagst Du dann erst zur Betriebsweise vom Hans Beer, wenn Du von Bernhard schon so begeistert bist? ;)


    Ich schiede ja auch. Aber ich presse nicht. Zwischen knochentrocken und 'trödelt rum' ist reichlich Luft für eigene Beobachtungen.

    Zitat

    die Denk- und Betriebsweise von Bernhard Heuvel für mich die überzeugendste. Zugegeben, um sie zu verstehen, bedarf es schon einiger geistiger Anstrengungen,

    Das ist dann wahrscheinlich nicht jedem gegeben ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • ManfredT Die Königin trödelt herum und erzeugt ein unkompaktes Brutnest? Was für eine Arroganz lese ich da? Bienen existieren schon sehr lange und haben immer wieder bewiesen, dass sie überleben können. Ein Brutnest hat eine rundovale Form, weil eine Kugel, die beste Form für einen guten Wärmehaushalt ist und eben nicht das Viereck. Auch geht es hier um die Menge an Bienen, die das Brutnest wärmen. Sind nur wenige da, wird mit oder ohne schied nicht mehr Brut angelegt. Starke Völker erzeugen massig Brut. 400 Brutzellen können von 100 Bienen gewärmt werden bei Temperaturen um 10 Grad. Also wenn der Imker denkt, er könnte es wirklich besser, als die Naturgesetze und die Bienen.... Aber ich habe bei frühen Zeitpunkten, wie jetzt noch nie ein verstreutes Brutnest gesehen. Sondern nur ein rundes, sehr kompaktes Brutnest meist auf 2-4 Waben verteilt. Und da vertraue ich meinen Bienen. Da ich sowohl DNM, als auch Dadant habe, sag ich einfach mal, dass dort im Aufbau des Brutnestes mir kein wesentlicher Unterschied aufgefallen ist. Ich handhabe es aber wie rase, und schiede im März mit etwas Platz.

  • Mal eine kurze, etwas abseitige Frage, die aber hier halbwegs rein passt:
    Gestern habe ich gehört, dass Imker mit Großwaben (also bspw. Dadant) mitunter jetzt Löcher in die Waben schneiden, damit die Traube den Wabenwechsel hinbekommt. Denn, so die Ausführungen: Großwaben sind schwerer zu umlaufen, weil größer, und da kann es sein, dass die Traube es nicht packt, weil der Weg zu weit ist. Daher vereinzelt Löcher hier und da, und dann könnten die Bienen darüber die Wabengasse wechseln.


    War für mich völlig neu. Daher die Frage, ob da was dran ist.

  • und schiede im März mit etwas Platz.

    ich erlaube mir: Und Pollen/Futter.... hinzu zu fügen:)

    Die Erfahrungen damit (anpassen)sind allgemein duchweg gut! Schon vieeele Jahre!

    Die Erfahrungen Bruder Adams bestätigen sich immer wieder vollauf!

    Die Betriebsweisen vom Reiner Schwarz und vom Gerdes zb. galten besondres hier im Forum richtiger Weise als Wegweisend. Ich bleibe mal bei dem was ich kenne.

    Hingegen beschränkt Bernhards (überspitztes?) vorgehen sich auf ganz wenige Jahre (2oder3?),

    und hat in meinen Augen schon das Potential wieder in des imkers Analen zu verschwinden.

    Es sind schon viele bunte Schweine ins Dorf hinein und auch wieder hinaus getrieben worden.


    Duck und wech

    12er DD, und Buckies, gaanz sicher!

    Der Pessimist sieht die Schwierigkeit in jeder Möglichkeit!

    Der Optimist sieht die Möglichkeiten in jeder Schwierigkeit!

    W. Churchill

  • So neu ist die Diskussion über Schlupflöcher in den Waben nicht. Bereits Bienenvater Ferdinand Gerstung verwies auf Löcher im Naturbau und riet bei Verwendung von MW, solche bereits im Herbst zu schaffen, notfalls sogar noch im Winter (S. 317):


    http://digital.zbmed.de/apidologie/content/titleinfo/2952603


    Ob man sich diesem Rat folgen soll, ist freilich eine ganz andere Frage. Ich verneine das für meine Völker.

  • Jooo, ist ja bekannt!

    Hat sich aber nicht durchgesetzt.

    Offenbar muß die Sau nochmal ne Runde machen.

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    W. Churchill

  • ... der Raum hinter dem Schied bleibt leer (keine Mittelwände!) und der Honigraum wird über Absperrgitter zugegeben.

    Wahrscheinlich müsse man für all dies auch besser die Buckfastbiene einsetzen, da die Carnica über lange Zeit für eine andere Betriebsweise gezüchtet wurde.

    Wenn bei Holzbeuten der Raum hinter dem Schied leer bleibt, dann bauen die Bienen dort nicht, das kann ich auch für DNM-Liebigbeuten aus eigener Beobachtung bestätigen.

    Bei der Segeberger Styropor dagegen funktioniert das nicht, weder in Kaltbau noch in Warmbau mit Leerraum hinten oder vorn. Die Bienen erwärmen wegen des hohen Wärmeisolationsvermögens der Beute offenbar den gesamten Innenraum der Beute, was die Bienen dazu verleitet, den Leerraum auszubauen. Hier helfen nur Blindwaben.

    Dass die Betriebsweise mit Schied für Carnica nicht gehen soll, kann ich nicht bestätigen. Ich konnte zwischen Carnica und Buckfast in dieser Beziehung keinen Unterschied beobachten.


    Gruß Ralph