Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • Wenn ich spontan antworten darf, würde ich sagen 5-6 Grad Celsius sind zu kalt, denn bei diesen Temperaturen verklammt eine Biene schon, wenn sie aus der Ruhe der Wintertraube kommt. Nicht zu vergleichen mit den Bienen die bei diesen Temperaturen, möglicherweise Wasser hohlen. Die haben sich zuvor auf 40 °C aufgeheizt.

    Der Eingriff, wenn er denn nötig ist, sollte erst nach dem Reinigungsflug stattfinden.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Mein Frage wäre, ob 5-6 Grad für den Eingriff des Schiedsetzens ok ist oder man lieber warten sollte bis es 10 Grad hat.

    Ich sage: Es kommt darauf an, was du genau vorhast.


    Willst du das Brutnest komplett zerlegen und jedem einzelnen Stift "Guten Tag" sagen? -> Dann min. 10°C abwarten.

    Oder willst nur kurz die Folie halb zurückschlagen und in 2s das Schied an den Rand der Bienentraube stecken? -> Dann ist die Temperatur hulle...


    Gruß Jörg

  • Oder willst nur kurz die Folie halb zurückschlagen und in 2s das Schied an den Rand der Bienentraube stecken? -> Dann ist die Temperatur hulle...

    Nicht nur das, sondern ich finde da kälter sogar besser, weil weniger auffliegen.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hier mal ein Beispiel - vorletztes WE Schied gesetzt (1. Bild); im 2. Bild - Wintertraube bevor Schied gesetzt wurde - das Schied kam dann auch nach Wb. 6 von rechts.


    Ja hätte man noch enger setzen können, aber die Kö' Bild 1 hat im letzten Jahr locker 7 Waben bestiftet und Bild 2 ist eine Tochter davon.


    Ich meine, dass angesichts des jetzt anstehende Kälteeinbruchs es den Bienen hilft, das BN besser zu wärmen....


    Beste Grüße


    Rainer

  • Bei solchen Völker würde ich gar kein Schied setzten (Bild 2) und bei Bild 1 behindert das Schied die Ausbreitung des Brutnestes, das müsste wenigstens 2 Waben hinter, das ist meine Meinung.

    Ich weis was man mit dem Schieden bezweckt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Lieber Drobi,

    ... musst Du ja auch nicht! Jeder hat seine Erfahrungen - ist doch völlig o.k.

    Ein Bild sagt mehr als x Worte - darum habe ich es eingestellt; nur darum.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Ich kenne das so: Nach dem Reinigungsflug beginnt das große Brutgeschäft; vorher gibt es nur kleine Brutflächen. Deshalb ist es ausreichend, das Schied nach dem Reinigungsflug zu setzen.

    Der geschiedete Bereich darf nicht an der späteren Ausdehnung des Brutnestes orientiert werden, sondern es sollte eng geschiedet werden: Auf maximal 4 Großwaben, bei schwächeren Völkern auf 3 Waben.

    In der Folge dehnt sich das Brutnest in dem geschiedeten Bereich bis an die Oberträger aus.

    Ab der Weidenblüte wird der Honigraum aufgesetzt. Durch den engen Anschluss des Brutnestes an die Oberträger wird der Honigraum schneller angenommen.

    Mit der ersten Tracht werden alle Waben hinter dem Schied entfernt, sodass die Königin auch hinter dem Schied keine Waben zum Stiften vorfindet. Hierdurch wird ein quaderförmiges Brutnest erreicht.

    Erst wenn alle Waben bis oben mit minimalen Honigkränzen bebrütet sind, wird erweitert, vorzugsweise mit Leerwaben, um die Baubienen im Honigraum zu halten.

    In der Segeberger Beute ist dieser Punkt typischerweise ab Mitte-Ende April erreicht. Vorher bleibt das Brutnest auf die anfängliche Wabenzahl beschränkt.

    Gruß Ralph

  • Wann / wie man das macht, ist immer wieder strittig und sicher abhängig vom Standort und dortigem Wetter.


    Du machst es so, weil Du(!) damit gute Erfahrungen gemacht hast. Ich mache es wie gezeigt, weil ich (!) damit gute Erfahrungen gemacht habe. Bei mir entwickelt sich das BN über die kommenden 2 Monate in den geschiedeten Bereich hinein. Bis dahin und auch später verändere ich es nicht; lasse die Bienen machen. Und HR-Gabe erfolgt bei mir ebenfalls zur Weidenblüte - das ist meist Mitte / Ende März (wir haben hier ein Seengebiet, die Kältespeicher sind) und natürlich dann auch den DR.


    Wetterabhängig muss ich entscheiden, ab wann alle FW hinterm Schied vollständig entfernt werden und wann die HR gesetzt werden. Letztjährig war eine erneute Gabe von FW ab Ende März zwingend - Verbrauch 1 FW / Woche, d.h., 4 volle FW für solche gezeigten Völker im April leergefuttert / HR kam erst Ende April drauf. Dafür gab's keine Brutunterbrechung und saustarke Völker Ende April. Und - nein, Honigkappen über'm Brutnest habe ich keine und ja, Honig ernte ich reichlich.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Rainer,

    wer das letztes Jahr so gemacht hatte, wurde von den Bienen sehr reichlich mit Honig versorgt.


    Gruss

    Ulrich

  • Der Ralph hat ein bewährtes System, der Rainer hat ein bewährtes System und ich mache es noch ein wenig anders und lasse starke Völker auf 9 Waben, dann Rähmchenschied und Baurahmen. So habe ich das jetzt und wenn die Bautätigkeit beginnt, tausche ich Baurahmen und Rähmchenschied.

    Und ich wurde von den Bienen auch sehr reichlich mit Honig versorgt.:)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Erst wenn alle Waben bis oben mit minimalen Honigkränzen bebrütet sind, wird erweitert, vorzugsweise mit Leerwaben, um die Baubienen im Honigraum zu halten.

    Hallo zusammen!

    Das Erweitern geht auch sehr gut mit nicht geleerten Futterwaben des Jahres.


    Mein Zeitpunkt für das Schieden:

    Ich versuche, die Bienen so wenig häufig wie möglich zu stören.

    Daher gibt es einen größeren Termin mit mehreren Arbeiten erst bei freundlichem Wetter - so dass die Bienen schön fliegen können und die Imkerin ohne Winterjacke arbeiten kann (ca. 12°C). Das ist mal Anfang, mal Mitte März. Dann reinige ich die Böden, sehe alle Völker durch, häng das Schied vor das Brutnest sowie Futterwaben dahinter, sortier Waben aus und setze den ersten Honigraum auf. (Bei mir kleine DNM 0,5er. Die Bienen müssen wenig zusätzlichen Raum wärmen, daher geht das sehr gut. So hab ich im vergangenen Jahr verdeckelte erste Honigräume vor der Rapsblüte gehabt, das war sehr köstlich.)


    Ich habe gelernt:

    Gegen frühes Öffnen der Völker bei kühlen Temperaturen spricht, dass die Varroamilben es gern ein wenig kühler haben. (Das ist auch einer der Gründe dafür, dass sie gern an den Nestrand in die Drohnenbrut gehen.)
    Störungen der Wintertraube können zum Abkoten im Stock führen, kosten Energie und schwächen das Volk gegenüber Viren.


    Grüße, Lavender

  • Ich habe gelernt:

    Gegen frühes Öffnen der Völker bei kühlen Temperaturen spricht, dass die Varroamilben es gern ein wenig kühler haben.

    ...
    Störungen der Wintertraube können zum Abkoten im Stock führen, kosten Energie und schwächen das Volk gegenüber Viren.

    Letzteres habe ich noch nie beobachtet. Die Dynamik im Winter kann man gut verfolgen. Bis Februar sitzen sie z. T. tief in den Waben. Manche Völker reichen bis an die OT oder auch obenauf, jedoch nur wenige wenn's unter 0 °C ist (gilt alles nur für meinen Standort in Styrobeuten). Andere belaufen die ganze Kiste, wohl aufgrund der starken Population. Im Februar lässt sich erkennen, dass sie das Brutgeschäft aufnehmen indem sie nach oben isolieren, d.h., in einer Traube auf den OT zusammenrücken; auch die, welche vorher nicht in der Wintertraube saßen.


    Dass bei kurzer Öffnung der Beute Wärme entweicht, ist klar; jedoch ist die Fähigkeit der Isolierung ausgeprägt, so dass es kaum eine Rolle spielt. Das heizen die locker wieder auf, wenn genügend Bienen vorhanden sind.


    Und was die kältebegünstigte Vermehrung der Varroen angeht, kann ich gut schlafen; denn die Winterbehandlung hat das Meiste dahingerafft. Zudem ist jetzt das Brutnest minimal und wird n. W. möglw. sogar komplett gestoppt.


    Ich bin mir aber sicher, dass gerade jetzt die Einengung für einen engen Sitz sorgt, der eine gute Wärmehaltung garantiert.


    Beste Grüße


    Rainer