Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • ... wird dann das Brutnest auf ein vernünftiges Maß eingeengt, sprich vor allem fliegt die Pollenwabe komplett raus (Vorraussetzung ist, dass regelmäßig Pollen reinkommt), die ja bekanntlich an der Beutenwand sitzt.


    Im Kaltbau, denke ich. Warum sitzt die Pollenwabe an der Beutenwand und nicht bspw. am anderen Ende des ehemaligen BN ?

    ggf. die daneben liegende Waben noch betrachten und bei blank-geputzten Zellen gehört die Waben noch mit zum Brutnest.


    Genau das habe ich nicht gemacht. Die Wabe mit dem blankgeputzten Brutteil habe ich nicht dazugehängt.

    Die Waben waren neben dem bebrüten Teil voll verdeckelt mit Futter. Ich dachte, besser ich animiere sie den dann langsam freiwerdenden Futterbereich vorzu zu bebrüten als dass ich sie das Brutnest in die Länge ziehen lasse. Ich dachte, die Wabe mit den geputzten Zellen gebe ich dann nach Annahme des Honigraumes. ???

  • beemax: Ich hab es bisher nicht anders erlebt, egal ob Kalt- oder Warmbau: Die Pollenwabe war immer direkt an der Beutenwand.


    lilie: Die Wabe mit den blank geputzten Zellen ist die Wabe, auf der die Königin als nächstes stiftet, daher gehört sie (normalerweise) zum Brutnest dazu.

    Kommt aber auch immer darauf an, wieviele Waben du vor dem Schied noch hast. Bei 3 Waben würde ich die mit dazugeben, bei 5 Waben hätte ich die wahrscheinlich auch eher weggelassen.

    Alternativ gebe ich gerne bei der ersten Erweiterung früh im Jahr, wenn die übrigen Futterwaben wegkommen, eine Wabe mit wenig Futter, welches sie für die Brut recht schnell verbrauchen werden, also grundsätzlich nicht im Honigraum landen.

    Kannst du grundsätzlich also so machen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich hab es bisher nicht anders erlebt, egal ob Kalt- oder Warmbau: Die Pollenwabe war immer direkt an der Beutenwand.

    Ja, weil es dort zu kalt ist. Wenn Du diese z.B. mit einem Thermoschied gg. die Beutenwand isolierst, wird sie schneller ins Brutnest übernommen - so wie in den - Segeberger Styroporbeuten. Ohne das ignorieren die Bienen diese Wabe und sie bleibt als sog. Pollenbrett erhalten und unterstützt ggf. Schwarmlust. Ich habe das in meinen Segebergern beobachtet: diese Wabe wird später auch ins BN übernommen, wenn die Temperatur es erlaubt, sprich, wenn das Volk in der Lage ist, bis an den Rand dauerhaft zu heizen (hier im Norden meist Mitte April). In Holzbeuten mag es erst später sein.


    Beste Grüße


    Rainer

  • einem gesunden, schwachen Ableger(1-2 Wabengassen) würde ich durch Aufsetzen auf einen starken für 4 Wochen helfen, um die junge Königin ins Frühjahr zu bringen. Es werden bestimmt eine der letzten roten oder grünen Weiseln den Winter nicht geschafft haben.


    Ich habe bisher nur bis 3 Waben(DNM) eingeengt, dies Jahr erstmals mit Heizkörperreflexionsfolie auf den Schieden.

    Mit 2 Thermoschieden auf 2 DD-Waben schieden - für Mutige oder Erfahrene- lt. Binder.

    Das mit dem Aufsetzen hört sich immer so einfach an... aber inzwischen hatten die Bienen doch mehrere Flugtage und hängen an ihrem Standplatz. Am Wochenende wollte ich zwei Beuten um zwei Meter verstellen und dabei auch die Fluglochrichtung drehen. (von einer Seite eines Garagendaches auf die andere stellen)

    Es hatte ca. 5°C, bedeckter Himmel, eigentlich hatte ich die Wettervorhersage so verstanden, dass es auch noch ein paar Tage so bleiben sollte. Doch dann kam teilweise die Sonne raus (noch immer trüb), Bienen fingen an auszufliegen, in den Krokussen im Garten wurde heftig geturnt, und schon bald darauf saßen 30-40 Bienen am alten Beutenstandplatz, Tendenz steigend. Ich glaube auch nicht, dass die noch heimgefunden hätten, bei den Temperaturen suchen die nicht groß rum. Hab die Beuten wieder zurückgeräumt.

    Die Bienen sind sowas von stur, was gewisse Dinge angeht. Selbst im Sommer, ich hatte einen Honigraum nicht sauber aufgesetzt, viele Bienen hatten die entstandene Lücke als Flugloch genutzt (mehr als eine Woche lang). Als ich es bemerkte schob ich die Zargen zurecht. Doch selbst zwei Tage später saß noch eine kleine Bienentraube an der Beutenwand, wo vorher die Lücke war.


    Also, vermutlich beim Aufsetzen schon würden meine Bienen zum alten Platz des schwachen Volkes zurückfliegen. Und nachher beim Trennen würden erst recht alle Flugbienen zum ehemals gemeinsamen Ort zurückkehren (ok, das wäre nicht so schlimm).



    Anderes Thema: Du schreibst von 'Heizkörperreflexionsfolie'. Darunter verstehe ich dieses dünne Styropor, einseitig mit Alufolie kaschiert, auf Rolle oder als Plattenpaket. Das hatte ich mal auf den Schied geklebt. Die Bienen haben nur wenige Tage gebraucht, um es komplett vom Holzschied abzunagen. Das Material lag als Fusselhaufen unten auf dem Einschub. Gar nicht gut, auch unter dem Gesichtspunkt, dass etwas vom dem Polystyrolstaub in den Honig gelangen könnte. Nie wieder.


    Oder hast du diese Reflexionsfolie, die Hr. Binder vertreibt?


    Als Schiede verwende ich Hartschaumplatten von 30 und 40 mm Dicke, die einfach in alte Rähmchen eingeklemmt sind. Beim Entnehmen von FW kann man auch irritierende Beobachtungen machen, ich weiß nicht, was ich da gestern gesehen habe, sah jedenfalls nicht normal aus, werde ich heut mal fotografieren und im passenden UF einstellen..

    Hartschaumplatten - habe ich auch teilweise gerne verwendet. U.a. auch mal als Schied, in Rähmchen geklemmt. Doch die Bienen können die abtragen, wenn sie ihnen im Weg sind, und das tun sie auch. Geht zwar nicht so schnell wie bei weicherem Styropor, aber trotzdem.


    Von Polystyrol bin ich weg. Ich suche aber immernoch nach dem idealen Material für Schiede. Leimholz krümmt sich leider aufgrund der Feuchtigkeitsunterschiede zwischen Brutnestseite und Leerraum. Multiplexplatte (Birke natur) biegt sich auch manchmal (jedenfalls wenn dünn), außerdem kann sie schimmeln, wenn die Witterung entsprechend ist und nicht genug Bienen im Kasten.

    Siebdruckplatte geht eigentlich ganz gut, dürfte aber für den Wärmehaushalt eher suboptimal sein. Was habt ihr?


    Grüße,

    Robert

  • Gekaufte Schiede, die aus dem passenden Material sind und sich nicht verbiegen oder schimmeln. Ehrlich, die paar Euro wird man doch wohl übrig haben, statt so zweifelhafter Materialien in den Stock zu bringen. Auch Wärmeschiede kosten nicht die Welt, unter 10 €!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Gekaufte Schiede, die aus dem passenden Material sind und sich nicht verbiegen oder schimmeln. Ehrlich, die paar Euro wird man doch wohl übrig haben, statt so zweifelhafter Materialien in den Stock zu bringen. Auch Wärmeschiede kosten nicht die Welt, unter 10 €!

    Aus heutiger Sicht kann ich auch nur den Kopf über mich selber schütteln. Aber zu dem Zeitpunkt war mir das mit den zweifelhaften Materialien halt nicht so klar. Die Silberfolie zur Reflexion von Infrarotstrahlung wurde ja auch von anderen eingesetzt, und ich hätte nicht gedacht, dass die Bienen aufgrund der drei Millimeter Styropor dahinter das ganze in kurzer Zeit wegraspeln würden.

    Bei den Hartschaumplatten dachte ich nicht daran, wie groß die Unterschiede zwischen Hartschaum und Hartschaum sind. Hartschaumbeuten sind hier ja üblich, also warum nicht Schiede aus Hartschaumplatten machen... dass diese Platten evtl. Sondermüll sein könnten (Flammschutzmittel) ist eine neuere Diskussion.

    Das war dumm von mir, und ich poste es hier trotzdem, damit andere nicht die gleichen Fehler machen.


    Als ich meine Versuche mit den Polystyrolmaterialien machte, habe ich im Imkerhandel keine 'Thermoschiede' gefunden. Kann sein, dass es jetzt anders ist. Ich könnte jetzt anfangen, die Shops der 'üblichen Verdächtigen' zu durchsuchen. Aber wenn du das kennst, dann poste doch mal ein paar Links.


    Grüße,

    Robert

  • Ich überlege,

    ob ich Wärmedämmschiede aus Roggenstroh baue. Für dieses Jahr bin ich jetzt eigentlich zu spät, aber da wir gerade ein wenig beim Thema sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen, nachzufragen, ob jemand einen Tip hat, wo man geeignetes Material herbekommt.

    D.h. Roggenstroh in ganzen Halmen, welches auch zum Flechten von Bienenkörben geeignet wäre.

    Denn EPS und Reflektionsfolien möchte ich aus meinen Beuten gerne heraushalten.


    Gruß

    Ludger

  • hach, Ihr Lieben,


    guckt doch mal, ob es nicht so kleine Federbettchen im Beutenmaß gibt oder schneidet die zu und tackert sie in ein Rähmchen :-)))


    Meint Ihr nicht, ihr üverteibt ein wenig?


    Back again


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Meint Ihr nicht, ihr üverteibt ein wenig?

    nein, die halten sich nur an die brandneue Mode, die seit Spätherbst gerade von einigen bekannten Promi-Imkern angeführt wird. :-)

    Besonders interessant für mich: Der führende Kopf dieser Bewegung hat bei einem gelernt, den ich neulich mal wieder bei einem seiner Vorträge getroffen habe. Und der hat dieser Idee seines ehemaligen Schülers kommentiert mit "schießt über's Ziel hinaus oder hat es doch nicht ganz verstanden".


    Nun will ich ja nicht behaupten, dass Schüler ihre Lehrer niemals überflügeln können, aber für mich hört sich das bei dem Schüler selbst momentan noch so an, als wäre er noch nicht so sicher, ob es den gewünschten Effekt hat und dass er das jetzt erst mal ein paar Jahre lang ausprobieren und beobachten will. Dass gleich alle Fans mit Geschrei mit ausprobieren wollen, ist jetzt noch nicht so schlimm, sondern verständlich.


    Ich finde, es kann was bringen, aber es geht auch gut ohne und als kleiner Normalo-Imker muss man nun wirklich nicht bei jeder Modewelle ganz vorne mitschwimmen, sondern kann sich ruhig auch erst mal zurücklehnen und beobachten, was dabei heraus kommt.


    Zumindest mir geht diese Fremdmaterial-Schlacht sowieso gegen das Bauchgefühl. Alufolien, Klebstoffe, Styropor...ich mag ja schon die Plastikbeuten nicht. Wenn mal herauskommt, dass es doch was bringt, kann ich es immer noch tun und dann zumindest statistisch noch einige Jahrzehnte damit imkern. Wozu also übereilen?


    Gruß

    hornet