Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • ...habe ich gestern mal testweise bei föhnig-warmen 17°C einige geschiedet und festgestellt, es ist eher noch zu früh. ...


    Ich weiß jetzt, dass ich zu Recht heuer viel länger gewartet habe, dass man durchaus auch jetzt schon tatsächlich einengen kann, jedoch auch ohne Probleme noch 1-2 Wochen damit warten kann und so schönere Tage nutzen und die Bienen schonen kann.


    Lieber hornet, warum zu früh ? Kannst Du das vorbereitete neue Brutnest noch nicht sehen ? Sind da keine leeren geputzten Zellen ? Die wollen doch jetzt brüten !
    Und da hilft es ihnen doch, wenn man die künftige Brutstelle markiert (Schied) und sie dorthin leitet; sie belagern ohnehn den Bereich - J. Binder spricht ja von Anpassung auf die Bienenmasse. Es geht ja "nur" um eine bessere Wärmesteuerung.


    Ich beneide Dich - mit 17 Grad ! - Das ist bei uns schon fast Sommer... :wink:


    Rainer

  • Lieber hornet, warum zu früh ? Kannst Du das vorbereitete neue Brutnest noch nicht sehen ? ... Die wollen doch jetzt brüten !


    die fangen damit gerade an. Ich bin auch anderes gewöhnt in den Jahren zuvor, aber heuer fangen sie definitiv erst an. Ich habe bei etwa der Hälfte der kontrollierten Völker ein winziges Fleckchen mit verdeckelter Brut gefunden (vielleicht so groß wie eine 5 DM-Münze), beim Rest nur kleine Stiftflächen oder eben geputzte Bereiche.


    Zitat

    J. Binder spricht ja von Anpassung auf die Bienenmasse. Es geht ja "nur" um eine bessere Wärmesteuerung.


    der spricht nach seinen eigenen Worten in seinem Forum eigentlich das:


    Jürgen Binder auf seinem eigenen Forum schrieb:

    Im Herbst und Winter wird der Brutraum auf die Bienenmasse angepasst.
    Im Frühjahr und sommer wird der Brutraum auf die Brutmasse angepasst.


    D.h. die Frühschieder schieden nach der "Winterregel", die Spätschieder eher nach der "Frühlingsregel".
    Ich habe meinen eigenen Weg hier noch nicht gefunden, aber Frühschieder ging für mich heuer gar nicht vom Wetter her, also werde ich dieses Jahr zwangsläufig eher Spätschieder sein. Wobei wenn ich es Ende nächste Woche (es soll deutlich wärmer werden) nochmal probiere, bin ich eher dazwischen.


    Zitat

    Ich beneide Dich - mit 17 Grad ! - Das ist bei uns schon fast Sommer... :wink:


    Beneiden ist unnötig. Bei uns ist es im Winter sogar noch viel kälter als bei euch, aber wir bekommen im Gegensatz zu euch bei Südwind schneller mal warme Tage zwischendurch ab. Föhntage sind ein Extrembeispiel, 20° sind dann auch im Januar und Februar möglich. Am nächsten Tag kann es dann aber wieder Frost und Schneefall haben. Und der Frühling setzt bei uns schneller ein und die Sommer sind brüllend heiß im Vergleich zur kalten Ostseeküste.
    Und das gestern war wieder so eine föhnbedingte Eintagesfliege - davor war es und jetzt ist es wieder kühl.


    Heuer gab es ungewöhnlicherweise aber wochenlang überhaupt keine warme Unterbrechung und das hat die Bienen offensichtlich stark ausgebremst. Vielleicht folgen sie neben der Lichststeuerung auch einer Art Temperatursummenzähler, ähnlich wie Pflanzen.


    Und bei uns gibt es selten Wind, heuer dagegen haben wir schon viel sehr kalten (ost)-wind gehabt, das spüren die Bienen auch in den Kisten und bleiben zusammen, selbst wenn draußen die Sonne scheint.
    Seit Ende der richtig kalten Phase ist es nie so richtig mild geworden (das ist auch sehr unüblich bei uns), immer nur einzelne milde Tagen und viele kalte und kühle Tage ohne Flugwetter, aber viel nervigem Wind.


    Heuer ist definitiv anders als die Winter mehrerer Jahre zuvor.


    Gruß
    hornet

  • Ich habe auch gestern geschiedet. Da ich bei der Kontrolle festgestellt habe, dass wir über 15 Grad hatten musste ich die Gelegenheit einfach nutzen. Im vergleich zur Futterkontrolle waren die Völker auch Tiefenentspannt und haben mich nicht angegriffen, was mich gefreut hat, da ich schon dachte der Winter hat mir alle zu stechern gemacht ^^
    Da das Wetter noch sehr unbeständig ist man lediglich bei einem Volk ne stelle gesehen hat wo mal gebrütet wurde, dabei dachte ich gerade die kleinen Völker wären schon in Brut zwecks überlebenmodus, habe ich nur die leer waben hinters schied gehängt und so die Futterwaben an die Bienen rangeschoben bzw etwas umgehangen wo es nötig war. Ich denke, dass es gut so war, da sich die Bienen bei mir schon stark verteilt haben und der zumindest engere Sitz bei nem Kälteeinbruch vorteilhaft ist.
    Erschrocken war ich über die Vielzahl an Bienen die tot von den Waben gefallen sind. Ich hatte nämlich erst die Böden gesäubert und dann die Waben geschiedet und musste danach noch einmal die Böden säubern. Naja wieder was gelernt.

  • Ich trau mich als Beginner auch noch nicht so früh schieden - das heisst ja auch, den Bien vom Futter trennen und bei uns im vergleichsweise kontinentalen Klima, mit möglichem starkem Frost bis in den März ist Futterabriss wohl mehr ein Thema als in gemäßigteren, maritimeren Klimazonen. Hier (Ostoberbayern) ist alles extremer - heißer im Sommer, kälter im Winter.


    Da hab ich lieber zu spät oder gar nicht geschiedet als Futterabriss, weil die die FWaben hinter dem Schied einfrieren. War bei meinen einräumigen, natürlich ungeschiedeten DNM-Völkern heure so - die äusseren FWaben waren mit Beginn des Brutgeschäftes mit Reif überzogen.


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ich trau mich als Beginner auch noch nicht so früh schieden - das heisst ja auch, den Bien vom Futter trennen und bei uns im vergleichsweise kontinentalen Klima, mit möglichem starkem Frost bis in den März ist Futterabriss wohl mehr ein Thema als in gemäßigteren, maritimeren Klimazonen. Hier (Ostoberbayern) ist alles extremer - heißer im Sommer, kälter im Winter.


    Da hab ich lieber zu spät oder gar nicht geschiedet als Futterabriss, weil die die FWaben hinter dem Schied einfrieren. War bei meinen einräumigen, natürlich ungeschiedeten DNM-Völkern heure so - die äusseren FWaben waren mit Beginn des Brutgeschäftes mit Reif überzogen.


    Gruß
    Marion



    Habe erstmals in meinem Imkerleben gestern bei 17 Grad geschiedet zwischen 3 u. 6 Waben. 300m NN bei Regensburg.
    Gibt's hier jemanden, der mit Thermoschieden nach Binder arbeitet? War bisher auf Liebig fixiert, Kälte macht nix, kein zu früher Bruteinschlag etc.. jetzt hab' ich mal auf Wärme umgestellt. Ob ich die Wahrheit kenne bis zum letzten Abflug??
    Uli

  • Auf mehr als 4 Großwaben sollte kein Volk geschiedet werden. Das enge Schieden soll bewirken, dass Brut bis in die Ecken angelegt wird und somit kein Platz für Futterkränze bleibt. Außerdem ziehen sich die Bienen bei engerem Schieden auf einem kompakteren Brutnest zusammen und können es besser wärmen, mit dem Effekt, dass mehr Brutzellen angelegt werden können. Bei schwachen Völkern sollte man deshalb auch auf 3 Großwaben schieden.
    Gruß Ralph


    Hallo Ralph,


    also viele fangen auch bei starken Völkern mit 4 Waben an und dann nach der Annahme der ersten Honigzarge erweitern sie bis auf 5 oder 6 BW (manche auf 8!). Mir wäre neu, dass man starke Völker bis zur Abernte auf nur 4 BW lässt.
    Ich fand dies überflüssig, denn bis ich die erste Honigzarge gebe brüten die Völker schön komplette 5 oder 6 Waben, mit vielleicht ner kleiner Ecke oben hinten an Futterreste, die jedoch gleich verschwinden und keine Probleme schaffen.


    Klar dulde ich keine Futterkränze auf NichtRandwaben. 6 BW werden bei den meisten Völkern vom Holz zu Holz voll bebrütet und sie verpollen in der Schwarmzeit auch nicht. Dies finde schön. Bei noch mehr Einengen landet viel Pollen im virtuellen Brutnest und ich sehe keinen Sinn darin, warum ich die Völker noch enger halten sollte. Mir ist klar dass es unterschiedliche Meinungen dazu gibt.


    Außerdem vermehre ich gerne nach der Abernte in der ersten Julihälfte. Die zu diesem Zeitpunkt, also nach der Schwarmzeit etwa verpollte Randwaben mit wenig Honig finde ich super für die Versorgung der Brutlinge, sonst muss ich die füttern und das mag ich in dieser Zeit wegen Räubereigefahr nicht.
    Wenn Randwaben in der Schwarmzeit verpollt werden oder große Futterkränze bekommen, dann ist es ein Zeichen, dass es zu viele BW sind, aber wie gesagt, bei mir sind die meisten Völkern mit etwa 6 BW optimal versorgt.


    Klar gibt es auch Völker die auf 3 Waben geschiedet werden sollten, aber da ist mir der Aufwand zu groß und die Honigwaben werden nur teilweise und ungleichmäßig gefüllt. Daher führe ich sie lieber als Doppelvolk weiter.


    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Doppelvolk heißt 2 Königinnen oder vereinigtes Volk?


    Die Entfernung zum Bernhard am Niederrhein ist von hier nicht sooo groß. Der Unterschied in der Entwicklung der Bienenvölker aber immens.
    Hier konnte man schon schieden, musste aber noch nicht.
    Wenn mir beim Schieden die Finger einfrieren, bin ich noch zu früh. Außerdem konnte ich keinen Beginn der Bruttätigkeit in Abhängigkeit zur Tageslänge feststellen. Die Temperatur scheint mir dabei (also meinen Bienen) wesentlich wichtiger zu sein; nicht nur die Größe des angelegten Brutnestes, auch der eigentliche Startbeginn.


    ... und die Größe des Volkes, ob sie sonnig oder schattig stehen, in welcher Kiste sie sind...

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • ...Mir wäre neu, dass man starke Völker bis zur Abernte auf nur 4 BW lässt...


    Wer behauptet das?

    Zitat

    Ich fand dies überflüssig, denn bis ich die erste Honigzarge gebe brüten die Völker schön komplette 5 oder 6 Waben, mit vielleicht ner kleiner Ecke oben hinten an Futterreste, die jedoch gleich verschwinden und keine Probleme schaffen.


    Dann scheint es bei dir zu funktionieren. Ich lasse die auf 3 oder 4 Waben, bis in die Ecken gebrütet wird, dann wird 1 MW gegeben. Hinter dem Schied sperre ich mit Blindwaben, da sie in der Segeberger dort sonst bauen.

    Zitat

    Klar gibt es auch Völker die auf 3 Waben geschiedet werden sollten, aber da ist mir der Aufwand zu groß und die Honigwaben werden nur teilweise und ungleichmäßig gefüllt. Daher führe ich sie lieber als Doppelvolk weiter.


    Wenn man genau weiß, warum ein Volk schwach ist, geht das. Bei irgendwelchen Unsicherheiten bzgl. Gesundheitszustand aber sollte man das nicht tun. Ich mache das in keinem Fall.


    Gruß Ralph

  • Doppelvolk heißt 2 Königinnen oder vereinigtes Volk?.


    Mit Doppelvolk meinte ich ein Volk mit 2 Königinnen, aber das Vereinigen sollte früh genug sein, vor den ersten Drohnen, sonst könnte eine Kö verloren gehen (was ich aber nicht so tragisch finde)


    kleingartendrohn schrieb:

    Wenn man genau weiß, warum ein Volk schwach ist, geht das. Bei irgendwelchen Unsicherheiten bzgl. Gesundheitszustand aber sollte man das nicht tun. Ich mache das in keinem Fall.


    Ja du hast Recht.
    Ich muss aber zugeben, dass ich beim Vereingen nur aufs Brutnest und auf saubere Waben (also nicht verkotet) achte. Sonst nichts. Habe auch noch nie Zargen desinfiziert etc.
    Die jährliche TBE sollte ja wie eine Sanierung wirken. Gott sei Dank, könnte ich von meinem ersten Volk bis auf Varroa noch keine Krankheiten entdecken. Hoffentlich bleibt es so.

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • Vermutlich keines, wenn das Volk stark genug ist und sie wegen der großen Brutflächen sowieso schon die Traube immer geheizt haben, können sie auch nebenan tagsüber bei milderer Außentemperatur Futter holen und umtragen, wenn in Brutnähe das Futter knapp wird.
    Die Gefahr, dass Bienen auf den Brutwaben heizend verhungern, weil das Futter weiter weg ist, steigt wohl immer, wenn kein Futter mehr direkt oberhalb vom Brutnest ist. Je weiter weg das Futter, desto größer wird das Risiko.


    Ich habe meine Völker gestern geschiedet. Die Brutflächen sind noch ziemlich klein, aber die Bienenmasse erfreulich groß. Manche sitzen noch auf 6-8 Waben (lockerer verteilt bei angenehmen 15°C). Der Frühling kann kommen :)
    An Futter war noch 2-4 Waben voll + Futterkränze vorhanden, also sicher auch genug, wenn es nochmal kalt wird und sie Heizmaterial brauchen. Kann wohl entspannt den nächsten Wochen entgegen sehen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ist es ein Problem für die Bienen, wenn die Futterwaben nach dem einengen hinter dem Schied sind?


    Hallo Holger,


    da ist kein Problem für die Bienen. Ich denke du meinst ein Schieden jetzt ungefähr - ja? Da sollten die Bienen locker die Vorräte holen können. Wenn dann irgendwann die Honigräume drauf kommen entnehme alle Waben hinter dem Schied, weil die Bienen sonst den frischen Nektar auch hinter dem Schied einlagern würden.


    Gruß Jörg

  • Habe mich heute bei meinen DN 1,5 an den Bienensitz von einer Seite herangetastet.
    pro Volk sind 2 oder 3 Waben rausgeflogen, die unbesetzT, leer bzw Schimmel waren.
    An die erste besetzte Futterwabe habe ich das Schied gesetzt, ein bis zwei weitere Futterwaben sind hinter dem Schied als Reserve geblieben.
    Nun sitzen die Damen auf Bis zu 5 Waben. Habe natürlich nicht ht nach Brut gesucht und auch bei der erste voll besetzten Futterwabe nicht weiter geschaut.
    Ach ja, die Böden habe ich kurz noch vom Totenfall befreit. Die Mädels waren sehr ruhig.
    In zwei bis drei Wochen schaue ich wieder rein.