Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • Was das Schieden betrifft fehlt mir komplett die Erfahrung, daher kann ich selbst nichts dazu sagen. Die Argumente für früh und für spät klingen für mich jeweils schlüssig, so dass sie mir da auch wenig weiter helfen.


    Ich meine gelesen bzw. in einem seiner Vorträge gehört zu haben, dass Bernhard Heuvel empfiehlt die Schiede etwa im Zeitraum zwischen 15 Januar und 15. Februar zu setzen, etwa um den Dreh wenn das Brutgeschäft in nennenswertem Umfang beginnt bzw. kurz vorher. Seine Argumente leuchteten mir ein, Drobis Einwand oben z.b. aber auch.

  • ...Bernhard Heuvel empfiehlt, die Schiede etwa im Zeitraum zwischen 15 Januar und 15. Februar zu setzen, etwa um den Dreh wenn das Brutgeschäft in nennenswertem Umfang beginnt

    Dazu muß man aber auch Bernhards Bemerkungen zu Temperatursummen etc. lesen, resp. berücksichtigen, daß seine Bienen in einer klimatisch besonders milden, frühwarmen Region stehen.

  • Macht es auch mit dem Bauen oder Kaufen von einem Schied nicht so schwer.

    Nehmt eure Rähmchengröße und laßt euch ein entsprechendes Brett (5-15mm stark?) im Baumarkt zurecht sägen. Eine Leiste oben dran (am besten so breit wie der Oberträger) und fertig ist eine Art von Schied, wie ich sie auch schon seid Jahren benutze. Die gekauften sind meist ähnlich (mittig in den Oberträger eingeklebtes/getackertes Brett).

    Noch einfacher wird es, wenn man einfach nur ein Brett nimmt und es um den Oberträger höher macht und seitlich je einen Nagel reinschlägt, quasi als Oberträger-Ersatz (Bei Gerdes gesehen). Da muss man nur mit dem seitlichen Beespace aufpassen, dass man die Schiede nicht zu nah an die letzte Wabe ranrückt.

    Alternativ ein Rähmchen opfern und daraus ein Schied basteln, z.B. das Rähmchen mit dem Thermomaterial füllen, aber gut die Ecken mit Aluband abkleben, damit nix angeknabbert werden kann.


    Schieden habe ich so gelernt, dass vor dem Schied nur noch das Brutnest vorhanden ist, plus eine volle Futterwabe. Der Brutraum wird somit an die Volksstärke angepaßt, damit das Volk die Wärme besser halten kann und schneller ein Brutnest von Ecke zu Ecke ausfüllt.

    Die restlichen Futterwaben wandern hinter das Schied, aber direkt ans Schied, also Schiednah.

    Wenn das Volk jetzt nicht gerade ein Mickerling ist, hat es keine Probleme über das Schied an das Futter zu kommen.

    Erst mit der Weidenblüte würde ich Futter bis auf 1-2 Waben Reserve rausnehmen und einen (halben) HR aufsetzen. Futter dann Schiedfern setzen. Futterwaben je nach Bedarf wieder reinpacken, wenn nix reinkommt, oder bei kontinuierlichem Futterstrom (z.B. Weide) rausnehmen.

    So praktiziere ich es seid Jahren erfolgreich.

    Und so früh wie Rainer (auch wenn wir nur 50km auseinander sind) bin ich nicht, zumindest nicht dieses Jahr. Finde es zum Aufmachen der Beuten noch zu kühl (vielleicht gestern bei Sonnenschein zur Mittagszeit, zu der ich arbeiten musste;-)))

    Sehe im Moment aber auch noch kein Fenster, in dem ich das machen würde (kontinuierlich -1 bis +5 vorausgesagt, was natürlich aber nichts heißen muss, siehe gestern, Sonne und +9°C).

    Wenn die Möglichkeit da ist, ggf. die Chance ergreifen und ran.

    Es gab mal einen hier, der sagte, er fängt erst an, in den Beuten zu arbeiten, wenn's T-Shirt Wetter ist.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Was das Schieden betrifft fehlt mir komplett die Erfahrung, daher kann ich selbst nichts dazu sagen. Die Argumente für früh und für spät klingen für mich jeweils schlüssig, so dass sie mir da auch wenig weiter helfen.


    Ich meine gelesen bzw. in einem seiner Vorträge gehört zu haben, dass Bernhard Heuvel empfiehlt die Schiede etwa im Zeitraum zwischen 15 Januar und 15. Februar zu setzen, etwa um den Dreh wenn das Brutgeschäft in nennenswertem Umfang beginnt bzw. kurz vorher. Seine Argumente leuchteten mir ein, Drobis Einwand oben z.b. aber auch.

    So ähnlich geht bzw. ging es mir auch. Da hilft es, wenn man sich überlegt, wie die Vorgänge im ungestörten Bienenvolk wären und was das Schied eigentlich bezwecken soll: Um die Zeit des Reinigungsfluges (danke an Kleingartendrohn für die Schilderung Deiner Beobachtungen!) nimmt das Brutgeschäft langsam Fahrt auf. Die Königin wird in der folgenden Zeit ihre Stifte spiralförmig über immer mehr Waben verteilt legen, sodass sich das Brutnest schon bald über ziemlich viele Waben erstrecken wird. Mit dem Schied klemmt man diesen Legekreis ab; man zwingt die Königin, ihre Stifte auf weniger Waben konzentriert zu legen, sodass «Brutbretter» entstehen. Folglich muss das Schied nicht möglichst früh, sondern einfach so früh gesetzt werden, dass man sicherlich keinen Teil des Brutnestes aus Versehen hinter das Schied abtrennt.


    Nun kann man sich fragen, ob man es eher mit Bruder Adam halten will, der dafür plädierte, möglichst jede Spielerei zu vermeiden und mit möglichst wenig Zeiteinsatz einen vernünftigen Honigertrag zu generieren, oder ob man lieber stets auf der neusten Welle mitsurft und jede Geigelei mal selber ausprobieren will. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Hallo zusammen ,

    Ich persönlich würde jetzt noch nicht schieden , es gibt aber einen Vorteil des frühen schiedens , da das Brutnest noch ziemlich klein ist , die dunklen alten Rähmchen entnehmen zu können , die später schon wieder mit Brut belegt sind . Wer aber jetzt schiedet sollte die HR vor dem Schied belassen ,also ungefähr so .

    Eine Randwabe aussen bleibt , die alten dunklen leeren Waben recht`s und link´s vom Brutnest entnehmen , das Brutnest bleibt als Block unangetastet ,nach der Randwabe wird eine neue Mittelwand gegeben , dann das Brutnest ranngeschoben , nach dem Brutnest eine Wabe mit Futterkranz ( Futterreste ) ,dort kann sich das Brutnest sofort ausbreiten

    dann nochmal Futterwabe ( Futterwaben ) und noch das Schied .

    So ist man auf der sicheren Seite , man muß ja doch nochmal ran vor dem HR aufsetzen da man den DR an vorletzter Stelle ,oder an`s Schied hängt .

    Bei der zweiten Öffnung , sieht man dann wie das Wetter ist , was alles rein kommt , und somit kann man dann nochmal Rähmchen entnehmen .


    Grüße ,


    Bertram

  • Nun kann man sich fragen, ob man es eher mit Bruder Adam halten will, der dafür plädierte, möglichst jede Spielerei zu vermeiden und mit möglichst wenig Zeiteinsatz einen vernünftigen Honigertrag zu generieren

    Na bei der Zeit- und Arbeitsplanung macht es schon einen Unterschied ob man 3-12 Völker als Hobby hat oder ob man mit 300-1200 Völkern Berufsimker ist.... - der eine kann sich Unfug, Tests und Spielereien erlauben, der andere eher nicht ;-) ...

  • Na bei der Zeit- und Arbeitsplanung macht es schon einen Unterschied ob man 3-12 Völker als Hobby hat oder ob man mit 300-1200 Völkern Berufsimker ist.... - der eine kann sich Unfug, Tests und Spielereien erlauben, der andere eher nicht ;-) ...

    Das ist klar. :) Aber man sollte sich schon Rechenschaft darüber ablegen, ob man einfach nur rumspielt oder versucht, die Völker möglichst effizient über das Jahr zu führen. Ich als Hobby-Imker, der noch am Anfang steht, versuche gerne mal dies oder das, aber ich versuche mir jeweils klar zu machen, ob ich gerade geigele oder «richtig» imkere. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Schaut euch doch bitte mal das weiter oben verlinkte Video von Bernhard auf dem Weimarer Bienensymposium an. Da reden wir dann hoffentlich bald alle vom Selben. Da erzählt er, warum wieso und wieviel Waben er lässt.

    Auf keinen Fall mit MW herumhantieren, nicht vor Abnahme der HR und dem Auffüttern, da den Bienen sonst das falsche Signal gegeben wird, wo der Bauplatz wäre.

    Nach sichtbarer Entwicklung auf den geschiedeten BW gegebenfalls Bereich erweitern oder verkleinern, zeitig 1.HR mit Bauplatz und dann Waben hinter dem Schied raus. Fertig.

    Den nächsten HR dann wieder mit ausreichend Bauplatz geben, wenn an der letzten Wabe im zuvor gegebenen HR ausgebaut wird.

    Am Ende der Saison HR einsammeln und Brutraum mit MW voll machen, Auffüttern.


    Ich erweitere mit HR so:

    1. L M M L L L L M M L

    2. L S M L L L L M S L

    3. L S S M L L M S S L

    ab hier weiter wie 3

    L = Leerwabe M = Mittelwand S = Anfangsstreifen


    Damit haben die Bienen sofort im 1. HR Lagerplatz und können ein wenig bauen.

    Je mehr Volksentwicklung und Baufortschritt, um so mehr Bauplatz.


    Mit den Anfangsstreifen habe ich letztes Jahr begonnen, vorher habe ich dort MW eingesetzt. Damit möchte ich im Laufe der Zeit die Waben mit MW auslaufen lassen und nur Naturbau im HR haben. Ob es dabei bleiben wird, schaue ich bei der nächsten Schleuderung.


    Wer nur ganz wenig ausgebaute Waben hat, kann es wie ich vor 2 Jahren machen. Aus 1HR werden 5.

    1. M M M M L L M M M M

    Nach Ausbau des HR noch 2x leicht angetragen Waben mit MW tauschen und mittig in den 2.HR geben. DiesesPrinzip führe ich dann immer weiter bis nichts mehr geht.

    1. L M L L L L L L M L

    2. M M M M L L M M M M


    Liebe Grüße Bernd

  • Zwei Imker - drei Meinungen; klar! Aber vielleicht geht's auch eine Nummer einfacher:

    Jeder möge das so machen, wie es seiner Meinung nach für seine Bienen, Beuten und Gegend gut ist. Meine Völker in meiner Gegend (Norddeutschland) in meinen Kisten (Segeberger Styropor DN1,5 und DD-Holzkisten) sitzen jetzt nicht auf trockenen, leeren Waben vor dem Schied.


    Futter:


    Die Völker haben seit Spätsommer für Futter am Bienensitz gesorgt; d.h., am und um den Bienensitz befindet sich flüssiges, offenes Futter. Letzteres gilt für Styroporbeuten, ebenso beobachte ich darin, dass eine Wintertraube nur kurz bei kalten Nächten entstanden ist. In der restlichen Zeit belaufen sie alle Waben über die OT. Zwischen Folie und OT befindet sich bspw. diagonal ein 6mm hohes Holzstöckchen (auf Empfehlung von ribes - danke! Sie bauen kaum noch Wachsbrücken), so dass sie von einer Wabe auf die andere wechseln können.


    In den Holzbeuten sitzen die Bienen in einer Wintertraube. Die Futtersituation ist die Gleiche wie vor beschrieben (Flüssigfutter um den Bienensitz, jedoch holen sie neues Futter von den besetzten Waben - hinterer oder oberer Bereich - dort ist es noch verdeckelt). Dank der breiten DD-Waben wird das Futter bis März ausreichen, auch wenn es kälter wird.


    Schiebt man in einer solchen Situation ein Schied an den Bienensitz oder sogar eine Wabe in den Bienensitz hinein, passiert bez. Futter gar nichts; denn


    - kleine Völker in Holzbeuten (die schlechtesten Voraussetzungen) kommen z.B. beim Schieden auf 3 Waben bestens an Futter, das in diesen Waben eingelagert ist.

    - große Völker in Holzbeuten, die auf 5 - 6 Waben sitzen, futtern diese bis Ende April leer (ersetzen Futter durch Brut), können sich aber aufgrund von Warmphasen auch hinter dem Schied bedienen

    - Völker in Styropor Beuten können über die OT hinter das Schied gelangen und Futter umtragen.


    Warum so früh das Schied ?


    Es gibt der Königin den Raum vor, den sie gut beherrschen kann. Woher ich das weiß ? - Ich kenne die Brutsituation vom vorigen Jahr, wo das Brutnest z.B. auf 4 bis 6 Waben angelegt war (inkl. Drohnenbau); das bekommt die Königin auch im lfd. Jahr, mehr nicht. Das Brutnest bleibt so bis im Juli ohne Veränderung. Ein so angepasstes Brutnest kann von den Bienen gut und ausgiebig gewärmt werden, so dass sie bis zur Frühtracht (hier die Haupttracht) erstarkt sind, um zahlreich zu sammeln. Selbst in Kaltphasen wie im April, Mai vor zwei Jahren oder im April im letzten Jahr wurde das Brutgeschäft nicht zurückgefahren, solange genug Futter hinter dem Schied sitzt. Für mich ein Zeichen, dass der Bien das so beherrschen kann.


    Bei Jungköniginnen erlebt man bekanntlich Überraschungen. Diese stiften dann schon mal übermütig in noch vorhandene Futterwaben, z.B. Ende April / Anf. Mai hinter dem Schied. Das ist dann auch kein Problem, dann rutscht das Schied eben eine Wabe weiter, ich entnehme dann aber die meist pollengefüllte Randwabe auf der gegenüberliegenden Seite, in die bis dato noch keine Brut angelegt wurde.


    Mit dieser "Architektur" habe ich beste Erfahrungen gemacht - wenig bis gar keine Schwarmlust, und wenn, dann ist die lenkbar, gute Honigerträge - auch von kleinen Völkern und subjektiv vitale Bienen. Zudem hat ein optimal gewärmtes Brutnest den Vorteil, dass sich die Milben eher schlechter vermehren, weil die Verweilzeit der verdeckelten Brut relativ kurz ist.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Insofern halte ich diese Vorgehensweise

    Ich schreibe eigentlich selten wie ich was in meiner Imkerei mache

    für angebrachter. Bei mir hast Du Dich qualifiziert : für die Liste der blockierten

    Nutzer. Sehr gute Einrichtung das. Macht das Lesen des Forums sehr viel angenehmer.

    beeginners mind : Hast du ihn vielleicht falsch verstanden? Ich kann da jetzt auch nichts Negatives in dem Beitrag finden..

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Bernd, du setzt die Leerwaben im Honigraum genau in die Mitte . Wenn du das Schied gesetzt hast befinden sich deine Bienen aber zu einer Seite hin. Wenn du zuerst eine Futterwabe setzt dann eventuell 4 Waben und dann das Schied befindet sich das Nest ja eher rechts oder links in der Beute . Wäre es dann nicht sinnvoller die Leerwaben aus der Mitte rauszusetzen um diese dann mittig über das Brutnest zu setzten ?

  • Deshalb wird ja der Honigraum verdreht aufgesetzt.

    Also wenn man es kann, weil man in ner quadratischen Beute imkert. ;)

    Man halte sich an die reine Lehre. :saint:^^

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿