Dadant : Wann engt ihr das Brutnest ein?

  • Im Februar lässt sich erkennen, dass sie das Brutgeschäft aufnehmen indem sie nach oben isolieren, d.h., in einer Traube auf den OT zusammenrücken; auch die, welche vorher nicht in der Wintertraube saßen.

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    Ich bin mir aber sicher, dass gerade jetzt die Einengung für einen engen Sitz sorgt, der eine gute Wärmehaltung garantiert.

    Ich verstehe es nicht. Widerspricht sich das nicht? Wenn Bienen ihr Brutnest bzw. ihre Wintertraube selbst ausreichend isolieren - wovon man zumindest bei ausreichender Volksstärke ausgehen kann - dann benötigen sie doch keine Einengung o.a. Manipulationen, um das zu verändern? Die Einengung soll doch eigentlich dazu dienen, das Brutnest aus der Kugelform in längsovale Form zu bringen mit Kontakt zur künftigen HoR-Ebene? Diese geometrische Form bedeutet doch aber - nur unter dem Gesichtspunkt des Wärmeverlustes betrachtet - eine Verschlechterung (Abweichen von der Idealform der Kugel) - resp. mehr Wärmeverluste als ohne Einengung? Vielleicht deshalb die Betonung von wärmereflektierenden Isloationsschieden?


    Ich beobachte hier bei meinen Zander-Holzzargen (2 übereinander zur Überwinterung) diesselben Verhaltensweisen des Bien zur Eigenisolation wie Beemax mit dem Unterschied, daß die Bienen lieber im Strom der vom Brutnest aufsteigenden Restwärme Futter holen als auf den horizontal daneben hängenden (aber kälteren) FuW Waben. Mit Schied ist der Weg zum Futter m.E. noch länger (Umwege um das Schied herum) und kälter. Nach meinem Eindruck können sie bei Futtervorräten über Kopf

    auch Kondenswasser aus der aufsteigenden warmfeuchten Brutnestabluft nutzen und müssen weniger Wasserholerinnen ausschicken.

  • Wobei Guido Eich beim letzen Vortrag im Herbst letzten Jahres bei unseren IV ausgesagt hat, das es ein Irrglaube wäre, Bienen würden auf Kondenswasser stehen, da dies nahezu mineralfrei wäre und demzufolge wie destilliertes Wasser keinen Nutzen haben würde.

    Wie ich im Sommer oft feststellen kann, suchen sie lieber die "schmutzigsten" Stellen auf, um Wasser aufzunehmen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Da hat Guido Eich sicher recht. Aber jetzt, bei Frost, fliegt nicht einmal die heißeste Biene aus zum Wasserholen. Bei Flugverbot müssen sie daher auf entmineralisiertes Kondenswasser zurückgreifen, wenn sie Futter überhaupt aufnehmen wollen.

  • Das muß ich einfach so stehen lassen, da ich es wirklich nicht weiß. Ich könnte mir vorstellen das es evt gar nicht notwendig ist Wasser aufzunehmen, da ein größere Anzahl von Honigzellen rundsätzlich entdeckelt werden. Durch die hydroskopische Wirkung des Honigs nimmt er eh Luftfeuchtigkeit auf.

    So wie ich das verstanden habe, tragen die Bienen das so erschlossene Futter ins Zentrum um.

    So soll nach Hr. Eich auch der Bien größtenteils die Luftfeuchtigkeit in der Beute an sich regulieren.


    Zum Punkt Aufnahme von destilliertem Wasser möchte ich zu bedenken geben, daß auf Grund des osmotischen Druckes in Kombination mit Zellgeweben ein "Ausspülen" von Mineralien aus den Körperzellen im Verdauungstrakt stattfindet.

    Dies kann über Mangelerscheinungen bis zum Tode des Individuum führen.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

    Einmal editiert, zuletzt von d2dum ()

  • Da ich mir nach etwas Überlegung nicht mehr ganz sicher war und nicht mehr editieren konnte, vergesst das mit dem osmotischen Druck in halbdurchlässigen Membranen.

    Ich habe zu physiologischen Wirkung beim Menschen kurz etwas rausgesucht.

    https://www.perfektegesundheit…en-gesundheitsschaedlich/

    Dies sollte für Bienen ähnlich gelten.


    Liebe Grüße Bernd

    Pushen wir uns nicht an den Stöckchen dieser Welt, bewegen wir Baumstämme, auf denen wir stehen.

  • Ich verstehe es nicht. Widerspricht sich das nicht? Wenn Bienen ihr Brutnest bzw. ihre Wintertraube selbst ausreichend isolieren - wovon man zumindest bei ausreichender Volksstärke ausgehen kann - dann benötigen sie doch keine Einengung o.a.

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    Ich beobachte hier bei meinen Zander-Holzzargen (2 übereinander zur Überwinterung) diesselben Verhaltensweisen des Bien zur Eigenisolation wie Beemax mit dem Unterschied, daß die Bienen lieber im Strom der vom Brutnest aufsteigenden Restwärme Futter holen als auf den horizontal daneben hängenden (aber kälteren) FuW Waben. Mit Schied ist der Weg zum Futter m.E. noch länger (Umwege um das Schied herum) und kälter.

    Ich habe mir die Mühe gemacht, die ganze Diskussion von Beginn an zu lesen, um nicht alles wiederzukauen.


    Die Ziele zusammengefasst;


    1. Die Legekapazität der Königin abschätzen und das künftige BN in seiner Größe darauf anpassen. Das BN wächst in diese Vorgabe.


    2. Wärme im BN optimieren (Bienendichte unterstützen). Der Aspekt ist m.E. der Schwächste; die Bienen machen es ohnehin.


    3. Ein schnelleres Wachstum des Volkes und damit frühe Verfügbarkeit von Sammelbienen anstreben. Das ist insbesondere für Frühtracht, wie bei mir wichtig.


    4. Verbunden mit Pkt. 2 wird infolge des dicht gepackten Biens das BN entweder energetisch ökonomischer gewärmt oder es wird etwas wärmer sein als ein ovales BN, ausgedehnt über mehr Raum. Das wirkt der Varroaentwicklung entgegen.


    5. Die Architektur des BN vermeidet eine Ausbildung der Honigkappe im BR und damit Schwarmtendenzen. Zudem werden HR gut angenommen, wenn das Volk stark genug ist.


    Ein letzter Aspekt wird von Hrn. Binder gerne genannt: Die Pheromonkonz. ist im kompakten BN höher als in 2 Zargen und damit wiederum die Schwarmtendenz geringer.


    Aber alles kann variiert werden - der Bienen ist hochflexibel und richtig bzw. falsch ist relativ.


    Rainer

  • Finde die Diskussion hier hochinteressant, da ich bisher dachte, eingeengt wird erst im März...

    Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass jemand bei der aktuellen arktischen Kälte die Kisten aufmacht und einengt, oder irre ich mich da? Hab im Moment eher Sorge wg. Futterabriss, da wäre ein Schied ja eher kontraproduktiv....

  • Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass jemand bei der aktuellen arktischen Kälte die Kisten aufmacht und einengt

    Nee - jetzt auf keinen Fall! Der Bien leistet jetzt Schwerstarbeit...


    Hab im Moment eher Sorge wg. Futterabriss, da wäre ein Schied ja eher kontraproduktiv....

    Wo lagert das Futter z.B. im Kaltbau und wo sitzt der Bien ?

  • Hab im Moment eher Sorge wg. Futterabriss, da wäre ein Schied ja eher kontraproduktiv....

    Wo lagert das Futter z.B. im Kaltbau und wo sitzt der Bien ?

    Das war eher generell gemeint, hab vorletzte Woche als es halbwegs warm war mal reingeschaut, da waren die Trauben schön in der Mitte des Futters. Nur bei einem Volk hatte ich Sorgen, weil sie im Kaltbau sehr weit rechts sitzen und das Futter eher links, da hab ich aber Futterwaben ans Brutnest rangerückt. Und bei 2 Völkern mit nur noch 5 kg Futter in der Kiste hab Futterteig aufgelegt, sicher ist sicher...

  • Alles gut, ich wollte sagen, dass sie meist in Fluglochnähe einwintern und dann nach oben / hinten wandern. Da sollte ausreichend Futter vorhanden sein. Nun hast Du es ja abgesichert :daumen:

  • Ich versuch es nur besser zu verstehen, daher versuch ich mal meine Gedanken dazu hinzuschreiben.

    1. Ohne Schied nimmt sich die Königin doch auch den Platz den sie brauch. Sie wir nicht mehr legen als sie kann und auch nicht weniger.


    2. Da kommen wir zum Punkt Kugel vs. Oval. Mittig in der Beute vs. am "kalten" Rand. DEswegen dann vielleicht wieder zwei Wärmeschiede um diesen Nachteil auszugleichen?


    3. kommt nicht 3. auch wenn wir 1. und 2. nicht machen?


    4. Das ist ein Vorteil, wenn man sieht das mehr Bienen auf weniger Raum und damit dichter sitzen.


    5. Das virtuelle Brutnest hatte ich auch wunderschön ohne Schied nur mit Absperrgitter bei DNM 1,5.


    Oder ist das was ich beschreibe der Punkt zwischen pressen und einengen?


    Dürfte nen Bodenwärmebrett bei leichter Raumbegrenzung mehr bringen als sehr eng oder gar gepresst? Man hat eher die Kugel als ein Oval mit "kaltem Rand" (was ja auch längere Verdeckung -> mehr Zeit für Varroa), keine/weniger Zugluft (gibt Zugluft zwischen Bodengitter <-> Flugloch?) und lässt den Bienen Platz zum agieren.

  • Nennen wir es doch Binder-Schied. So wie Liebigbeute, man muß dem Marketing doch seinen Respekt zollen. Oder so.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Toll. Danke für die Marketingberatung!8)