Beuten nach einem Jahr im Freien

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    Ich halte es für durchaus realistisch, dass auch Paulownia-Holz verbaut wird. Das war auch mein erster Gedanke als die Beuten bei mir ankamen.
    Auf dem Bild oben eine Holtermann-Zarge, davor ein Stück Paulownia - ich hatte da selbst mal Zargen draus gebaut - und unten eine Zarge Weymouthskiefer vom Weber.


    Schön auch der Vergleich der Eckverbindungen:
    20170221_203941.jpg


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    Paulownia dunkelt/schimmelt sehr schnell, besonders, wenn es Spritzwasser ausgesetzt ist. Ein wenig hatte ich das mal versucht zu dokumentieren.
    Gerne reißen die Zargen aber mal...also so dolle ist es nicht geeignet und ich verwende es auch nicht mehr.


    Der Gewichtsunterschied beträgt etwa 520g bei ZaDant-Zargen, die die Holtermann Zargen leichter sind

    Einmal editiert, zuletzt von ChrisAusEssen () aus folgendem Grund: Fotos und Gewichte noch hinzugefügt

  • Hallo Blütenbiene,


    Holtermann vertreibt einiges aus Sibirischer Linde. Man sollte so etwas nicht kaufen. Ist mit das schlechteste Holz, für den Imker, das ich kenne.


    Gruß
    Ulrich


    Ich habe auch schon zwei Beuten gesehen, deren Holz so bezeichnet wurde. Sie waren sehr sauber gearbeitet (ich denke, das war ein Tischler, nicht über Holtermann) und schön leicht.


    Haben wir Fachkundige im Forum, die diese Holzbezeichnung erklären können - im Netz habe ich auf die Schnelle nichts gefunden, was schon verwundert. Ist das so ein Kunstname?

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Paulownia ist eine Artengruppe, die überwiegend in tropischen und subtropischen Gegenden wächst, (...) Das Holz ist eigentlich trotzdem sehr gut geeignet für Beuten, obwohl die Bäume schneller wachsen als alles, was es bei uns von Natur aus gibt.
    Aber es gibt bei Paulownia auch Holzvarianten, die ohne Anstrich im Außenbereich weggammeln.(...) Auf jeden Fall erklärt der Variantenreichtum dieser Holzart, dass man durchaus sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Beuten aus diesem Holz machen kann.


    Paulownia ist fast immer Paulownia tomentosa, kommt aus Ostasien, heißt in Japan Kiri und eignet sich fast perfekt für Schubladen. Verzieht sich und reißt nicht, ist leicht, leicht zu bearbeiten und man stellt in Japan traditionell die Kommoden daraus her, wo man wertvolle Kimonos drin aufbewahrt. Kiri-Dansk. Die stehen aber immer drinnen. Für draußen taugt das Holz null. Verfärbt sich immer und ist pilzanfällig und wenig haltbar. Paula-Holz ist immer gleich: zäh, hell, leicht, fast ohne Maserung.


    Haben wir Fachkundige im Forum, die diese Holzbezeichnung erklären können - im Netz habe ich auf die Schnelle nichts gefunden, was schon verwundert. Ist das so ein Kunstname?


    Sibirische Lärche klingt super. Klingt nach laaaangsam gewachsenem Holz, somit dichte Jahresringe, haltbar. Sibirische Linde klingt so ähnlich, und dann kommt so ein Material daher, was wie Schaum wächst und sich auch so anfühlt. Das ist gutes Marketing, mehr nicht. Betrug, wenn man mich fragen würde. Tut ja aber keiner. Kein Baum der Welt wächst so in einer so kurzen Vegetationszeit und unter solch rauen Bedingungen. Fragt Großvater.


    Zitat

    (...) dass man durchaus sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Beuten aus diesem Holz machen kann.


    Andersherum wird ein Schuh draus: bei Holtermann kann man 30 Teile kaufen die sind gut, dann bestellt man zehn nach und da der billigste Anbieter in den drei Wochen schon viermal gewechselt hat, bekommt man irgendwas anderes. Man weiß es also nicht, weder welches Holz, noch welche Qualität einen erwartet. Dafür isses günstig. Zumindest war das meine Erfahrung, aber vielleicht hatte ich da auch Pech.


    Der Besitzer der gezeigten Kisten hatte halt auch Pech. Sibirische Linde, so leicht, da stimmt nichtmals der Heizwert. Und wer hat hier schon Kimonos?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Holzbezeichnungen (botanisch) sind das eine, Holzhandelsnamen das andere und Marketing-Holznamen sowieso.
    Es ist leider in sehr vielen Fällen für Laien nicht möglich, vom (internationalen) Holzhandels-/Marketingnamen auf eine reale botanische Art zurückzuschließen, da diese Namen oft reiner Fantasie entspringen, um irgendein Image zu erzielen oder aus einem völlig anderen Sprachraum kommen.


    Was im angelsächsischen z.B. alles "cedar" genannt wird, hat vielfach nichts mit dem deutschen Begriff der "Zeder" zu tun.


    Sollte das Holz "Sibirische Linde" tatsächlich nicht von einer Lindenart aus dem fernen Osten sondern identisch mit dem Holz "Paulownia" sein, wäre das der nächstliegende Beweis, da Linden botanisch nunmal rein gar nix mit Blauglockenbäumen zu tun haben.



    rase:
    Ich hätte ja auch gesagt, dass so schnell wachsendes Holz draußen nie nix taugen kann. Aber es wird immer wieder beschreiben, dass Paulownia, einmal trocken, nicht mehr gut mit Wasser vollsaugt und daher formstabil bleibt. Wahrscheinlich ist das aber nicht gleichbedeutend mit "Verrottungsstabil" bei Dauerfeuchtigkeit.
    Das könnte den vermeintlichen Widerspruch aufklären. Demnach nur gut für Beuten, die nicht oft und lange feucht werden und immer wieder gut abtrocknen können, was aber wohl für jedes Holz besser ist.


    Habe jetzt mal gesucht und gerade den hier gefunden, der auch behauptet, dass Paulownia durchaus auch in feuchter Umgebung stabil bleibt. ABer wie gesagt, er meint vermutlich formstabil bei temporärer Benässung, nicht verrottungsstabil bei Dauernässe.


    Gruß
    hornet

  • Ich habe Mini Plus Böden vom Holtermann. Die gefallen mir gut, von der Bauart. Aber dieses Holz.....


    Kosten weniger als 10 Euro, jeder Boden ist anders gebaut, wie ein Mosaik. Patschwork mit Holzresten. Einzelanfertigung mit Taschenmesser und Sägeblatt. Nur die Bauoptik ist gleich. Vielleicht Indien.


    Die verrotten von innen.


    Ich hätte lieber 20 Euro bezahlt. Gibt es aber nicht.
    Deshalb habe ich danach die von Ligoma gekauft. Etwas über 20 Euro.


    Gruß
    Ulrich

  • Guten Morgen.

    Zitat

    Andersherum wird ein Schuh draus: bei Holtermann kann man 30 Teile kaufen die sind gut, dann bestellt man zehn nach und da der billigste Anbieter in den drei Wochen schon viermal gewechselt hat, bekommt man irgendwas anderes.


    Beste Grüße,
    Ralf


    Kann da nur Zustimmen habe ein Komplett-Set und einige einzelne Zargen bestellt. Nur wenige Wochen auseinander. Beide mit Leinöl behandelt. Das Set sieht fast so wie oben aus. Die einzelnen Zargen sehen fast neu aus. Aber nicht das hier jemand was falsches denkt [emoji4]


    Gruß aus dem Weserbergland
    Christian

  • Guten Morgen,
    ruft doch mal beim lieben Nils an und versucht den Sch... zu reklamieren, über die Antwort, solltet Ihr eine bekommen, werdet Ihr, gelinde gesagt, verwundert sein.
    Manchmal ist teuer gekauft nicht unbedingt besser!
    Einen sonnigen Tag

  • Was willst du reklamieren???
    Ist es kein Massivholz?


    Handlungstip:
    Pilzbefall im trockenen Zustand möglichst abschleifen und Beuten anschließend mit farbiger Lasur außen streichen. Bitte kein farbloses Öl, das reicht nicht bei dem Holz.
    Der Pilz ist nicht nur unschön, er zersetzt das Holz auch. Das dauert zwar meistens relativ lange, da die Beuten normalerweise immer wieder abtrocknen können.
    Das Anbrennen kann auch helfen, ist aber nicht jedermanns Sache, rein optisch. Da sollte man nur etwas aufpassen, dass die Lösung des Problems nicht zu endgültig ausfällt.
    Für eine möglichst große Abdeckung über den Beuten sorgen.

  • Guten Morgen,
    ruft doch mal beim lieben Nils an und versucht den Sch... zu reklamieren, über die Antwort, solltet Ihr eine bekommen, werdet Ihr, gelinde gesagt, verwundert sein.
    Manchmal ist teuer gekauft nicht unbedingt besser!
    Einen sonnigen Tag


    Aufgrund dieser Erfahrung letztes Jahr ist die Firma bei mir ziemlich unten durch ;) Solang alles gut läuft ist es ok, aber bei Problemen wird man allein gelassen und geblockt, es gibt andere, bessere Zargenhersteller.

  • Ja aber was sollen die nach einer Saison sagen? Vielleicht liegt der Grund für diesen (leichten) Schimmel auch am Anstrich oder der Verarbeitung der Farbe? Vielleicht ist die Farbschicht zu dick oder nicht passend vorbehandelt...


    Ich streiche meine Kisten auch nicht mehr und solche Verfärbungen sagen wirklich nichts über die Haltbarkeit! Das sind doch keine Möbelstücke!


    Gruß Jörg

  • Hallo Zusammen,


    ich wollte mich nochmal zu Wort melden. Die Zargen sind 2 Mal mit der Pigrol Lasur gestrichen. Die Oberflächen waren trocken und staubfrei und ich habe bei milden Temperaturen im letzten Mai gestrichen. Ich habe noch einen unbehandelten Schwarmfangkasten von Holtermann der trotz trockener Lagerung im Schuppen auch Schimmelbefall aufweist. Also scheint es wirklich am Holz zu liegen.



    Mfg Tobias

  • Warum könnte das nicht auch an der Farbe liegen?
    Gruß Jörg


    Habe mal gegurgelt: es werden 9 verschiedene Lasuren für außen und glaube 4 für innen angeboten. Offenporige und geschlossene. Welche war es davon?

    Einmal editiert, zuletzt von Jörg K. () aus folgendem Grund: Nachtrag