Standort Dachterasse - Nachbarn

  • Hallo zusammen,


    ich bekomme im April meine ersten beiden Völker, die ich auf meiner Dachterasse aufstellen will. Beuten und Ausrüstung sind schon vollständig, sodass eigentlich nur noch die Bienen fehlen :)


    Daher habe ich eine Frage bez. des Standorts:
    Ich habe eine relativ große Dachterasse (40 qm) mit Geländer nach Norden, Osten und Süden. Idealerweise würde ich die Bienen ja nach Süden ausfliegen lassen (wäre auch von der Einrichtung her ideal); allerdings ist das auch die Balkonseite, d.h. darunter haben auch andere Leute ihren Balkon. Zusätzlich haben ca. 5 m Luftlinie weiter rechts auch Leute ihre Terasse.


    Ich will auf keinen Fall, dass meine Nachbarn von den Bienen gestört werden. Daher meine Frage: Wie zielgenau "treffen" Bienen denn ihre Beute auf dem Heimflug? Kann es sein, dass sie 2m weiter unten auf dem Balkon landen oder 5 m weiter rechts? Kann es zu sonst. Belästigungen der Nachbarn durch die Bienen kommen?


    Danke schonmal und Lg,
    Sebastian

  • Hallo Sebastian,


    10-20 m in Ausflugsrichtung lassen die Bienen ihre toten und halbtoten Schwestern fallen. Wenn die direkt bei Nachbars auf den Balkon fallen und diese dort Barfuss laufen oder kleine Kinder haben, finden die das nicht lustig. Pingelige Nachbarn stören die rumliegenden Bienen auch. Man kann durch die Ausflugsrichtung schon einiges lenken.
    Mit den Honiggeschenken nicht sparsam sein, viel aufklären und 2 Jahre durchhalten, dann beruhigen sich die Nachbarn. Und zuHause sein, wenns schwärmt, damit man erklären kann, dass Schwarmbienen soooo friedlich sind.
    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Und selbst wenn das Flugloch nicht in Nachbars Richtung zeigt: befindet sich dahinter irgendwas verlockendes, fliegen die Bienen trotzdem durch oder drüber. Wenn die Nachbarn dann zB Wäsche zum Trocknen raushängen, kann das Ärger geben.


    Wie hoch Bienen bei Dachterassen steigen weiß ich leider nicht, am Boden kommen sie bei mir meistens so in 3m Höhe angeflogen, bevor sie dann runter zum Kasten gehen.


    Und dann natürlich noch die Frage wo die Bienen sich im Schwarmfall sammeln, das empfinden die meisten Leute wohl am bedrohlichsten.


  • mit Geländer nach Norden, Osten und Süden.


    Stell sie am besten an der Nord/Ost-Ecke mit Flugloch nach Osten direkt an das Geländer, sofern die Bienen dort durchfliegen können. Dann haben sie freie Flugbahn und keinen Balkon direkt darunter (wenn ich das richtig verstanden habe ist der schräg versetzt weiter südlich unter dir?). Falls an der Stelle doch ein Balkon ist müsstest du die Beuten etwas zurücksetzten und die Bienen mit einer kleinen Schilfmatte und evtl. noch gut bepflanzten Blumenkästen zwingen über die Brüstung etwas höher abzufliegen, damit der evtl. auch recht laute Flugverkehr nicht so dicht am Balkon darunter stört. Nach Süden (zur Nachbarterasse) würde ich vielleicht noch ein Rankegitter setzen und schön bepflanzen.


    Auf keinen Fall solltest du sie an die Südseite stellen, denn 5m Abstand zur Nachbarterasse heißt, die sitzen dann mitten in der Flugschneise...
    Voll beladene Bienen sind ziemlich zielstrebig auf Kurs, und stechen zwar nicht gleich, aber fliegen den Leuten auch einfach mal an den Kopf! Naja, und die gelben Pünktchen auf dem Boden, den Möbeln und der Wäsche(!)werden die auch nicht toll finden. Da hilft dann auch kein Honig mehr, also lieber von Anfang an alles dafür tun, das sie gar nicht erst verärgert werden.

  • 5 m nach Links/Rechts würden mir jetzt keine Worgen machen, das Treffen die Bienen schon.


    Wenn die 5 m allerdings gegenüber (also vorm Flugloch) sind dann wird das nichts.


    Nach unten ist auch nicht unkritisch, ich habe zwei Völker auf dem Balkon, die lieben es bis kurz vor das Haus zu fliegen (in va 4-5 m Höhe) und dann werden Kreise geflogen bis man auf der Richtigen höhe ist. Dabei wird auf dem Geländer unter mir schonmal Pause gemacht oder reingeflogen beim Kreisen.
    Meine Nachbarin nutzt ihren Balkon nicht wirklich da sie kaum laufen kann, da ich aber auch auf meinem Balkon ohne Schutz Sitzen kann oder auch Kaffe trinken kann sind mitlerweile alle bedenken weg.


    Wenn du die Situation aber Verhindern kannst indem du die andere Richtung nutzt, dann mach das.

  • Kann den schon genannten Tips nur zustimmen. Zusaetzlich auf Trinkgelegenheit in Beutennaehe achten, zB. Eine Wasserschale mit Torf und Moos. Und eine sehr friedliche Bienenrasse waehlen, sonst kann es in 20m Umkreis zu Angriffen kommen! Um Vorschwaerme besser zu kontrollieren, kann man der Koenigin einen Fluegel einkuerzen. Der Schwarm wuerde dann aber eventuell immer noch vom Dach `abstuerzen`, wenn die Kisten direkt an der Kante stehen. Zuletzt kann ich noch empfehlen, immer sauber zu arbeiten und keine Honigreste oder Waben zum Ausschlecken rumstehen zu lassen. Das fuehrt bei Futterknappheit dazu, dass die Bienen die gesamte Nachbarschaft genau absuchen und z.B. in Kippfenster reinfliegen.
    Viel Freude mit Deinen Bienen!
    Gruss, Jan

  • es gibt bei jeder Rasse wehrhafte Bienenvölker und bei jedem Bienenvolk eine Biene, die auf Kamikaze ist und den Imker "küsst". Bienenvölker, die bereits bei Betreten der Einflugschneise auf Verteidigungsmodus gehen, gehören nicht in Wohngebiete.

    Ich konnte fast 2 Jahre (unbemerkt vom Vermieter) auf meinem Balkon Bienen halten - die Nachbarn unter bzw über bemerkten es innerhalb von 2 bzw 6 Wochen, weil sich doch Jungbienen in den ersten Tagen verfliegen. Ein paar Gläser Honig erhöhten die Toleranzschwelle.


    Es waren Ableger mit ausgesuchten Weiseln- sehr wabenstetig auch beim Öffnen der Beute- für Badehosenimkerei geeignet. Die Balkone wurden normal weiter benutzt- auch zum Grillen. An meinem Balkon habe ich Schilfmatten - vor allem als Sichtschutz. Im 2.Jahr standen die beiden Völker mit 4 Zargen höher als der Sichtschutz und der untere Nachbar konnte jede Woche auf seinem Balkon ein Kehrblech toter Bienen zusammenfegen. Verflug und tote Bienen an Kippfenstern lassen sich nicht verhindern, auch Wespen bedienen sich gern an Bienenstöcken. Es sind immer Suchbienen nach Trachtquellen unterwegs.


    Wenn du Mieter bist, und die Nachbarn tolerant sind, versuche eine schriftliche Genehmigung von diesen und vom Vermieter zu bekommen. Wenn du annehmen must, diese nicht zu bekommen - weiter alternativen Standort suchen, damit man bei Abmahnung vorbereitet ist.
    Eine rechtliche Auseinandersetzung kostet und verliert man, wenn nach Mietrecht geurteilt wird! Als Eigentümer einer Wohnung mag es anders sein.


    Schwärme kann man nicht kontrollieren! Und Bienen bleiben Wildtiere. Man kann aber durch seine Betriebsweise zB angepasster Brutraum und regelmässige Kontrolle vorbeugen. Schwarmimkerei hat nichts im Wohngebiet zu suchen!


    Es ist gut für die Seele, morgens mit dem Summen der Bienen aufzuwachen und beim Morgenkaffee die Bienen beobachten zu können.


    Viel Spass mit den Bienen
    Gruß Fred

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von bienenfred () aus folgendem Grund: ,

  • Spätstens bei gepunkteten Balkonmöbeln und ständig versauter Wäsche hört bei vielen zu recht die Toleranz auf. So schön die Idee ist, such Dir einen anderen Platz.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hallo an alle,


    dass hört sich alles so an, als wäre es keine gute Idee. Aber es ist so schön mit den Bienen. Nicht den Mut verlieren.


    Sebastian, wenn Du die Bienen so aufstellst, dass die Nachbarn sie nicht gleich sehen, werden die meisten Nachbarn es vermutlich gar nicht bemerken. 2 Völker sind auch nicht so viel.
    Mein Balkon ist ähnlich groß und ich hatte letzten Sommer 10 Völker und einige Mini+ stehen. Wir nutzen den Balkon jeden Tag zum Kaffeetrinken und Lesen usw. Ich habe allerdings ca. 10 Meter Abstand von den Beuten zum Nachbargrundstück. Flugrichtung vom Nachbar weg.


    Ein alternativen Standort zu haben, wäre vermutlich eine gute Idee. Du brauchst auch Platz für Ableger. Jungimker bleiben meißt nicht bei 2 Völkern *grins* ;)


    LG Olivia

    Wiedereinsteigerin nach 20 Jahren. :Biene:

    DN 1,5 in Segeberger Beuten

  • Hallo Sebastian,
    wenn Du Ärger mit deinen Nachbarn haben willst, dann stell die Bienen auf die Dachterrasse, sonst versuche einen anderen Standort zu finden.
    Alle hier genannten Empfehlungen sind Wage, für Bienen gibt es keine von Menschen festgelegte Regel, sie müssen dann doch, oder so, Die Bienen haben da ihr eigenes System, welches hier jetzt, in deinem Fall, nicht voraus berechenbar ist.
    Ich möchte schon das Du mit den Bienen anfängst, sie werden Dir viel Spaß und Freude bringen, möchte aber nicht, das Du durch eine ungünstige Standortwahl gleich Ärger mit den Nächsten bekommst.
    Es müssen nicht alle Bienenvölker neuerdings auf den Dachterrassen untergebracht werden, auch wenn s zur Zeit so eine Modeerscheinung ist.


    Mit bestem Gruß Jürgen

  • Dachterrasse ist kein besonders guter Ort.
    Viele Punkte wurden ja schon genannt.
    Kannst du für Verschattung sorgen?
    Die Nachbarn könnten beim Frühstück auf dem Balkon besuch von den Bienen bekommen.
    Und Irgendwie schaffens auch immer wieder Bienen in die Wohnungen.
    Der Dreck der anfällt, die Verunreinigung von Wäsche usw. Schwärme machen vielen Menschen Angst.
    Ich hab bei mir am Hof in direkter Umgebung zum "Pausenbankerl" 20 Völker stehen. Zu 99,9 Prozent passiert nichts, aber ab und an kommts vor, dass mal ne Biene vorbeikommt und rumstänkert.
    Versuch übers Stadtbauamt einen Standplatz zu bekommen, die können da meist helfen :)

  • was noch gar nicht genannt wurde, obwohl höchst bedeutsam sein kann, wenn der Abstand nicht ausreicht, das ist der Lärm!


    Denn Bienen können sehr laut werden mit ihrem Gesummse, vor allem die Drohnen. Und die summen dann von Ende April bis Juli an jedem sonnig-warmen Tag ununterbrochen für viele Stunden, also genau dann, wenn wohl auch die Nachbarn auf dem Balkon sind!
    Das hört sich gut an, für Imker. Für andere kann es allmählich aber ganz schön lästig werden.


    Jedes Volk mehr und jeder Meter Abstand weniger bringen da signifikant mehr Probleme. Also lieber so wenig Völker wie möglich und so weit weg vom Nachbarn wie möglich.

  • Hallo,


    wie ich hier schon öfter geschrieben habe:


    Wir haben Bienen,


    zum einen im Vorgarten stehen, Gehweg 3m entfernt, Ausflug parallel hierzu,
    da gingen in der ersten Zeit Pasanten vorbei, die das erst Monate nach dem Aufstellen festgestellt haben das dort Bienen fliegen.
    keine Probleme



    zum Anderen auf der Rückseite des Hauses,
    Abflug in Richtung über eine Hecke zum südlicher Nachbar (auch ca. 3m) der seinen einzigen Zuweg genau da hat,
    5m östlich ist die Terrasse des anderen Nachbarn, ohne jeglichen Schutz (ein ca. 80cm hoher Zaun)


    auch keine Probleme.



    Alle direkt anliegenden Nachbarn (4 Grundstücke / 7 Parteien) erhalten zu Weihnachten ein Glas Honig.



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.