Bienenvölker gestorben

  • hallo liebe Imker,


    ich war vor zwei Tagen an meinem Bienenstand und habe festgestellt, dass meine beiden Völker leider gestorben sind. Diese wurden wie auch meine anderen Völker, an einem anderen Standort, erfolgreich ein gefüttert und behandelt.


    wie man auf den Bildern erkennen kann, hatten die Bienen noch Kontakt zum Futter. Dieses war auch noch reichlich vorhanden.


    könnt ihr euch erklären wie die Bienen gestorben sein könnten? Ich hoffe die Bilder sind gut zu erkennen.


    schöne Grüße und vielen Dank im Voraus für eure Meinungen.


    hannes





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  • Lieber hannes,


    sehen kann ich auf den Bildern


    - leere Zellen in denen tw. Bienen sitzen
    - leere Zellen ohne Bienenbesatz
    - Zellen mit kristallisiertem Futter
    - ein paar Zelldeckel, die seltsam aussehen - verschimmelt ?


    Was hast Du gefüttert - invertiert Sirup ?


    Könnte es sein, dass sie auf nicht verwertbaren, kristallinen Futter saßen ?


    Und - mal sagen wo das stattgefunden hat ...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo Hannes


    du hast da sehr schöne Bilder gezeigt, die meiner Meinung nach genau das aufzeigen was ich schon im Thread "Ein Volk ist tot" zum Teil zu erklären versucht habe. Es handelt sich hier um einen Varroaschaden, mit einer Schädigung durch OS. Fast so sahen auch meine Völker aus. Wie man auf den ersten Blick sieht, ist das Volk verhungert, aber warum, das Volk war vorher recht kräftig, hatte alle Waben aus denen Futter gezehrt wurde besetzt. Wurde dann aber durch die Varroa kleiner, es sind stehengebliebene Brutzellen zu sehen. Jetzt hat der Todeskampf begonnen, einzelne Bienen mussten jetzt von weiter entfernt Futter zum Bienensitz schaffen und sind dabei erstarrt, zusätzlich kommt wahrscheinlich noch die OS-Behandlung dazu oder es waren auch noch zu viele Altbienen im Volk. (siehe auch "Ein Volk ist tot")

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • hallo. vielen dank schon mal für die schnellen antworten.


    die beiden völker standen in der region bayerischer wald. sie hatten ende dezember noch gelebt und war noch sehr gut beinander.


    gefüttert habe ich mit api invert sirup.


    behandelt nach anleitung und orientierung an varroa wetter mit nassenheider verdunster.


    os-behandlung anfang/mitte dez.


    auf dem foto sieht man noch das glänzende api invert sirup das direkt im anschluss ans britney gehangen war. also hatte direkt kontakt zu den bienen.






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  • sorry. dreimal die gleichen bilder.


    wie kann dann die schädigung durch die OS Säure gehen? wenn genau nach anleitung angewendet?


    liegt das sterben dann vermutlich daran? möchte halt einfach den Fehle finden um ihn im neuen Jahr zu verhindern. echt schade um die schönen völker.





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  • Sind das erfrorene Varroa, die auf den Zellwänden obenauf sitzen?


    Das Volk ist vermutlich Anfang Januar gestorben. Futtersituation ist mangelhaft, freundlich ausgedrückt.
    Was ich nirgends sehe ist Pollen.


    Apiinvert? Ich habe gute Erfahrung mit Selberrühren.


    Einzargig einfüttern will gekonnt sein, probiere es mal zweizargig und dann fett.


    Behandelt, wie von allen Seiten empfohlen.


    Kopf hoch

  • Es handelt sich hier um einen Varroaschaden, mit einer Schädigung durch OS.


    Das ist eine steile These. Kein 'vermutlich' oder 'wahrscheinlich', sondern 'es handelt sich hier um'? Ich glaub das so nicht.


    Bienen werden meistens im Spätsommer umgebracht, unabhängig davon, wann sie dann tatsächlich die Grätsche machen. Das Volk war zu klein zum entscheidenden Zeitpunkt, warum weiß ich nicht: zu schwach eingewintert; zu wenig gesunde Winterbienen; Varroa; Störung durch Maus, Zweige oder was auch immer. Die Bienen sehen aus als seien sie kalt & nass geworden. Dazu zu wenig verfügbares Futter, entweder nicht erreich- oder nicht verwertbar. Die Waben sehen gelinde gesagt auch furchtbar aus. Ich glaube das es hier 'DIE' Ursache nicht gibt, das ist multifaktional. Schmelz das ganze Gelump ein und fertig.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Sie stecken in den Zellen.


    Wo sind die Bienen in der Wintertraube? Keine in den Zellen, nur in der Wabengasse?


    Zu den anderen:
    Ich sehe Pollen.
    Die Farbe der Waben ist normal nach einer Saison Brut. (Die Kotspritzer sind nicht normal) Viele Unansehnlichkeiten sind wahrscheinlich erst nach dem Tot eingetreten.
    Der Grund für den Tot liegt sicher schon weit vor dem endgültigen verscheiden. Ob Sommer oder Herbst möchte ich nicht drüber streiten. Das schöne große Volk liegt ja im Beutenboden. Das zu kleine Volk war der Grund für das finale Ende; vorher gab es noch einen Grund für die starke Dezimierung. Diesen kann ich nicht zweifelsfrei benennen.

    ..."ist mir noch nie passiert" sagte der erfahrene Imker, "aber..."

  • Hm, auch die Nahaufnahme der Wabe (Foto 2 in #1) zeigt es uns nicht zweifelsfrei: Sind die braunen "Tröpfchen" auf einigen Zellrändern im Bildviertel oben links nun Varroen, Kotspritzer oder Tröpchen von mineralstoffreichem, dunklen Honigtaueintrag des Herbstes? Gegen Kotspritzer spricht m.E., daß die Tröpfchen glänzen. Gegen Varroa spricht, daß diese üblicherweise auch als Leichen nicht auf Zellrändern sitzen.
    Mir fällt auf, daß viele Bienen kaum oder gar kein Haarkleid haben. Das könnte auf zuviel OX (Überdosierung) hindeuten oder es wurden zufällig überwiegend haarlose Rentnerinnen fotografiert.
    Eine genauere Diagnose wäre möglich, wenn man sich einen systematischen Überblick über alle (toten) Bienen oder zumindest über einen repräsentativen Querschnitt verschaffen könnte etwa durch das Legen eines "Soldatenfriedhofes", wie es Guido Eich empfiehlt:
    http://www.imkerverein-greven.…s-habe-ich-falsch-gemacht
    Den Verdacht auf einen Varroaschaden kann man mit weniger aufwändigen (aber dafür unsicheren) Untersuchungschritten vorprüfen: z.B. genaue Untersuchung (mit Lupe) der stehengebliebenen verdeckelten Brutzellen auf Varroabefall/-kot, Auswaschen einer repräsentativen Bienenprobe. Foto 6 in #1 scheint mir verhungerte Heizerbienen zu zeigen, die mit letzter Kraft noch die wenigen Brutzellen gewärmt haben.
    Daraus würde ich die Vermutung ableiten, daß offenbar noch bis zuletzt gegen eine ungesunde Bevölkerungsstruktur angebrütet wurde = i.V.m. den vielen haarlosen Bienen ist das weiterer Hinweis auf einen Varroaschaden bereits im Spätsommer/Herbst (unzureichende Lebenserwartung der Winterbienen durch Vorschäden).

  • Die Waben sehen gelinde gesagt auch furchtbar aus.


    Was genau ist so furchtbar?
    - Uralt sind die Waben nicht (geschätzt: 2 ... 4 Brutsätze) und es gibt helle, unbebrütete Bereiche - die Waben könnten glatt aus einer späten TBE stammen. Mglw. sind sie auch so wenig bebrütet worden, weil die AS-Behandung für einen späten und massiven Brutstop gesorgt hatte - wir wissen es nicht.
    - Die ausgefransten Zellränder hat das sterbende Volk nicht mehr säubern und ausbessern können - dafür Priorität gesetzt zum Heizen der Brutbereiche und zum eiligen Herbeischaffen von Heizmaterial/Futter. Solche Prioritätensetzung ist m.E. normal, wenn die Belegschaft zu klein oder zu schwach oder siech ist - m.E. kein zusätzliches Indiz also. Im Sommer/Herbst wäre das ein deutliches Zeichen für Räuberei - aber jetzt, wo kein Flugwetter herrscht?
    - War das Volk schon im Herbst zu schwach? Dazu müßte man die übrigen Waben, die Anzahl der Toten sehen und die Geschichte der Waben und der AS-Behandlung kennen.

  • ... Futtersituation ist mangelhaft, freundlich ausgedrückt...
    Einzargig einfüttern will gekonnt sein, probiere es mal zweizargig und dann fett.


    Das verstehe ich nicht: Offenes Futter direkt neben den letzten Bienen. Wachsbrücken auf den OT (v.a. Foto 1 in #1) scheinen mir zudem auf eine zweite (Futter-)zarge hinzudeuten.

  • So ähnlich sah das bei einem meiner Ableger auch aus. Die Traube war zu klein, die sind nicht ne Wabe weiter gerückt. Dann kam noch ne kalte Nacht mit -14°C. Das haben die nicht gepackt, sind verhungert und erfroren.