Bienenvölker gestorben

  • Wachsbrücken auf den OT (v.a. Foto 1 in #1) scheinen mir zudem auf eine zweite (Futter-)zarge hinzudeuten.


    Die Wachsbrücken sind ganz glatt am oberen Rand. So sehen sie bei mir auch aus. Bei mir liegt eine Abdeckfolie oben drauf. Zur Ursache kann ich nicht viel mehr beitragen.


    Schön wäre es, wenn zeno_g sich zu den offenen Fragen melden würde. War ja schließlich gestern abend hier online!

  • Hallo,


    leider habe ich auch ähnliche Fälle, bei denen ich keine genaue Diagnosen stellen kann. Sicher ist, vermutlich auch hier, dass im frühen Winter das Volk zu schwach war, obwohl es im Herbst noch ganz gut aussah. Der harte Frost über ein paar Tage hat dann die Sache beendet.


    Ich stelle mir die Frage: Was mache ich, wenn ich bei der Winterbehandlung feststelle, das ein Volk zwar noch lebt, aber wenig Chancen hat, weil es zu klein wurde? Würdet Ihr im Winter Völker zusammenlegen und wenn ja, mit welcher Methode?


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Was mache ich, wenn ich bei der Winterbehandlung feststelle, das ein Volk zwar noch lebt, aber wenig Chancen hat, weil es zu klein wurde? Würdet Ihr im Winter Völker zusammenlegen und wenn ja, mit welcher Methode?


    Lieber Gerhard,


    zu Deinen Fragen und damit hier keine Mißverständnisse enstehen:


    1. ab sofort die Völker ab Mittsommerwende besser beobachten, Varroose u.a. Probleme bei der Winterbienenaufzucht eher erkennen und konsequenter abstellen.


    2. als Bußübung (mit Erziehungseffekt, so etwas künftig zu vermeiden) und Notmaßnahme, wenn der Imker doch etwas übersah: Das Zusammenlegen im Winter bringt nicht viel ein, weil die Wintertraube selbst sehr gut ihre Wärmeabstrahlung nach außen reduziert. Ab und zu heizt sie sich auf, um Futter herbeizuschaffen. Dann können aufgesetzte oder mit Trennschied im Ablegerkasten danebengesetzte Volkseinheiten profitieren. Ich habe schon Reserveköniginnen mit je drei bienenbesetzten FuW so überwintert - es ist und bleibt ein Krampf, weil man öfters Futter nachhängen und dazu Bienen von mindestens einer leeren Wabe entfernen muß. Die Trauben solcher Einheiten formieren sich gern zu Halbkugeln mit dem Trennschied in der Mitte. Dazu nutzen sie allerdings die Herbstzeit - ob das im Dezember noch funktioniert bzw. soviel nützt, daß es die Bienen überleben läßt, weiß ich nicht. Andere bußübende Notlösungen findest Du sicher selbst heraus, ich habe da keine eigenen Erfahrungen.
    Im vorigen Herbst habe ich eine Reservekö. mit ihrer Pflegemannschaft (3 ZanderW) + 7 FuW versuchsweise über ASG einem reichlich eingefütterten 2-zargigen Wirtschaftsvolk aufgesetzt. Beide Einheiten stehen jetzt vergleichsweise gut da. Sie waren allerdings beide bereits am 21.7. von Varroa saniert (TBE) und wurden in der Folgezeit bis Dezember engmaschig überwacht, um bspw. Reinvasion mit Varroa rechtzeitig zu erkennen.


    Mit imkerlichen Grüßen - Gottfried

  • Ich bin ja zum Glück nicht vom Dreckswachs betroffen (hab aber wohl Serdox auf den Mittelwänden) und kenne daher nur Bilder aus dem Netz.


    Ich frage mich nur, warum die Mehrheit bei solchen Bildern und Beschreibungen das Wachs nicht zumindest mal in Erwägung zieht?


    40 Tonnen Wachs und mehr, Leute. Das sind 40000 kg; das sind vierhundert- bis achthunderttausend Mittelwände, je nach Maß, also zwanzig- bis sechzigtausend oder mehr betroffene Völker oder so.
    Und es wird nicht mal in Erwägung gezogen?


    Was sagen denn die wissentlich Betroffenen zu den Bildern? McFly z.B.? Können so nicht auch durch das Dreckswachs vernichtete Völker aussehen?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Ich frage mich nur, warum die Mehrheit bei solchen Bildern und Beschreibungen das Wachs nicht zumindest mal in Erwägung zieht?


    Weil es ganz klar bebrütete Areale gibt, das ehemalige Brutnest ist doch gut zu erkennen. Auf den gezeigten Waben sind einige kompakte Brutsätze geschlüpft.


    Das ist jetzt echt mal kein Wachsschaden. Und das jetzt jeder Todesfall zum Wachsproblem deklariert wird, hilft den Biene auch nicht wirklich.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Weil es ganz klar bebrütete Areale gibt, das ehemalige Brutnest ist doch gut zu erkennen. Auf den gezeigten Waben sind einige kompakte Brutsätze geschlüpft.


    Das sagt doch erstmal gar nichts aus, wenn das Zeug auch Völker zu Grunde gerichtet hat, bei denen es nur im Honigraum eingesetzt war.


    Und wir haben ja auch längst nicht alle Waben gesehen. Ein paar Waben weiter könnte es im Brutraum ja auch ganz anders aus sehen.


    Zitat

    Und dass jetzt jeder Todesfall zum Wachsproblem deklariert wird, hilft den Bienen auch nicht wirklich.


    Aber nicht mal in dieses Richtung zu schauen auch nicht. Das wollte ich mit der großen Zahl an betroffenen Völkern verdeutlichen.


    Deshalb ja auch die Bitte, dass die vom Dreckswachs Betroffenen sich mal dazu äußern.


    Vielleicht kann ja auch der Threaderöffner zur Aufklärung beitragen, indem er mal kurz schreibt, welches Wachs wo eingesetzt wurde.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hallo miteinander,


    sollte ich es noch nicht erwähnt haben. Bei den beiden Völkern handelte es sich um Ableger vom Jahr 2016. Diese wurden einzargig gehalten. Die Ableger besetzten zum Zeitpunkt der Einfütterung im September 8-9 Waben. Auch zum Zeitpunkt der Oxalsäure-Behandlung im Dez. waren sie noch relativ stark. Wieviele Waben sie hier besetzten kann ich nicht mehr genau sagen aber optisch waren es schöne starke Völker wenn ich sie mit den Völkern auf dem anderen Standort vergleiche. Hier leben noch alle 4 eingewinterten Völker.


    Nun zu den offenen Fragen:


    "Sind das erfrorene Varroa, die auf den Zellwänden obenauf sitzen?"
    "Hm, auch die Nahaufnahme der Wabe (Foto 2 in #1) zeigt es uns nicht zweifelsfrei: Sind die braunen "Tröpfchen" auf einigen Zellrändern im Bildviertel oben links
    nun Varroen, Kotspritzer oder Tröpchen von mineralstoffreichem, dunklen Honigtaueintrag des Herbstes?"


    Die Tröpfchen habe ich draussen vor Ort auch gesehen. Sie kamen mir auch komisch vor. Es war aber meiner Meinung nach bräunliches Wasser. Also Wassertröpfchen. Varroa sicher nicht. Auch keine Kotspritzer. Die Tröpfchen waren auch nur an vereinzelten Waben zu sehen.




    "Die Bienen sehen aus als seien sie kalt & nass geworden"


    Ja für mich machte es auch den Eindruck, als seien sie nass geworden. Dies kann aber egtl. nicht sein. Deckel und Blechdeckel waren immer oben.
    Als es aber Anfang Januar so stark zu schneien begann, war das Flugloch und der Boden unter der Schneedecke. Es ragten noch 2/3 des Kastens heraus. Mit den Händen habe ich dann vorsichtig den Schnee vom Flugloch entfernt. Handelt sich aber um Holzkästen mit Ritzen usw. Also erstickt können sie auch nicht sein.




    "Wo sind die Bienen in der Wintertraube? Keine in den Zellen, nur in der Wabengasse?"


    Die Bienen der Wintertraube sitzen zum Großteil auf den Waben. Nicht in den Zellen. Der Boden des Kastens ist jedoch mit einer "dicken" Schicht toter Bienen bedeckt.




    "War das Volk schon im Herbst zu schwach?"


    Wie bereits oben beschrieben waren es zwei starke Ableger mit neuer Königin, welche fleißig legte und meiner Erfahrung nach alles gepasst hat.




    "Offenes Futter direkt neben den letzten Bienen. Wachsbrücken auf den OT (v.a. Foto 1 in #1) scheinen mir zudem auf eine zweite (Futter-)zarge hinzudeuten."


    Beide Ableger wurden einzargig gehalten und auch einzargig mittels Fütterer (Futteraufsatz) eingefüttert.



    "Vielleicht kann ja auch der Threaderöffner zur Aufklärung beitragen, indem er mal kurz schreibt, welches Wachs wo eingesetzt wurde."


    Das Wachs bzw. die Mittelwände kaufe ich beim örtlichen Händler. Ich liefere mein Wachs an, bekomme dann dieses gut geschrieben und muss für die Umarbeitung zahlen. Wachs erhalte ich aber nicht mein eigenes zurück. Dies mache ich schon seit 8 Jahren. Bisher keine Probleme. Auch die anderen noch lebenden Völker haben die selben Mittelwände erhalten.



    Habt ihr noch Fragen bzw. kann ich noch was machen, was euch weiter hilft?


    Grüße und schon mal vielen Dank für eure Beiträge!!

  • Hallo Zeno


    Gerade vom Wort "Ableger" soll man sich nicht blenden lassen.
    Die gehen oft mit vielen Altbienen in den Herbst. Gerade weil sie keine Tracht zu verarbeiten hatten und brüten, was das Zeug hält.
    Wenn irgendwann die Altbienen natürlicherweise abgehen, bleibt die ganze Arbeit an den Jungen hängen.
    Das kann dann schon mal zu viel werden.
    Tote Bienen im Winter sehen übrigens öfter mal "nass" aus. Sind die auch, weil sie sich nicht mehr säubern und weil die Luftfeuchte in die Kiste schlägt. Daher sind tote Völker im Frühling ja auch meist schimmelig.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Hallo,


    diese (Varroa)-Punkte sind kleine dünnflüssige Futtertröpfchen. Auf dem geöffneten Futter sammelt sich Feuchtigkeit aus der umgebenen Luft. Das Futter ist hygroskopisch. Das ist eine ganz dünnflüssige Plörre.
    Zuviel Futter entdeckelt, nicht genug Bienen um es zu Pflegen, abzunehmen und warm zu halten. Eventuell geschlossener Boden, dadurch kein Luftaustausch. Also sehr hohe Luftfeuchtigkeit in der Beute.


    Alles ausgelöst durch zu wenig Bienen in der Kiste. D. h. , irgendwann war die Bienendichte in der Beute so gering, daß es zu diesen Symptomen kam.


    Gruß
    Ulrich

  • Den Verdacht auf einen Varroaschaden kann man mit weniger aufwändigen (aber dafür unsicheren) Untersuchungschritten vorprüfen: z.B. genaue Untersuchung (mit Lupe) der stehengebliebenen verdeckelten Brutzellen auf Varroabefall/-kot, Auswaschen einer repräsentativen Bienenprobe. Foto 6 in #1 scheint mir verhungerte Heizerbienen zu zeigen, die mit letzter Kraft noch die wenigen Brutzellen gewärmt haben.
    Daraus würde ich die Vermutung ableiten, daß offenbar noch bis zuletzt gegen eine ungesunde Bevölkerungsstruktur angebrütet wurde = i.V.m. den vielen haarlosen Bienen ist das weiterer Hinweis auf einen Varroaschaden bereits im Spätsommer/Herbst (unzureichende Lebenserwartung der Winterbienen durch Vorschäden).


    Genau das ist die Ursache für den Verlust und so sehe ich das auch. Es mögen hier und da noch andere Faktoren eine geringfügige Rolle gespielt haben, aber daran wäre das Volk nicht eingegangen. Ich möchte nur nochmal darauf hinweisen, das die großen Schädigungen durch Wachs, doch schon im Sommer aufgetreten sind, ich sehe das entsprechende Video genau vor mir. Noch ein Gedanke, liegt der Boden voller Bienen, dann waren zu viele Altbienen im Volk, ist die Kiste kahl geflogen war die Struktur im Volk noch in Ordnung. In beiden Fällen keine gesunden Jungbienen mehr durch die Varroamilbe.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)