Untersuchung bei Abwanderung

  • Ich kann mich an kein konkretes Ereignis erinnern. Das Amt hat vor zwei Jahren angefangen Sanierungen und Völkerkontrollen selbst durchzuführen und dabei einen Eindruck bei den Imkern hinterlassen, der mit "Gewißheit über Ahnungslosigkeit" zu beschreiben ist. Die Imker ignorieren den Amtsveterinär und vermeiden den Kontakt, denn es kam vor, daß bei "Besuchen" der Imkerei, Fragen zu den Hühnern und Pferden gestellt wurden. Das Amt verhängte Bußgelder und erteilte Auflagen, die im Einzelfall nur Unverständnis auslösten und erhob für jeden Chays Gebühren, wie für die Rückgabe eines Seuchenfreiheitsscheines.


    Auch durfte ein Wanderimker, der mit seinen Völkern neben einen Sperrbezirk gewandert war dort erst nicht und später erst nach einer manuellen Durchsicht aller Waben abwandern. Oder bei einem Imker wurde die Vernichtung von Wachs angeordnet, weil es im Veterinärbezirk keine Seuchenwachsverarbeiter gäbe. Leider weicht das Amt nie von einer Position zurück, wie fachlich oder juristisch falsch sie auch sein sollte. Selbst wenn das Friedrich-Löffler-Institut bestätigt, daß eine Negativkontrolle auf Tropilealaps unmöglich ist, ist eine Untersuchung darauf jetzt max. 10 Tage vorm Abwandern im Landkreis vorgeschrieben. Es soll nach einer Milbe gesucht werden, die hier nicht ist und die dort wo sie ist, neben der Varroa nur in der Behandlung gefunden wetden kann. Dennoch ist das jetzt Vorschrift hier.


    Statt im Landkreis AFB-Monitoring zu fördern, werden jetzt Belegstellen und Wanderimker gegängelt und behindert, die nun wirklich das größte Eigeninteresse an gesunden Völkern und gesunder Wanderumgenung haben.


    Überleg nur mal, der Wanderimker aus dem Nachbarkreis wird bis zum Untersuchungsende festgehalten, obwohl er am selben Rapsfeld steht, wie der innerkreislichen Wanderimker und die Standimker. Der innerkreisliche Wanderimker wandert anschließen 40 km im Kreis ab und der Imker aus der Stadt Leipzig kein 10km aber über die Kreisgrenze und der Standimker - der noch nie untersucht - wurde, bleibt wo er ist. Solchen Unsinn, kann auch der weniger im Stoff stehende Imker als Unsinn erkennen. Und das belastet dann die Kommunikation, weil eine Seite mit Macht Unsinn durchsetzt und keinen Schritt zurück geht - aus Gründen der Gesichts- und Authoritätswahrung.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Guten Abend,

    das ist wahrhaftig etwas seltsam.

    Aber das lösen wir nicht hier, das geht nur vor Ort, einher gehend mit dem Bohren ganz dicker Bretter. Sprich: wieder gegenseitig Vertrauen aufbauen usw.

    Ich weiss, ich bin nicht betroffen.

    Ach so:

    Habe mal nachgesehen, seit 2016 kontrolliere ich ebenfalls klinisch auf Tropileaps und Small Hive Beetle. So stehts jedenfalls auf unseren Gesundheitszeugnissen. Hihi.

    Ist ja nicht gelogen, ich habe noch nie sowas gesehen in einer Beute. Aber genauso könnte ich klinisch nach e.coli suchen oder treponama pallidum. Würde ich auch nichts finden.

  • Weil Du weißt, daß Du nichts finden kannst, wo nichts ist, mit einer Methode, die nichts finden würde, selbst wenn da was wäre (beide Parasiten sind daher immer ans Referenzlabor zu schicken, zur Bestimmung) fällt es Dir leicht, zu bestätigen, daß Du nichts gefunden hast.


    Mir fällt das schwer.


    Ich kann eine eben geschlüpfte Wachsmottenlarve nicht von einer gerade geschlüpften Beutenkäferlarve unterscheiden. Auch keine Tropilelaps geschädigte Biene von einem Varroaopfer. Sollte ich sie bewußt übersehen ist die Kontrolle sinnlos, übersehe ich sie nicht, bricht der Wahnsinn aus. Siehe Leitlinie.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,


    diese Unterscheidung sollte aber möglich sein, die Raupe hat Bauchbeine, was eine Käferlarve nicht haben sollte. Als Kleinschmetterlingsraupe sollte sie überdies einen Vorwärts- und einen Rückwärtsgang haben. Sie legt ein Gespinst an, in dem sie wohnt. Die Käferlarve hat, wenn überhaupt welche, vorne an der Brust 3 Paar. Grundsätzlich. Für die vom kleinen Beutenkäfer trifft der Grundsatz zu. Außerdem ganz hinten Nachschieber.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • diese Unterscheidung sollte aber möglich sein

    jup - trau ich dem Henry auch noch grade zu.

    Einfachstes Erkennungsmerkmal zur Unterscheidung zwischen kleinem Beutenkäfer und Wachsmotte, ist nach Vortrag von Andreas Platzer auf dem letzten Apisticus Tag, wohl folgendes:


    Man lege eine Raupe/Larve auf die Hand und drehe die Hand, dass die Larve nach unten zeigt.

    Bleibt sie kleben, ist es der kleine Beutenkäfer. Fällt sie herunter - eine Wachsmotte.


    Gruß

    Ludger

  • Eine eben geschlüpfte Wachsmottenlarve paßte gerade noch in ein Wachsmottenei. Eine Eben geschlüpfte Käferlarve entstammt einem Käferei. Das Käferei ist kleiner als das einer Honigbiene. Ich kann bei einer klinischen Untersuchung nie und nimmer ausschließen und ein "frei von" unterschreiben, weil ich so kleine Tiere womöglich nicht mal sehen, geschweige denn differenzieren kann. Weil andere das auch nicht können, macht die abschließende Aussage nur das Referenzlabor: alles nachzulesen in der Leitlinie Hier


    wörtlich darin:

    Adulte Kleine Beutenkäfer verstecken sich im Bienenvolk bevorzugt in engen Ritzen und Spalten und zeigen ein sehr lichtscheues Verhalten. Aufgrund dieser Eigenschaften wird ein Anfangsbefall in normal starken Bienenvölkern sehr leicht übersehen.


    Der Verdacht eines Befalls liegt vor, sobald Larven oder adulte Käfer, die den morphologischen Bestimmungsmerkmalen von Kleinen Beutenkäfern nahe oder gleichkommen, im Bienenstock, am Bienenstand oder im imkerlichen Betrieb (z.B. Lagerraum, Schleuderraum) aufgefunden werden.


    Der Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer (Aethina tumida) ist dann amtlich festzustellen, wenn die entnommenen Proben durch das Nationale Referenzlabor als Aethina tumida identifiziert wurden


    Und noch verrückter wäre es bei der Tropilaelaps.


    Auch nach dem Beschluß der Vertreter des Landesverbandes hat der Spuk noch kein Ende. Ich kenne bislang keinen Imker im LK-L der dieses Jahr bereits eine Seuchenfreiheitsbescheinigung erhalten hätte. Wenn es den gibt, möge er bitte aufzeigen.



    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Maximale Unterstützung aller Imker, die von Entscheidungen oder Verschleppungen des LÜVA Leipzig Land betroffen sind. Hilfe durch die Obmänner für Bienengesundheit und den Rechtsobmann. Und die tun schon was aktuell, brauchen aber jeden möglichen und vor Allem konkreten Angriffspunkt, also sowas wie Warte- und Bearbeitungszeiten, Ablehnungen, Kostenbescheide ... Leider spielt das Amt jedoch auf Zeit oder mit der Zeit der Imker und antwortet gern mal telefonisch, um wenig später schriftlich das Telefongespräch nachzuprotokollieren oder lädt Imker - auf deren kosten - nach Borna ein, um dort ganz genau das zu vertreten, was man bis letzten Sonntag im Netz auch nachlesen konnte (dann war's plötzlich weg ;))


    Beschlußvorlage:

    Wir bitten den LVSI auf dem Wege des Antrages um:

    •Kostenübernahme/Auslage in Rechtsstreit und Eilverfahren

    •Beistand durch Obmann für Bienengesundheit

    •Verfahrensführung durch Rechtsobmann

    •anschließende Schadenersatzverfahren


    Beschlossen wurde:

    Die Imker, die von Entscheidungen des Veterinäramtes des Landkreises Leipzig betroffen sind, sollen umfassende Hilfe vom LVSI erhalten!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Henry () aus folgendem Grund: Prädikat am Ende.

  • Moin Henry,


    sicher sind frisch geschlüpfte Larven klein, wenn auch erstaunlich groß, in Relation zu dem Ei, in dass sie gepasst hatten, aber Du unterschreibst doch eigentlich, im Kern, immer, dass Du keine klinischen Symptome gefunden hast, nicht, dass am Stand keine Spore war? Und das Labor bestätigt die Sporenfreiheit der untersuchten Probe, eigentlich: Dass in der bebrüteten Petrischale keine gekeimt habe, in der fraglichen Zeit.Wenn das auf den Beweis der Nichtexistenz hinausläuft, den man erbringen soll: Ja, wie denn? Man kann doch immer nur sagen, dass man nichts festgestellt hat, nie, dass nichts sei...?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Bitte analysiert mal die Stichprobenanforderung, die folgendermaßen formuliert ist:


    1. weniger als 10 Völker: alle untersuchungspflichtig

    2. 10 bis 50 Völker: 10 bis 25 Völker untersuchungspflichtig

    3. mehr als 50 Völker: mindestens 25 Völker bis maximal 20% der Völker untersuchungspflichtig


    und sagt mir, bitte wieviele Völker zu untersuchen sind für die Zahlen 25, 50, 75 und 130 und die Zeit, die Ihr gebraucht habt, das zu ermitteln.


    Beispiel für 60 Völker:

    = mehr als 50 --> min. 25, aber max. 20% = 12 in 28 Sekunden oder doch 25, ich grübel noch ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,

    ich versuche es mal:

    25 : Fällt unter die 10 bis 50 Völker - d.h. mindestens 10, maximal 25 Völker werden untersucht. Wenn man das als "jedes 2te. liest" wären das so. 12-15. Stück - Aber die Regel gibt sowohl 10, als auch 25 her.

    50 : Fällt genauso unter 10 bis 50 Völker - Da würde ich erwarten, dass der Maximalsatz also 25 Völker untersucht werden, aber auch 10 wären noch möglich.


    Bei den nächsten Zahlenbeispielen wird es weniger willkürlich:

    75 : > 50, mindestens 25 Völker, weil 20% wären 12 Völker also kommt der Mindestsatz von 25 zum tragen.

    130: > 50, mindestens 25 Völker, max. 20% (bei 130 Stück sind das 26) also 26.


    Danach wirds einfacher, weil dann gelten die (maximal) 20%.


    Gruß

    Ludger

  • Ups, jetzt aber:


    Zwischen 10 und 50 Völker:


    Jedes Volk über 10 mit 0.375 multipizieren und 10 dazu rechnen:


    10 = 10 plus 0 x 0,375 = 10

    20 = 10 plus 10 x 0,375 = 13,75

    30 = 10 plus 20 x 0,375 = 17,5

    40 = 10 plus 30 x 0,375 = 21,25

    50 = 10 plus 40 x 0,375 = 25