Über den Preis verkaufen?

  • Glas für 3.50€? Also 7€ / kg. Da würde ich lieber lose im Eimer für 5.50 Verkaufen. Alleine die zwei Gläser mit Etikett und Reinigung kosten doch schon fast 1.50€. Eimer muss ich auch nicht rühren, 10 kg für mich und als Geschenk behalten der Rest wird ab Schleuder verkauft.


    So als Tipp, wenn man sein Produkt richtig bewirbt, dann bekommt man auch den entsprechenden Preis. Bei mir z.B. gibt es fast keine Sommertracht, darum nutze ich den Sommer eher zur Zucht und Vermehrung. Den Honig lasse ich als Wabenhonig in Halbzargen einlagern. Der Bringt immerhin 25€/kg und ist auch so schnell weg (und macht wahrlich keine Arbeit).

  • Zu den Honigpreisen sind hier ja schon (vernünftige) Preise als Beispiel gefallen.


    Im Thema geht es aber eigentlich um Königinnen, was wären denn da für euch ein "gerechter" Preis?


    Also deutsche Herkunft, erfahrener Züchter (F1, bzw. Belegstellenbegattet)?


    Das kommt ganz drauf an für eine F1 halte ich Preise zwischen 25 und 50€ für gerechtfertigt.
    Dabei sind 25€ Königinnen aus der Basiszucht oder Vermehrung aus Inselkönigninnen. Hier gibt es durchaus gute Königinnen.
    35-50€ wäre eine Königin die aus einer Insel oder Künstlich begatteten Mutter gezogen wurde und nicht nur eine solche Königin am Stand ist sondern aus mehreren Ausgewählt wurde.
    Dabei kommt es dann ganz auf die Leistungsdaten und Umstände an, was liefert der Züchter mit.


    Dazu kommt dann noch das eine Königin die im 4-Waben Ableger oder M+ zweizarger begattet wurde durchaus ein paar Euro mehr kosten darf (also eher die 50€ haben darf), als ein EWK, MWK. Ein einzargiges M+ ist gutes mittelmaß.


    Belegstelle würde ich ab 60€ für eine Landbelegstelle ansetzen und Inselbelegstelle ab 80€. Wobei 100€ wäre Königin gezeichnet, Körperlich Einwandfrei 6 Wochen zurück von der Belegstelle.


    Eine vorgeprüfte Inselkönigin (gutes Legeleistung, Einheitliches Volksbild, Volk sammelt gut, über min 2 Monate beobachtet) wäre ab ca 150 € zu vertreten. Wenn sie über eine ganze Saison geprüft ist wären auch 200-300 € gut zu verkraften. Dafür müsste sie aber auch in der zweiten Mai hälfte begattet werden und dann in einen starken Ableger oder KS eigeweiselt werden und sich in der Saison noch beweisen und erfolgreich überwintern.



    Das ist viel Arbeit, viel Dokumentation aber das braucht man auch für eine gute Königin und das kostet auch viel. Denn Zucht ist wesentlich mehr, als ich kauf mir mal eine Inselbegattete Königin und der ganze Verein darf von dieser nachziehen. Das kann gut sein, aber auch schlecht. Wer aber wirklich Züchtet braucht durchaus schon mal 40 Königinnen nur um daraus 1 gute für die eigene Zucht auszuwählen, 10 überdurchschnittliche Königinnen zu haben die ein erhöhten Preis wert sind, 5 Königinnen werden mumpitz der Rest ist durchschnitt (nicht schlecht).
    Auch von dem Durchschnitt kann man gut vermehren, aber man muss nur mit guten Leistungen nicht mit Top Leistungen rechnen.


    Da muss man sich auch mal angucken was man denn Überhaupt selber für Anforderungen hat.

  • Aus anderen Hobbies habe ich gelernt, dass man sie aufgeben sollte, wenn man anfängt darüber nachzudenken, wie viel man übrigbehält, bzw. wieviel weniger man dafür ausgeben müsste, wenn...
    Beim Geld hört der Spaß auf. Nicht nur der, sondern auch die Freude am Hobby. Spaß und Freude unterscheiden sich für mich minimal auch wenn sie beide positiv zu verstehen sind, darum gesonderte Erwähnung.


    Beim Honigpreisroulette sollte man auch immer die Region im Hinterkopf behalten, für die man über "viel zu niedrig", "angemessen" oder "zu hoch ausgepreist" spricht. "Mein Revier" ist nunmal eher im Tiefpreisniveau zwischen 4 - 5,50€/500g angesiedelt. Ich bin Hobbyist, muss nicht davon leben und bin zufrieden, wenn ich meine Ausstattung vom verkauften Honig aufstocken und ergänzen kann. So verfahren auch viele andere hiesige Imker. Das Geld kommt mittlerweile weder vom Konto, noch aus dem Portemonnaie, sondern aus einem Honigglas, was extra für den Zweck "Honiggeld" bereitsteht.


    Ich müsste nichtmal Honig verkaufen, um zufrieden zu sein. Ich esse den auch ganz gern selbst und versorge bestenfalls die Verwandtschaft mit gratis Honig meiner Bienen, im Normalfall zahlt die aber auch. Einige Käufer zahlen auch schon von sich aus 5€/500g, weil ich ihnen den Honig auf dem Weg nach irgendwo nebenher vorbeibringe. Ich kann mittlerweile auch für mich entscheiden, wer mal ein Glas so in die Hand gedrückt bekommt und wer nichtmal eins verkauft bekäme. Anfangs konnte ich das nicht und gebracht hat es auch keine neuen Honigesser. Ich habe einen alten Nachbar einige Häuser weiter, der hat sich riesig über Honig aus der Nachbarschaft gefreut, dann aber irgendwann einen Karton Plörre von einem Bekannten geschenkt bekommen und hat seitdem nicht wieder gefragt. Auch er bekam für kleinen Preis, weil er immer direkt zwei Gläser haben wollte. Ist seine Sache, welchen Honig er isst, aber es ist auch nicht meine Sache, für ihn etwas zur Seite zu stellen, falls er mal wieder fragen sollte...


    Kurz:
    Über den Preis verkaufen kann funzen, hängt aber von mehreren Faktoren ab. Da muss einiges stimmen, nicht nur der Preis und die Bereitschaft, ihn ausrufen oder zahlen zu wollen. In irgendeiner Weise "hinterherzuennen" bringt *imo* jedenfalls gar nichts, weil das als Zwangslage ausgelegt würde, die man zum erzwungenen Preisdruck nutzen könnte. Das sehe ich in beide Richtungen, nach oben wie nach unten, genau wie das Thema "Zukauf von Fremdhonig". Preise muss man sorgfältig abwägen, Fremdhonig ist für mich kein Thema.


    Gruß Andreas

  • Hobbyrichter, Hobbymaler, Hobbyfischer, Hobbyverkäufer, Hobbysoltat, Hobbylehrer...


    Ist es uch schon mal aufgefallen, daß es kaum eine Berufsgruppe gibt, die mit Hobby beginnt?


    Warum aber gibt es Hobbyimker? Ich empfinde das diskriminierend.


    Elk, dem dieses Wort langsam zum Halse heraushängt


  • Doch, das gibts fast alles. Nur nennt man es nicht so:
    Schöffe, Künstler, Angler, Flohmarkthändler, ?, Eltern... :)

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hobbygärtner, Hobbyköche, Hobbybäcker.... alle gibt es sie ;-)


    ...Hobbytrainer nicht zu vergessen; davon gibt's ganz viele!


    Das moderne Zauberwort heißt "branding", frei übersetzt Markenbildung. Die teuren dt. Autos machen das konsequent seit Jahrzehnten und appel hat es super kopiert. U.a. darum ist der Preisunterschiede zwischen den Marken so drastisch. Die "Story dahinter" ist es.


    Das hat man indirekt mit dem DIB Glas vor 100 Jahren eingeführt. Heute ist das fast in Vergessenheit geraten bzw. der DIB und die weitverzweigte Imkerschaft hat sich damit im wahrsten Sinne verzettelt...


    Heute ist die Marke beim Honig m.E. "Regio", das folgt wohl "Bio". Natürlich hat es immer mit der Situation vor Ort zu tun, wie Ralf es so schön beschrieben hat. Meine Erfahrung ist, dass die Leute gerne etwas aus "ihrem Garten" oder ihrer Stadt kaufen möchten - Identifikation halt.


    Bei Königinnen ist das aber etwas anderes - da zählen die nachweislich Eigenschaften - nicht wissenschaftlich, praktisch. Das kann jeder beurteilen, der ein paar Jahre mit Bienen arbeitet. Und da hilft "branding" bedingt. Es wurden ja ausreichend Bsp. und die Gründe dazu benannt. Das macht dann auch deutlich, dass beim höheren Preis auch mehr erwartet werden kann (und das sich dann in der Realität so einstellt). Bei dem Züchter kauft man gerne wieder; wenn nicht, war's halt 'ne Eintagsfliege. Da kauft man nichts mehr...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hobbyrichter, Hobbymaler, Hobbyfischer, Hobbyverkäufer, Hobbysoltat, Hobbylehrer...


    Warum aber gibt es Hobbyimker?


    Elk, dem dieses Wort langsam zum Halse heraushängt


    Von Hobbyrichtern, -soldaten oder -lehrern habe ich noch nie gehört.
    Warum sollte das diskriminierend sein, wenn man das ausspricht, was es ist, nämlich ein Hobby und daraus ein zusammengestztes Hauptwort macht !? Es ist sprachlich und vom Sinn her korrekt. Man kann auch alternative Fakten bemühen und von Freizeitimkerei sprechen, das gefällt dann sicher auch wieder nicht.


    Warum reden fast alle, die die Imkerei ausserhalb ihrer Erwerbstätigkeit in der Freizeit betreiben, von Kunden und sind so versessen darauf, dass die es möglichst lang bleiben? Wer zahlt für seinen in der Freizeit geernteten und verkauften Honig oder von Völkern Steuern, wieso zum Teufel sprechen die von Kunden? Wer von Kunden (und Kundenbindung) spricht und schreibt, muss meiner Ansicht auch von Gewerbe, Geschäft und Steuern reden. Einfach weil es kommerzielle Betrachtungsweisen sind. Sonst macht er/sie sich zum Horst und ziemlich angreifbar.


    Man könnte behaupten, dass ich ja auch Geld für Honig nehme, und somit Kunden hätte, was zwar faktisch korrekt ist, aber ich sehe die Käufer und Interessenten nicht als Kunden, sondern als Leute, die ich an meinem Hobby teilhaben lasse. Ich bin auf diese Leute (Käufer, Interessenten, Kunden etc.) nicht angewiesen und kann mein Hobby ohne Abhängigkeit von ihnen betreiben.
    Leute, die spezielle Freizeitaktivitäten ausüben und zugleich von Kunden sprechen, sind bereits abhängig, nämlich von ihren Kunden, ohne die sie ihr Hobby gar nicht ehrlich als Hobby weiterbetreiben könnten. Das ist dünnes Eis. Mir geht diese Anmaßung und Selbstbeweihräucherung viel mehr auf den Keks, als wenn man das beim Namen nennt, was man da mehrheitlich betreibt: ein Hobby!
    Wenn die Mehrheit das allerdings als erwähnenswerten Nebenerwerb ansieht, weil man *grundsätzlich* wie Erwerbsimker arbeitet, dann ist das was anderes. Auch wenn es in der Realität so nicht stimmt.


    Gruß Andreas


  • Hobbyrichter wirst du mehr finden als du glaubst, vor allem Facebook, Twitter und Co. machen es möglich.


    Hobbylehrer nennt man meißt eher Nachhilfelehrer im Schulischen bereich, in anderen Bereichen Ausbilder oder Vortragende (z.B. den Hobbygärtner an der VHS).


    Zu deinem Einwand mit der Steuer, da liegst du genau Falsch. Du zahlst Steuern, das nennt sich bei uns Imkern Pauschalversteuerung und muss bei deiner Lohnsteuererklärung mit angegeben werden.
    0-30 Völker sind 0€ Gewinn im Jahr 25-70 Völker sind 1000€ (die 0-30 sind in einigen Bundesländern auch 0-25). Das ist eine der wirklich interessanten Errungenschaften des DIB's. Auf deinem Verkauften Honig sind 10.7% Steuern.


    Dank der Pauschalversteuerung entfällt sehr viel der Buchhaltung die du normal führen müsstets. 1000€ fallen noch unter die Freibeträge.

  • Es geht um die Bezeichnung mit dem Hobby davor. Ich habe noch nie von Leuten gehört, die sich selbst als Hobbyrichter, -soldat oder -lehrer betiteln. Die würde niemand ernstnehmen. Warum sollte man sich als Hobbyimker mit eben dieser Bezeichnung selbst diskrimieren? Wenn aber Teile diese Imkerschaft ständig von Kunden schreiben und reden, stecken da keine Irrtümmer hinter, sondern verdienst- und erwerbsorientierte Gedanken, die man dann ggf. offiziell wieder als Hobby deklariert...


    Mit den Steuern werde ich mich nochmal schlau machen, mir hat man dazu nämlich etwas anderes erklärt, als das Thema mal am Rande aufkam.


    Gruß Andreas

  • So oder so führt uns der Begriff Hobbyimker auch zum Hobbyverkäufer, was auch zum Teil die unterschiedlichen Preise erklärt.
    Dieses Thema ist ein Faß ohne Boden.
    Ich habe zu meinen Bienen versprochen, ihren Honig nicht zu verschleudern.
    Somit bin ich unbeabsichtigt teuer.

  • Dann laß Deinen Bienen doch ihren Honig? Ach nee, bisserl verdienen is auch ganz schön, gell? 'Den Bienen versprochen' - geht's auch 'ne Nummer kleiner?


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • dann würde er sich mehr auf den Völkerverkauf ausrichten,...


    Auf die Idee kommen zurzeit gefühlte 1.000 Imker gleichzeitig. Alle wollen nur noch Völker produzieren. Da wird es wohl den nächsten Preiskampf geben. :wink:

  • Auf die Idee kommen zurzeit gefühlte 1.000 Imker gleichzeitig. Alle wollen nur noch Völker produzieren. Da wird es wohl den nächsten Preiskampf geben. :wink:


    Honig kann jeder erzeugen, aber Völker über Winter bringen?


    Die Nachfrage bei Völkern ist immer gut. Habe im Frühjahr Völker verkauft und da waren auch einige Anrufer dabei die bei meiner PreisVorstellung fast der Hörer aus der Hand fiel.


    Ich habe ihnen ausgerechnet, dass meist schon bei der Blütenhonigernte sich der finanzielle Einsatz sich amortisiert hat und bin auch keinen Cent von meiner Preisvorstellung abgerückt.