Geschlossene Böden bauen?

  • Hallöchen zusammen,


    interessant!

    Swissmix: Probiere es halt aus. Ich halte die Jeschke-Gitterböden für ziemlich gut, gerade weil sie auch mit eingeschobener Windel noch genügende Luft durchlassen, aber scheinbar ausreichend vor Zugluft/Wind schützen.

    Michi: Schöne Beobachtung! Ich finde auch, dass der offene Gitterboden den Wildbau hinter dem Schied verhindert.


    Gruß Jörg

  • Michi: Schöne Beobachtung!

    Muss noch anfügen, dass das mit dem unterschiedlich starken Flugverkehr bei meinen Völkern zuerst Clas aufgefallen ist, der morgens noch einige Völker zu unserem Wanderstand nachgezogen hatte. Ich werde ja durch die Arbeit davon abgehalten, früh morgens an den Völkern zu sein. :D

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Hallo,


    wieder so ein Faden nachdem ich mich frage wie wir über Jahre recht zufriedenstellend mit

    geschlossenen Trogbeutenböden imkern können ...


    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Hallo,

    wieder so ein Faden nachdem ich mich frage wie wir über Jahre recht zufriedenstellend mit

    geschlossenen Trogbeutenböden imkern können ...

    falsch, ich habe noch Jahrzehnte mit geschlossenen Böden und Trogbeuten geimkert, zufriedenstellend war das nie wirklich, wir wussten es nur nicht besser.

    Ich habe auch noch gelernt das man Bienen im Winter ganz warm einpacken muss - je besser wir isoliert hatten umso schlechter kamen sie über den Winter, sodass wir dann immer schlechter isoliert haben. Und es macht auch keinen Spaß im Frühjahr eine Trogbeute ausräumen, wo das Kondenswasser beim Flugloch rausgelaufen war und bei -20 Grad dann das ganze Flugloch zugefroren war, so das der Eisklotz dann die Beute luftdicht abgeschlossen hatte und das Volk an CO oder CO2 Vergiftung eingegangen war - in diesem Fall war das ganze innere meist total verschimmelt...


    Erst als die Varroa kam dachten wir irgendwann an offene Böden und mussten feststellen das die Überwinterung damit wesentlich besser war. Ich weis noch ich habe dann auf Magazine mit ganz flächigem Gitterboden umgestellt weil diese im freien aufzustellen waren und habe das Bienenhaus aufgegeben - damals habe ich meine ersten Dadantbeuten gebaut und werde garantiert nie wieder auf Trogbeuten umsteigen, schon gar nicht mit geschlossenem Boden...



    Früher war nicht alles gut, wir haben nur die negativen Seiten verdrängt - so funktioniert das menschliche Gehirn... ;-)



    Gruß

    Franz

  • Was heißt neues?


    Imkern ist ja ein Langzeitprojekt.

    Ich habe aktuell zwei Völker, die erstmalig auf einem fast geschlossenen Boden überwintern. Wobei ich auch schon Einzarger mit eingelegter Windel überwintert habe und die die Tage auch wieder einlegen werde - zumindest bei den Einzargern.

    Ein "großes" Schimmelproblem hatte ich letztes Jahr dabei nicht. Nur bei einem Volk, bei dem ich die Windel seit Sep/Okt vergessen hatte. Die Windel fand ich erst zur Oxalsäurebehandlung. Bei dem Volk gab es schon deutlich mehr Schimmel, aber auch das war ab März kein Thema mehr. Die Völker, die die im Januar eingelegt bekamen, waren eigentlich unauffällig. Ein paar Stockflecken auf den Oberträgern. Die verschwanden aber mit zunehmender Volksgröße. So ein Zweizarger war da schon siffiger.


    Siebdruckplatte, Leisten drum und ein etwas höher gelegenes Flugloch. Fertig ist der Boden. Fast geschlossen, da ich an den Seiten, etwa auf Höhe der Randwaben einen Schlitz habe, den ich mit einem 8mm Fräsbohrer bezogen habe. Varroagitter drübergetackert und fertig.

    Darauf sitzen aber ein Schwarm und ein Ableger. Ein Wirtschaftsvolk habe ich darauf noch nicht gehabt, das wird dann wohl erst dieses Jahr kommen.


    Was aber jetzt schon irgendwie Käse ist, ist das runde Flugloch bei der Völkerbearbeitung/-Führung. Man hat halt ein Volk an Stand, dass eine Extrawurst braucht. Einengen des Fluglochs geht nicht wie bisher mit Fluglochkeil oder Schaumstoff, also wieder eine Bastellösung - die ich nicht im Vorfeld ordentlich bedacht hatte.

    Ich habe mir dann mit einem drangetackerten Brettchen ausgeholfen, das aber auch nicht verstellbar/anpassbar war. Ging vollkommen in die Hose.

    Mäusegitter auch was anderes wie die anderen...


    Was Schimmel, Honigfeuchte, Volksentwicklung betrifft - so frag mich da in 10 Jahren nochmal. Mit meinen vorerst 2-3 Böden, die auch noch einiger Entwicklungsstufen bedürfen, kann ich dann vielleicht Vergleiche ziehen. Dann hätte ich in Summe 20-30 Völker ganzjährig darauf gehabt und könnte irgendetwas halbwegs aussagekräftiges sagen. Vorher sind wir doch im homöopathischen Bereich.

    Ich habe aber ein hippes, wesensgemäßes Gefühl - rundes Flugloch und Sumpf - wie im Baum.

    Nicht so wie die Balkonbox, diese sterile SUV-hippe-Volksbeute.

  • Ja, komplett geschlossene Böden sind auch keine Lösung. Für Ableger gehen die gut und auch vielleicht mit einem großen offenen Flugloch. Aber meistens haben sie in der Übergangszeit sehr viel Schwitzwasser.

    Meine Lösung sind Gitterböden mit einem relativ massivem Einschub (10mm Sperrholz) und einem Luftspalt ringsherum. Das hält den gröbsten Wind ab und lässt trotzdem noch genug Sauerstoff rein.


    Gruß Jörg

  • Je länger ich jetzt so darüber nachdenke, desto eher komme ich aber dazu das , zumindest vorerst, nicht weiter systematisch zu verfolgen.

    Die Auswirkungen auf den Bien kann ich als einzelner Hobbyimker eh kaum erfassen. Zumindest traue ich es mir auch nicht zu. Ich bürde mir selber aber ein paar Nachteile auf, die ich nur durch Mehraufwand kompensieren kann. Das freut nicht meine Weisel.

    Wie sieht es mit der AS-Behandlung aus - wie ist der negative Effekt der beiden Lüftungsschlitze?

    Dieses Jahr will ich eigentlich, wenn auch über kürzere Distanzen, erstmals wandern. Droht ein Verbrausen?

    Der Varrox würde potenziell auch nicht durch Flugloch passen...und Milben kann ich erst recht nicht zählen (zumindest, wenn ich damit anfangen wollen würde).


    So als Reserve-Böden ganz nett und die bleiben wohl auch vorerst im Betrieb, aber die "Forschung" überlasse ich da gerne Anderen. Ich glaube ich habe noch Baustellen in meiner "Betriebsweise" die stärke Auswirkungen haben als der Boden, oder die Form des Fluglochs.


    Ich kann aber über die Karnevalstage mal einen neuen Basteln und ausführen, was ich mir dabei gedacht habe, bzw. was ich woanders an Ideen geklaut habe.

  • die Hinterbehandlungsbeuten haben geschlossene Böden, die Magazinimker haben schon vor 60 Jahren gestritten, ob offen oder geschlossene Böden.

    Bei nur wenigen Völkern würde ich immer Gitterböden mit Schublade zur Diagnose empfehlen, obwohl ich mehr geschlossene Böden auch unter den Magazinen habe.

    Zum Transport von Beuten mit geschlossenen Böden- Gitterrahmen statt Deckel oder Propolisgitter mit Reißzwecken oben drauf.

  • Es gibt ja noch die Variante mit (offenen) Gitterboden und Wärmebrett, wobei das Wärmebrett eigentlich fast ganzjährig auf dem Gitter aufliegt und nur ein kleiner Teil des Gitters offen bleibt.

    Das wäre ja dann "Kombi"-Boden und man hätte freie Wahl, beziehungsweise den Vorteil das die meiste Wärme drin bleibt bzw. die Bienen vor Zugluft geschützt sind.

    Aber trotzdem genügend Luftaustausch stattfindet.


    Jörg K. :

    Sind das Sperrholzplatten oder Siebdruckplatten ?

    Und wann sind die Platten nicht im Boden, also der Boden komplett frei ?

  • Es gibt ja noch die Variante mit (offenen) Gitterboden und Wärmebrett..

    Jörg K. :

    Sind das Sperrholzplatten oder Siebdruckplatten ?

    Und wann sind die Platten nicht im Boden, also der Boden komplett frei ?

    Das mit dem Wärmebrett hat mir nicht so sehr gefallen. Das kann aber auch mit meinen Kisten zusammenhängen. Der Vorteil von so einem Brett ist ja der Schutz von unten und weniger Mottenzucht im Vergleich zur eingeschobenen Windel.

    Meine Einschübe sind aus ganz normalem 10mm-Sperrholz, was klapprig in die 22mm(?) Öffnung meiner Böden passt.


    Gruß Jörg

  • Die Styroporschublade kann aber das Wärmebrett nicht ersetzten, da die unter dem Gitter eingeschoben wird.

    Das Wärmebrett wird ja auf das Gitter gelegt und kann so von den Bienen belaufen und gereinigt werden. Siehe auch Jörgs Bemerkungen dazu (#39).

    Außerdem ist das Wärmebrett so wie ich es kenne auch nicht ganz geschlossen, sondern deckt nur etwa 2/3 des Bodens ab. Ich sehe das eher als Schutz vor Zugluft und weniger als Wärmeisolation.


    Gruß

    Michael