Ein Volk ist tot

  • Das ist jetzt mein letzter Beitrag zu diesem Thema. Genau diese Bilder wie sie Markus nochmal neu eingestellt hat, genau so sahen die Waben und die Bienen aus in zwei meiner HBB die ich eingebüßt habe, allerdings mit Träufeln. Die Zellen sehen auch deshalb so aus, weil keine richtige Temperatur in der zerfallenden Bienentraube vorhanden ist, außerdem wenn flüssiges Futter aus den zellen läuft, warum auch immer, dann verkleben die Bienen. Die gesunden Bienen verlassen dieses Chaos und erstarren. Auch bei mir lagen die scheinbar gesunden Bienen nicht unter der Traube, sondern weiter weg. Räuberei ist sehr abwegig, da zu dieser Zeit kein Flugbetrieb herrschte.
    Wie Kellerdackel schrieb waren im November 7 Wabengassen besetzt, hierzu sage ich, hatte es nur den Anschein. Da schwache Völker die durch Varroa geschädigt sind sich auch weit auseinanderziehen, solange es noch warm ist. Meiner Meinung nach hat zu dieser Zeit schon der Zusammenbruch des Volkes begonnen. Nach der dreimaligen OS-Verdampfung war das Schicksal des Volkes entschieden. Noch ein Hinweis, ich habe schon oft gemerkt das die besten Völker im Jahr auch die meisten Milben hatten und dann oft nur knapp überlebt haben. Grund dafür ist auch das sie im Herbst sehr stark sind, aber sehr viele Altbienen haben, deshalb auch ein hoher Wintertotenfall.


    Noch ein Nachtrag, die dreimalige OS Verdampfung schädigt nur deshalb weil es zu kalt ist, da ist einmal behandeln ausreichend.


    Genau werden wir es nicht erfahren, aber so ungefähr kommt es hin, es ist erlaubt eine andere Meinung zu haben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • .... Genau diese Bilder wie sie Markus nochmal neu eingestellt hat, genau so sahen die Waben und die Bienen aus in zwei meiner HBB die ich eingebüßt habe, ....


    Waren das ursprünglich Mittelwände aus deiner goldigen Lieferung?

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Reinhard, eine goldige Lieferung aus 2015? oder 2014?
    2015 war es schon der selbe Müll der verteilt wurde, selbst 2014 gibt es den Nachweis.


    Da man von dort immer gleich viel zurück bekam wie man hingeliefert hatte, wurde auch Eigenwachs zumindest mit Fremdwachs bis etwa zum angelieferten Gewicht aufgefüllt. Da kannst dann bei 10kg mal 1-2 kg von dem Müll dabei haben und mit Glück hast die auf alle gleichmässig verteilt und merkst so gut wie nichts, mit etwas pech hast die in wenigen Völkern konzentriert und das Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Abschließend kann uns Michael ja noch sagen, was seine Imkerkollegen für ein Urteil abgegeben haben.
    Hatten diese ja das komplette Bild vor Augen.
    Elk


    Hallo Kellerdackel,
    genau darum würde ich Dich jetzt auch bitten. Lass uns mal wissen was die beiden Kollegen vor Ort aus dem Bild geschlossen haben.


    Kleiner Nachtrag von mir:
    Bis vor kurzem lief nahezu je Diskussion zum Ableben eine Bienenvolkes auf die Varroa hinaus, jetzt landet fast jede Diskussion bei der "goldigen Imkerei". :roll:
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Kellerdackel,
    genau darum würde ich Dich jetzt auch bitten. Lass uns mal wissen was die beiden Kollegen vor Ort aus dem Bild geschlossen haben.



    Hallo, hmmm ob das dann auch die tatsächlich Ursache ist? Hier haben sich ja nun schon einige sehr erfahrene Imker geäußert.



    grüße Stefan

  • Hallo Kellerdackel,
    genau darum würde ich Dich jetzt auch bitten. Lass uns mal wissen was die beiden Kollegen vor Ort aus dem Bild geschlossen haben.


    Kleiner Nachtrag von mir:
    Bis vor kurzem lief nahezu je Diskussion zum Ableben eine Bienenvolkes auf die Varroa hinaus, jetzt landet fast jede Diskussion bei der "goldigen Imkerei". :roll:
    Gruß Eisvogel


    Genau diese Problematik habe ich ich auch grade, die Frage nach dem WARUM.
    Alle Völker stehen bei mir am Haus / Grundstück, aber ...


    Der starke Ableger und das Wirtschaftsvolk unten am Grundstück (Bachnähe) sind tot.
    Lt. Imkerpate idealer Bienenstandort ..,
    Ableger in Segeberger Kunststoff und W.-Volk in Holz-Golzbeute.


    Kleiner Ableger (Sorgenkind) driekt am Haus Südseite / Sonnenfalle lebt ...


    3 W.-Völker in Holzgolzbeuten am 3. Standort im Garten ... stark eingewinter, Ende offen, momentan aber pessimistisch auf Blick durch Folie, weil ich nicht auseinanderreissen wollte.


    Meine Beobachtung:
    VOR der Kälte flogen noch alle Kisten ....


    auch ich habe Problemwachs in den Völkern ...
    ... aber ich habe das Gefühl, dass die Bienen durch den Klimawandel keinen Winter mehr kennen und Probleme bekommen...


    In der Segeberger Beute sahen die toten Bienen in Traube aus wie nass begossen ...


    LG Co

  • Abschließend kann uns Michael ja noch sagen, was seine Imkerkollegen für ein Urteil abgegeben haben.
    Hatten diese ja das komplette Bild vor Augen.
    Elk


    Die Meinung der beiden Imker hier vor Ort war das die Bienen zum einen das Futter nicht vertragen haben was mit einem späten Eintrag im September zu tun haben könnte. Des Weiteren ist der größte Teil des Futters kristallisiert und die wenigen verbliebenen Bienen sind verhungert.


    So war die Meinung kurz zusammengefasst. Ein Varroaschaden wurde ausgeschlossen da dann niemals diese Menge an toter Bienen im Volk verblieben wären.


    Die kompletten Waben sind auch noch vorhanden; somit kann ich nochmal Bilder nachreichen falls gewünscht.

    Wir sind Unser 3 Mal Elve und nennen uns die Wölwe und geben auf jedweden Acht der Lange finger macht.

  • Genau diese Problematik habe ich ich auch grade, die Frage nach dem WARUM.


    ... diese Frage wird gestellt, seit es die Imkerei gibt.
    Man nehme alte Bienenbücher und lese nach. Da werden Winter beschrieben, in denen mehr als 50% der Völker verstarben. Die Ursachenforschung damals ergab: Schwindsucht, Ruhr, etc. später kamen dann noch Nosema und Tracheenmilben dazu. Und seit 30 Jahren die Varroa. Dazwischen auch immer wieder (in neuerer Zeit besonders häufig) "Chemie in der Landwirtschaft". Das kennt man schon aus den 30er Jahren des letzten Jahrhundert (bei Freudenstein z.B.).
    Und dazu sollte man noch wissen, dass wilde Völker in wilder Landschaft auch nur zu ca. 50% aus dem Winter kommen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Habe mir schon lange abgewöhnt, nach den Ursachen zu suchen. Alle Völker, die vor Weihnachten sterben (und was keine toten Bienen in den Beuten sind) sind an Varroa eingegangen (kann man auch an den Kotflecken in den Waben erkennen). Bei allen anderen Völkern frage ich nicht mehr nach den Ursachen (Ausnahme: Verhungert - das tut besonders weh).

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Da bin ich aber etwas verwundert.
    Nicht mehr nach den Ursachen für den Tod eines Volkes zu suchen, ist vielleicht nervenschonend, aber ohne den Grund zu kennen, kann man ihn nicht in Zukunft umgehen. Das ist zumindest mein Bestreben.


    Über die Diagnose der beiden Vorortimker wundere ich mich ebenso. Stimme ihnen aber zu. Warum die Bienen das Futter nicht vertragen haben, wird allerdings ein Rätsel bleiben. Da gibt es immer noch genug Versionen, leider.


    Bei den jetzt noch ins Spiel gebrachten Völkern gäb es noch eine Frage: Hast Du unterschiedliche Flugaktivität feststellen können? Sind die Segeberger-Völker noch später im Jahr geflogen?

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Das einzige zu lernende wäre eben bestmöglichste Dokumentation und Konservierung des Schadbildes durch z.B. Einfrieren der Waben und toten Bienen um dann ggf. nach Weisung aus dem Forum noch Nachuntersuchungen vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. In unserem Verein haben wir dieses Jahr so einen Auswinterungskurs mit Guido Eich und da wollen wir das genau so machen und wintertote Völker diagnostizieren.


    Melanie


    Na, das wäre doch hier noch eine lohnenswerte Aufgabe für all die Erfahrenen: was genau braucht Ihr eigentlich für eine Dokumentation, um bei der Suche nach den Ursachen was dazu sagen zu können? Eine Art Checkliste wäre hilfreich - denn findet man ein totes Volk, hilft es vielleicht auch, sich an etwas festhalten zu können.


    Also z.B.:


    - Fotos des Standes und der unmittelbaren Umgebung des Stockes
    - Detailfotos vom Flugloch
    - Fotos von oben in die Beute bei geöffnetem Deckel
    - Fotos von oben in die einzelnen Wabengasse (Doku welches Foto ist welche Wabengasse)
    - Waben am Rand beginnend einzeln ziehen, jede Seite als Totale fotografieren (wieder genaue Doku) und ggf. von Auffälligkeiten Großaufnahmen
    - alle Waben einfrieren für Rückfragen
    - Beutenboden fotografieren und ggf. Detailaufnahmen
    - alle toten Bienen einsammeln und einfrieren. Zu einem späteren Zeitpunkt dann in Ruhe der Größe nach geordnet hinlegen und fotografieren
    (- Varroas auswaschen? Wie genau funktioniert das?)


    Was braucht es noch?


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Seht euch mal den neuen Thread von Bernhard an, da geht es um die Schädigung der Bienen durch Varroamittel. In verschiedenen Kombinationen der Mittel tötlich. :daumen: (Sammelthread)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Das hast Du schon schön zusammengefasst - man sollte das gesamte Gemüll inklusive abgefallener Varroen fotografieren. Brutreste genau anschauen; Streichholz zum Öffnen verschlossener Zellen nutzen, ggf. Nahaufnahmen. Auffälligkeiten notieren. Waben schräg halten und unter gutem Licht nach Schorfen, weissen Kotflecken der Milbe und anderen Auffälligkeiten suchen. Besondere Wabenstrukturen (z.B. offene oder verschlossene Weiselzellen, Buckelbrut usw.) dokumentieren.
    Königin suchen (wohl dem, der sie gezeichnet hat); schauen ob die Bienen intakt sind oder Schäden haben die z.B. auf einen Kampf hinweisen. Gesamtmenge bestimmen (100 Stück abzählen und wiegen, dann alle zusammen wiegen und errechnen, wie viele Bienen es so waren (so manches starke Volk erweist sich dann als Mickerling). Check auf Drohnen und Drohnenbrut - ev. drohnenbrütige Queen? Falls es einen Verdacht auf Vergiftung gibt (sage nur Diesel auf die Völker oder Vandalen-Nachbarn...alles schon vorgekommen, gerade wenn man im Winter nicht oft bei dem Stand ist) - Bienenprobe nehmen und zum Julius-Kühn-Institut schicken.


    Definierte Mengen Bienen (am besten zählen da das Gewicht oft nicht mehr stimmt) mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel in geschlossenem Gefäß schütteln und über z.B. in einem Honigdoppelsieb mit eingelegtem Küchenkrepp abgiessen und abbrausen. Die Milben fallen durch und lassen sich auf dem Küchentuch gut auszählen - wie viele Milben pro Biene?
    Restliches Gemüll inspizieren und die dort abgefallenen Milben zählen.


    Das Futter sollte man sich auch mal anschauen - wer einen Wärmeschrank hat, kann die verdächtigen Futterwaben ja mal so bei 25 -30 Grad lagern um zu sehen ob das Futter sich verflüssigt. Analyse wäre natürlich auch möglich aber das ist meist zu teuer und lohnt den Aufwand nicht.


    Kotspritzer auf dem Flugloch und in der Beute kann man auch selbst auf Nosema inspizieren; die Sporen lassen sich lichtmikroskopisch nachweisen meine ich mich zu erinnern...


    Alles Bemerkenswerte einfrieren und den Rest komplett entsorgen...immer besser als den Leichenschmaus noch anderen Völkern vorzusetzen...


    So, hoffe, ich habe nichts vergessen...


    Melanie