Besuch einer Schulklasse

  • Hallo zusammen,


    im Mai will mich eine Schulklasse besuchen und was über die Bienen erfahren.
    Ich bin sehr interessiert daran Informationen an Kinder weiter zu geben. Leider weiß ich noch nicht so genau wie es machen soll und was ich mit Ihnen machen soll.
    Könnt Ihr mir da vielleicht weiter helfen? Würde mich sehr freuen.


    Des weitern würde ich gerne eine Bescheinigung an die Eltern raus geben, wo sie unterschreiben, dass Ihr Kind teilnehmen darf und keine Allergien gegen Bienen hat. Weiterhin würde ich gerne mit rein schreiben, dass ich im Falle eines Stiches keine Haftung übernehme.
    Hat da vielleicht einer von euch einen solchen Elternbrief schon mal gemacht und kann mir diesen zur Verfügung stellen?


    Über eure Hilfe würde ich mich seht freuen. :-)


    Schöne Grüße aus dem Ahrtal

  • Hallo Dagernova,
    selber noch nicht gemacht, aber hier (http://www.lwg.bayern.de/biene…ng_beruf/084334/index.php) gibt es gut aufbereitete Informationen über relevante Inhalte (bezogen auf Bayern und den Lehrplan, aber das kann man ja flexibel handhaben :) ).
    Ich würde mich mit der verantwortlichen Lehrkraft absprechen und schauen, mit welchem Vorwissen die Schüler kommen werden. Interessant ist auch, in welchem Alter die Kinder sind.


    Falls die Kinder schon eigenständiger arbeiten können, lohnt ein Ausflug Hobos (http://www.hobos.de/), speziell zu Inhalten auch noch auf http://www.beecareful.hobos.de/ - vielleicht auch ein Vorschlag für die Lehrkraft um das mit in den Unterricht einzubinden. Ansonsten kann man sich da aber auch noch Anregungen für interessante Fragestellungen holen.


    Zum Thema Sicherheit und Vorabinformationen: http://www.lwg.bayern.de/mam/c…teien/die_vorarbeiten.pdf (ist auch in der Übersicht vom LWG verlinkt) - lesenswert sowohl für die Lehrkraft, als auch für dich.


    Viel Erfolg schon mal! Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen teilst :)

  • Hallo,
    Als Mitglied des Landesverbandes bist Du versichert. Haftungsausschluss macht da keinen Sinn sondern nur den Eltern Angst!
    http://https://imkerversicherungen.de/verbaende/imkerverband-rheinland-e-v/
    "3.1.1 Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf die gesetzliche Haftpflicht aus allen Wag-nissen des Mitgliedes des Landesverbandes in seiner Eigenschaft als Imker. Als solche gelten auch Vorführungen der eigenen Imkerei."


    Welche Klasse ist das denn?


    Ich habe der 3. und 4. Klasse erstmal verschiedene Fotos von schwarz-gelben Fluginsekten gezeigt und den Unterschied zwischen Bienen und Wespen erklärt. Und das es auch Wespen gibt die normalerweise keinen Ärger machen.
    Dann habe ich den Ablauf des Bienenjahres geschildert. Immer schön mit Besispielen zum besser verstehen. (Im Sommer sind x-tausend Bienen im Stock, das sind soviele wie Plätze im xy-Stadion sind). Ich habe erzählt welche verschiedenen Aufgaben die Arbeiterinnen durchlaufen, dass die Königin eigentlich nichts zu sagen hat. Was die Bienen essen und wie sie aus Nektar Honig machen.
    Zum Gewichtsvergleich hatte ich eine volle Futterwabe und ein ausgeschleudertes Rähmchen zum herumgeben.
    Die Schleuder hatte ich auch rausgestellt und alle wollten mal kurbeln. Einen Abfüllkübel hatte ich auch hingestellt um zu zeigen wie das Abfüllen funktioniert. Das war aber auch im Sommer nach der Ernte. Und ich hatte einen recht großen Wintergarten zur Verfügung.


    Dann bin ich mit Gruppen von 5 Kindern zu den Völkern gegangen, hab mit ihnen einige Zeit die Fluglöcher beobachtet. Dann habe ich ein Volk geöffnet und wer wollte konnte ein Rähmchen in die Hand nehmen und sich fotografieren lassen.
    Zum Abschluss habe ich sie dann noch verschiedene Honige probieren lassen.
    Eineinhalb Stunden vergehen wie im Flug. Die Kinder stellen ja auch jede Menge Fragen.
    Ein Kindist tatsächlich gestochen worden. Es hatte die Hand in die Jackentsche gesteckt und da saß dann die Biene. Essig drauf und ein extra großer Löffel bei der Honigverkostung und alles war wieder gut.


    Viel Spaß


    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Die Klasse kommt mit einem Lehrer. Diese muss vorher bei den Eltern die Genehmigung einholen und ist für die Stiche juristisch verantwortlich. Die Verantwortung für den Besuch der Kinder bei Dir liegt also beim Lehrer. Du solltest den Lehrer vorher auf die Gefahr hinweisen die von den Bienen ausgeht und sich das von ihm unterschreiben lassen. Ebenso sich bestätigen lassen, dass der Lehrer von allen Kindern das Einverständnis der Eltern eingeholt hat. Entsprechende Formulare gibts im Netz. Kann Dir auch eins zuschicken.

  • Grundsätzlich gehe ich mit Kindern ( als Lehrer) nur mit Anzügen ran in kleinen Gruppen bis 5 Mann. Da werden Rähmchen gezogen und der Aufbau der Wabe erklärt. Unterschied Drohn, Königin etc. und die anderen 100 spannenden Geschichten rund um den Bien. Unterhalb 7 Klasse würde ich die Kinder nichts selbst machen lassen. Nicht mal ein Rämchen ziehen. Wenn die Biene auf die Hand krabbelt wird alles fallen gelassen und die K... ist am dampfen.

  • Ich hatte eine Gruppe mit circa 30 Kindern zu Besuch auf meinem Stand.
    Ich habe die Kinder (8-10) angewiesen, sich achtsam und langsam zu bewegen.
    Dann hatte ich mich mit ihnen auf die Wiese gesetzt etwa 5m von den vielen Bienenvolkern entfernt.
    Kinder können richtig gute Fragen stellen und sie können auch gut zuhören. Eine Stunde verging im Fluge.
    Dann habe ich ihnen noch erklärt, wie sie sich einer Beute annähern sollen.
    Erst schauen, wo die Bienen ein und ausfliegen und sich dann so plazieren, daß sie ihnen nicht im Weg stehen.
    Es gab keine Stiche und es war sehr schön für mich.
    Einige Fragen waren so gut, das sie mich noch lange nachdenken ließen.
    Elk

  • Hallo Dagernova,
    wenn der Lehrer oder die Eltern Dir unterschreiben, dass Du keine Haftung übernimmst ist das wirkungslos: Dies wäre ein Vertrag zu Lasten Dritter (des Kindes), d.h. ihr könnt nicht vereinbaren, dass das Kind auf sein Recht auf körperiche Unversehrtheit verzichtet.
    Auch das Vorliegen einer Imker-Haftpflicht bringt Dir nichts/wenig, wenn Du nicht lediglich fahrlässig handelst.
    Ich empfehle Dir neben gründicher Unterweisung der Lehrer/Kinder/Eltern über die Gefahren am Bienenstand (möglichst dokumentieren) vor allem für einen Stichschutz für alle Besucher Deines Standes zu sorgen.
    kelte

  • Auch das Vorliegen einer Imker-Haftpflicht bringt Dir nichts/wenig, wenn Du nicht lediglich fahrlässig handelst.


    Die Haftpflicht greift nur, wenn man fahrlässig handelt? Das ist mir neu.


    da spricht jemand im Versicherungsdeutsch, daher verwirrt es.
    Normal sind in den Bedingungen zur Haftpflichtversicherung die Schäden nicht mehr versichert, die grob fahrlässigen entstanden sind.. Da diese dann fast schon wieder in den Bereich Vorsatz fallen und Vorsatz ebenfalls nicht versichert ist.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Guten Morgen,


    schau mal hier - da ist sogar ein Formular dabei
    https://www.llh.hessen.de/fach…-gruppen-und-schulen.html


    Ich habe jährlich Kindergärten und Schulklassen da
    Voraussetzung, es kommen 2-3 Betreuer mit und es kommen genug Kinder zusammen
    Erst stellen wir uns vor und erzählen etwas über Bienen ( nur Kurz!) und erklären, dass sie nicht rumfuchteln sollen und so
    Dann dürfen alle der Reihe nach im Schaukasten die Königin suchen
    Dann teilen wir die Kinder in Gruppen auf


    a): Kerzendrehen ( 2 Euro pro Kind, welche vorher durch den Betreuer eingesammelt werden)
    b): Honig aus der Wabe schlecken und Honigbrot essen ( geschlossene Gartenhütte)
    c) Gerätschaften kennen lernen: Schleuder, Smoker, leere Waaben usw.
    d) Blick ins Bienenvolk - je nach Stimmung auch selber Waabe halten ( mit Foto)


    Die Gruppen wechseln immer und jede Gruppe wird von einem Begleiter, meinem Mann, mir und unserer Nachbarin betreut


    Zum Schluss dürfen die Kinder Honig kaufen - und werden von ihren Eltern abgeholt


    das Ganze dauert ca 2 Stunden und macht einen riesen Spaß!


    Später kennen Dich alle Kinder und man winkt Dir überall zu, wo Du gerade gesichtest wirst!
    Und Du hast gleich neue Kundschaft gewonnen

    Man muß keinen Wind machen, aber man muß segeln können.

  • Unterhalb 7 Klasse würde ich die Kinder nichts selbst machen lassen. Nicht mal ein Rämchen ziehen. Wenn die Biene auf die Hand krabbelt wird alles fallen gelassen und die K... ist am dampfen.


    Da habe ich völlig andere Erfahrungen gemacht. Wenn man Dritt- und Viertklässlern sagt was passieren kann (Bienen könnten auf die Hand krabbeln) und ihnen sagt, dass sie die Rähmchen nicht fallen lassen dürfen (schon allein weil den Bienen dabei etwas passieren könnte). Sie sind dann überaus achtsam und in der Gruppe mutiger als sie selber vorher gedacht haben.
    Aber natürlich muss jeder so vorgehen wie er es vor sich selbst vertreten kann.


    Gruß
    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!

  • Hallo,


    in Bamberg haben wir eine Bienenwabe, das ist ein kleines achteckiges Gebäude, angelegt wie eine Bienenwabe wo es Rund um die Biene, Blüten oder Honig geht. Das ganze wird angeboten von der "Schulbiene" Ilona Munique und ist wie ein Klassenzimmer aufgebaut. Darin findet der Unterricht in der Theorie statt. Man kann Waben, Schleudern, Kerzen und alles Mögliche anschauen.


    Selbstverständlich ist gleich nebenan ein Bienenvolk, an dem man sich die Bienen auch Live anschauen kann.


    Leider ist Bamberg nicht bei jedem um die Ecke, aber ich kann es absolut empfehlen:


    http://bienen-leben-in-bamberg.de/bienen-infowabe/

  • Letztes Jahr waren Hortkinder (6-10 Jahre) bei mir. Ich hatte kurz vorher eine Wabe mitsamt Königin in den Schaukasten gehängt, diesen sicherheitshalber verschlossen und alles auf der Terrasse vorbereitet. Am Gartentor habe ich mit den Kindern geklärt, dass die Bienen nicht einfach so stechen, sondern wenn sie sich bedroht fühlen. Also sollten sie sich so ruhig wie Blumen verhalten, egal was die Bienen machen, denn Bienen stechen keine Blumen. Einige Kinder erklärten, dass sie Angst vor Bienen hätten.
    Als ich dann den Trupp ums Haus führen wollte, stellte ich erschrocken fest, dass das (sehr friedliche) Spendervolk noch offen da stand und wir mussten direkt daran vorbei. Also habe ich die Kinder angehalten und wollte die Beute verschließen. Tatsächlich haben sich die Kinder aber neugierig in eine Schlange gestellt und jedes einzeln hat direkt in die offene Beute zwischen die Waben gelugt - ohne Schleier etc, aber schräg von der Seite, weil diese Beute sehr hoch stand. Sie konnten gar nicht genug bekommen, sogar die ängstlichen. Bei einem Kind hat sich eine Biene auf die nackte Schulter gesetzt, ich habe es ans "Blume-sein" erinnert und dann die Biene auf meinen Finger krabbeln lassen. Danach wollten alle Bienen auf sich sitzen haben, was ich aber nicht gefördert habe.
    Der Besuch ging zu meiner großen Erleichterung ohne Stich vor sich, die Kinder und Betreuerinnen waren begeistert und wir alle haben viel gelernt.


    Das friedliche und positive Bild vom "Blume sein" war mir spontan eingefallen, das würde ich wieder verwenden. Eine Blume rennt nicht, schreit nicht, haut nicht um sich und hält einfach weiter still, wenn sich eine Biene darauf setzt.
    Eine offene Beute werde ich allerdings nicht mehr herumstehen lassen. :oops:


    Kikibee

    Coronataugliches Freiluft-Imkerforumstreffen am 3.-5.9.2021 an der Lahn.