1 Schied oder 2 Schiede ?

  • Guten Morgen zusammen,


    ich bin vom wirklich engen Schieden nicht (mehr) wirklich überzeugt. Und wenn ich etwas großzügiger schiede, dann ergeben sich sowieso wieder Randwaben und damit erledigt sich m.E. die Spielerei mit der Reflexionsfolie und dem 2. Schied...
    Mein erstes Ziel ist es ein harmonisches, kompaktes Brutnest zu erzeugen. Ohne Futter und Pollen mittendrin. Wenn mir das durch ein moderates Einengen gelingt, dann dürfen am Rand ruhig Pollen und Futterkränze sein. Dabei geht es mir nicht um das letzte kg Honig. Ich glaube, dass eine gewisse Stabilität in Bezug auf Brutnestgröße, -form und Futterkränze viel mehr bringt, nämlich eine ausgewogene "Leistung" über die ganze Saison. Im letzten Jahr hatten wir auch mehrere Hungerphasen. Sowas reißt die Völker m.E. stärker runter als ich bisher dachte.
    Und bzgl. Schwarmtrieb hatte ich auch keine Unterschiede zwischen eng geschiedeten und etwas großzügigeren Brutnestern gesehen.


    Gruß Jörg

  • Moin,
    Letztes Jahr habe ich beim schieden im März ein Schied an die Außenwand gesetzt, ggf. nicht besetzte/ bebrütete Waben raus/ nach hinten, das Brutnest rangeschoben und das 2teSchied gesetzt.
    Dieses Jahr werde ich schon zu Maria Lichtmess schieden, da mitte März schon ins Obst nach RLP gewandert wird und garnicht groß mit Waben jonglieren, sondern wie es Jürgen Binder macht, die Schiede da setzen wo die Bienen sind.
    Das hat meiner Meinung den Vorteil, das die Bienen von beiden Seiten des Brutnestes Futter aufnehmen können.Bei der HR-Gabe werde ich das Brutnest dann an die Außenwand schieben.
    Die Schiede lass ich das ganze Saison bis zum Auffüttern drin.
    Gruß Michael

  • Hallo,


    Die Strategie ist also, schon im Januar die Traube beidseitig zu schieden?


    Um diese Zeit will man ja die Waben, auf denen die Traube sitzt, nicht ziehen.


    Geht man da nicht die Gefahr ein, dass die Traube auf fast leeren Waben eingesperrt wird? Durch die Wabengassen kann man den Futtervorrat doch nicht erkennen?

  • die können ums Schied rumlaufen. Bzw. sitzt ein Teil Bienen eh da. Durch das Umtragen gibt es einen stetigen Futterstrom ins Brutnest. Das will man doch.


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Nein, die Gefahr besteht eher nicht, wenn die Völker groß genug sind. Die Schiede können sie ja auf beiden Seiten hinterlaufen und Futter aus den FW holen. Zudem ist auf den Waben meist nicht großflächig alles leer, sondern noch Futter vorhanden. Bspw. sind im Kaltbau die alten Brutnester und somit Leerzellen vorne am Flugloch lokalisiert. Dahinter sitzt das Futter, so dass es für die Bienen erreichbar ist. Ein höheres Risiko besteht beim Warmbau, wo die Bienen dann die Waben wechseln müssen, wenn sie ans Futter wollen. Das schaffen stärkere Völker aber; zudem holen sie immer in wärmeren Perioden Futter von weiter her und lagern es nah am Bienensitz.


    Dies beobachte ich in Segeberger Beuten DNM1,5. In Holzbeuten mit 2 Isolierschieden sollte es nicht viel anders sein.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Das mit dem Herumlaufen ist schon klar. Dazu müssen aber auch die Temperaturen passen?


    Da redet alle Welt vom Futterabriss, weil das Brutnest nicht verlassen wird -- und das schon ohne Schied.


    Wenn das Brutnest durch das Schied vom Wandern abgehalten wird, müsste doch die Gefahr noch grösser sein?

  • N'Abend


    Hast du schon mal den Wintersitz auf einer Kaltbau-Dadantwabe gesehen ? Wie Rainer oben schreibt sitzt das Volk vorn am Flugloch und dahinter sind ca. 2/3 der Wabe voll mit Futter. Da kann das Brutnest noch viel nach hinten wandern, bevor es die Wabe wechseln muss.


    Grüsse, Robert

  • Das kannst Du fühlen, ob das so ist, indem Du die Beute einmal vorn und einmal hinten anhebst.


    Gruß

    Ulrich

  • Wenn das Brutnest durch das Schied vom Wandern abgehalten wird, müsste doch die Gefahr noch grösser sein?

    So'n wanderndes Brutnest, wie soll ich mir das vorstellen? Wie der lange Marsch übers Eis? Stifte u. Maden zuerst?


    Beste Grüße,

    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Joew,

    das Brutnest ist aufgebaut wie eine Zwiebel, Brutkreise mit unterschiedlichen Schlupftermina. Wie soll da eine Nestwanderung stattfinden?

    Die Bienen wissen schon, wie das geht, ohne 1600g menschliches Hirn.


    Gruß

    Ulrich

  • Da das Brutnest nicht wandert sondern sich allenfalls unsymmetrisch ausbreitet, müsste man die Schiede doch auch schon zur Winterbehandlung setzen können? Zumindest in Regionen, wo man von Brutfreiheit im Winter nur träumen kann. Wie zB Rheinebene...