TBHs in der Nähe von Elmshorn, Schleswig-Holstein

  • Moin


    Ich habe zwar noch keine Bienen, möchte das aber ändern. Nachdem ich mir aus verschiedenen Quellen eine erste Portion Unsicherheit angelesen habe, ist mein momentaner Stand, mir nach der bayerischen LWG-Anleitung eine Oberträgerbeute zu bauen.
    Ein Grund, weshalb einem Anfänger davon abgeraten wird (so habe ich es zumindest gelesen), ist, dass es nur wenige andere Imker mit so einer Beute gibt, von den man lernen kann.


    Aber vielleicht habe ich ja Glück? Deswegen meine Frage hier in die Runde:


    a)Gibt es hier TBH-Imker in Nähe von Elmshorn, denen man mal über die Schulter schauen kann?



    Als ich mich etwas in das Thema Bienen eingelesen habe, bin ich zuerst über die Warre-Beute gestolpert, da ich die Bienen möglichst natürlich halten möchte. Da ich keinerlei Vorwissen habe, habe ich mich schon etwas gewundert, wie allein die Gestaltung der Beute solche Auswirkungen haben kann.
    Naiv würde ich mich folgender Aussage anschließen.

    Zitat


    von https://www.pflanzenblog-in.de…imkerei-ein-ruckblick-2/:


    Bienen sind unheimlich flexibel. Sie leben in Baumhölen, Mauerspalten und so komischen Kisten aus geschäumten Polysterol oder Holz – Beuten genannt. Den Bienen ist es größtenteils egal in welcher Kiste sie leben, hauptsache es zieht nicht. Ich denke mittlerweile nicht mehr, dass die Warré wesensgemäß ist. Jede andere Beute ist genau so gut und tut ihren Dienst – dem Bien ein sicheres und angenehmes Zuhause bieten um darin zu leben und sich zu vermehren sowie Vorräte anzulegen. Man kann mit einer normalen Magazinbeute aus Holz oder Polysterol auch die Bienen selbst bauen lassen, sie schwärmen lassen und dem Bien alle Freiheiten geben, die er braucht.


    Abgesehen davon wird man als Anfänger von den ganzen verschiedenen Maßen ziemlich überrollt, zumindest ich. Mir geht es ähnlich wie "Kap Horn" aus diesem Blog.


    Na ja. An der Warre-Beute gefällt mir natürlich, dass ich (vermeintlich?) weniger Arbeit habe, da man sich die Rähmchen spart. Allerdings müsste man wohl noch (Futter-)Zargen ein- und ausbauen, mein Rücken ist eh nicht der beste, auch wenn ich eigentlich noch nicht zu alt bin. :wink:


    Da ich die Beute(n) gerne mit meinen linken Händen bauen möchte, habe ich dann die Top-Bar-Beute gefunden. Das ist mein momentaner Stand. :lol:



    Zur angestrebten Betriebsweise:


    b) Ich würde die Bienen am liebsten unbehandelt lassen, wie es wohl auch andere machen
    Erlaubt ist das aber wohl nicht? Ich möchte natürlich auch keine anderen Völker in der Nähe gefährden, indem ich


    c) meine Bienen frei schwärmen lasse.

    Ausgehend von meiner naiven Vorstellung gehört das Schwärmen zum natürlichen Leben und der Entwicklung der Bienen. Hierzu hätte ich allerdings selbst zwei, drei Bedenken: Eine rechtliche Frage habe ich eben schon im Forum gestellt (Haftung und Kosten für ausfliegenden Schwarm). Außerdem sollte der Schwarm keine anderen Fremdvölker (negativ) beeinflussen, falls das passieren könnte.



    d) Möglicher Standort: Etwas außerorts auf Weidefläche
    Da ich die Bienen wegen der Nachbarn nicht unbedingt im Garten halten möchte, könnte ich sie [vermutlich] in ein paar Hundert Metern Entfernung außerorts am Rand einer Weidefläche aufstellen. Allerdings wäre hier nur ein kleiner Knick, ansonsten hauptsächlich Wiese. Es sind auch Ackerflächen hier (Sonnenblumen gab es letztes Jahr, und Mais glaube ich), auch ~ 500 m Entfernung. Ansonsten auch Baumschulen (Pesizide o.ä.?)
    Falls es rechtlich erlaubt ist und dem Besitzer nichts ausmacht, würde ich hier natürlich gerne ein paar Pflanzen für die Bienen anbauen.
    Wie viel Quadratmeter müssten es für 2-3 Völker sein, wenn sie damit "gut" versorgt sein sollen? Mehr ist wohl immer besser, ich kann aber nicht mehrere Hektar zupflanzen. :wink:
    Oder ist die Entfernung zum Ort eh gering genug, so dass sie hier in den Gärten auf Nahrungssuche gehen können?



    So, das war es fürs Erste. Also, Feuer frei :lol:


    LG, Ole

  • Hallo Ole,
    zu Deiner Frage d):
    nimm eine Karte und Zirkel und ziehe einen Kreis mit einem Radius von 3 km um den geplanten Bienenstandort.
    Dies ist dann ca. die Fläche die Deine Bienen als Aktionsfläche nutzen - mindestens.
    Ein paar Quadratmeter Blühfläche zusätzlich sind sicher nicht verkehrt. Was aber auf alle Fälle hilft sind Frühblüher - Haselnuss und Weide in Standortnähe.


    Mach Dir über die Haftung für Schwärme die ggf. von Deiner TBH ausziehen keine Sorgen. Auch in der TBH-Beute kann man Schwarmvorwegnahme realisieren.
    Solltest Du keinen TBH-Imker in Deiner Nähe finden versuche es erstmal mit einem "Normal"-Imker. Der kann Dir auch einiges zeigen und eine Hilfe sein für die ersten Schritte mit den Bienen.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk


  • Na ja. An der Warre-Beute gefällt mir natürlich, dass ich (vermeintlich?) weniger Arbeit habe, da man sich die Rähmchen spart.


    Auch bei der TBH hast du keine Rähmchen, aber den besseren Überblick und bessere Möglichkeiten einzugreifen, da ist das Imkern fast schon so einfach, wie in einer richtigen Beute mit mobilen Waben...
    Das mit dem "nicht behandeln" kannst du aber vergessen, das ist keine Frage der persönlichen Einstellung dazu, sondern eine Notwendigkeit, um auch im folgenden Frühling noch lebende Bienen im Kasten zu haben.


  • Oje, schon wieder jemand der den naiven Eindruck hat, er helfe den Bienen, wenn er sie nur in den Garten stellt und nix tut. Sorry lieber Aprilscherz, so wird das nix. Lass es lieber oder mach dich mit dem Gedanken vertraut, dass Bienen der, manchmal auch intensiven, Pflege der Menschen bedürfen. Sonst wird das nix.


    Im Sinne der Bienen
    Reiner

  • Moin Ole / Aprilscherzen,


    ... der Name ? - Vielleicht Programm ?


    Na, ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin...


    Lesen bildet - im IF findest Du zu fast jedem Thema Aussagen in Diskussionen. Man muss nur suchen....


    Oder: www.imkerschule-sh. de


    Beste Grüße


    Rainer

  • wer keine Arbeit und keinen Honig mit Bienen haben will, sollte sich ein Wildbienenhotel zum Beobachten zulegen. Das ist nicht mal meldepflichtig. Und seine Umgebung mit den passenden Pflanzen für Bienen und Insekten begrünen.


    Ansonsten viel Erfolg beim Bau der TBH - mit entsprechender Herrichtung und dem richtigen Ort funktioniert sie vielleicht als Schwarmlockbeute.
    Nichtbehandeln (mit Chemie) heisst NICHT Nichtstun- den ganzen Faden lesen. Ohne Behandlung und Pflege überleben die Bienen vielleicht das erste Jahr, den Winter des 2. erleben sie jedoch meist nicht mehr oder weil geschwärmt+ eingefangen beim nächsten Imker.


    Gruß Fred

  • Also wegen den Trachtpflanzen brauchst du dir keine Sorgen machen, imkerlich ist Elmshorn nicht zu dicht besetzt. Vor allem im nördlichen Teil hast du auch gut Sommertracht.
    TBH musst du selber Wissen, alternativ wäre eine Trogbeute. Da alles Rechtwinklig ist, kannst du einfach in den Baumarkt gehen und dir die Bretter direkt zusägen lassen, dann brauchst du "nur" noch zusammenzufügen.
    Dann wären aber Rähmchen drinnen.


    Alternativ nimmst du DNM (Segeberger) oder Langstroth in 2/3 (Flachzargen bei dnm 159 mm) und davon dann 2-3 als Brutraum. Als Honigraum das selbe oder sogar 1/2. Die sind auch um einiges leichter als Vollzargen.


    Auf eine wie auch immer geartete Sommerbehandlung wirst du nicht herumkommen und noch weniger um die Winterbehandlung.

  • Du wirst wohl keinen finden, welchem du über die Schulter schauen kannst. Letztes Jahr habe ich einen Anfängerkurs durchgeführt und nach guter alter Sitte auch Exkursionen durchgeführt. Obwohl ich in keinem esoterischen Entwicklungsland lebe - Fehlanzeige. Kein Bienenkistler hat uns reinsehen lassen. Der robinrot hat gute Vorschläge und wenn der Immenreiner sagt, dass faule Imkerei nicht geht, da kann man nur sagen --- so ist es.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Alternativ nimmst du DNM (Segeberger)

    Da der Rücken bei Aprilscherzen nicht der Stärkste ist, lohnt sich auch eine Blick auf 1,5DNM.
    Die Kombination aus Varroa-Nichtbehandlung und Schwarmvermehrung durch einen Anfänger hört sich gruselig an: arme Elmshorner Imker.

  • So, da kamen ja einige Antworten. Vielen Dank schon mal dafür. Nicht ganz chronologisch fange ich mal mit der größten(?) Sorge an. :wink:


    Die Kombination aus Varroa-Nichtbehandlung und Schwarmvermehrung durch einen Anfänger hört sich gruselig an: arme Elmshorner Imker.


    Keine Angst. Deswegen frage ich ja vorher, bevor ich hier die Gegend unsicher mache. :wink:


    Hallo Ole,
    zu Deiner Frage d):
    nimm eine Karte und Zirkel und ziehe einen Kreis mit einem Radius von 3 km um den geplanten Bienenstandort.
    Dies ist dann ca. die Fläche die Deine Bienen als Aktionsfläche nutzen - mindestens.


    ... und wer sowas nicht (mehr :wink:) hat oder will, schaut elektronisch mal hier: http://www.homecrossing.de/beespace/


    Ich hab mal die bequeme, elektronische Variante genommen. Der Ort wäre zumindest komplett abgedeckt, dazu noch ein paar kleinere Waldgebiete. Und natürlich die Wiesen.


    Oje, schon wieder jemand der den naiven Eindruck hat, er helfe den Bienen, wenn er sie nur in den Garten stellt und nix tut.


    Jein. Natürlich wäre das super. Zum Thema Nicht-Behandeln lese ich mich gerade durch die mittlerweile 65 Seiten hier im Forum. Natürlich will ich niemanden gefährden, auch nicht die Bienen.


    Moin Ole / Aprilscherzen,
    ... der Name ? - Vielleicht Programm ?


    Nein. Zumindest hier im Imkerforum sind meine Fragen schon ernst gemeint. Der Name hat einen anderen Ursprung, den ich einfach übernommen habe.


    Nichtbehandeln (mit Chemie) heisst NICHT Nichtstun- den ganzen Faden lesen.


    Falls du diesen Faden meinst. Ja, da bin ich dabei. :lol:
    "Nichts tun" ist auch nicht mein Ziel, da ist ein falscher Eindruck entstanden. Wobei ich mir natürlich [vorher! logisch?] angucke, was denn die Alternativen sind.

  • Moin Ole!
    Ich hab mir ner Bienenkiste angefangen, damals aus Überzeugung;-) Und weil es viel zu viele Magazine, Rähmchen, etc. gab.
    Heute würde ich keinem Anfänger mehr zu einer Bienenkiste raten, es sei denn, er will es erst einmal testen uns spätestens nach 1-2 Jahren auf ein Magazin umsteigen.
    TBH ist ein bisschen besser als Bienenkiste, meiner Meinung aber nicht bis zum Ende gedacht. Mach deine Erfahrung, versuch dich zu informieren, viel lesen und schau einem erfahrenen Imker über die Schultern.
    Im Forum gibt es auch genug Fäden zum Thema TBH, dort einmal nachlesen, auch was wer für Probleme mit der Beute hatte.
    Auch gut finde ich ist der Faden von Scoutladen zum Thema Bienenkiste, und ja, er musste ordentlich Lehrgeld bezahlen.
    Das erste Jahr ist immer spannend, hab es geliebt, in meine Bienenkiste zu schauen und zu sehen, wie sich die Bienen die Kiste zu eigen machen. Der Spaß war vorbei, als die Kiste voll war -> Ein Horror die Honigernte und Wabenhygiene!
    Wenn du in einem Jahr immer noch überzeugt bist, mit der TBH, dann mach weiter. Allerdings prophezeihe ich dir, dass es dir der Spaß vergeht, wenn dir das erste Mal bei der Durchsicht eine Wabe vom Oberträger reißt.
    Oder informier dich parallel, was es noch so alles für Systeme gibt. Wie schon angesprochen Rückenschonend Dadant oder DN1,5.
    So bin ich dann auch im 2. Jahr von der Bienenkiste auf Magazin umgeschwenkt, habe aber noch bis ins 3. Jahr die Bienenkiste behalten, dann hab ich die umgewohnt.
    Aber ganz ohne am Bienenvolk zu arbeiten wird es nicht gehen. Und Behandeln musst du die Bienen, hab ich auch bei der Bienenkiste gemacht.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Man könnte auch die Imkergeschichte anführen. Dzierzon imkerte mit Stäbchen, Berlepsch erweiterte zum Rahmen. Stäbchen sind in der Herstellung billig,, trotzdem setzten sich Rähmchen durch. THB wurde für ein anderes Klimagebiet konstruiert. Bei uns liebt man es wegen dem Winter kompakter. Es gibt auch schon Rähmchen für THB.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: