Begattete Königin ohne Bienen

  • Hallo Helene,
    Karl Weiß empfiehlt für einen Kunstschwarm, der bis zum Herbst noch ein gutes überwinterungsfähiges Volk werden soll, 1,5 - 2 kg Bienen.
    Dazu sollten etwa 1/3 Sammelbienen und 2/3 Jungbienen verwendet werden.
    Verfahre nicht nach der Methode "Geiz ist Geil".
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Helene,


    das Minimum würde ich wohl beim Umfang einer Begattungseinheit (vgl. Apidea, EWK) vermuten, das ist etwa die Menge eines Schöpflöffels voll junger(!) Bienen.
    Das Problem dabei ist, dass die kleine Menge Bienen nur eine winzige Fläche Brut wärmen kann.
    Daraus erwachsen wieder nur um ein wenig mehr Bienen, sodass das Wachstum der Kolonie durch den Mangel an Bienenmasse sehr lange noch gebremst bleibt.
    Ob man aus solch einer Mini-Einheit wirklich bis zum Spätsommer ein winterfestes Volk ziehen kann, ist sehr sehr fraglich.


    Ich würde daraus folgern, dass das eine nicht artgerechte Haltung ist.
    Die Frage nach der minimalen Menge kann also letztlich nichts mit der Praxis zu tun haben!
    Als Richtschnur würde ich zur Neubildung eines Volks die natürliche Schwarmgröße deutlich betonen!


    Als minimale praktikable Größe hat sich der rechtzeitig gebildete Einwaben-Ableger mit reichlich Pflege-Bienen bewährt.
    Hier heißt es aber: Sorgfältige dauerhafte Fütterung in kleinen Portionen und stets angepasste Erweiterung.


    Ich hoffe sehr, dass die Frage nur akademisch gestellt ist und Du nicht wirklich vor hast, das in der Praxis zu testen.


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Da kann ich dir mit Sicherheit sagen , nein. Die Bienen müssen in der Lage sein das Brutnest auf 35°C auch bei Temperaturschwankungen zu halten. (Hinweis Eisvogel)

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • verstehe. Die Temperatur ist also enorm wichtig. Und wenn man diesen Mini Ableger Indoor halten würde und mit der Wärme etwas helfen könnte. Habe öfter schon gelesen und auch gesehen, dass Imker im Winter ganzze Völker ins Gartenhaus zur Überwinterung verfrachten.


    Bei dem Ableger also Flugloch zu und Füttern. Und dann so schnell wie möglich nach draußen wenn sie sich etwas entwickelt haben.
    Eine Hummel bekommt es ja auch alleine hin....ich weiß ist nicht zu vergleichen ;-)


    Es interessiert mich halt ob es theoretisch möglich ist. Ich bin mit meinen drei Völkern bestens versorgt und auch ausgelastet....


    Gruß
    Helene

  • Helene,


    bei Flugloch zu fehlt doch Pollen!!
    Bienen entstehen doch nicht aus Honig alleine...
    Abgesehen davon müssen die Maden ja auch gefüttert werden, die Zellen verdeckelt etc.


    Das sind doch Grundlagen...


    Hans

    Die Glücklichen sind neugierig. (F. W. Nietzsche)

  • Das hängt vom Beutenmaterial ab. In Styropor kann man zwischen dem 1.6.-15.6 mit einer begatteten Königin und 200g Bienen starten, wobei die Bienen 1-2 große Mittelwände selbst ausbauen und nach Trachtende mit Leerwaben (!) erweitert werden müssen.
    In Holzbeuten mit DNM habe ich das auch versucht, ist nicht zu empfehlen, auch nicht mit 300g Bienen. Dort sollte der Start-Kunstschwarm deutlich größer sein.
    Bei Verwendung des Kieler Begattungskastens als Begattungseinheit kann man nach der Begattung die 4 kleinen Waben mit Kabelbindern in ein Rähmchen binden (Mittelsteg erforderlich), in eine Styroporbeute hängen, eine Mittelwand daneben und ein Wärmeschied. Das nun leere Kieler Begattungskästchen wird mit 100g Bienen (nicht vom Aufstellort!) gefüllt, das Flugloch mit Futterteig (mit einem Nagel durchbohren) verschlossen und mit in die Beute gestellt. Nach der Befreiung aus dem Kästchen vereinigen sich die Bienen mit den anderen zur 200g-Startpopulation.
    Derart gebildete Völker dürfen keine AS-Behandlung erhalten! Eine Sommerbehandlung gegen die Varroa ist allerdings meist auch nicht nötig.
    In Styropor entwickeln sich die Kleinkunstschwärme exponentiell bis ca. Mitte September und erreichen im Oktober eine Stärke zwischen 12.000 und 18.000 Bienen, ausreichend für eine gute Überwinterung.
    In Holz hat man mit einer Startpopulation von 200g Bienen ein Einbrechen der Bienenzahl statt eines Wachstums. Mit einer Startpopulation von 300g Bienen erhält man ein exponentielles Wachstum bis Mitte August, dann knickt die Wachstumskurve ab. Im Oktober werden 7.000 bis 9.000 Bienen erreicht, was für eine sichere Überwinterung zu wenig ist.


    Gruß Ralph

  • "Die" minimale Menge gibt es nicht. Wie du schon gehört hast, hängt diese ganz stark von der verwendeten Beute, dem Zeitpunkt, der Königin ab.
    Eine Jungkönigin die noch nicht ausgewachsen ist, braucht ein größeres Volk, als eine bereits einjährige Königin, sonst wirst du festellen das sie sich nicht vollständig entfalten kann.


    Je früher im Jahr du das Volk bildest, da brauchst du Potentiel weniger Bienen und kannst aus einem Volk in EWK größe, auch mit 100g Bienen ein Volk aufbauen, wenn mehrer EWK's in einem Schutzhaus sind und die Königin bereits fertig ausgewachsen. Einzeln wird das nicht werden.


    Nimmst du dagegen ein M+ kannst du auch noch Ende Juli mit 0,5 kg und einer guten Königin eine Volk aufbauen, welches stark genug zum Überwintern ist und nicht als Schwächling auswintert.