Ableger mit Edellarven

  • Hallo zusammen.


    Dieses Jahr möchte ich wieder zeitige Ableger machen.
    Hat letztes Jahr super funktioniert.


    Jetzt meine Idee.


    Ich würde gerne in die Ableger Weiselnäpfchen mit Edellarven die an einem Blech befestigt sind direkt in die Brutwabe befestigen.


    Mit der Hoffnung, daß die Mädels die Näpfchen annehmen.


    Dann so nach ein paar Tagen die anderen Zellen ausbrechen.


    Hat das schon mal jemand gemacht?


    Gruß Udo

  • Ein so bei mir durchgeführter Versuch hat nicht geklappt. Habe aber nicht weiter geforscht warum nicht. Vielleicht hingen sie nur an der (leicht) falschen Stelle und die eigenen Larven waren dadurch attraktiver. Vielleicht erkennen die Bienen die eigenen Larven und bevorzugen es, diese zu unterstützen.
    Aber Du kannst bei einem Versuch nicht viel verlieren. Wie so oft: Versuch macht kluch.
    Ich denke, es sollte hierfür am besten ein schwarmtriebiges Volk sein, dem man zum ersten Mal alle Schwarzellen gemopst hat. Das macht dann aber auch nur Sinn, wenn die Schwarmzellen eine unwünschenswerte Genetik erwarten lassen.

  • Ja geht. Im weiselrichtigen Volk gepflegte Zellen sind aber immer besser. In welchem Maß imkerst Du? Wenn Du die gleichen Rähmchen in BR- u. HR benutzt, kannst Du die Näpfchen auch elegant an eine BW heften und diese bei der Gabe vom HR mit über das ASG hängen, schön mittig übers Brutnest. Dann werden nicht viele Zellen gepflegt, die welche aber ganz gut. Wenn sie verdeckelte sind aufteilen. Kannst Du nachlesen bei Weiss.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Hi Grisu,
    was spricht dagegen das "schulmäßig" zu machen und erst nach 9 Tagen die WZ zu brechen und erst dann neu belarven?
    Bingt auch die nötige Zeit, dass die Ableger brutfrei werden und gut mit MS/OX zu behandeln wären...

  • Hi Grisu,
    was spricht dagegen das "schulmäßig" zu machen und erst nach 9 Tagen die WZ zu brechen und erst dann neu belarven?
    Bingt auch die nötige Zeit, dass die Ableger brutfrei werden und gut mit MS/OX zu behandeln wären...


    Der Zeitpunkt. Das Verfahren nach Weiss (worauf Ralf sich bezieht) kann man schon sehr früh in der Saison nutzen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Pflege der Zellen - über Absperrgitter im weiselrichtigen Volk, besser ist, als im (hoffnungslos) weisellosen Brutableger.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Udo,


    ich würde das so machen wie Ralf geschrieben hat. Wenn dann die Zellen oben kurz vor dem Schlupf stehen, würde ich die Zellen entnehmen und sie in einen vorher erstellten Ableger stecken. Einfach am Brutnest etwas Futter wegkratzen und die Zelle direkt ans Brutnest pappen - also so, wie Schwarmzellen auch sitzen würden. Normalerweise werden diese Zellen gut angenommen.


    Ich hab das sogar schon mal so gemacht:
    1. Starter über HR gebildet. Nach zwei Stunden Zuchtlatte rein.
    2. Nach 24 Stunden anderes Volk, welches ich als Ablegerspender nutzen wollte weisellos gemacht. Direkt im Anschluss aus dem Starter-Volk die Zuchtlatte entnommen und direkt in das weisellose Volk gehangen.


    Das Volk hat nicht mal eigene Zellen angesetzt. Hat sich voll auf diese konzentriert.


    Gruß
    Frank

  • Udo, das funktioniert auch mit Miniplus...
    Und mit dem Nicotsockel!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Bitte nicht angepflegte und neu belarvte Zellen durcheinander werfen. Das geht hier in den Beiträgen irgendwie unter.
    Frisch belarvte Zellen in ein Weisel richtiges Volk zu hängen und auf die Annahme zu hoffen, halte ich für sehr optimistisch. So habe ich die Ausgangsfrage verstanden.
    Irre ich mich da? Ich hab da keine positiven Erfahrungen machen können.

  • Geht aber. Durch die relative Entfernung zur Königin ziehen die Bienen im nach Weiß skizzierten Verfahren auch im weiselrichtigen Volk einige Zellen an. Das klappt nicht immer, andererseits ist es auch null Aufwand und die Qualität solcher Königinnen war zumindest hier durchweg gut.


    Luffis Hinweis aufs MiniPlus war gut, ein wirklich starkes Mini auf vier oder fünf Zargen müßte das auch können. Versuch macht kluch und so.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Dito. Karl Weiss beschreibt das tatsächlich sehr schön und verständlich.
    Ich hab' das in den 1970-Jahren öfters so gemacht, mit damals gemischtem Erfolg, wenn ich mich recht erinnere. Zu Demonstrationszwecken für einige jüngere Imker habe ich das vor einigen Jahren bei 21 Zandervölkern (auf 2 Ständen) wiederholt. Leichte Abwandlung zu Weiß: genau 2 BW mit vornehmlich offener Brut mit ansitzenden Bienen in den HR. Am nächsten Morgen 3 Näpfchen mit Larven via Dreispitz eingebracht. Ungefähr eine Woche später: 16 von 21 hatten Zellen gezogen, manche 3, manche 2, manche nur eine, 4 eben keine, und bei einem hatten wir dummerweise die Weisel mit hochgehängt (guter Lerneffekt). Wer keine gezogen hatte, kriegte eine umgesteckt. Brutwaben mit Zelle(n) entnommen, in neue Kiste + MW + FW und wechselseitig auf den jeweils anderen Stand gebracht. Einige Zeit später: 17 ordentlich brütende Ableger, jeweils 5 geschenkte für die drei Anfänger, mir blieben zwei.
    Hier hat die Annahme recht gut funktioniert. Ich denke, dass viel vom rechten "timing" abhängt, und vielleicht hatten wir einfach nur Glück. Sollten wir vielleicht wieder mal so machen ...


    Baudus

    Und wieder ist Frühling / auf alte Torheiten / folgen neue Torheiten (Issa)

  • Das Originalbuch von Weiß hab ich leider nicht zur Verfügung. Bei einer Beschreibung der LWG Bayern liegt aber statt des Absperrgitters 2 Tage ein Fliegengitter über dem Brutnest. Das wäre dann ja Quasi auch angepflegt. Ich will aber gerne glauben, dass auch ohne kurzzeitige Königin-Absperrung das Weiselzellen ziehen möglich ist.
    Kann ich ja noch mal probieren. Für meine Kleinmengen vielleicht gar keine so schlechte Methode.