Was führt zum weltweiten Bienensterben?

  • Hallo Bienenmichi06,


    ich bin seit längerer Zeit hier Forum angemeldet und habe bisher nur gelesen. Dein Referat ist so gut gelungen, dass ich mich nun mal selbst zu Wort melden musste, wenn auch etwas verspätet. Du hast alle Informationen sehr ausgewogen dargestellt – soweit ich das beurteilen kann! Wir haben es allerdings nicht nur mit einem Insektensterben zu tun. Auch viele Säugetiere sind aufgrund des schwindenden Lebensraumes bedroht, man denke nur an Elefanten, Gorillas, Tiger ... .



    Hallo Hobbbit,


    etwas erstaunt war ich über die Aussage:


    „Als bienenungefährlich wird hier ein Spritzmittel bezeichnet, wenn mindestens 50% der Bienen 24 Stunden nach Einsatz des Mittels noch irgendwie leben.“


    Fast die Hälfte der Bienen tot, aber bienenungefährlich? Woher hast Du diese Information?


    Grüße,
    Johnny

  • Hallo Johnny,


    auch wenn es nicht glaubhaft ist, aber genau so werden wir verar...t.
    Das nennt sich Wissenschaft.


    Gruß
    Ulrich

  • Moin Johnny,
    Ich bin zwar nicht Hobbit, aber gugel mal nach LD50 Test (=Lethal Dosis ( die 50% der getesten Tiere innerhalb von 24/48 Stunden tötet)).
    Ein gängiges Prüverfahren für alle möglichen toxischen Substanzen.
    Dieses Verfahren wird im Bezug auf Bienen seit Jahren kritisiert(abgesehen von deinem Erstaunen über die Definition der Bienenungegfährlichkeit) , weil es in keinerleiweise die Auswirkungen auf die höchst-komplexe soziale Interaktion der Bienen im Volk untersucht bzw. berücksichtigt ( siehe z.B. Neonikotinode und -Orientierungssinn oder -Temperaturregulierung oder -Immunsystem oder oder)
    Gruß Michael

  • Hatte ich mir etwas falsch gemerkt. Sind 48 Stunden und nicht 24...


    Na dann ist es ja gar nicht so schlimm. Gehen wir auf eine Weide, erschlagen 2 Tage lang ab und zu eine Kuh und wenn nach 48 h noch die Hälfte der Kühe lebt, waren wir völlig ungefährlich für die Kühe und den Bauern, also alles in Ordnung!

  • Sorry, ich habe ein ungutes Gefühl, wenn die Prüfung des LD-50 kritisiert wird.
    Man kritisiert hier ein Laborverfahren, das unbedingt notwendig ist, um zu prüfen, ob sich die Forschung eines Präparates lohnt.
    Ob die Spreizung zwischen Giftigkeit und anzuwendender Menge ausreichend ist.
    Die LD 50 gibt es für viele Stoffe.
    Zucker, Salz Kaffee....
    z.B. bei der Ratte:
    Wasser 90g/kg, Zucker 29,7g/kg, Salz 3000g/kg, Koffein 192g/kg...
    (aus Wiki)
    Und sie wird lange vor dem Zulassungsverfahren überprüft.
    Und ich möchte keinen Stoff zu mir nehmen, von dem die LD 50 nicht bekannt ist.


    Was von Interesse sein sollte ist der HQ.


    Zitat aus http://bienenuntersuchung.juli…hn.de/index.php?menuid=84


    4) Was ist der HQ?


    Der HQ (engl.: Hazard Quotient) ist ein Gefährdungsquotient für die Fraß- (HQ oral) und Kontaktgiftwirkung (HQ con), der das Verhältnis von zugelassener Dosierung und Giftigkeit eines PSM ausdrückt und bei der Bewertung der Auswirkungen von PSM auf Bienen im Zulassungsverfahren für die Risikoabschätzung genutzt wird. Er wird wie folgt berechnet:


    HQ oral = zugelassene Aufwandmenge ( g PSM je Hektar) : LD50 ( µg PSM je Biene)


    Liegt der HQ-Wert eines PSM unter dem Schwellenwert 50, ist gemäß EPPO Environmental Risk Assessment Scheme davon auszugehen, dass Bienen durch die Anwendung in blühenden Kulturen nicht gefährdet und die Volks- und Brutentwicklung von Bienenvölkern nicht beeinträchtigt wird. HQ-Werte zwischen 50 – 2500 weisen auf ein potentielles Risiko hin. Entsprechende PSM müssen in Praxisversuchen geprüft werden. HQ-Werte über 2500 weisen auf ein hohes Risiko hin. Entsprechende PSM müssen grundsätzlich als bienengefährlich eingestuft werden. Die Festlegung des Schwellenwertes 50 beruht auf Ergebnissen aus standartisierten Praxisversuchen .
    Zitat Ende


    Ich denke, wir machen uns unglaubwürdig, wenn wir den LD 50 m Zusammenhang mit den zugelassenen Mitteln kritisieren.
    Wir kritisieren dann eine übliche notwendige Prüfung, die mit der Zulassung nur indirekt etwas zu tun hat. Im Vorfeld der Zulassungsprüfung.


    Meine momentane Informationslage


    Gruß Doro

  • Nö. Nach der verlinkten Definition ist hier im Forum schon lange eine falsche Definition im Umlauf. Das JKI dürfte wissen, was es macht.
    Trotzdem gibt es da einige Ungereimtheiten. Es fällt mir schwer zu glauben, das die LD50 von Salz bei Ratten 3 KG pro KG Körpergewicht betragen soll. Das stelle ich mir schwierig vor. Und Koffein ist auch verdammt nicht wenig.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Hallo Doro E,


    danke für deine Erklärung und den Link. So kommt etwas Licht ins Dunkel und mein Weltbild kann sich erstmal vom Beinahezusammenbruch erholen. Zumindest wird klar, dass nicht die LD50 , sondern der HQ das entscheidende Kriterium ist. Das gesamte Prüfungsverfahren scheint doch etwas komplexer zu sein. Ich werde auf jeden Fall dranbleiben an dem Thema.



    Grüße,
    Johnny

  • [QUOTE=Berggeist;532466
    Trotzdem gibt es da einige Ungereimtheiten. Es fällt mir schwer zu glauben, das die LD50 von Salz bei Ratten 3 KG pro KG Körpergewicht betragen soll. Das stelle ich mir schwierig vor. Und Koffein ist auch verdammt nicht wenig.[/QUOTE]


    Hallo Berggeist,
    du hast natürlich Recht. Das ist absoluter Blödsinn.
    mg!
    mg sollten das sein.
    Beim Wasser sind es Gramm und ich habe mir mühsam die Zahlen gemerkt und dann die Bezeichnung ohne Nachzudenken hingeschrieben.
    Das wäre ja auch schwer vorstellbar, wie soll das in die Ratte hineinzubekommen sein:lol:
    Sorry Leute.:p_flower01:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gift#LD50-Tabelle


    Hobbit,
    das kommt darauf an. Es gibt z.B,. auch die LD 50/30d. Das wären dann 30 Tage.
    Aber die LD 50 wollen wir ja nun vergessen, oder?


    Danke auch an Jhonny für die freundliche Rückmeldung.


    Gruß Doro


  • Siehe auch:


    http://www.n-tv.de/20089268


    Und:


    "Ein ökologisches Armageddon" - Artikel auf ZEIT ONLINE: http://www.zeit.de/wissen/umwe…amtmasse-rueckgang-studie


    => Wir haben kein Bienensterben sondern ein Insektensterben massiven Umfangs.