Winterverluste 2016/2017

  • Moin zusammen,

    In diesem Jahr muss ich leider Verluste in Höhe 60 % + verzeichnen.

    Auch späte Ableger/Kunstschwärme und TBE Völker die im Juli gebildet wurden sind betroffen.

    An nur Varroa glaube ich nicht. Durchfallerkrankungen dieses Jahr gleich Null.

    Ein paar waren m.E. überfüttert. Das Einfüttern war fast abgeschlossen als die Temperaturen wieder sommerlich stiegen und der Senf dann in Vollblüte stand. Mittelwände wurde zu diesem Zeitpunkt kaum noch ausgebaut.

    LG Mr.BeanE

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Moin zusammen,

    In diesem Jahr muss ich leider Verluste in Höhe 60 % + verzeichnen.

    Auch späte Ableger/Kunstschwärme und TBE Völker die im Juli gebildet wurden sind betroffen.

    An nur Varroa glaube ich nicht. Durchfallerkrankungen dieses Jahr gleich Null.

    Moin!

    Tut mir leid wegen der Verluste. Das ist blöd. Wie alt sind die Königinnen gewesen?

    Grüße

    Naff

  • Moin!

    Tut mir leid wegen der Verluste. Das ist blöd. Wie alt sind die Königinnen gewesen?

    Grüße

    Naff

    Die frage ist doch tatsächlich: was war in der Umgebung los? Warum schaut man nur in die Völker?



    Gruß

    Marion

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Die meisten Königinnen sind von 2015/16. Verstehe aber den Zusammenhang der Frage nicht.

    Tja, was ist/war in der Umgebung los?

    @benutzerin

    was meinst du mit: Warum schaut man nur in die Völker?

    LG Mr. BeanE

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Weil Bienenvölker ein Spiegel ihrer Umwelt sind und ich finde es sehr engstirnig nur zu schauen was im Volk passiert - das drumherum spielt halt eine große Rolle und muß thematisiert werden - Monokulturen, PSM, Greening, ....

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Hallo!

    Weil Bienenvölker ein Spiegel ihrer Umwelt sind und ich finde es sehr engstirnig nur zu schauen was im Volk passiert -

    Sicher. Aber das sind Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Auch wenn der Wunsch groß ist. Daher versuche ich die Fehler vor und in der Beute zu finden. Als dritten Schritt dann den oben genannten.

    Die meisten Königinnen sind von 2015/16. Verstehe aber den Zusammenhang der Frage nicht.

    Nur so. Ich habe schon schlechte Überwinterungen aufgrund älterer Kö gehabt oder KÖ, die offensichtlich nicht gut geeignet waren. Das ist nun wissenschaftlich nicht verifizierbar, aber ich schreibe mir immer auf, wer wo und wie lange regiert. Mitunter gibt mir das dann Denkstoff. Ob das richtig oder falsch ist?

  • Moin!


    20 eingewintert, 20 wieder aus dem Winter draußen - 10 gehen direkt in den Verkauf. Alle Kö aus 2016, AS-Behandlung Ende Juli, Mitte/Ende August. Mit reichlich Futter die starken Völker aus der Brut gedrückt, danach MS Behandlung und im Dez. 14 Tage nach Frost OS-Behandlung. Kein Milbenabfall bzw. deutlich unter 1 in drei Tagen. Völker sehr kräftig und noch mit reichlich Futter dabei.

    Das gleiche Ergebnis habe ich bei meinen 5 Völkern durch nur zwei AS-Behandlungen mit dem Liebig-Dispenser erreicht. Einmal AS60 Anfang August und dann AS85 Mitte September.

  • Moin

    Bei der Durchsicht meiner verstorbenen Völker ist mir aufgefallen, das Futterabriss zu den Hauptursachen gehört.

    Gibt es Möglichkeiten dem künftig entgegenzuwirken?

    Meine Verlustrate liegt bei 20%.

    Die lebenden Völker sind offensichtlich in sehr guter Verfassung.

    Elk

  • Futterabriss ist eine sekundäre Erscheinung und hat eine tieferliegende Ursache. Danach sollte man auch forschen, wenn man lernen will.

  • Ich denke auch dass das mit dem Futterabriss mit der Volksgröße zu tun hat. Entweder zu schwach eingewintert oder durch Milben dezimiert. Die schaffen es dann einfach nicht mehr das Futter heranzuholen oder nachzurücken.

    Die Beutenform, Wabenstellung (Warm-/Kaltbau) oder Wabenlänge (Zehrweg) halte ich nicht für wirklich entscheidend. Sonst hätten früher meine Mickerlinge in den DNM-HBBs Probleme haben müssen. Hatten sie aber nicht.

    Ich hatte dieses Jahr aber auch ärgerliche Verluste bei meinen MiniPlus. Die saßen komischerweise alle in der obersten Zarge auf dem Trockenen und unten war noch alles voll Futter. Gewichtskontrolle war i.O. Im nächsten Winter werde ich wohl die Zaregn tauschen.


    Gruß Jörg

  • Jörg K. :

    HBB - bedeutet das nicht, dass die Dinger in einem Bienenhaus oder zumindest Bienenwagen stehen?

    Da dürfte es ja deutlich wärmer drin sein, so dass an viel mehr Tagen die Traube lockerer werden und so auch von weiter weg Honig holen kann, oder?


    Gruß

    hornet

  • Futterabriss kann ja entweder entstehen wenn

    • das Volk zu klein war und sich nicht für den Futterumtrag tagsüber auflockern konnte oder wenn
    • plötzliche, starke und vor allem auch tagsüber andauernde Kälteeinbrüche ein Auflockern und Umtragen nicht möglich machen und die bereits ungetragenen Reserven nicht mehr reichen.

    Zusätzlich eingebrachte Schiede oder spät gegebene und nicht mehr ausgebaute Mittelwände können das zusätzlich erschweren wenn sie genau zwischen Bienentraube und Winterfutter liegen...gerade bei grenzwertig kleinen Völkern.


    Rapide Kälteeinbrüche hatten wir heuer nicht...zumindest nicht in Berlin.


    Bleibt also in den meisten Fällen die Frage über warum die Völker zu klein sind (beim Einwintern) oder werden (z.B. durch hohen Totenfall, Ausfliegen ohne Wiederkehr bei Krankheit, verkürzte Lebensspanne durch vorangehende Belastungen usw.).


    Leider bekommt man das nicht immer raus - die Untersuchung des Totenfalls kann etwas über die Varroa-Situation verraten aber oft ist das nur ein Faktor von vielen. Wie viele und welche Viren diese Milben nun verbreitet haben, welche Belastungen Pollen oder Winterfutter mit sich brachten, welche Störungen wie oft nun im Winter passierten oder wie eine etwaige Winterbehandlung verkraftet wurden, verrät uns der Totenfall eben leider nicht.


    Ich versuche, mit vielen Fotos und Notizen Volksstärken und -zustand beim Ein- und Auswintern zu erfassen aber Volksstärke alleine schützt eben leider auch nicht - eines meiner Patienten mit Durchfall war im letzten Jahr das stärkste am Stand. Hatte aber eben auch am meisten Varroen...


    M.


    P.S. Inzwischen genesen die kranken Völker aber langsam. Immer wieder toll - Aufgeben ist echt keine Option bei den Bienen!

  • Naja, aber auch da gibt es Kisten am Rand oder oben/unten. Ich wollte damit sagen dass die Kombination von Warmbau mit bis zu 14 Rähmchen DNM auch funktioniert hat. Das quasi worst case...


    Gruß Jörg

  • Zusätzlich eingebrachte Schiede


    Das habe ich noch nie gesehen.


    Der häufigste Fehler ist eine fehlende oder unzureichende Isolierung des Deckels. Dann können die Bienen nicht über die Oberträger laufen, wenn es kalt ist. Dann sind die auch schnell hinüber wegen Futterabriss.


    Manche packen ja als Isolierung diese Holzfaserdämmplatten drauf. Die saugen sich dann regelmäßig voll mit Feuchtigkeit, werden bleischwer und isolieren null. Das fällt dann auch unter unzureichende Isolierung des Deckels. Mit den entsprechenden Folgen.


    Als weiterer Punkt ist der Standort entscheidend: etwas Mittagssonne ist im Winter den Bienen sehr förderlich. Die Sonne wärmt die Beuten auf der Sonnenseite auf, diese kurzen Stunden reichen den Bienen, um in dieser Zeit wieder etwas umzutragen.


    Die landläufige Beobachtung ist dabei, daß die Bienen das Futter von den äußersten Ecken der Beute nach innen in die Wintertraube umtragen. Entweder von der Randwabe, oder eben von oben aus den "vergessenen" Honigräumen und anderen Konstrukten. Die Bienen sind so schlau und fangen von außen nach innen an, eben um bei kühlerem Wetter das Futter immer noch naheliegend zu halten.


    Sobald das Brutnest begonnen wird, wird nur noch umgetragen. Also ab Mitte/Ende Januar. Dann gibt es keinen Zehrweg mehr, sondern nur noch das Umtragen von Winterfutter. Gut, wer die Bienen dabei zu unterstützen weiß.