Winterverluste 2016/2017

  • Moinsen,


    auch bei mir sieht es bisher gut aus. Alle Völker sind noch da. Wobei eines echt klein aussieht. War aber meine Schuld. Hatte Mini-Kunstschwärme aus Mai im Juli mit Bienen von der Honigernte verstärkt. Ging super, nur hatte ich unterschätzt, wie viele Milben da so mitkommen. Hatte dann natürlich erst im September behandelt - mit einem bescheidenden Ergebnis. Aber noch ist es da :daumen:


    Ansonsten sieht der Rest super aus.


    Schönen Gruß


    Frank

  • Jörg : :daumen:, vor allem der letzte Satz. Ich setze auch vermehrt auf TBE, weg von den Säuren. Sie bilden Resistenzen aus und selektieren die Milben auf die Stärksten, die sich dann immer erfolgreicher vermehren. Für die Zweifler: Die Hinweise auf die Richtigkeit dieser Aussage mehren sich. wir werden umdenken müssen.
    Außerdem soll gem. einer Untersuchung beim CVUA Freiburg beim Dr. Ritter dieses Mal verstärkt die Amöbenruhr auftreten, die den Völkern anscheinend "den Rest" gibt.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Gegenüber Säuren gibt es außer einer Gasmaske keine Resistenz (verätzt ist verätzt), zumindestens wird das von Wissenschaftlern so publiziert, wobei ich nicht behaupten würde das ständige AS Behandlung für das Volk gesundheitsfördernd ist.

  • Gegenüber Säuren gibt es außer einer Gasmaske keine Resistenz (verätzt ist verätzt), zumindestens wird das von Wissenschaftlern so publiziert, wobei ich nicht behaupten würde das ständige AS Behandlung für das Volk gesundheitsfördernd ist.


    Sicher???
    Soweit ich das sehe kommt das Thema Resistenzen in der Imkerschaft immer nur bei den systemischen Mitteln auf. Da geht es dann um metabolische und/oder Site-Target-Resistenzen. Dann wird geschaut wie die funzen und geschlußfolgert, dass das bei den Säuren ja nicht zutreffen kann...
    ...soweit so gut...
    Wenn diese beiden Resistenzarten auftreten kann man z.B. die morphologische Resistenz auch vernachlässigen, da die sehr viel länger brauch um sich zu bilden...
    Aber was ist, wenn die beiden o.g. wegfallen, wie z.B. beim Einsatz von organischen Säuren....?!

  • Ich kann Jörg nur beipflichten. Das ist mein dritter Winter mit (oder besser nach) TBE. Die letzten beiden Winter habe ich kein einzigen Volk verloren und auch dieses Jahr sieht es gut aus. Ich fürchte allenfalls lange Perioden mit starkem Frost, weil ich einige Völker nicht optimal stark eingewintert habe. Da war ich mit dem Vermehren ein bisschen zu ehrgeizig.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Gegenüber Säuren gibt es außer einer Gasmaske keine Resistenz (verätzt ist verätzt), .


    Nun Sterben die Milben aber nachweislich nicht an Verätzung, d.h. an äußerlichen Schäden - auch wenn bisher m.E. nicht geklärt ist, wie die Säuren im Milbenorganismus genau wirken.
    Vorstellbar wäre schon, dass die Milben unter dem Selektionsdruck der Säureanwendung weniger empfindlich werden. Wenn die Übersäuerung und die daraus folgende Stoffwechselstörung Todesursache ist (die bisher überzeugendste Erklärung, die ich kenne), könnte man sich ja z.B. vorstellen, dass die Milben ein besseres Säurepuffersystem entwickeln.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wegen der Milben mache ich mir keine Sorgen.
    Eher wegen dem Futter, welches sie massenhaft im September noch eingetragen hatten.
    Ich konnte fast nicht´s zufüttern, da sie schon alles selber vollgetragen hatten.
    Da ich keine Leerwaben mehr hatte, schaue ich nun wie sie durch den Winter kommen.
    Ich hoffe auf einen nicht zu langen strengen Winter.

  • Die Wirkung der Ameisensäure besteht in einer selektiven Atmungshemmung und Übersäuerung der Milbe und ihrer Larvenstadien, deswegen kann es für mich keine Resistenz der Milbe dagegen geben.


    Obendrein ist die Ameisensäure nur ein Puzzlestein im ganzen Gebilde der Varroabehandlung. 2016 habe ich zum Beispiel eine völlig andere Methode gewählt und habe auch noch an alle Völker. Der Stein der Weisen ist aber gefunden, indem man immer sehr früh reagiert und nie zu spät und bestimmte Handlings unterlassen und eine Varroasommerbehandlung erst Anfang August ist absolut zu spät und das kann man mit nichts wieder gutmachen, außer ich setze bewusst den Verlust meiner aktuellen Wirtschaftsvölker für eine gute Spättracht ein - so einfach ist das, aber dann muss ich eine andere Betriebsweise ansteuern und für nächstes Jahr schon genügend Ableger und Kunstschwärme haben.


    Natürlich muss für eine gute Überlebensstrategie meiner Bienenvölker auch das Umfeld, sprich die Bedingungen die aus der Landwirtschaft resultieren stimmen, ansonsten ist alles Wissen und Erfahrung vergebene Liebesmüh.

  • Bisher keine Verluste. Behandlung:

    • 2-stufige komplette Brutentnahme im Juli (=Entnahme der verdeckelten Brut + OS-Bedampfung, 7 Tage später wieder Entnahme der verdeckelten Brut ohne OS-Bedampfung)
    • In September/Oktober OS-Bedampfung bei natürlichem Milbenfall >5/Tag
    • Auszählung der Varroen 3 Tage nach der Bedampfung, bei >100 Varroen Wiederholung der Bedampfung 7 Tage nach der vorangegangenen Bedampfung
    • Winterbehandlung: OS-Bedampfung, Auszählung der Varroen 10 Tage danach und Bewertung des Schiebers auf Bruttätigkeit, Wiederholung ca. 14 Tage danach bei >50 mit Brut oder >100 ohne Brut

    Die Völker werden bei mir aber Mitte April gezählt.


    Gruß Ralph

  • Viele warten halt die Waldtracht ab und haben bei der Behandlung dann das Nachsehen. Mit früher Behandlung erziele ich die besseren Ergebnisse.
    Ich habe aber auch 3 Völker dabei, die bei der Futterabnahme gebummelt haben, aus welchen Gründen auch immer. Die muss ich notversorgen, es sind keine kleinen Völker.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Was wurde denn so schlimmes eingetragen? Bei uns Senf - das ist ja nicht so dramatisch. Waldtracht wäre nicht so pralle.


    Ja, wenn ich das so genau wüsste, könnte ich vielleicht etwas entspannter sein.
    Teils war hier in der Gegend Zementhonig eingetragen worden. Ich hatte bei mir im Herbst mal durchgeschaut.
    Sehr fest war der Honig noch nicht, aber auch nicht flüssig.
    Die "sulzigen" Futterwaben habe ich dann nach außen gehangen und die mit viel flüssigen Anteil ans Brutnest.