Winterverluste 2016/2017

  • Hallo zusammen,


    da es diesbezüglich dieses Jahr noch keinen Thread gibt und die Winterbehandlung mittlerweile abgeschlossen sein sollte, fange ich hier mal an.


    In allen Kästen summt es erfreulicherweise noch. Ein Volk ist jedoch seeehr schwach und wird voraussichtlich nicht durchkommen. Der Milbenfall war nach der Oxalsäurebehandlung am 18.12. sehr unterschiedlich von gar nichts bis zu ca. 80 Milben.


    Wie sieht es bei Euch aus?


    Imkerliche Grüße vom Apidät

  • Wie sieht es bei Euch aus?


    Gute Frage. Allerdings werden die Antworten hier ähnlich ausfallen, wie in diesem Infobrief: http://www.apis-ev.de/fileadmi…016/Infobrief_2016_27.pdf


    Das Jahr war - zumindest hier - von einem enormen Varroadruck in den Völkern geprägt. So viele Milben so zeitig in den Völkern hatte ich schon sehr lange nicht mehr. Andererseits ging die Honigernte bis in den August. Ein Spagat für den Imker. Habe von allen völlig vermilbten Völkern die Brut entnommen und die Völker mit Oxalsäure behandelt. Immerhin erfreuen sich 80% dieser Völker bester Gesundheit. Nur 20% der so behandelten Völker erlebten Weihnachten nicht mehr.
    Die Brutscheunen, die ich aus der Brut dieser Völker gebildet hatte, waren bereits Ende September tot.


    Von den Völkern, von denen ich glaubte, der Varroadruck sei nicht besonders hoch und die deshalb im Sommer nicht behandelt wurden, sind 70% eingegangen. So weit ich das um die Weihnachtszeit beurteilen konnte, sind die überlebenden Völker doch relativ stark. Habe sie kurz vor Weihnachten mit Oxalsäure behandelt, damit sie in diesem Jahr mit nur geringer Milbenlast starten können.


    Hatte eigentlich vor, die Winterbehandlung auf einem Stand wegzulassen (entsprechend des Vortrages von Herrn Büchler (Kirchhain) in Donaueschingen), habe es mir allerdings doch noch nicht getraut.


    PS: Dieses Frühjahr werden bestimmt die Völkerpreise kräftig steigen, weil Angebot und Nachfrage enorm auseinander klaffen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Die Beobachtungen von "wald&wiese" kann ich untermauern: Im vergangenen Spätsommer nach der üblichen Behandlung alles prima. Im Sept. kamen dann die Varroen zum Vorschein. Der Behandlungsmarathon lieferte mir einige Erkenntnisse, die nicht neu sind, für mich allerdings erstmals so zu beobachten waren.
    Zusammengefasst: frühzeitige mindestens 3-malige AS60%-Behandlung mittels ST bringt erst einmal substanzielle Reduktion. Es reichte aber nicht aus. Erst die konsequente mehrfache Anwendung von OXS, auch bei den TBE Völkern brachte nach Bruteinstellung im Nov./Dez. das gewünschte Ergebnis.
    Fazit: frühestmöglichen behandeln, am Besten bei Brutfreiheit (TBE, ausgelaufene Brutsammler). Dabei ist die eingesetzte Säure eine Frage der lokalen Bedingungen zur gg. Zeit.


    Ach ja, bisher alle noch fidel.


    Beste Grüße


    Rainer

  • Alle meine 4 eingewinterte Völker leben noch, bei der OS-Behandlung Anfang Dezember saßen die Völker in eine dichte Traube.


    Aus alle Völker sind auch Milben gefallen, mal mehr mal weniger.


    Hatte übrigens während der Sommer kaum Milbenbefall.


    Gruß, Victor

  • M.E gibt es bis zur erfolgreichen Auswinterung der derzeit noch lebenden Völker nur eine Gefahr - nämlich die des Verhungerns während der Durchlenzung und das wird man als Imker verhindern.

  • Ich finde es auch noch ein bisschen früh für den "body count".
    Bis jetzt dürfte es nur die Völker erwischt haben, die mit einer zu hohen Varroabelastung in den Winter gingen. Das kommt bei mir nicht mehr vor.
    Die Völker, die zu schwach eingewintert wurden, erwischt es eher im Januar/Februar, wenn es richtig kalt wird.
    Verhungern tun Völker dann eher im Spätwinter, aber da kann man ja was tun.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Moin Leute,
    momentan reden wir höchstens von Spätsommer- oder Herbstverlusten, der Winter kommt erst noch und gezählt wird im März.


    Da besonders der Futtermangel bei Kälteperioden im April noch kritig werden kann, zähle ich lieber Anfang Mai.
    Bisher sind noch alle an Bord und die Milben waren nach der Ox-Beh. doch erstaunlich in Unterzahl.
    LG

  • Hallo


    ich sehe das ähnlich wie Wolfgang, jetzt im Januar trenn sich die Spreu vom Weizen. Meine Einschätzung ist das alle meine Völker die Weihnachten erlebt haben, auch das Frühjahr sehen werden. Für die Bienen ist jetzt absolute Winterruhe wichtig, da sollten keine Äste an die Beute schlagen und auch sonst kene lockeren Teile an den Beuten klappern, der Imker sich auf seine Hände setzten und wenn die Völker dann noch genug Futter haben ist alles gut.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich bin schon jetzt traurig. Denn ich befürchte in diesem Jahr bis zum Mai mehr Verluste zu haben als in den Jahren vorher zusammen. Wegen unserer Spättracht ab 12.08. bis 12.09. konte ich im Sommer ja nicht behandeln, weshalb mir bereits in der Heide Völker kaputtgegangen sind. Hatte ich noch nie. - Einmal ist immer das erste Mal. Hätte wohl im ltzten Winter nach der OS-Behandlung nochmal im Frühjahr handeln müssen.Brutentnahme habe ich nie gemacht, immer nur mit AS, MS und OS behandelt. Und da die Verluste sich in Grenzen hielten, habe ich nichts anderes bedacht. Und nun, so nehem ich an, werden die letzen fünf Mickervölker (bei der OS-Behandlung zwischen den Jahren) wohl das Frühjahr nicht erleben. Also folgt mithin ein Neustart. Es wäre natürlich auch die Möglichkeit zu kapitulieren, aber dafür habe ich mich zu tief (auch finanziell) ins diese Aufgabe hineinbegeben. Also ist quasi ein Neustart fällig. Und ich bin auch sicher, das er klapen wird.

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Also folgt mithin ein Neustart. Es wäre natürlich auch die Möglichkeit zu kapitulieren, ...


    Nee, nee, Deinem Profil nach ist Kapitulieren keine Option, heidjer. :liebe002:


    Keep it up, Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Bei mir sieht es leider auch nicht gut aus. Hab die Milbe unterschätzt und viele Völker der Spättracht geopfert. Was 2015 noch ging, war 2016 dann wohl doch zu wenig. Hatte fast keine Milben im Juli auf dem Brett gefunden und bin darauf reingefallen. Dieses Jahr ist also wieder fleißig vermehren angesagt und TBE werde ich wohl auch erstmals durchführen...

  • Moin zusammen,


    auf dem flachen Land in Brandenburg sieht bisher alles sehr schick aus. Verluste unter 10%, sogar meine wirklich miserabel behandelten Mini+ brummen noch. Da werde ich aber futtertechnisch sicher noch etwas einfallen lassen müssen...


    Insgesamt haben sich m.E. folgende Dinge bewährt:
    - Völker eng halten, Schied - kompaktes Brutnest
    - auf gute Wachsqualität achten, Eigenwachsstrecke und regelmäßige Bauerneuerung
    - kräftig Ableger bilden und diese wirklich konsequent in der brutfreien Phase behandeln
    - TBE im Juli, damit fallen natürlich alle Spättrachten zumindest mit den Altvölkern aus (könnte man aber mit Ablegern hinbekommen)


    Ich benutze keine AS mehr.


    Gruß Jörg