Imkern ohne Vereinsmitgliedschaft ?


  • Ich hatte erst vergangene Woche mein jährliches Seminar "Update Vereinsrecht ". Da kam dieses Thema Satzungsänderung zur Sprache und es wurde wiederholt darauf hingewiesen, das der Vereinszweck nur mit 100% der Mitglieder geändert werden kann.


    Wo hast Du denn das Seminar gemacht? Wir hätten da eins im Angebot (mit dem genannten RA M. Röcken), wo die Sache etwas differenzierter dargestellt wird.
    Wie gesagt: Die Satzung muss das schon bei der Gründung regeln. Danach braucht man in der Tat die Zustimmung aller Mitglieder.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wo hast Du denn das Seminar gemacht?



    Beim DOSB, und bei einem Dozenten der Führungsakademie.
    Ich habe die Ausbildung zum DOSB Vereinsmanager B.


    Leider bieten ja die Imkerverbände solche Lehrgänge nicht an. Das ist auch das Problem warum sich die
    Mitglieder der IV immer von der Gesetzgebung gegängelt fühlen. Und vielmals Unwissen vorherrscht.




    Die Satzung muss das schon bei der Gründung regeln. Danach braucht man in der Tat die Zustimmung aller Mitglieder.


    Jetzt habe ich deine Aussage auch verstanden. Das Gesetzt wurde mal angepasst.
    Also kann es in neuren Satzungen rein. Damit das geht. Viele alte Satzungen behandeln das Thema nicht.
    Ich schau noch mal in meine Unterlagen nach. evtl ist es ja so beschrieben :-|


  • Jetzt habe ich deine Aussage auch verstanden. Das Gesetzt wurde mal angepasst.
    Also kann es in neuren Satzungen rein. Damit das geht. Viele alte Satzungen behandeln das Thema nicht.
    Ich schau noch mal in meine Unterlagen nach. evtl ist es ja so beschrieben :-|


    Nein, keine Gesetzesänderung. Nur sind leider viele Mustersatzungen nicht optimal gestaltet.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Freunde,
    wer hätte gedacht, dass solch ein dröges Thema solche Wellen schlägt.
    Damit wir es alle richtig verstehen und nicht aneinandervorbeiposten nochmal ganz klar. Wer die Namen der jeweiligen Vorstände eintragen lässt, macht einen Fehler, weil diese natürlich nach der nächsten Vorstandswahl geändert werden müssen. Und ja, man muss nicht im Imkerverein einen Posten bis zum Tod einnehmen, drei Jahre nach dem körperlichen zerfall und fünf jahre nachdem Demenz oder einfach nur Schludrigkeit, verbunden mit Sprachfaulheit, Gedächtnisverlust und mangelnder Rechen- oder Schreibkompetenz ein Nachvollziehen der Kasse unmöglich machen. Ein permanenter Wechsel im Vorstand, ein Miteinbinden anderer Mitglieder ist ein probates Mittel den Vorstand, die Mitarbeit, das Verständnis und den Verein attraktiver zu gestalten.
    Was eingetragen und bei Veränderungen umgeschrieben werden muss ist z.B. die Anzahl der Vorstandsposten und deren festgeschriebene Kompetenzen. Bei richtiger Planung sollte das in einem doch eher statischen Imkerverein für viele Jahre gleichbleiben, wenn es denn einmal richtig und vorausschauend gemacht worden ist.
    Und nochmal zu dem wohl größten Problem von allen. Die rechtzeitige Einladung zur Generalversammlung.
    Ist das wirklich so schwer? Lasst mich bitte nicht lauthals loslachen. Ich sitze hier in meinem viel zu kalten Keller und mich hört sowieso keiner.
    Ein Brief mit der Einladung, Datum, Ort, Uhrzeit und Verkleidung. Dazu die TOP-Liste, das ganze kopiert, in 32 adressierte und frankierte Umschläge und reichlich 14 Tage vor dem Termin zur Post bringen und abschicken.
    Das ist viel zu einfach für Leute die TBE machen, die mit sportlichem Ehrgeiz Qualitätsköniginnen züchten, guten Sortenhonig ordentlich verpackt im selbstgestalteten Honigglas erfolgreich vermarkten und mit einem Abflußrohr mit Bogen in Bäume steigen um Schwärme zu fangen.
    Diese Leute habt ihr alle in eurem Verein, also warum wählt ihr welche auf der Zielgerade, denen es zu viel Arbeit oder zu kompliziert ist ein Textprogramm und eine Exel-Datei einzusetzen.
    Warum wählt ihr Leute deren Hauptaufgabe es ist, die Vereinsverwaltung vom Landesverband machen zu lassen und die letztes Jahr im Beitragsschreiben die falsche IBAN stehen hatten.
    Dieses Jahr hörte ich von Beitragsschreiben, die Ende Januar ankamen und wo drin stand, dass man diesen Beitrag spätestens bis Mitte Januar überweisen soll.
    Kleinigkeiten, aber dämlich hoch zwei.
    Und das Alles nur, weil die Person zu nett ist um nein zu sagen und weil diese Person nicht die goldene Regel kannte, bei Vorstandswahlen zu fehlen oder bei der Wahl gerade auf dem Lokus zu sein.
    Alleine das disqualifiziert ihn als Vorstandsmitglied.
    Trotzdem und aus anderen Gründen liebe ich meinen IV, bin natürlich dabei.
    Aber, wenns hart auf hart kommt, könnte ich, also z.B. alleine auf einer einsamen Insel, im Notfall auch darauf verzichten. Genau wie der Verein auf mich.
    Viele Grüße
    Wolfgang, Querolanten aller Länder vereinigt euch.

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Nicht nach meinem Wissen,
    also Melanie,
    wo und wann wollen wir das austragen, Smoker auf 30 m im Morgengrauen?
    Bevor mir das Wolfgang nicht glaubhaft versichert, glaube ich das nicht.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Als gemeinnütziger e.V. muss ich meiner Kenntnis nach die Vorstände eintragen lassen die den e.V. vertreten.


    Ja, ganz richtig.
    Die Frage ist aber, ob alle Vorstandsmitglieder auch vertretungsberechtigt sein müssen. Nach innen haben ja alle die gleichen Rechte und wer nach außen die Rechtsgeschäfte für den Verein tätigt, ist ja nicht so ausschlaggebend, weil sie vom Votum des Gesamtvorstands abhängig sind und sich haftbar machen, wenn sie dagegen verstoßen.
    Wenn möglich sollten zwei Vorstandsmitglieder einzelvertretungsberechtigt sein oder wenigstens mit einem Dritten zusammen, damit es nicht zu Problemen kommt, wenn eines ausfällt (z.B. weil es den Stockmeissel für alle Zeiten abgibt).


    Wolfgang

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  • So Melanie,
    dein Smoker hat getroffen.
    Jetzt liege ich auf meinen Knieen, hart getroffen, schwer verletzt mit einem Quadratmuster aus verbrannter Epidermis quer über meinen Wangen und kanns nicht glauben.
    Viele Grüße
    Wolfgang, nie zu alt um was zu lernen, nie mit Melanie duellieren

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Och, menno...eigentlich wollte ich lieber die Schmuckausgabe des kommentierten Vereinsrechtes in der aktualisierten Fassung zum gegenseitigen Bewerfen...


    Die aktuelle Fassung ist für den Zweck zu teuer. Ich hätte da aber noch die vorletzte Ausgabe des Standardwerks. Die wiegt fast zwei Kilo...


    Wolfgang

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  • Hallo Zusammen,
    ich bitte um Erlärung der mehrfach genannten Zahl von 100 % der Mitglieder, die bei einer Änderung der Satzung bzw. des Vereinszwecks in der Satzung zustimmen müssen.


    Dies ist für mich in der Praxis nicht machbar, wenn man die Altersstruktur eines Vereins insbesondre eines Imkervereins zu Grunde legt.


    Ich habe hier gerade zwei Vereinssatzungen (einmal Verband, einmal Verein) die aktuell geändert wurden. Bei beiden ist eingetragen, und vom Registergericht so genehmigt, dass die Satzung mit einer Mehrheit von ¾ der anwesenden Mitglieder geändert werden kann.


    Änderungen der Vorstandmitglieder werden nach der Wahl, mit Protokollauszug über die Versammlung, dem Registergericht mitgeteilt.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Die Zustimmung aller Mitglieder ist nach BGB nur bei einer Zweckänderung erforderlich (§ 33 Abs. 1 Satz 2 BGB).
    Eine einfache Satzungsänderung erfordert eine Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen Stimmen (§ 33 Abs. 1 Satz 1 BGB). Hier ist die Mehrheit der bei der Mitgliederversammlung anwesenden Mitglieder gemeint.
    In der Tat sind Zweckänderungen oft unmöglich, weil man die Einstimmigkeit nicht hinkriegt. Ein Mitglied, dass man nicht erreicht, lässt die Zweckänderung scheitern.
    Deswegen ist unbedingt angeraten, die Mehrheitserfordernis für die Zweckänderung schon bei der Gründung des Vereins anders zu regeln (was nach § 40 BGB geht). Leider kann man die entsprechende Satzungsregelung nachträglich nur ebenfalls mit der Zustimmung aller Mitglieder vornehmen.


    Wolfgang

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