Imkern ohne Vereinsmitgliedschaft ?

  • @ Andrea, 27.1. 9.16 #134 und 13.09 # 137
    @ Wolfgang 27,1, 10,50 # 135


    Eure Beiträge spiegeln in meinen Augen das "normale" Vereinsleben wieder, dass dann nur noch nervt. Bitte nichts ändern, denn die Jahrzehnte der Ruhe könnten dann vorbei sein. Andreas es ist halt so, mit Einsatz bringt auch Bewegung in den Verein, das wollen aber nicht alle. - Ohne e.V. würde ich heute keinem Verein, egal aus welcher Richtung, vorstehen, denn dann handelt der Vorstand für sich sehr riskant (Haftung).


    So will ich meinen Beitrag nicht verstanden wissen. Es gibt die Phänomene, die ich beschrieben habe, aber sie sind keineswegs flächendeckend. Vereine sind nach wie die wichtigste Rechtsform, in der bürgerschaftliches Engagement stattfindet. Und die meisten leisten ohne großen Frust, sondern meist sogar mit viel Spaß, gute und unersetzliche Arbeit.
    Die Haftung des Vorstand ist nicht das Problem. Hier gibt es Haftpflichtversicherungen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Wie bekommt man einen Verein aktiv? Indem man eine Untergruppe bildet. Eine Züchtergruppe, eine Wandergruppe, eine Jungimkergruppe und und. Da kommt auch bei den Anderen Interesse auf. Aber da muss man etwas machen und nicht warten bis andere aktiv werden.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Remstaler, da liegst Du nicht verkehrt.
    Es wird aber extrem ermüdend, wenn tatsächlich offen für einen gesamten Kreis gesagt und festgelegt wird, dass man etwas "nicht braucht, weil es bisher auch immer ohne ging" oder wenn man haarsträubende Ausflüchte als Gegenargument liefert, nachdem man sachlich fachlich begründet Pro aufgeklärt wurde. Wobei es egal ist, was der konkrete Aufhänger ist oder war. Man hat doch gar keine Motivation, überhaupt etwas anzuleiern oder aktiv anzufangen, wenn man sieht, wie solch ein Vorstand tickt. Und ich bin kein einfaches Mitglied, ich bin im Vorstand!
    Trotzdem wird "Wasch mich, aber mach mich nicht nass!" praktiziert und gepflegt...


    Man redet sich schneller heraus und wiegelt ab, als dass man sich der Realität stellt. Ich bin nun in der Realität dieses Vereins gelandet und weiß, dass es zwecklos ist, solang die gut vernetzten Altimker dort regieren. Und sie tun das nichtmal aus Boshaftigkeit, sondern aus ehrlicher Beratungsresistenz gepaart mit Verlustängsten. Sie wollen Verjüngung, aber nur soweit es ihnen Arbeitserleichterung bringt, aber selbst das nur eingeschränkt! Eine echte Arbeitsverteilung ist aber dann wieder nicht gewünscht, weil man dann evtl. nicht auf allen Hochzeiten mittanzen kann...


    Dass man künftigen Vorständen jetzt schon Mühlsteine an die Füße hängt, wird nicht realisiert.
    Ein Verein ohne e.V. ist ein rechtloses Konstrukt, diese Realität ist bei ihnen noch nicht angekommen und sie weigern sich zu akzeptieren, dass Leute wie ich auch mal Rechte nach aussen einfordern wollen oder künftige Vorstände das mal beabsichtigen könnten. Sollte mal ein edler Spender dem IV ein kleines feines Grundstück vermachen wollen, wird der Verein in die Röhre schauen, weil nicht rechtsfähig. Diese Botschaften sind nicht bei Allen angekommen, aber es dämmert nun einigen mehr, worum es geht.
    Haftungsfragen waren der Auslöser für die e.V. Diskussion. Die Haftungsrelevanz wird völlig falsch gewichtet, und das ist eigentlich der Hauptgrund, e.V. zu befürworten.


    Gruß Andreas

  • Und ich bin kein einfaches Mitglied...


    :lol::daumen: Das sehen offensichtlich einige so.

    Ein Verein ohne e.V. ist ein rechtloses Konstrukt


    Das dürfte es wohl nicht geben; wobei ich nichts gegen dein Ansinnen sagen möchte, den Verein eintragen zu lassen. Es macht zwar einiges komplizierter, hilft aber auf der anderen Seite auch wieder enorm.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...


  • Ein Verein ohne e.V. ist ein rechtloses Konstrukt...


    Nein, das ist dann ein sog. nichtrechtsfähiger Verein, für den weitgehend die gleichen Regelungen gelten wie für den e.V. (Übrigens ist genau das Thema meines ersten Artikels in bienen&natur.)
    Wie richtig bemerkt, ist das größte Problem, dass ein nichtrechtsfähiger Verein nicht grundbuchfähig ist.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Berggeist, so viel komplizierter ist es als e.V. gar nicht, aber es wird gern so dargestellt, wie ich live erleben durfte. Es überwiegen die Vorteile, wenn man vorausschauend plant.
    Das mit dem einfachen Mitglied hat sich jetzt als mehrdeutig herausgestellt, ohne das "einfach" vorweg wäre es sinniger gewesen... :oops:


    Der nicht eingetragene Verein ist nicht rechtsfähig, da gibt es keine weitere Unterscheidung von nicht eingetragenen Vereinen.
    http://www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/leitfaden.htm#5


    Was Rechtsfähigkeit ist, wird hier erklärt:
    http://www.tagesgeldvergleich.com/rechtsfaehigkeit
    Leider sind die meisten Quellen gesponsert, habe keine ohne Werbung gefunden.


    Hier noch ein link, etwas spezieller:
    http://www.justizportal.nieder…ereinsregister-56784.html
    §54 BGB ist die Grundlage.


    Gruß Andreas

  • Solltet ihr schon irgendeine Vereinspleite mitgemacht haben, so wisst ihr, dass euch nur der e.V. vor finanziellen Schäden schützt. Anderenfalls haftet der Vorstand mit seiem Privatvermögen. Beim e.V. haftet nur das wohl nicht vorhandene Vereinsvermögen. Also bin ich nur im e.V. als Funktionär tätig oder der Verein wird schleunigst e.V.
    Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Wie bekommt man einen Verein aktiv? Indem man eine Untergruppe bildet. Eine Züchtergruppe, eine Wandergruppe, eine Jungimkergruppe und und...


    Gutes Stichwort... in meinem (ehemaligen) Verein hatte sich gerade eine kleine Gruppe mehrfach (!) zu "Jungimkertreffen" gefunden. Das darf jetzt aber nicht mehr so heißen und stattfinden, und soll für alle offen sein, weil ein "Verein im Verein" nicht gewünscht ist...
    Naja, ist ja zum Glück alles nicht mehr mein Problem.


    Aber wie sagt man so schön: "Wer keine Sorgen hat, macht sich welche."

  • so viel komplizierter ist es als e.V. gar nicht


    Das war bei uns jahrelang auch so. Das hat sich allerdings vor (geschätzt) mindestens 10 Jahren hier extrem geändert. Personaländerungen?


    Sicher bedarf so manche Satzung oder sonstige Vereinsregelung der Überarbeitung, wie Wolfgang berechtigterweise anmerkt. Wenn es aber so kompliziert gemacht wird, Satzungen, Einladungen zu Versammlungen "richtig" und rechtskonform zu verfassen, Versammlungen abzuhalten, mit sehr umfangreichen Vorschriften und Forderungen zu belegen, ist das sehr frustrierend. Noch extremer, wenn man mit widersprüchlichen Auslegungen der Gesetze durch Amts-/ Vereinsgerichtmitarbeiter leben muss, ist das frustrierend und sehr wenig motivierend. Wenn mühsam gelernte "Tatsachen" im nächsten Jahr anders bewertet werden? Sogar die beurkundenden Notare können, selbst nach diesen 10 Jahren, nur bedingt sichere Aussagen zu vielen Streitpunkten machen und sind immer wieder überrascht über die Reaktionen auf die eingereichten Schriftstücke.

    Es überwiegen die Vorteile


    Das habe ich schon erwähnt und kann es nur noch einmal unterschreiben.
    Es gibt aber auch Vereine, deren Finanzrahmen so übersichtlich ist, dass eine Eintragung einfach nicht dringend erforderlich ist.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Berggeist, da bin ich bei dir. Man muss nur einfach mal am Machen fangen... :cool:
    Heidjer, das dämmert nun hoffentlich einigen mehr, dass da doch etwas mehr dran hängen könnte.


    Das einzig amüsante bei uns ist, dass diese e.V.-Diskussion im Verein weder mittelfristig vorgesehen war noch dezent von mir angestoßen worden ist. Das kam dank eines Mißverständnisses durch den "leitenden" Vorstand selbst auf den Tisch... :lol: :cool:
    Aber nun ist sie hoffentlich im Gange und wird nicht auch wieder ausgesessen.


    Im Grunde arbeitet und verfährt man ja schon längst wie ein e.V., indem man Formalien einhält, die auch ein e.V. einhalten muss. Die Umwandlung in einen e.V. ist von daher noch nichtmal ein richtiger großer Schritt, man würde lediglich das Schuhwerk wechseln.


    Gruß Andreas

  • Im Grunde arbeitet und verfährt man ja schon längst wie ein e.V., indem man Formalien einhält, die auch ein e.V. einhalten muss. Die Umwandlung in einen e.V. ist von daher noch nichtmal ein richtiger großer Schritt, man würde lediglich das Schuhwerk wechseln.


    Das ist ganz richtig. Gegen die Eintragung sprechen letztlich nur die Kosten für die Anmeldungen zum Vereinsregister. Das betrifft aber nach der Gründung regelmäßig nur Satzungsänderungen und Änderungen im Vorstand und die kommen nicht so oft vor.


    Die Haftungsbeschränkung für den Vorstand lässt sich im nichtrechtsfähigen Verein einzelvertraglich regeln. Das ist aber deutlich umständlicher als die Eintragung.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Zitat

    Im Grunde arbeitet und verfährt man ja schon längst wie ein e.V., indem man Formalien einhält, die auch ein e.V. einhalten muss. Die Umwandlung in einen e.V. ist von daher noch nichtmal ein richtiger großer Schritt, man würde lediglich das Schuhwerk wechseln.


    Mit der Eintragung geht der Spaß erst richtig los. Jede Satzungsänderung und jede Veränderung im geschäftsführenden Vorstand muss notariell beglaubigt dem Registergericht zur Eintragung vorgelegt werden. Wir hatten gestern bei einer Mitgliederversammlung mit Müh und Not erklären können, dass es ausreicht, wenn der Vorsitzende und sein Stellvertreter dem geschäftsführenden Vorstand angehören und in dieser Funktion bei Gericht eingetragen werden müssen. Weil jede Veränderung auf diesen Positionen kostspielige Änderungen im Registereintrag mit sich bringt.


    Bei einem anderen Verein war ich mal neben Vorsitzenden und Stellvertreter als Satzungsmäßiger Geschäftsführer eingesetzt. Mit weitreichenden Kompetenzen für das Tagesgeschäft ausgestattet, setzte ich Vorstands- und Versammlungsbeschlüsse um, hielt den Karren am laufen. Der Gesamtvorstand brauchte nur dann hinzugezogen werden, wenn es um strittige Fragen oder grundsätzliche Änderungen ging. Ist aber nur bei Vereinen sinnvoll, die einen ständigen Übungs-, Wettkampf- oder Aufführungsbetrieb aufrechterhalten und wo ständig organisiert werden muss.