Imkern ohne Vereinsmitgliedschaft ?

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    Das gilt aber nur für die Höhe der Beiträge, die Fälligkeit u.ä. Die haben in der Satzung aus den von Dir genannten Gründen in der Tat nichts zu suchen. Anders die Art und der Inhalt der Beiträge, der muss in der Satzung geregelt sein (s.o.).


    Wolfgang


    Also nochmal:


    Die einzige gesetzliche Grundlage zum Beitragswesen im Vereinsrecht enthält § 58 Nr. 2 BGB. Danach soll (= muss) die Vereinssatzung (§ 25 BGB) Bestimmungen zum Beitragswesen enthalten, die folgende Fragen beantworten:
    Sind überhaupt Beiträge von den Mitgliedern an den Verein zu leisten?
    Wenn ja, welche Beiträge sind zu leisten?


    Heißt ausformuliert in der Satzung:


    1. Die Mitglieder leisten Beiträge an den Verein.
    2. Die Beiträge können in Form von Geld- und Arbeitsleistung erhoben werden.
    3. Näheres regelt eine gesonderte Beitragsordnung.


    Und schon sind wir aus dem Schneider und unwillige Mitglieder müssen mitmachen - oder austreten.
    Ich würde das nicht so aufschreiben, wenn es nicht in einigen Satzunge von Vereinen wo ich auch verantwortlich tätig bin so niedergeschrieben wäre.


  • Heißt ausformuliert in der Satzung:


    1. Die Mitglieder leisten Beiträge an den Verein.
    2. Die Beiträge können in Form von Geld- und Arbeitsleistung erhoben werden.
    3. Näheres regelt eine gesonderte Beitragsordnung.


    Ja, das ist eine solide Regelung. Ich würde vielleicht noch hinzufügen: "Näheres regelt eine gesonderte Beitragsordnung, die auch verbindliche Bestimmungen zu Fälligkeit und Zahlungsweise der Beiträge treffen kann."


    Auf diese Weise kann man z.B. auch die Zahlung per Lastschrift vorgeben.


    Außerdem würde ich gleich die Folgen von Zahlungsverzug u.ä. als Vereinsstrafe regeln:
    "Wird der Beitrag nicht spätestens eine Woche nach der festgelegten Frist gezahlt oder der Lastschrifteinzug rückgebucht, wird eine zusätzliche Gebühr von x Euro fällig."


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    Danke für die guten Beiträge hier,
    insb. auf die Serie von Wolfgang bin ich gespannt.


    Vielleicht wird da ja eine Serie daraus:
    Wolfgang bespricht die rechtlichen und finanzpolitischen für Imker und Imkervereine.
    Würde mich freuen.


    Könnte mir vorstellen das nach der Veröffentlichung des Themas,
    einige konkrete Anfragen Fachanfragen und Vortragsangebote kommen.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht
    verfolgt dieses Thema.

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Wenn das Vereinsmitglied dagegen mit der Zielausrichtung nicht einverstanden ist, sollte es den Verein verlassen.
    Gruß Ralph


    Es ist nicht die Zielausrichtung, sondern die Art und Weise, wie diese Ziele umgesetzt werden würden. Immerhin muß dazu sogar die Satzung geändert werden. Der Verein wäre nicht mehr der gleiche.


    Die Diskussion ist ja bis jetzt echt interessant.
    Für mich stellt sich aber weiterhin die Frage:
    -Was muß man beachten, wenn man aus einem Verein austritt und ohne Verein weitermacht. (Nur versichern?)
    -Was wenn man nur wechselt? (Sonderkündigungsrecht bei Änderung der Satzung zum Beispiel oder geht es nur zum Jahreswechsel?)
    Und, auch wenn es für mich persönlich kaum in Frage kommt meinetwegen,
    -was muß alles beachtet werden, wenn man einen Verein gründet.


    Vielleicht sollte man 3 Fäden daraus machen?


    Übrigens danke nochmal an Hartmut, der mir zur Beruhigung eine P.M. geschrieben hat, das ich gar nicht gemeint war...:p_flower01:

  • Wenn man ohne Verein imkert, sollte man gegen alle teuren Schäden selbst versichert sein. Mindestens eine Haftpflicht, die Bienen(haltung) mit dabei hat, ist notwendig, weil das sonst dein Leben ruinieren kann. Ob du dich gegen die anderen überschaubare Schäden wie Hilfen bei Faulbrutverlust versichern willst, musst/kannst du dann selbst entscheiden. Außerdem darf man keine Gläser/Etiketten/Werbemateriealien (mehr) verwenden, die von Verbänden für Mitglieder sind z.B.: DIB-Gläser...


    Bei Wechsel müsste ja eigentlich die Versicherung weiterlaufen oder von einem Verein auf den anderen übertragbar sein, da man ja Jahresbeiträge als einzelne Person zahlt. Die Sonderbedingungen für Mitglieder würde man ja auch dort bekommen, da man die Voraussetzungen ja weiterhin erfüllt. Kann mir auch nicht vorstellen, dass man doppelt versichert ist oder doppelt für den Landesverband/DIB zahlen muss, wenn man in zwei Imkervereinen ist, da man ja auch dann nicht doppelt so viel Versicherungsleistung oder mehr Leistung vom Verband erhält. Das müsste aber schnell an der entsprechenden Stellen zu klären sein.


    Sonderkündigungsrecht sollte man eigentlich bei größeren Änderungen der Bedingungen immer bekommen können. Die Frage ist nur, ob das im Zweifelsfall den Streit wert ist, wenn man es nicht "freiwillig" bekommt. Je nachdem wie der Vertrag im Detail aussieht, müsste ggf. ja auch die andere Seite dir kündigen, wenn du darauf beharrst den bisherigen Vertrag weiter erfüllt zu bekommen. Aber auch das wird man wohl nur im Einzelfall entscheiden können.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo Kruppi,
    der Wechsel des Vereins dürfte nicht allzuschwer sein, ist ja meist nicht tragisch, wenn man den Jahresbeitrag schon gezahlt hat ist das Ding für mich erledigt. Ich geh zu den Veranstaltung des neuen Vereins und erkkläre, dass ich ab nächstem Jahr dabei bin. Bei den meisten Imkervereinen dürfte das einfach sein, wenn man sich aufrichtig erklärt. Ist ja kein Handyvertrag.
    Zwar gibt es im Netz und im Buchhandel viele Veröffentlichungen wie z.B. auch Mustersatzungen, aber eine Mustersatzung speziell für Imkervereine mit Anmerkungen zu den Fallstricken, z.B. von Wolfgang, das wäre sicher interessant.
    Und für den, der mit Vereinen nichts am Hut hat würde ich jetzt gerne empfehlen: " Finde es doch selbst raus, wenn Du glaubst auf alle Anderen verzichten zu können ", wenn es nicht so böse wäre. Hihihi.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Das ist gar nicht böse, das ist realistisch.
    Es gibt ja solche und sone, auch in der Vereinsszene. Auf manchen Verein kann man gut verzichten, andere sollte man pflegen. Hängt aber von "vor Ort" ab, kann ja niemand beurteilen, wie die vielen anderen Vereine "ticken", das kann jeder nur für sich entscheiden, nachdem er abgewogen hat, ob Vor- oder Nachteile in seinem einen Verein überwiegen. Ich für meine Sicht schwanke immer noch, meine Einstellung zum IV hat sich mittlerweile aber etwas zum besseren hin gewandelt.


    Da ich aber noch nicht so sicher in der handwerklichen Materie stecke, halte ich mich weitgehend da raus, bevor man mich in den Vorstand drückt. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich mich bisher ausdrücklich nicht zu Auswahl gestellt habe. Aus Gründen bin ich dazu noch nicht (wieder) bereit, auch wenn es hier keinen Vereinsbesitzer gibt, der mit subalternen Handlangern sein eigenes Süppchen kocht, so wie ich es vor Jahren schon mal erleben musste.


    Gruß Andreas

  • So, nun ist es beschlossene Sache.
    Die Vereinsversammlung wurde sinnlos in die Länge gezogen und die entscheidende Frage nach der Satzungsänderung wurde erst nach 3 3/4 Stunden abgestimmt. Die Nerven lagen blank...
    Ergebnis wie erwartet.
    Eine eindeutige Mehrheit der noch Anwesenden hat für die Pflichtstunden gestimmt. Allerdings war weit weniger als die Hälfte der Mitglieder anwesend. Das bedeutet, ungefähr 50 Leute wurden nicht einmal nach ihrer Meinung gefragt und sollen nun entweder Pflichtstunden leisten oder angedachte ca. 20,- bis 30,- € zusätzlich zahlen. Dabei hat der Verein mehrere tausend € auf dem Konto... um Geld geht es also nicht. Es geht darum passive Mitglieder zum "Glück" zu zwingen, damit sie merken, daß Vereinsarbeit auch spaß macht!:confused:
    Bestimmt, wenn sie einem aufgezwungen wird...

  • Hallo Kruppi,
    ich kann deine Gedanken zu den Pflichtstunden verstehen, aber ich möchte Dir mal was zum Nachdenken mitgeben.
    Vereinsarbeit bedeutet Zusammenhalt, Miteinander, mit Gleichgesinnten.
    Überall wird gesagt, dass die Jugend in der Imkerei fehlt. Woher kommt denn der Nachwuchs? Wenn im Verein nichts dagegen unternommen wird steigt automatisch das Durchschnittsalter. Wie kann man das Wissen der alten Hasen an die Imkeranfänger herantragen? In dem man beide zusammen bringt, ganz einfach. Und das geht nur vernünftig im Verein.
    Ich spreche da wirklich aus eigener Erfahrung. Hab 2014 mit dem Inkern begonnen.
    Was soll denn in den Pflichtstunden gemacht werden? Es sind doch Stunden die A, nicht nach Leistung abgerechnet werden und B, dass was gemacht wird kommt doch allen zu gute. Mit etwas Öffentlichkeitsarbeit dabei spricht man doch damit die gesamte Bevölkerung an. Viele Leute sind heutzutage durch manche Medien informiert, dass wir zu wenig Bienen und Insekten haben oder sterben. Sie wollen wissen wie es in ihrer Heimat damit aussieht. Viele möchten das Naturprodukt vom Imker um die Ecke. Weil´s schmeckt und unserer Natur hilft. Manche spielen mit dem Gedanken sich Bienen zuzulegen. Wir sollten uns nicht nur auf die Medien Verlassen um die Imkerei etwas mehr in den Vordergrund zu rücken. Wir wissen doch all zu gut welch falsche Aussagen dabei getroffen werden und Missverständnisse entstehen.
    Noch etwas anderes möchte ich zu bedenken geben. Das Miteinander ist in meinen Augen das wichtigste. Untereinander austauschen, Von Erfahrungen bis Material. Untereinander Helfen, für mich sehr wichtig. Das wird im Verien sicherlich nicht mit allen funktionieren, aber die die es wollen machen es und es werden dabei immer mehr.
    Vereinsarbeit ist immer Ehrenamtlich. und bei diesen Beträgen wird sich auch keiner bereichern können. Macht aus den Pflichtstunden ordentliche Projekte Öffentlichkeiswirksam und vor allen Dingen gemeinsam ein kleines Erlebnis daraus mit Bier und Bratwurst wie wir Thüringer sagen würden. Bei Euch sicherlich mit Berliner Weiße und Currywurst.:liebe002:
    Gruß aus Südthüringen

  • ... Satzungsänderung ...
    ...
    Eine eindeutige Mehrheit der noch Anwesenden hat für die Pflichtstunden gestimmt. Allerdings war weit weniger als die Hälfte der Mitglieder anwesend. Das bedeutet, ungefähr 50 Leute wurden nicht einmal nach ihrer Meinung gefragt und sollen nun entweder Pflichtstunden leisten oder angedachte ca. 20,- bis 30,- € zusätzlich zahlen.


    Eine Satzungsänderung muss entsprechend angekündigt werden. Wenn das geschehen ist und trotzdem mehr als die Hälfte der Leute nicht auftaucht, nicht dableibt und weder Vollmacht noch schriftliches Votum vorlegt, dann ist es ihnen offenbar egal, wie abgestimmt wird. Dann müssen sie auch mit dem Ergebnis leben.

  • Eine eindeutige Mehrheit der noch Anwesenden hat für die Pflichtstunden gestimmt.


    Du solltest den Verein verlassen, da Du ja nicht mit den Regelungen des Vereines einverstanden bist. Ob Du die 20- 30 Euro noch zahlen musst, liegt, wenn ich das richtig verstanden habe, daran, wann diese fällig sind oder werden. Wurde das schon geregelt und in der Satzung festgehalten? Ob Du da noch vorher austreten kannst? Was mich noch interessiert wäre: Hat man für diese Stunden gestimmt, oder hat man zusätzlich noch für die Eintragung dieser Stunden in die Satzung gestimmt? Wenn es nicht in der Satzung steht, ist ja niemand verpflichtet zu dieser Leistung, wie ich das hier gelernt habe. Wo wäre dann das Problem?


    Bei dieser Diskussion frage ich mich, wie andere Vereine das so handhaben? Sportvereine, Musikvereine, oder andere, die durch regelmäßige (Pflicht-) Übungs- und Träiningstunden glänzen? Da dies meist nicht explizip in der Satzung geregelt ist, wird auch keiner beim Fernbleiben mit finanziellen Sanktionen rechnen müssen. Aber ich denke, diese Pflichtstunden sind für das Bestehen des Vereins überlebenswichtig. Ebenso die jeweiligen öffentlichen Veranstaltungen; Wettbewerbsspiele, Konzerte... Ohne geht es nicht, und Spaß macht es auf Dauer dann auch nicht, weil keine Fortschritte erzielt werden.


    Imkern kann man auch allein. Ob es sinnvoll ist, muss jeder selber entscheiden. Für Dich scheint zumindest die Mitgliedschaft in diesem Verein nicht vorteilhaft zu sein.
    Oder Dir gefällt das demokratische Grundprinzip der meisten Vereine nicht. Dann wird es schwierig. Wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder ihr Stimmrecht nicht wahrnehmen, müssen diese (und natürlich auch die anderen aktiven) mit den Konsequenzen leben. Siehe die große Zahl der jungen Briten bei der Brexit-Abstimmung. Offen bleibt dabei, ob ein anderes Stimmenverhältnis dabei rum gekommen wäre, wenn alle Mitglieder abgestimmt hätten.


    Und zum Glück zwingen: Ohne eine verpflichtende Regelmäßigkeit bei der Probenarbeit gäbe es wohl höchstens 3-5 % der heutigen Musiker. Nur mal so als Beispiel. Vielleicht wäre das ja gar nicht so schlimm...


  • Bei dieser Diskussion frage ich mich, wie andere Vereine das so handhaben?


    Ich kenne das aus einem Schulverein. Das war jämmerlich. Die einen kommen und arbeiten, die anderen nie.
    Ich rate deswegen unbedingt, den alternativen (erhöhten) Geldbeitrag gleich in der Satzung zu regeln. Daraus können dann die Mehrarbeitsstunden der anderen vergütet werden. Ist der Verein gemeinnützig, geht das sehr unkompliziert über den Ehrenamtsfreibetrag, weil hier keine Melde- und Abgabenpflichten entstehen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)