Imkern ohne Vereinsmitgliedschaft ?

  • Gerade kommt die Nachricht, dass die Klage gegen einen Imker unseren Vereines abgewiesen wurde. Kruppi wäre allein vor Gericht gesessen und wäre die Gefahr gelaufen auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben. Dieser Imker ist auch nicht gerade vereinsfreundlich. Der Verein aber stand hinter ihm. die hier oft geschmähten alte Imker haben den Saal gefüllt. aus dem ganzen Gericht wurden Stühle zusammen getragen.


    Man benötigt einen Verein oder nicht. In diesem Falle war es ein Vorteil. Holzhacker informiere dich oder trete aus, dann kannst du ruhig schlafen.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • In welchen Bundesländern gibt es eigentlich Kreis- und Bezirksverbände? In MV haben wir die nicht.


    Hier im Imkerverband Rheinland (der länderüberschreitend in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz liegt) gibt es Kreisverbände, aber nach meiner Kenntnis keine Bezirksverbände. Bei uns im Kreis Birkenfeld haben wir 7 Imkervereine die Mitglied im Kreisimkerverband sind, der wiederum die AGT-Toleranzbelegstelle Erbeskopf betreibt.


    Im Imkerverein Idar-Oberstein bezahlen wir übrigens einen Grundbeitrag von 30,50€ (Verband 17,50 €, DIB 3,58 €, Verein 8,00 €, Versicherung 1,42 €) zzgl. 1,76 pro Volk.


    Klaus

  • Naja, wie gesagt, der Vereinsbeitrag stört mich nicht. Auch wenn der erhöht werden müsste, auch o.k.
    ABER Pflichtstunden ?
    Das lustigste daran ist ja auch noch das ca. 1/3 der Mitglieder aus Altersgründen davon befreit werden sollen.
    Ist ja auch irgendwie richtig, aber trotzdem.
    Wo giebt es denn sowas ?
    Stalldienst im Reitverein vielleicht aber im Imkerverein ?
    Kennt hier irgendeiner einen Imkerverein mit Pflichtstunden ???

  • Ja, ja, im Großen wie im Kleinen....


    Beste Grüße
    Hartmut


    Meinst du, weil ich immer noch keine Spendierbiene bin ?
    Versuch doch mal einen kleineren Preis vorzuschlagen. Ich weiss, man darf zahlen was man will, aber dann kommt man sich doch irgendwie schäbig vor, wenn es nur halb so viel wäre, wie du dir wünscht. Ich könnte wetten, das es mehr Spendiebienen geben würde, wenn nicht gleich 24,-€/Jahr als "Empfehlung" gegeben würden. Überleg mal, das ist ja noch viel mehr als der Beitrag zum Imkerverein...


  • Stalldienst im Reitverein vielleicht aber im Imkerverein ?
    ...


    Wenn ein Verein einen vereinseigenen Standplatz oder ein Gelände z.b. mit Blockhütte in einem Trachtgebiet besitzt, warum sollte da kein Pflicht-Arbeitsdienst beschlossen werden? Da muss dann ja auch irgendwann mal gearbeitet werden. Bevor das plötzlich ausartet, ist es nicht sinnfrei, einen regelmäßigen AD festzuschreiben. Aus einem anderen Verein kenne ich es so, dass für die Arbeitsstunden eine Vergütung beschlossen wurde, was auch gern angenommen wurde. Regelmäßiger Waschdienst gegen zeitliche Vergütung der Vereinsgeräte.


    Aber Beitragserhöhung zuzüglich Pflichtstunden wären für mich auch ein NoGo. Wenn, dann Erhöhung im Voraus für den Jahresbeitrag mit festgelegter, anschließender Vergütung nach geleistetem AD - in welcher Form auch immer. Ein Verein, der sowas beschließt, kriecht meiner Meinung nach auf dem Zahnfleisch oder will Leute vergraulen. Motivation und gutes Vereinsklima sehen anders aus.


    Gruß Andreas

  • Bei uns gibt es einen Kreisverband, der dem DIB angehört und Ortsvereine. Der KV betreibt einen Lehrbienenstand und bietet (kostenlose!) Kurse und Monatsschulungen an.


    Die ganzen Anfängerschulungen (die auch hier immer wieder sehr empfohlen werden) würde ohne das Vereinswesen dahinter wohl zusammenbrechen, bzw. die wenigen vereinsunabhängigen Anbieter noch mehr überlaufen werden.


    Und ich kann verstehen, dass ein Verein Pflichtstunden in Erwägung zieht. Hier stemmen auch seit Jahren ein paar wenige, immer gleiche Mitglieder sehr sehr viel und der Rest lehnt sich zurück und profitiert. Das ist extrem frustrierend und auch beängstigend, weil eben so vieles auf wenigen (meist nicht jungen) Schultern lastet. Wer macht weiter, wenn einer nicht mehr kann? Wer hat schlicht das Know How? Viele wollen einen Imkerpaten, aber wenige selber etwas beitragen.


    nachdenklich
    Marion


    *ehrenamtlich Webtante für den Kreisverband - und sehr sehr dankbar für einen wirklich tollen Imkerpaten - geben und bekommen!

    Gruß Marion


    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de

  • Ja Freunde,
    das mit den Pflichtstunden kannte ich aus dem Westen auch nicht. Hier hab ich es dann kennen und hassen gelernt bei den Seglern. Später habe ich mich dran gewöhnt, macht ja auch Sinn, wenn ein Vereinsgelände gepflegt werden muss. Da gibt es dann immer welche, die sich zu fein sind und andere, die die doppelte Arbeit für diese leisten müssen. Das bringt immer böses Blut und Unruhe in den Verein, auch kein Spaß.
    Man muss im Verein einfach drüber reden und dann irgendwie entscheiden was man will. Möchte man ein monatlicher Stammtisch sein mit Versicherungsgedöhns und Vorlesen der Verbandsnachrichten und mehr nicht, dann reicht ein geringer Beitrag über die Abgaben für alles andere, was offensichtlich nicht wenig ist. Nennt es Imkerstammtisch und gut.
    Aber, im Verein ist Sport am schönsten und wenn ihr wollt, dass der Verein mehr ist, wenn er z.B. ein Gelände hat, wenn er Kurse macht, Jugendarbeit, wenn er die Imkerei nach außen trägt, wenn er sich um die Geselligkeit und die Imkergemeinschaft kümmert, Unterstützung bei Aufstellung, Standorten, beim Imkern, ernten und Vermarkten hilft, wenn er Urlaubsvertretungen organisiert und gemeinsame Ausflüge und wenn er Werbung für den Verein macht, dann muss da wesentlich mehr kommen als nur die Pflicht- weil Weiterleitungsbeiträge.
    Die Entscheidung liegt bei Euch und so manch einer hat vielleicht schon genug um die Ohren und keine Zeit für das alles.
    Für mich jedenfalls ist der Verein eine wichtige Unterstützung und ich wollte, meiner, und das war schon der Beste von drei aus der Umgebung, ich wollte jedenfalls, da würde noch mehr kommen und man würde mehr gemeinsam machen. Dafür würde ich gerne einen angemessenen Beitrag zahlen und auch einige Arbeitsstunden leisten oder eben die versäumten monaitär ausgleichen. Die Gemeinschaft mit anderen Menschen die das gleiche Hobby haben ist mir wichtig.
    Verein ist, was ihr draus macht, das ist wie beim Beton, es kommt drauf an was man draus macht.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.


  • Verein ist, was ihr draus macht, das ist wie beim Beton, es kommt drauf an was man draus macht.
    Viele Grüße
    Wolfgang


    Gut formuliert - aber ich gebe zu, manche Vereine sind eher wie Beton. Da kommt man als Mitglied nicht durch die Ebenen durch, erreicht nichts...und dann arrangiert man sich eben oder tritt aus. Manchen reicht das Arrangieren weil sie eben bis auf die Versicherungen nichts weiter mit dem Verein zu tun haben wollen - andere haben eine hohe Service-Erwartungshaltung inklusive Bienenberatungshotline am Sonntagmorgen!


    Man sollte sich daher beim Verein nicht nur die Satzung anschauen, sondern eben auch wie es gelebt wird. Allzu basisdemokratisch kann auch bedeuten, dass jeder Vereinsabend von stundenlangen Debatten über Satzungen, Entscheidungen und Vereinsflyer dominiert wird und kaum mal was entschieden, abgeschlossen und beendet wird.


    Es ist ein feiner Grad, nicht einfach, und auch immer sehr menschelnd...da kann eben schon die dumme Antwort eines Mitglieds am Infostand dazu führen, dass man abgeschreckt wird.
    Da sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern Satzung, Vereinsabend, Kommunikationskultur und "Funktionsträger" wie Vorstand und Obleute wie auch die eigenen Erwartungen krtisch anschauen und sich erst dann entscheiden.


    Melanie

  • Die ganzen Anfängerschulungen (die auch hier immer wieder sehr empfohlen werden) würde ohne das Vereinswesen dahinter wohl zusammenbrechen, bzw. die wenigen vereinsunabhängigen Anbieter noch mehr überlaufen werden.


    Ja, das ist Vereinsarbeit.

    Zitat

    Und ich kann verstehen, dass ein Verein Pflichtstunden in Erwägung zieht. Hier stemmen auch seit Jahren ein paar wenige, immer gleiche Mitglieder sehr sehr viel und der Rest lehnt sich zurück und profitiert. Das ist extrem frustrierend und auch beängstigend, weil eben so vieles auf wenigen (meist nicht jungen) Schultern lastet.


    Genauso ist es. Bei der Einrichtung des Geländes (Gräben ausheben, Malerarbeiten, Flächen frei machen) konnte man immer die gleichen Verdächtigen antreffen, die anderen engagierten sich nicht. Pflichtstunden können durchaus neben körperlichem Einsatz auch andere Inhalte haben: Weitergabe von Wissen, Betreuung von Vereinsvölkern, Betreuung von Besuchern des Bienenlehrgartens, Web-Auftritte, Verhandlung mit Ämtern etc. Da können sich auch körperlich nicht so tüchtige dran beteiligen.
    Die Mitglieder eines Vereins müssen die Entscheidung treffen, wofür der Verein dasein soll: Sollen sich die beteiligten Imker lediglich gegenseitig unterstützen oder soll da mehr sein? Der Verein, dem ich angehöre, hat das Ziel, die Bienenhaltung in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Zu dem Zweck wurde mit hohem Aufwand weniger Beteiligter aus dem Verein ein Gelände für einen Bienenlehrgarten gesucht und in Kooperation mit einer anderen Körperschaft eingerichtet. Dafür wurden von der öffentlichen Hand Fördermittel bereit gestellt. Im Gegenzug kann der Verein nun ein für die Allgemeinheit offenes Gelände anbieten, auf dem Bienenvölker gehalten werden und wo Besuchern die Bienen gezeigt und erklärt werden können.
    Natürlich macht sich das nicht von alleine. Für die Betreuung der Besucher sind auch Imker erforderlich, die dafür ihre Freizeit opfern (=Vereinsarbeit). Auch muss ein solches Gelände gepflegt werden und nicht immer von denselben Leuten (=Vereinsarbeit). In einem Verein mit 90 Mitgliedern sollte das kein Problem sein, Pflichtstunden halten sich da in Grenzen.
    Auch müssen die Vereinsvölker betreut werden. Die Betreuer haben davon keinen materiellen Vorteil, der Ertrag fließt in die Vereinskasse.
    Nach meiner Auffassung muss sich jedes Vereinsmitglied darüber im klaren werden, ob es die Ziele eines solchen Vereins mittragen möchte. Wenn ja, dann sollte es auch die Pflichtstunden unterstützen, da sonst die Aufgaben des Vereins auf wenigen Schultern lasten. Wenn das Vereinsmitglied dagegen mit der Zielausrichtung nicht einverstanden ist, sollte es den Verein verlassen.


    Gruß Ralph

  • Ralph :daumen:


    Wäre es nicht so weit, ich würde sofort beitreten und auch Dienste leisten. Verein - vereint Ziele festlegen und vereint verfolgen.


    Hätte mir so etwas auch gewünscht, fand aber leider nur verkrustete Strukturen vor. Schon die Nutzung anderer Maße und anderer Bienen Unterrassen ist unerwünscht, weil nicht (Deutsch) Normal.



    Leider muss ich mir einen Neuen suchen, der Alte verwaltet sich nur noch...


    Beste Grüße


    Rainer


  • ...
    Zielausrichtung


    Die sollte ein Verein als Minimum haben - auch ausserhalb dessen, was in der Satzung steht.
    Ich beobachte das bei uns jetzt auch schon länger mit "Argwohn", damit bin ich aber nicht allein. Selbst der einzige Erwerbsimker im Verein sieht es mittlerweile kritisch, obwohl er nicht auf den Verein angewiesen wäre, aber trotzdem Hilfe und Equipment zur Unterstützung angeboten hatte. Mittlerweile bin ich etwas öfter zu den monatlichen Treffen gegangen und habe die Sitzungen zweimal unbeabsichtigt fachlich aufgemischt. Ich dachte, jetzt redet niemand mehr mit mir, aber im Gegenteil, einige alte Hasen fingen an aufzublühen, weil sie aus ihrem Wissem teilhaben lassen konnten. Es wurde plötzlich lebhaft über Fehler, Technik und Methode diskutiert, wie man es am Besten macht, was ich in den Raum gestellt hatte. Das gefiel einigen offenbar sehr gut, weil man sonst nur noch über Baumschnitt, Schafe und Hühner geredet hat...


    Die andere Seite ist aber unschlank. Da sind Dinge aus dem Lot, zu deren Begradigung man sich einfach nicht durchringen kann oder will. Telweise mit Ankündigungen Einzelner garniert, die zum Stichtag dann plötzlich widerrufen worden sind und weiteren Stillstand bedeuteten. Arbeitsdienst (freiwillig von den Interessierten) habe ich bisher bewusst umgangen, da ich den Stand nicht nutze, auf dem gearbeitet wird. Ich nutze aber auch andere wenige Vereinsoptionen nicht.


    Gruß Andreas


  • Die andere Seite ist aber unschlank. Da sind Dinge aus dem Lot, zu deren Begradigung man sich einfach nicht durchringen kann oder will. Telweise mit Ankündigungen Einzelner garniert, die zum Stichtag dann plötzlich widerrufen worden sind und weiteren Stillstand bedeuteten. Arbeitsdienst (freiwillig von den Interessierten) habe ich bisher bewusst umgangen, da ich den Stand nicht nutze, auf dem gearbeitet wird. Ich nutze aber auch andere wenige Vereinsoptionen nicht.


    Leider hapert es in den Vereinen oft an den nötigen rechtlichen Kenntnissen. Da wird vieles gemacht, was nur mit Satzungsgrundlage geht, obwohl die nicht besteht (Arbeitstunden z.B. kann ein Verein nur verlangen, wenn die Satzung das ausdrücklich regelt). Da wird mit Tagesordnungen unsauber umgegangen und so mancher Beschluss wäre deswegen anfechtbar, u.a.m.


    Ich bin übrigens gerade mit der biene & natur (ADIZ) in Kontakt wegen einer Beitragsreihe zu rechtlichen und steuerlichen Fragen in Imkervereinen.
    Wenn Ihr Themenvorschlage habt, her damit!


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo,


    Imkerverein ist doch wie jeder andere Verein mit ein wenig Engament verbunden.


    z.B. Thema: Pflichtstunden


    Angelverein - Fischereinsetzen, Gewässereinigung, Angelheimpflege, Naturschutztag
    Gartenbauverein - Obstbaum- und Heckenschnitt, Apfelfest
    Schützenverein - Thekendienst, Frühjahrs- und Herbstputz von Anlage und Haus, Schießstandreinigung, Veranstaltungsdienst


    und warum darf der Imkerverein da nicht mit ?
    Ich gehöre in unserem Vorstand zu dennen die "Pflichtsunden" für die IV Mitglieder eher fordern als ablehnen ...


    Wenn ich dann noch die Jahres-Beiträge sehe:
    Angelverein - 150,-€
    Gartenbau - 85,-€
    Schützenverein - 72,-€
    Imkerverein - 48,50€


    Informiert Euch doch mal, was der IV bei Euch wirklich so leistet, vorallem im Hintergrund,
    wieviel Zeit (sind das auch Pflichtstunden) und eigenes Geld da der Vorstand auch investiert ....


    Wenn Ihr Probleme mit der Vereinssatzung oder dem Umgang des Vorstandes damit hat,
    warum weißt Ihr den Vorstand da nicht darauf hin ? Es ist doch Euer Verein !
    Das sind doch zumeist auch nur Laien im Vorstand,
    nein da wird hier gleich mit Vorwürfen gearbeitet oder gar Anfechtung in den Raum geworfen ....


    Bei solchen Vereinmitgliedern ist es doch nicht verwunderlich,
    das so wirklich keiner mehr Vorstandsarbeit leisten möchte.


    ....


    ich sehe immer nur Leute die Fordern, auch hier im Forum,
    auch ein Grund weshalb ich mich in letzter Zeit etwas zurückhalte ist eben dieser Egoismus !


    Aber das entscheidet Ihr ja alle für Euch selbst.



    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.