Imkern ohne Vereinsmitgliedschaft ?

  • Aus aktuellem Anlass stellt sich mir die Frage...


    Nicht nur, das der Beitrag dieses Jahr gerade von ca. 50,- auf ca. 65,- gestiegen ist überlegt man nun auch noch Pflicht- Arbeitsstunden einzuführen und Nicht- Teilnehmer zur Kasse zu bitten.


    Also Verein wechseln, einen eigenen gründen (kleiner Scherz...), oder ganz ohne, selber anmelden und versichern?


    Wie macht ihr das so?

  • Selbe Frage steht bei mir derzeit im Raum.
    Schau mal ob deine Haftpflicht und deine Rechtsschutz Bienen mit einschliesen, oder frag bei den Versicherungen nach.
    Wenn nein - abschließen, wenn ja - passt.
    Die beiden Versicherungen halte ich für verpflichtend, alles andre braucht man nicht. Imkerversicherungen gibts relativ günstig.

  • Aktive Mitglieder in Interessengemeinschaften (Vereinen) haben normalerweise einen Mehrwert aus der Mitgliedschaft. Manchmal muss man danach ein wenig suchen, aber er ist eigentlich immer da. Ob mir dies den Beitrag wert ist, bleibt jedem selber überlassen. Meistens ist die Mitgliedschaft ein super Geschäft; für aktive.

    Tatsachen muss man kennen, bevor man sie verdrehen kann. (Mark Twain)

  • Wenn mir mein Verein nicht mehr gefällt werde ich wechseln. Berlin hat doch auch mehrere.
    Der Berggeist hat ja völlig recht, Mitgliedschaft hat immer einen Mehrwert. Einschränkend muss ich aber sagen: Nur im für mich richtigen Verein.
    Die anderen Mitglieder und das drumherum müssen passen. Sieh Dich doch mal um.


    Viel Erfolg bei der Suche!
    Gruß


    Holger

    Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!


  • ...einen eigenen gründen (kleiner Scherz...)


    Warum Scherz? Kann man ja machen (Habe ich auch gemacht). Ein eigener Verein heißt auch, vieles nach eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Und oft ist es einfacher, einen neuen Verein zu gründen, als in einen alten neuen Wind zu bringen.
    Wenn es den richtigen Verein nicht gibt, muss man eben einen gründen. Der Aufwand ist ja überschaubar.


    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • Hallo meine Lieben, hallo Kruppi,
    mit einem Jahresbeitrag von 65,- € wird der Imkerverein nicht weit kommen. Versicherung und Abgaben an den Landesverband dürften dabei das meiste abschöpfen. Bei uns ist der Beitrag gestaffelt nach Völkerzahl und, diese Pflichtabgaben abgezogen bleiben noch 10,- € die wir zusätzlich dem Verein geben. 10,- € Jahresbeitrag für einen Verein, damit kannst Du bei einem kleinen Verein nicht viel anstellen, bei einem großen Verein übrigens auch nicht.
    Mein Sohn spielt Handball in einer Jugendmannschaft und zahlt mit seinen 13 Jahren 72,- € im Jahr, nur mal so als Richtschnur.
    Wenn ein Verein irgendwas bewegen will wovon auch die Mitglieder profitieren, dann braucht er einen Beitrag und wenn ich, Gott und die anderen 42 Mitglieder mögen das bitte verhindern, im Vorstand meines IV aktiv werden sollte, dann wird der Beitrag auf 120 € im Jahr erhöht. Dann geht die Party richtig los.
    Gut der Verein wird dann sicherlich schlagartig kleiner, aber auf so manche Karteileiche kann man im Notfall auch verzichten. Es hindert sie ja niemand dran sich ein mal im Monat ins Nebenzimmer einer Gartenkneipe zu setzen, ein alkoholfreies Bier und eine Bowu mit Toast zu essen.
    Da bietet sich mal wieder der von mir so geliebte Vergleich mit einem Schachclub an. Im Gegensatz zu Imkervereinen sind die ja hyperaktiv. Eine Hand voll älterer Herren mit Aschenbechern auf der Nase und einem zu den beigen Stoffhosen nicht passendem Rautenpullover sitzen jeden Freitagabend im Nebenzimmer der Dorfkneipe, sich und das Spielbrett anstarrend hängen sie für drei Stunden an einer Sinalco. Wenig Mitglieder, geizig und sprachfaul, erinnert Euch das an was? Jedenfalls haben wir damals noch fast Jugendlichen den Verein in einer feindlichen Übernahme geentert und ihn umgebaut. War garnicht schwierig und die Übernahme der Kasse war dabei sehr wichtig. Plötzlich konnten wir Nachwuchsarbeit organisieren, Bücher kaufen und ein richtiges Training einführen. Es kamen plötzlich auch Jüngere dazu und fanden auch Spaß daran. Wir haben plötzlich Tourniere veranstaltet, Ausflüge usw. Die Mitgliederzahl stieg, das Durchschnittsalter sank rapide und unsere Leistungen wurden besser.
    Das kann man auch in kleinen sehr spezifischen Vereinen schaffen. Es würde einigen IVs auch sehr gut tun, aber dazu brauch es ein Minimum an Geld.
    Und wenn man seine Ziele in seinem Verein nicht geboten bekommt bzw. nicht dazu beitragen kann, dass es besser wird, dann
    sollte man sich tatsächlich vielleicht einen anderen Verein suchen oder, warum auch nicht, so schwer ist es nicht,
    einen neuen Verein gründen. Das größte Problem dabei dürfte wohl sein vielleicht 10 Gleichgesinnte zu finden.
    Aber mach dir keine Sorgen, das ist auch mein größtes Problem.
    Für die Nicht-Teilnehmer an Arbeitsstunden ist mir letzt nachts was nettes eingefallen.
    In meinem Traumimkerverein ( Die Imkerbruderschaft ) werden die, die es nicht geschafft haben ihre Stunden zu leisten dazu verdonnert das jährliche Weihnachtsmenü für die Imkerschaft zu kochen, sie müssen sich einen Frack mit einer bunt gesprenkelten Fliege anziehen und an der Tafel servieren und essen die Reste in der Küche, ha.
    Viele Grüße von der Imkerbruderschaft
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • mit einem Jahresbeitrag von 65,- € wird der Imkerverein nicht weit kommen. Versicherung und Abgaben an den Landesverband dürften dabei das meiste abschöpfen.


    Bei uns in Mecklenburg-Vorpolen beläuft sich der Verbandbeitrag (ohne Völkerzahlbezogene Umlage auf 24 Euro).
    Vereine kann man nicht nur über Beiträge finanzieren. Gerade das Thema Bienen bietet eine Vielzahl von Ansätzen für ein Fundraising. Da muss man ein wenig kreativ sein.

    Das größte Problem dabei dürfte wohl sein vielleicht 10 Gleichgesinnte zu finden.

    Für die Eintragung eines e.V. genügen 7 und danach müssen es nur mindestens 3 sein. Wenn es an den Mitgliedern scheitert, braucht man keinen Verein.
    Wenn man ein bisschen was bietet, ist der Zulauf groß. Imkern ist schwer im Trend. Bei uns klagen die alten Herren zwar über Nachwuchsmangel, aber auf die Idee, Nachwuchsarbeit zu machen kommen sie nicht.



    Wolfgang

    Unfähigkeit nimmt, aus der Ferne betrachtet, gern die Gestalt des Verhängnisses an (G. Haefs)

  • ich kenne es von MV , das schon wegen der flächendeckenden Varroabekämpfung es erwünscht ist, das auch Nichtmitglieder bekannt sind und bei der Medikamentenförderung mit betreut werden.
    Wenn die Vereine Lehrbienenstände oder Vereinsgrundstücke haben, müssen diese auch gepflegt werden. Das dann Mitglieder zur Kasse gebeten werden, die sich vor den "Subbotniks" drücken, kennt man bei den Kleingärtnern und ihren Pflichtstunden. Da bin ich nicht Mitglied.



    gruß Fred

  • Um in den DIB-Gläsern abfüllen zu können. Bin so unkreativ und hab es bisher nicht geschafft, mir ein eigenes Design zu überlegen...


    Laut meiner Beitragsrechnung ist man mit 3,58€ + 0,26€/Volk und Jahr beim "D.Imkerbund" dabei.
    Kann man da nur über den Verein Mitglied sein?

  • Einzelmitgliedschaften gibt es beim DIB nicht, denn es gibt noch einen Rattenschwanz an Versicherungen, die nur deshalb vergleichsweise günstig bei kulanter Schadensregulierung ist weil eben so viele Imker und Imkerinnen Mitglied sind und zahlen. Die Beiträge von DIB-angeschlossenen Vereinen in Berlin müssen 2017 folgende abzuführende Jahresbeiträge covern:


    Für alle Mitglieder:


    Deutscher Imkerbund


    3,58 €


    Imkerverband Berlin

    25,00 €


    Rechtsschutzversicherung


    2,20 €


    Unfallversicherung

    3,18 €



    Für alle Mitglieder mit Bienenvölkern

    Imkerglobalversicherung pro Imker


    12,71 €


    Werbeprämie pro Volk an DIB


    0,26 €


    Seuchenkasse pro Volk an LV Berlin


    0,10 €


    Also schon ordentlich und je nachdem was der Verein noch so auf die Beine stellen will, kommt dann ja noch ein Vereinsbeitrag dazu. Und letzteres sollte man sich halt anschauen - Vortrags- und Schulungsangebote, Vereinsgerätschaften, Aktivitäten...
    Ich war lange nicht im Verein weil es halt da nicht viel mehr gab außer bierselige Abende in einer Eckkneipe - hat sich jetzt aber geändert: https://www.imkerverein-reinickendorf-mitte.de/warumimverein


    Einfach mal hingehen, anschauen und vielleicht die Mehrwerte erkennen...sofern vorhanden...


    Melanie