Berufsgenossenschaft...

  • Hi,


    bei mehr als 25 Völkern bist du dort Melde- und auch Beitragspflichtig.


    http://www.svlfg.de/50-vmb/vmb…0101/vmb010101/index.html


    Gruss Joachim



    Ich verstehe die komplette Diskussion nicht. Welcher Imker mit 50 Völkern (ohne landwirtschaftliche Flächen) zahlt denn in die Berufsgenossenschaft? Sprechen wir von der SVLFG?


    Ich hatte auf dem Weg zum Vollerwerb öfter dort angerufen und nachgefragt. Die haben mich immer weggeschickt und gesagt: kommen Sie wieder wenn sie über 100 Völker haben. Alles darunter würde sie nicht interessieren.

  • Ich wollte alles richtig machen und habe mich mehrfach dort gemeldet. Die wollten unter 100 Völkern nix von mir. Gar nix.


    Habt ihr denn Landeigentum, Pachtflächen oder sonstige Land-/Forstwirtschaft? Kommt mir merkwürdig vor.

  • Moinsen,


    ich habe auch bei der BG angerufen - in Münster. Die Aussage war wie folgt:


    Pflichtbeitrag ab 25 Völker. Als Volk zählt hier eine Einheit, mit der auch gearbeitet - also gewirtschaftet werden kann. Dazu im Jahresschnitt. Wobei man drüber streiten kann, ab wann ein Ableger zum Wirtschaftsvolk wird. Bei mir ist das im Herbst. Ab da sind meine Ableger nicht mehr von Wirtschaftsvölkern zu unterscheiden. Also alles was ich einwintere zähle ich für die BG. Bei der Tierseuchenkasse sieht das anders aus. Aber das ist ja ein eigener Beitrag hier.


    Ach ja - der Beitrag lag bei 25 Völkern bei rund 250 EUR.


    Gruß
    Frank

  • Garnicht angerufen. Habe mich onlinegemeldet und bekam dann den Antrag zugeschickt.
    Fläche braucht man dazu nicht. Versicherungespflicht ab 25 Völker! Wenn der DIB was anderes sagt, gibt er eine falsche Auskunft.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Also ich kapiere es einfach noch nicht.


    Ich habe eine Krankenkasse. Mir reicht das.
    Was ich für mich versichert haben möchte oder nicht, entscheide immer noch ich selbst. Deutsche sind im Zweifel eh eher über- als unterversichert.
    Freiheit ist auch die Freiheit, gewisse Risiken als Lebensrisiko für sich selbst hinzunehmen.
    Den Schaden im Falle des Falles habe doch NUR ICH?!


    Es soll sogar Leute geben, die haben noch nicht mal eine Privathaftpflichtversicherung, obwohl das eindeutig zu Lasten Dritter geht, einen also nicht nur selbst angeht. Eine Pflicht zur Privathaftpflichtversicherung gibt's dennoch nicht.
    Obwohl es doch bei der KFZ-Haftpflicht (sinnvollerweise!) auch geht?


    Aber offenbar gibt es eine Pflicht zu einer BG?


    Aber 25 oder auch 35 Völker haben für mich noch rein gar nichts mit Beruf, noch nicht mal mit ernsthaftem Nebenerwerb zu tun. Das ist ein Hobby, das sich nach einigen Jahre mehr oder weniger selbst trägt und irgendwann auch mal ein wenig Taschengeld abwirft.
    Es hat auch nichts mit einem Landwirt zu tun, der schon als Klein-Landwirt Landflächen, Immobilien und Betriebsmittel für viele Hunderttausend bis mehrere Millionen EUR besitzt und davon lebt, von mittleren und großen Bauern ganz zu schweigen.


    Wenn ich daheim in meiner Freizeit von der Treppe stürze, dann habe ich Pech gehabt und muss doch auch mit allen Folgen leben.
    Wenn ich beim Briefmarkensortieren unglücklich gegen den Tisch stürze auch.


    Ich sehe durchaus auch Vorteile einer BG-Mitgliedschaft. Aber die individuelle Einschätzung, ab welcher Völkerzahl man nicht mehr von unbürokratisch-legerer Freizeit- und Hobbybeschäftigung reden kann, weicht sicherlich in den allermeisten Fällen von der offiziellen Einschätzung ab.


    Kurzum, da es offenbar dennoch eine Pflicht gibt, sich da ab 25 Völkern zu versichern, diese Versicherung nur mir nützt, eine Nichtversicherung aber niemand anderem schadet, sehe ich da für mich und mein Gewissen in der Realität sehr viel Spielraum für meine Zählweise. Wer könnte schon besser meine Völker zählen als ich und mir da widersprechen?


    Oder kommen die dann, legen sich auf die Lauer, fahren mir nach, überwachen meinen Zahlungsverkehr und leiten irgendwelche Völkerzahlen ab?
    Noch sind wir hoffentlich nicht so weit, dass per Satellit und Detektiv nun auch noch überwacht und ausspioniert wird, wer wie viele Bienenvölker jemand hat. Noch.


    Irgendwie erzeugen rigorose Zwangsmaßnahmen in mir immer so einen starken Abwehrreiz, selbst wenn sie grundsätzich gut gemeint sind...
    Ich kann sogar verstehen, dass man versucht, Gesundheitskosten auf mehr Schultern zu verteilen. Aber ich frage mich dann, warum ich als Imker mit meinem vergleichsweise geruhsamen und risikoarmen Hobby zahlen soll, ein Raucher, Risikosportler, Heimwerker oder Brennholzselbstwerber dagegen nicht, obwohl alle diese Gruppen (und noch viele, viele mehr) sicherlich wesentlich wahrscheinlicher Gesundheits- und Folgekosten verursachen werden als ich als Imker?


    In diesem Fall stören mich neben diesem zweierlei Maßstab eigentlich nur die erschreckend niedrige und willkürlich festgesetzte Grenze von nur 25 Völkern und die im Vergleich dazu erschreckend hohen Kosten.
    Irgendwo müssen die Grenzen ja sein, kann ich verstehen.
    Aber irgendwann kommen sie noch an und sagen, wer mehr als 1000m im Jahr schwimmt, ist Profischwimmer und muss irgendwo einzahlen und dann stehen sie am Beckenrand der Freibäder und messen nach...


    Wie gesagt, ich verstehe es noch nicht. Und so lange ich was nicht verstehe, lass' ich es erst mal sein.


    Gruß
    hornet

  • Ich habe nochmal in den alten E-Mails gewühlt. Zum Glück archiviere ich E-Mails. :roll:


    Da heißt es:
    "Sehr geehrter Herr Heuvel, auf Ihre Mail vom 03.07.2013 teilen wir Ihnen mit, dass die Versicherungspflicht zur landwirtschaftlichen Kranken- und Pflegekasse sowie zur landwirtschaftlichen Alterskasse erst bei Erreichen der Mindestgröße eintritt. Die Mindestgröße beträgt in NRW für Imker 100 Bienenvölker."


    Des Weiteren heißt es:
    "In jedem Fall ist die Übernahme von Bienenvölkern bzw. von land- oder forstwirtschaftlichen Flächen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft anzuzeigen."


    Fazit:
    Die 100 Völkergrenze gilt für die Versicherungspflicht zur landwirtschaftlichen Kranken-, Pflege- und Alterskasse.


    Und wenn eure Angaben stimmen, dann ist man also ab 25 Völkern zumindest in der Berufsgenossenschaft dabei. Ohne Krankenpflegealter...nur Mitglied? Oder bekommt man auch was dafür?


    Ich bin sowieso drin – ich wünsche allen anderen nun fröhliches Anmelden. :u_idea_bulb02:

  • Genau! Da haben wir hier aber toll aneinander vorbeigeredet, außer Hobbit.
    Die Berufsgenossenschaft ist die landwirtschaftliche Unfallversicherung. Und die ist allemal sinnvoll.
    Alles andere gilt ab 100 Völker.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Kurzum, da es offenbar dennoch eine Pflicht gibt, sich da ab 25 Völkern zu versichern, diese Versicherung nur mir nützt, eine Nichtversicherung aber niemand anderem schadet,


    Das ist eine Fehlannahme.
    Wer zahlt die Erwerbsunfähigkeitsrente, wenn Du gewisse Einkommensgrenzen nicht erreichen kannst, mangels ausreichender Versicherung? Die Allgemeinheit, allerdings nicht die BG. Oder verzichtest du dann auf die Grundsicherung? Oder auch nur durch die frühere Auszahlung der Rente.
    Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft ist etwas anders strukturiert, als die anderer Gewerke. Duchaus aber sinnvoll.
    Es ist auch nicht richtig, dass die Nichtbeitragszahler unter dern Imkern (unter 26 Völkern) irgendwelche Leistungen aus der BG erhalten könnten, es sei denn, sie helfen in einem angemeldeten Betrieb mit. Ob diese Helfer dann immer namentlich vom Betriebsinhaber angemeldet werden müssen, weiß ich allerdings nicht.


    "Die rigorosen Zwangsmaßnahmen" helfen in diesem Fall Unfallkosten gerechter zu verteilen und auch, nicht zu vergessen, Unfälle zu vermeiden.:daumen:


  • Was ich für mich versichert haben möchte oder nicht, entscheide immer noch ich selbst. Deutsche sind im Zweifel eh eher über- als unterversichert.
    Freiheit ist auch die Freiheit, gewisse Risiken als Lebensrisiko für sich selbst hinzunehmen.
    Den Schaden im Falle des Falles habe doch NUR ICH?!


    Nein, mein Lieber, den Schaden trägt die Gemeinschaft, wenn Du nachher auf Sozialhilfe angewiesen bist.
    Es gibt aus gutem Grund in unserem Land eine Sozialversicherungspflicht für abhängig Beschäftigte. Und eigentlich wäre das auch für Selbstständige sinnvoll, wei es zu viele prekäre Selbstständigkeiten gibt. Für den Bereich der Landwirtschaft hat der Gesetzgeber das geregelt und gerade hier macht es Sinn, weil sich Landwirte gerade heute oft genug in prekären Verhältnissen befinden.
    Ein fürsorglicher Staat mag manchen als lästig erscheinen, aber er verhindert eine noch größere soziale Spaltung. Wer wissen will, wie es hierzulande aussehen würde ohne das staatliche Zwangssystem sozialer Sicherung, muss nur in die USA schauen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)