Tierseuchenkasse, NRW, Änderung der Erfassung

  • Nachdem ich gestern den Meldebogen für die Tierseuchenkasse bekommen habe, fiel mir eine wesentliche Änderung auf.
    Es ist jetzt (bei Bienen) keine Stichtagsmeldung zum 1.Januar mehr vorgeschrieben sondern die geplante Höchstmenge an Völkern für das laufende Jahr muss angegeben werden.
    Begründet wird dies damit, dass man im Januar nicht abschätzen kann, wie viele Bienenvölker man hat.
    Das man dies nicht kann, habe ich schon öfter angemerkt, bin aber mit dieser Meinung anscheinend nicht ganz alleine.


    Die Schlussfolgerung daraus zu ziehen, es wäre einfacher jetzt abzuschätzen, wie viele Völker man denn in einem halben Jahr haben wird, hat aber schon einen gewissen, sagen wir, Schwachsinnigkeitsfaktor. Natürlich sind Ableger und Zukäufe mit einzuplanen.
    Dass bei der jetzt getroffenen Angabe der Wahrheitsgehalt noch erheblich sinken wird, zur bisherigen Praxis, müsste eigentlich jedem auffallen.
    Hauptsache es kommen irgendwie mehr Völker auf die Zettel. Von einer Beitragssenkung für jedes einzelne Volk kann ich in dem Schreiben nichts finden.
    Jetzt ist ein Euro pro Volk alles andere als eine unangemessen hohe Summe, aber die Vorgehensweise ist schon bedenklich.


    Wie soll ich mich jetzt verhalten? Schmal schätzen und bei nur einem nicht angegebenen Volk den Erstattungsanspruch ganz verspielen? Oder besser sehr großzügig schätzen und Völker angeben, die ich bei schlechter Trachtlage und Überwinterungsergebnisses gar niemals nicht haben werde?
    Ich tue mich mit den Zukunftsprognosen und Hellsehereien so schwer.


    Ich könnte natürlich auch recht wenig Völker angeben und beim Auftreten der AFB nur diese Anzahl dem BSV oder Amtsveterinär zeigen. Das ist bestimmt der Königsweg zur Bekämpfung von Seuchen.:-(


    Ist diese tolle, neue Regelung nur in NRW so, oder eine bundesweite Erscheinung?

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Nachdem ich gestern den Meldebogen für die Tierseuchenkasse bekommen habe, fiel mir eine wesentliche Änderung auf.
    Es ist jetzt (bei Bienen) keine Stichtagsmeldung zum 1.Januar mehr vorgeschrieben sondern die geplante Höchstmenge an Völkern für das laufende Jahr muss angegeben werden.


    Na du gibst an, was du planst. Im Falle einer Seuche, eines Versicherungsfalls... musst du ja sowieso die zu diesem Zeitpunkt aktuelle tatsächliche Zahl angeben.


    Selbst bei mir schwanken die Zahlen der Völker im Verlaufe des Jahres deutlich. Wenn man nicht jede Änderung sofort melden muss, stimmt die Zahl doch eh nie, aber die Größenordnung. Bitte jammer nicht zu laut, sonst kommt noch jemand auf die Idee, dass man das ja bei jeder Änderung melden könnte...:roll:

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Im Falle einer Seuche, eines Versicherungsfalls... musst du ja sowieso die zu diesem Zeitpunkt aktuelle tatsächliche Zahl angeben.


    Das ist genau das Problem. Die Zahl kann dann nicht stimmen, ich habe also bei meiner Meldung gelogen, Versicherungsschutz für alle Völker futsch, wenn ich dann mehr Völker habe, als angegeben. Tierseuchenkasse ad absurdum. Also muss ich immer einen sehr großen, möglichen Sicherheitsbestand angeben. Also alle eingewinterten Völker plus x Ableger pro Volk. Wie viele Ableger 0, 1, 2, mehr? Wie sieht denn die Tracht im Frühjahr aus??? Es funktioniert nicht.


    Und was als Ableger gezählt wird, ist nicht definiert. Ich gehe davon aus, dass nach den Wünschen der Landwirschaftskammer alles mit Königin und mindestens 5 Arbeiterinnen angegeben werden soll. Möglichst viel halt.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Das ist genau das Problem. Die Zahl kann dann nicht stimmen, ich habe also bei meiner Meldung gelogen, Versicherungsschutz für alle Völker futsch, wenn ich dann mehr Völker habe, als angegeben. Tierseuchenkasse ad absurdum. Also muss ich immer einen sehr großen, möglichen Sicherheitsbestand angeben.


    Ob das wirklich so ist, sollte durch eine Anfrage bei der TSK geklärt werden. Ich kann das jetzt leider kaum machen, da im Urlaub.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Muss nicht angefragt werden:


    "Eine nicht oder zu gering gemeldete Tierzahl hat zur Folge, dass der Anspruch auf Leistungen der Tierseuchenkasse (Entschädigung für Tierverluste, Beihilfen zu Impfungen, Untersuchungen, etc.) entfällt."


    Das ist aber nicht neu.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Irgendwie mach ich mir für die TSK dieses Jahr größere Gedanken als gedacht.
    Geplant sind 6-8 WV - je nach Auswinterung.
    Dann noch 6-8 Ableger, auch um Königinnen zu begatten für die geplante Brutentnahme/Kunstschwärme, dann sind da noch Brutscheunen, Kunstschwärme, und wenn ich dann noch irgendwo einen Schwarm fange...
    Wenn ich dann noch eine Sicherheitsreserve einplane, bin ich schnell bei einer Zahl, die ich eh nie erreiche - aber nah an der Beitragspflicht für die BG und weitentfernt von den realistischen Völkerzahlmeldungen ans Veterinäramt. Was passiert bei Unstimmigkeiten, wenn die Zahlen mal abgeglichen werden?
    Wird da nicht plötzlich die Lebensmittelüberwachung wach, wenn da plötzlich 20 Völker auftauchen, wo vorher kaum was war?
    Ich weiß auch noch nicht, wie ich Völker in einer anderen Gemeinde anmelde.


    Irgendwie war das mit dem Stichtag einfacher. 11 Kästen sind aktuell besetzt. Manche mehr, manche weniger. Im März kann es schon anders aussehen und von Mai bis Juli rede ich jetzt noch garnicht.

    Grüße

  • Muss nicht angefragt werden:


    "Eine nicht oder zu gering gemeldete Tierzahl hat zur Folge, dass der Anspruch auf Leistungen der Tierseuchenkasse (Entschädigung für Tierverluste, Beihilfen zu Impfungen, Untersuchungen, etc.) entfällt."


    Das ist aber nicht neu.


    Hallo.


    Bedeutet das jetzt, dass der gesamte Anspruch entfällt, oder nur der für die quasi unterschlagenen Völker?


    Ratlosigkeit im Weserbergland zum Beginn des neuen Jahres.


    Grüße Christian


  • Das ist eine gute Frage und müsste im Kleingedruckten nachzulesen sein.
    Normal läuft es nach dem Unterversicherungsprinzip ab. grob gesagt wenn du 50 Völker gemeldet hast und tatsächlich sind es nachweislich 100, dann bekommst du auch max. für 50 Ersatz. Sind nun aber nur 25 der 50 von 100 gemeldeten betroffen, dann bekommst du nicht automatisch die 25 Ersetzt, sondern umgerechnet den prozentualen Anteil, was dann umgerechnet 12,5 Völker wären.
    Hierbei muss dann natürlich noch berücksichtigt werden inwiefern es einen Vorsorgeanteil gibt und zu wann eine Gefahrerhöhung angegeben werden muss. Im normalen Versicherungsgewerbe findet man dies meist auf der Rechnung, somit ist man nach jeder Rechnung dazu aufgefordert.
    Solange hier keine Kosten entstehen, würde ich einfach die doppelte Anzahl annehmen bzw. was mein Material maximal hergibt.
    Ist es mit Kosten behaftet, dann kann man einen auch nicht fiktiv abrechnen. Hier sollte dann zeitnah dagegen vorgegangen werden.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Nö.
    Da steht: "dass der Anspruch auf Leistungen der Tierseuchenkasse entfällt."
    Nix, nada, gar kein Anspruch.
    Ob das immer so gehandhabt wird, weiß ich nicht. Es kann aber genau so gedeutet werden, und das reicht.


    Zitat


    Ist es mit Kosten behaftet, dann kann man einen auch nicht fiktiv abrechnen. Hier sollte dann zeitnah dagegen vorgegangen werden.


    Das verstehe ich nicht. Aber zur Info: Ja, es ist mit Kosten behaftet. Jedes Volk kostet extra. Bisher 1 Euro. Mindestens 10.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Nö.
    Da steht: "dass der Anspruch auf Leistungen der Tierseuchenkasse entfällt."
    Nix, nada, gar kein Anspruch.
    Ob das immer so gehandhabt wird, weiß ich nicht. Es kann aber genau so gedeutet werden, und das reicht.



    Das verstehe ich nicht. Aber zur Info: Ja, es ist mit Kosten behaftet. Jedes Volk kostet extra. Bisher 1 Euro. Mindestens 10.


    Da läuft was gewaltig neben der Spur!

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hallo


    Da läuft tatsächlich was neben der Spur. Das gleiche Thema wie angesprochen bewegt mich auch schon einige Jahre. Bei jetzigen der tatsächlichen Völkermeldung, bekommt man auch nur soviel Medikamente im Herbst, wie man jetzt gemeldet hat. Aber im Herbst hat man immer mehr Völker als zum Jahreswechsel. Da gibt es tatsächlich Nachholebedarf.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Wie heißt der Spruch doch so schön: wer angelogen werden will, der frage einen Schäfer oder Imker nach der Anzahl der von ihnen gehaltenen Tiere. :lol:


    Liegt in der Natur der Dinge. Sinnvoller wäre hier sicherlich eine Staffelung der Angaben. Von - bis... 0-10 Völker, 10-30 Völker, 30-75 Völker,.... und dann pro Staffelung einen Pauschalbeitrag.

  • Das ist eine gute Idee, Bernhard, aber mit der deutschen Genauigkeit ist das eben schwierig.


    Aber ich werde dann gleich meine Meldung folgendermaßen gestalten. Tatsächliche Völkerzahl ist, geplante Völkerzahl im Herbst 20 und dafür beantrage ich die nötigen Medikamente, für die Herbst/Winterbehandlung. Da werde ich ja sehen, was dann passiert.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)