Ratio Menge Entdeckelungswachs/Menge geschleuderter Honig

  • Hallo,


    Seit einigen Monaten stelle ich mir die Frage, wieviel Entdeckelungswachs (maximal) pro Schleudermenge Honig zu verantworten ist. Ehrlich, ich hab mir in mehr als 10 Jahren Imkerei nie diese Frage gestellt.
    Jetzt, wo der Einmann-Betrieb "bio" zertifiziert ist, verbunden mit dem Besuch von Kontrolleuren, die auch genau wissen wollen, wieviel Wachs welcher Herkunft auf Lager ist, mach ich mir Gedanken, hat doch ein Kontrolleur so eine Faustregel verlauten lassen, laut der


    pro 500 Kg geschleuderter Honig so an die 10 kg Entdeckelungswachs anfallen, nicht mehr.


    Bekanntlich darf in Bio ja nur letzteres aus Honigraeumen zu MW umgearbeitet werden.
    Wie gesagt hat mich dieser Schuh nicht gedrückt solange Bio-MW mit Zertifikat zwar nicht leicht, aber immerhin noch zu bekommen waren. 2016 hat sich das geändert, weil der Markt leergefegt ist/war und ich mir was einfallen lassen muss.


    Nun stellt euch mal vor, ihr braucht mindestens 80 kg Entdeckelungswachs, das Ihr zu MW umarbeiten lassen wollt.
    (Darunter fängt hier in Frankreich keiner an).
    Laut obiger Faustformel müssten dazu 4 Tonnen Honig geernet worden sein.
    Mein Gott, die schaffe ich mit reparierter Pumpe bis zum Lebensende nicht mehr, es sei denn, der Betrieb wird anders gestaltet, und ich sage anderen was zu tun ist.


    Es sei noch gesagt, dass mit der Gabel sehr sauberes, fast trockenes Entdeckelungswachs anfällt, das ich kurz zum Lecken, und oft am Tag darauf in den Sonnenwachsschmelzer gebe.


    Gibt es irgendwo in eurer eigenen Statistik oder in der Literatur Anhaltspunkte als Antwort auf meine Ratiofrage?


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Hallo Norbert,


    bei Messerentdeckelung wohl 1% bis max. 2% vom Honigeintrag. Bei Gabelentdeckelung noch weniger.


    Bei Naturbau im HR und BR sieht das aber anders aus, da hat man dann nicht das Mittelwandproblem. Naturbau zumindest in Teilen sollte doch möglich sein für "Bio"-Bienen.


    Lieber Gruß Andreas

  • Danke, Andreas


    Der Kontrolleur ist mit max. 10kg/500kg Honig also von 2% ausgegangen und noch "grosszügig" gewesen.


    Du liegst auch richtig dass in Bio-Betriebsweise Naturbau -zumindest in Teilen- möglich sein sollte.
    Ganz schlimm: die Hälfte meiner Beuten sind Warré's, wie geschaffen für Naturbau an den <Barettes>.
    Leider hab ich mich für die nach Gatineau benannte Variante entschieden, die ein Ziehen von Rähmchen zur Kontrolle besonders des Brutraums ermöglicht. Kontrolle -vornehmlich in den beiden BR- schien mir halt wichtiger wie zu Abbé Warré's Zeiten, wo es u.a. die Varroa noch nicht gab.


    Bei den jetztigen Preisen für zertifiziertes Biowachs werden die Damen aber 2017 zunehmend die Anfangsstreifen nach ihrem Gefallen ausbauen dürfen.:wink:


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • PHP

    Hallo Norbert,


    hast Du die Gatineau-Rähmchen von Icko? Deren Oberträger sind doch extra schon geschlitzt, bereit zur Aufnahme von Anfangsstreifen. Geht also auch mit Rähmchen, was Anfangsstreifen betrifft.


    Ratio kommt hin, wie geschildert.


    Gruß


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    Ja, das sind überwiegend solche geschlitzte Rähmchen von Icko (etwa 700), der Rest aus meinen Anfangsjahren ist selber gebastelt ohne Schlitz.
    Die Icko's sind preisgünstig (Weichholz), brechen aber leicht, wenn man den Fehler begeht, sie mittig aushebeln zu wollen.
    Ich ziehe deshalb meist nur ein Rähmchen mit der Zange und benutze dann die geschaffene Lücke um die anderen zu lösen, wobei
    das Imkermesser von unten und innen den Oberträger nahe den Ohren hochdrückt.
    Die Rähmchen sind alle gedrahtet und mit Oesen gegen das Einschneiden des Drahtes und damit verbundener Lockerung gesichert.


    Es heisst oft, Bienen würden mit Draht gut zurechtkommen, aber Du wirst mir sicherlich davon abraten, auf jeden Fall im Brutraum.
    Vorteil der kompletten Rähmchen ist das zu erntende Wachs mit dem die Bienen Brücken von einem Warré-Element zum anderen herstellen. Auch letzteres erhöht die geerntete Wachsmenge etwas.


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.