Bauliche Unterschiede bei Dadant- und Zanderbeute

  • Also ich lese hier sehr viel Theorie heraus.


    Ich auch.


    Im Grunde kann ich meine Zander genauso wie meine Zander 1,5 oder Dadant betreiben.


    Die 12er-Dadantbeute (die eher Bruder Adam-Beute genannt werden sollte...) hat Eigenschaften, die mit keiner Zander, 1,5 Zander/DNM oder... kopiert werden können und die eine in vielfacher Weise überlegenere Betriebsweise ermöglicht.


    Zander und Co. fallen für mich als "Quetsch- und Rappelkisten" als imker- und bienengeeignete Bienenbeute aus. Alleine das Losbrechen der Waben, das Rollen der Bienen während des Wabenziehens verhindern erfolgreich ein bienengerechtes Imkern. Die Bienen sind ja schon beim Losmachen der Beute und Ziehen der Waben angepisst. Der Virtuose unter den Imkern (=Profi) wird auch mit diesen Beuten Waben ziehen können, ohne die Bienen zu arg zu verärgern – aber eben auf Kosten der Zeit. Und Zeit kostet. Nicht nur für den Erwerbsimker sondern auch für den Freizeitimker, der lieber länger vor dem Flugloch sitzen und in der Sonne ein kühles Blondes genießen könnte, anstatt sich mit verärgerten Bienen rumzuschlagen. Das Hobby nimmt sowieso schon sehr viel Zeit in Anspruch.


    Hier kann ich auch bei starken Völkern ohne Probleme die Waben beiseite schieben – auf der Auflageschiene ist das ein Kinderspiel.




    Hier zeige ich im Video eine Schwarmkontrolle an der 12er-Dadant. Einhändig! (Die andere Hand hält die Handykamera...) Normalerweise mußt Du noch nicht mal alle Waben kontrollieren wie ich hier, sondern einfach nur die Wabe im Zentrum ziehen, auf Nektar- und Pollen hin kontrollieren. Das war es.



    https://www.youtube.com/watch?v=w6RNUfWMbIQ


    Die Randwabe vor dem Schied sehe ich mir auch gerne mal an: hat sie zuviel Pollen/Nektar, fliegt sie raus! Ich führe die Völker auf 4-7 Waben durch das Jahr. Keine Mittelwände im Brutnest während der Saison! Das Brutnest ist heilig und bleibt die ganze Saison lang unangetastet. Das Schied wird im Februar/März gesetzt und die Anzahl der Brutwaben wird beibehalten. Gebaut wird im Honigraum. Das ermöglicht eine schnelle und ruhige Imkerei, ohne Wirrwarr im Brutnest. Hin- und Weghängen, Schröpfen, Zuhängen – Häh? Alles weglassen! Das Brutnest ist das Herz des Bien und unantastbar.


    Der Mehrertrag an Honig in einer 12er kommt durch das um 90° versetzte Aufsetzen der Honigräume. Damit schafft man es auch mit kleinen Völkern einen guten Honigertrag zu generieren. Das um 90° versetzte Aufsetzen geht nur bei einer quadratischen Grundform. So wie bei der 12er.


    Diesen Effekt habe ich in Versuchen sehr gut reproduzieren können. Hier zwei exemplarische Bilder. Die beiden Bilder zeigen Dadantvölker auf 5 Waben geschiedet. Dieser hier hatte den Honigraum um 90° versetzt drauf:



    Alle Honigwaben des Honigraumes sind gut gefüllt.


    Ganz anders hier, ein Volk mit gleicher Stärke(!) – aber die Honigwaben stehen parallel über den Brutwaben.



    Obwohl gleich stark, werden nur die Waben direkt über den Brutwaben ordentlich gefüllt. Der Rest wird höchstens angetragen. Insbesondere bei der Frühtracht und miesem Wetter fällt dieser Unterschied sehr stark auf. Jedenfalls ist der Honigertrag mit der 12er-Dadant durch das versetzte Aufsetzen der Honigräume höher – ohne weiteres Zutun.


    Doch das alleine ist es nicht.


    • In einer 12er kann ich ohne Gequetsche zu jeder Zeit bequem und schnell arbeiten. Eine 10er Dadant ist genauso wie eine Segeberger oder andere Quetschkisten. Erstmal die Rähmchen losbrechen und dann das Begrüßungskomitee über sich ergehen lassen.



    • In einer 12er Dadant habe ich immer einen ausreichenden Trommelraum. Der wird nicht nur während der Wanderung benötigt, sondern eben auch nachts – für die Flugbienen. Diese alten Tanten hängen nicht unter dem und auch nicht im Brutnest rum, wo sie der Königin auf den Senkel gehen, diese garstigen Viecher, die Königin drückt sich (und die Brut) schon gegen das Absperrgitter; nein sie hängen schön neben dem Brutnest für sich alleine. Das bringt Ruhe ins Brutnest und Ruhe ins Volk! Und was macht das? Mehr Brut, und deutlich weniger Schwarmstimmung. Die Königin lebt auch länger. In einer 10er mit 6 Waben und einem Schied ist der Platz für diesen Effekt zu gering.


      Flugbienen an einem Regentag...hängen neben! dem Brutnest. Und gehen der Königin nicht an und auf die Eier. Das Brutnest kann atmen! Mehr Luft = mehr Brut.



      Der riesige leere Platz neben dem Brutnest ist perfekt für die Sommerpflege.



    • Und in eine 12er bekommt man eine vernünftig dimensionierte Futtertasche rein. Es passen XXL-Futtertaschen rein, mit der Breite von drei Rähmchen und dem Fassungsvermögen durchschnittlicher Futterzargen. Kein Heben der Futterzargen mehr, dafür Futter ohne Ende genau im Bien, wo man es braucht.



    • In einer 12er kann ich im Sommer nach der letzten Honigernte bis zu 13 Waben ausbauen und mit Futter und Brut volltragen lassen. Im Herbst kann ich im Oktober dann aus zwei Völkern mit je 12 Waben jeweils vier Waben wegnehmen und ein neues Volk damit gründen. Alle überwintern auf 8 Waben. So können z. B. spät im Herbst Reserveköniginnen aus den Begattungskästchen verwertet und zu Vollvölkern (!) werden. Ich hatte im Herbst noch 100 Reserveköniginnen – was würde ich sonst mit denen machen? So mache ich neue Völker daraus!




    • Problemlösung in einer 12er: Volk geschwärmt? Volk weisellos? Volk mit schwacher Königin? Volk hat Pestizidschaden? Volk hat xyz? In eine 12er kann ich einen ganzen Ableger reindrücken. Ein Volk macht Probleme? =>Ableger reindrücken. Königin + Bienen + Brut auf 5 Waben. Die vorhandenen Waben nach links und rechts auseinander schieben, es ist genug Platz!, mitten rein dann den Ableger. Damit löst man alle Probleme! Und ist mehr als trachtbereit. Kurz vor oder sogar am Anfang einer Tracht kannst Du so Probleme lösen und trotzdem noch volle Ernte eingefahren! Die per Ableger eingeweiselte Königin läuft Amok. In kurzer Zeit hat die alle Waben vollgeballert mit Brut, alle Waben. Davon macht man...wieder einen neuen Ableger. So löst man Probleme! Das geht mangels Platz in keiner anderen Beute so. Anstatt sich mit Päppeln und Pflegen von Krücken rumzuärgern, hält man lieber ein starkes Volk in der Tracht.



    • Zwei Völker in einer Beute: Wegen des großzügigen Platzes kann man in der 12er-Dadant sehr gut überwinterungsfähige Ableger ziehen. Im Frühjahr lassen sich schwach ausgewinterte Völker zu einem Volk in der 12er-Dadant zusammenlegen. Damit kann man dann den gleichen Honigertrag erzielen, wie das beste Volk in der Imkerei zusammenbekommt. Außerdem gibt es die vielfältigsten Wege, um Ableger das ganze Jahr über zu bilden – und zu nutzen! Dazu mehr in meinem Vortrag auf dem Imkerforumtreffen.





    Es wird oft behauptet, daß die 10er-Dadant beim Wandern vorteilhafter sei, weil sie kleiner ist. Und die Honigräume leichter. Ich halte das für nicht überlegt. Denn Erstens kann ich mit einem Volk in einer 12er-Dadant mehr Honig ernten als in einer 10er-Dadant. Wo ich mit einer 10er nur 45 kg Honig ernte, habe ich bei einer 12er schon 54 kg Honig zusammen. Wenn ich also 48 Völker in 12er-Dadant auf einem gegebenen Anhänger mitnehme, komme ich auf rund 2,6 to Honig. Bei dem gleichen Anhänger bekomme ich 60 Völker in 10er-Dadantbeuten drauf. Das sind dann 2,7 to Honig. Viele Völker, gleicher Ertrag wie bei weniger Völkern...na, das lohnt sich ja.


    Zweitens brauche ich – wenn ich denn dann mehr Honig einfahren will – bei einer 10er-Dadant für die gleiche Honigmenge wie in einer 12er pro Volk schon mal einen Honigraum mehr. Eine 12er Dadanthonigwabe trägt 1,8 kg/ x 10 Waben = 18 kg pro Honigraum bei einer 12er-Dadant. Dickwabensystem. Eine 10er-Dadant hat keine Dickwaben im Honigraum sondern nur normalbreite Waben. Auch 10 Stück pro Honigraum. Der fasst nur circa 14-15 kg Honig. Pro Volk mit drei Honigzargen sind das schonmal 3 kg weniger pro Zarge x 3 Zargen = 9 kg Honig weniger insgesamt. Also noch eine vierte Honigzarge drauf? Ist das so schlau? Bedeutet nochmal eine Zarge mehr schleppen. Eine Zarge mehr Holzgewicht.


    Eine Honigzarge mehr bedeutet auch pro Volk 10 Waben mehr entdeckeln und 10 Waben mehr schleudern. Bei bereits 100 Völkern sind das 1.000 Waben mehr Arbeit. Bei ner 50-Waben-Schleuder sind das 20 überflüssige Schleuderdurchgänge. Bei Raps mit 20 Minuten pro Durchgang sind das 6-7 Stunden mehr Schleuderarbeit. Für was? Wer Probleme mit dem Tragen von schweren Honigzargen hat, der sollte sich entsprechende Technik zulegen. Schubkarre, Gabelstapler – je nach Dimension der Imkerei. Ich setze die Honigzargen von den Völkern direkt runter auf eine Palette, die ich mit dem Avant durch die Gegend fahre. Da muss ich überhaupt nix schleppen. Zuhause geht es runter vom Hänger direkt per Handhubkarre in den Schleuderraum. Fertig.




    => Den Imkerabfängern kann ich nur den direkten Weg zur 12er-Dadantbeute anraten. Die 12er-Dadantbeute eröffnet neue Dimensionen des Imkerns. Die Betriebsweise in einer 12er-Dadantbeute mit Schied ist klar, übersichtlich und signifikant weniger arbeitsbelastet wie bei einer Zander oder Deutschnormal (egal ob ein- oder zweiräumig). Und auch gegenüber der 10er-Dadantbeute. Weniger Arbeit bei gleichem oder mehr Ertrag. Viel mehr Möglichkeiten.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Das klingt alles total plausibel!
    War das hier:http://www.warre-bienenhaltung.de/
    http://www.warre-bienenhaltung.de/Imkern_nach_Warre.pdf
    also ein Irrweg?
    Ein interessanter zwar, aber doch nicht optimaler?


    Ist das die Konsequenz aus vielen Jahren Erfahrung?
    Es gibt nichts besseres als 12`er Dadant nach Bruder Adam?
    Warum können wir uns nicht endlich darauf festlegen?
    Es wäre so viel einfacher, wenn alle Imker das gleiche System verwenden würden...
    Wollen wir es überhaupt einfach?...

  • also ein Irrweg?...


    Wenn ich nicht im Vollerwerb Bienen halten würde, würde ich Bienen in Warrébeuten halten. Warum ich auf Dadant umgestiegen bin:


    Warum ich die 12er Dadantbeute für meinen Schritt in die Erwerbsimkerei gewählt habe – und nicht die Warrébeute.


    Form: die Warrébeute hat eine sehr hohe und schlanke Form. Das macht sie anfälliger für das Umfallen und Umkippen. Sowohl während des Transportes, als auch am Stand selbst. Man denke hier an Vandalismus an entfernten Wanderständen. Eine gedrungene Form hingegen, wirft man nicht um. Insbesondere wenn die Beuten auch noch auf Paletten in Viererblöcken zusammengeschraubt werden, wo die Beuten zusammen über 220 kg auf die Waage bringen.


    Ladefähigkeit: das Verladen von einzelnen Beuten frisst sehr viel Zeit. Es ist daher ratsam, das Verladen so schnell wie möglich zu gestalten. Dazu werden die Beuten „palettisiert“, das heißt, auf Paletten festgeschraubt. Immer vier Beuten auf einmal. Zwar wäre das theoretisch auch mit der Warré möglich, doch eben nur theoretisch. Bei einer Beute mit einem Brutraum, wie die Dadantbeute, kann die Brutzarge am Boden und der Boden an die Palette geschraubt werden. Auch beim Verladen mit Hilfe eines Gabelstaplers ist eine gedrungene niedrige Form im Vorteil gegenüber der hohen schlanken Form, da sie nicht so schnell kippt.


    Anzahl Honigräume: Für die gleiche Menge Honig, brauche ich wesentlich mehr Honigzargen. Bei Dadant passen circa 18 kg Honig in eine Honigzarge, bei Warré (mit Rähmchen) circa 13 kg Honig. Um 30 kg Honig pro Tracht unterzubringen, brauche ich bei Dadant nur zwei, bei der Warré schon drei Honigräume. Das hat nicht nur wieder Auswirkung auf die Form (die Form wird noch höher…) sondern auch auf alle Arbeitsschritte. Statt pro Volk 2x 10 Dadant Honigwaben, müssen 3x 8 Warré Honigwaben angefasst, entdeckelt und geschleudert werden. Das hört sich nicht viel an – sind ja nur vier Waben Unterschied. Mit einer großen Völkerzahl jedoch, zum Beispiel 100 Bienenvölker, bedeutet das 400 mehr Waben anfassen, entdecken und schleudern. Das kostet richtig Zeit bei der Honigernte. Bei 500 Bienenvölkern sind das 2.000 Waben mehr, bei Raps und einer großen Schleuderstraße mit 100 Rähmchen pro Durchgang und zwei Durchgänge pro Stunde (Raps…) sind das 10 Stunden mehr Arbeit. Bei gleicher Honigmenge!


    Betriebsweise: alle Eingriffe gehen in einer 12er Dadantbeute schneller als bei der Warré. Durch die Reduzierung auf einen Brutraum und dem Platz zum Schieben sind die Handgriffe schneller ausgeführt. Und es macht einen signifikanten Unterschied, wenn man täglich bei der Durchsicht von 100 Völkern am Tag nur 8 Stunden statt 10 Stunden benötigt. Auch hier summieren sich Minuten schnell zu viele Stunden. Für die gleiche Anzahl an Bienenvölkern.


    Standards: bei Dadant gibt es Standard-Equipment. Von der Beute selbst, über Geräte bis hin zur Honigernte. Wichtig ist, daß man Beuten fertig kaufen kann. Bei 500 Bienenvölkern sind das bei Warré 1.000 Brutraumzargen und nochmal 1.500 Zargen für die Honigräume. Und dann noch die Rähmchen: 2.500 Zargen x 8 Rähmchen pro Zarge, was stolze 20.000 Warrérähmchen bedeutet. So etwas baut man nicht alleine, hier muss man kaufen können. Vor allem, wenn es mal schnell gehen muss. Bei Warré gibt es da nichts von der Stange. Auch bei den Honigschleudern oder Schleuderstraßen nicht. Maßgeschneiderte Sonderlösungen jedoch kosten mehr.


    Honigernte und damit Ertrag: die Warré ist mit Rähmchen und mit Wanderung auf circa 60 kg Honig pro Volk limitiert. Mehr gibt die Beute pro Jahr nur selten her. Bei Stabilbau und Standimkerei sogar nur 30 kg Honig pro Volk. Das sieht bei Dadant schon anders aus: durch die großen durchgehenden Waben gibt es mehr Brut und in der Folge mehr Bienen pro Volk. Und das bedeutet auch mehr Honig, insbesondere mit dem angepaßten Brutraum und der 12er Dadant, wo die Honigräume um 90° versetzt auf die Völker kommen. Das Ertragspotential ist bei Dadant pro Volk höher. Hier muss man sich hinsetzen und durchrechnen, ob das eigene jährliche Gehalt, die laufenden Betriebskosten und die Investitionskosten durch den Ertrag der Beute gedeckt werden können oder nicht. Und etwas Gewinn soll der Betrieb ja auch machen, oder? Einfach noch mehr Völker? (= noch mehr Kosten…)


    Das Ganze kocht herunter auf folgende Erkenntnis: weniger Arbeit, mehr Ertrag.


    Spielte der Ertrag keine Rolle, wäre die Warré weiterhin mein Favorit. Weil ich weniger Technik und Equipment drum herum benötigte, weil sie kompakter als andere Beuten ist und weil man mit der Warré sehr gut Ableger und Königinnen ziehen kann. (Maxiplus...)


    Ein Irrweg ist die Warrébeute nicht, ich sehe eher eine gute Zukunft für sie. Denn in Zukunft werden wir diesen Turbokapitalismus und damit die Turbobienenhaltung nicht länger aufrecht erhalten können. Wir verbrauchen mehr Energie als wir dürften, auf allen Ebenen. Das trocknet irgendwann aus. Und dann brauchen wir einfachere, ich will nicht sagen primitivere Formen der Bienenhaltung. Und da ist die Warré ganz vorne dabei. Vor allem, weil sie eine recht junge Geschichte hat und noch nicht so unter "Verschlimmbesserungen" leidet, wie andere weiter verbreitete Systeme.


    Für den Moment leben wir aber im Hier und Jetzt. Und jetzt ist erst mal Volldampf angesagt. :liebe002:

  • Hallo Bernhard,


    vielen Dank für die Beiträge.
    Ich sehe es nicht als selbstverständlich an, dass sich jemand Zeit nimmt so ausführlich zu schreiben. Ich habe mich selbst vor zwei Jahren für die 12er Dadant Kiste entschieden - da gibt der Text ein gutes Gefühl. ;-)


    Zwei Fragen noch:
    - Problemlösung, Ableger reindrücken: Das ursprüngliche Volk muss aber schon weisellos sein? Und wirklich in die Mitte?


    - Zwei Ableger in einer Beute: Muss es ein abdichtendes Schied in der Mitte sein?


    Grüße
    Johannes



    Gesendet von iPad mit Tapatalk

  • Hallo Bernhard,


    vielen Dank für deine Antwort und ja das hat mich überzeugt. :) Gibt es einen Hersteller, den du empfehlen kannst ?


    Wünsche euch allen frohe Weihnachten!


    Viele Grüße


    Oliver

  • Ladefähigkeit: das Verladen von einzelnen Beuten frisst sehr viel Zeit. Es ist daher ratsam, das Verladen so schnell wie möglich zu gestalten. Dazu werden die Beuten „palettisiert“, das heißt, auf Paletten festgeschraubt. Immer vier Beuten auf einmal. Zwar wäre das theoretisch auch mit der Warré möglich, doch eben nur theoretisch. Bei einer Beute mit einem Brutraum, wie die Dadantbeute, kann die Brutzarge am Boden und der Boden an die Palette geschraubt werden. Auch beim Verladen mit Hilfe eines Gabelstaplers ist eine gedrungene niedrige Form im Vorteil gegenüber der hohen schlanken Form, da sie nicht so schnell kippt.


    :


    Hast du extra angefertigte Paletten wo 4 Dadant drauf gehen oder verwendest du 2 Euro Paletten? Ich hab zwar Bienenhaus, aber denke immer wieder drüber nach wie ich die beuten Diebstahlsicher machen kann. Dein Konzept klingt einfach und effektiv.


  • Wenn ich aber Bernhards Post lese und das Bild sehe, glaube ich, dass es auch ohne gehen könnte!?!?


    Nein, die Königinnen dürfen sich nicht gegenseitig besuchen können. Das Schied muss also bienendicht die Beute trennen. Auch die beiden getrennten Fluglochkeile halte ich für sinnvoll, damit die Einheiten wirklich ein eigenes, sauber voneinander getrenntes Flugloch haben. Diese Beobachtung beruht auf meinen eigenen Erfahrungen mit selbstgebauten 3er Böden im Zandermaß. Aber auch in der Mehrköniginnenbetriebsweise "Imkern mit dem Triomagazin" von Wolfram Peschetz weist dieser darauf hin, dass es unbedingt notwendig ist, bei der Bildung der Mehrköniginneneinheiten die Völkchen anfangs strikt getrennt zu halten und erst, wenn die Völkchen eingewohnt sind, eine Verbindung über den gemeinsamen Honigraum zu schaffen.


    Mike Palmer (Berufsimker in Nordamerika), der intensiv mit Doppelablegern arbeitet, lässt die Völkchen sogar in entgegengesetzte Richtungen fliegen. Er verzichtet allerdings bewusst darauf, diesen Völkern einen gemeinsamen Honigraum zu geben, sondern führt die Doppelableger getrennt weiter. Er sieht diese Doppelableger als Brutproduzenten, um Wirtschaftsvölker zu verstärken, neue Ableger (für den Verkauf) aufzubauen, oder um Völker für die Königinnenzucht aufzubauen. Aber auch Palmer äußert in einem seiner Vorträge, dass es problemlos möglich sei, solchen Doppeleinheiten einen gemeinsamen Honigraum (über Absperrgitter) zu geben. Das einzige Problem hierbei sei, dass sämtliche Honigvorräte in diesen gemeinsamen Honigraum geschleppt würden und nach der Honigernte keine Reserven mehr in den Ablegern verblieben, weshalb ihm diese Arbeitsweise zu riskant sei.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo Michi,


    Wieso sind deine Schiede nicht umlaufbar?


    sorry, wenn ich hier für Bernhard antworte. Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Schiedtypen. Das normale (im englischen 'follower board') welches im angepassten Brutraum als Abschluss des Brutnestes eingesetzt wird. Dieses hat die Maße eines normalen Rähmchens, ist also seitlich und auch unterhalb des Rähmchens problemlos von den Bienen zu umgehen. Dennoch erzeugt es offensichtlich bei den Bienen ein Gefühl der Trennung in etwa wie Innen und Außen. Der Film zeigt die Durchsicht eines normalen Dadant Volkes, da ist nomalerweise dieser Typ im Einsatz. Dieses 'Außen' 'Innen' kann man z.B. einsetzen, um in Trachtlücken Futterwaben gezielt leertragen zu lassen. Ich vermute hier war nur ausnahmesweise gerade der andere Typ im Einsatz - Allerdings ohne die Bodentrennung, welche normalerweise als zusätzlicher Klotz ausgelegt ist.


    In einem Doppelableger benötigst du hingegen ein bienendicht schließendes Trennschied. (englisch 'divider') Ein solches Schied schließt nicht nur am Rand dicht an die Zarge an, sondern trennt auch den Boden, so dass zwei halbbreite Ablegerkästen mit besonders dünner Zwischenwand entstehen. Durch diese dünne Zwischenwand, können sich die Ableger gegenseitig wärmen. Die beiden Brutnester liegen dann typischerweise beide an diese Zwischenwand angeschmiegt.



    Gruß
    Ludger


    p.s. Bernhard - bitte korrigieren, wenn es einen besonderen Grund für den als 'follower board' eingesetzten 'divider' gibt.

  • Moin Ludger,


    ....Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Schiedtypen....


    das und die Funktionen, Einsatzbedingungen usw. sind mir durchaus bekannt, nur die englischen Bezeichnungen follower board und divider sind nun neu in meinem Imkerwortschatz. :)


    Zitat

    Ich vermute hier war nur ausnahmsweise gerade der andere Typ im Einsatz


    eben nur dieses ausnahmsweise täte mich halt interessieren.


    Zitat

    Die beiden Brutnester liegen dann typischerweise beide an diese Zwischenwand angeschmiegt.


    Das habe ich auch schon anders gehört. Sollten wir vielleicht im Zwei-Königinnen-Thread mal erörtern.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

    🖖🏿Dif-tor heh smusma🖖🏿

  • Ein sehr interessanter Beitrag von Bernhard, der mich auch dazu veranlässt nächstes Jahr mal 2 Dadant Beuten zu testen. Komme ja vom Erlanger Magazin aber dass ist nicht mehr so meins. Schwer bei vollen Honigraum und im Brutraum passen 9 Rähmchen und die sitzen immer so fest und werden zugekittet. und immer diese runter und rauf Heberei Da sagt mir die Dadant Beute doch schon zu. Doch nun meine Frage welche Dadant Beute wird hier besprochen? Gehe mal von der 12 US Beute aus oder? Ansonsten gibt es ja noch die 12 Blatt Beute.
    Bei Holtermann gibt es die 12 US Beute in 2 Varianten. Einmal mit glatter Auflagefläche im Honigraum und einmal mit Holzrechnen. Zu was würdet Ihr tendieren? Glatt weil besser zum verschieben? Gewandert wird nicht.
    Achja und wo bezieht Ihr eure Dadant Beuten? Bergwinkel würde mir zusagen weil es die Behinderten unterstützt, jedoch weiss ich nicht wie die Qualität und vorallem die Beständigkeit ist. Hatte nämlich bei meinen Erlanger immer das Problem, dass ich bei meinem Imkerladen vor Ort eingekauft habe und dannach hat er selber vom Holtermann die Beuten bezogen und die waren dann nicht zu 100% kompatibel. Man konnte Sie verwenden aber halt immer ein gebastel etc etc...
    Von daher lieber gleich zu Holtermann???


    Gruß Markus