Mindesthaltbarkeitsdatum bei Honig

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem trüben wunderschönen guten Morgen :-)


    Ich hätte mal eine Frage: Wie lange ist abgefüllter Honig, Pollen, Honig mit Nüssen oder Mischhonige( mit Erdbeeren, Aprikosen u.s.w.) laut Gesetzt haltbar.
    Ich bin mir nicht mehr ganz sicher ob ich nicht was verpasst habe, da ich Honig , Honigmischungen und Honig mit Nüssen,Pollen auch mit Mindeshalbarkeitsdatum von bis zu 4 J. gefunden habe.
    Nach meinem Wissen beträgt das Datum ab Abfülltag 2 J. und für Mischungen u. Pollen 1 J.
    Ist da etwas an mir vorbei gegagen?

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • wenn sich einige soweit aus dem Fenster lehnen wollen- damit geben sie eine Garantie, weit über die gesetzliche Gewährleistung. Dazu müsste man zur eignen Absicherung auch von jeder Charge eine Rückstellprobe lagern.
    Honig ist Genussmittel und wird nicht bei längerer Lagerung besser! Das sollte man dem Kunden verklickern!
    Gruß Fred

  • "Lt. Gesetz haltbar" ??? "Gesetzliche Gewährleistung"???


    Ihr legt fest wie lange euer Produkt haltbar ist und seid dann verantwortlich dafür, dass es solange auch genauso ist.
    Dazu gibt es keine gesetzlichen Festlegungen.

    Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel.

  • Hi,


    Gibt es bei Lebensmittel den eine gesetzliche Gewährleistung? Falls ja, wie schaut es da mit der Beweislast aus.
    Ich ging bisher davon aus das ich als Imker dies frei bestimmen darf, und damit garantiere das der Honig mindestens bis zu diesem haltbar ist, was aus eigenem interesse auch die geschmackliche Haltbarkeit berücksichtigen sollte.


    Gruß Andi

  • Was heißt "laut Gesetz haltbar" ? Prinzipiell nichts, weil diese Ware sich nicht ans Gesetz halten kann, sie unterliegt eigenen Gesetzen.
    Dass da ein MHD (bezogen auf Abfüllung) stehen muss, ist keine Frage. Für Honig ist es nur eine Empfehlung, max. ein Jahr zu deklarieren. *Theoretisch* ist er ja länger haltbar, ob er dann noch genießbar ist und auch schmeckt, ist was anderes.
    Man kann auch zwei Jahre geben. Sollte dann aber vor Ablauf von zwei Jahren eine Reklamation kommen, wird es Diskussionen geben. Ich habe auch schon gehört, dass man eigentlich max. nur drei Monate geben sollte, damit schnelerl nachgekauft wird...


    Gruß Andreas

  • Prinzipiell nichts, weil diese Ware sich nicht ans Gesetz halten kann, sie unterliegt eigenen Gesetzen...


    Da lehnst Du Dich ja ziemlich aus dem Fenster: Wenn dem so wäre, hättest Du die Nachweispflicht mit allem pi-pa-po (nachweislich dokumentierte Haltbarkeitsprüfung inkl. Analytik, Grenzwerteinhaltung bez. Wassergehalt, HMF, Leitfähigkeit, Enzymgehalt). Die Beweispflicht bei Reklamationen obliegt Dir immer.


    Zitat

    Dass da ein MHD (bezogen auf Abfüllung) stehen muss, ist keine Frage. Für Honig ist es nur eine Empfehlung, max. ein Jahr zu deklarieren....


    Da hat der Gesetzgeber ja die 2 Jahre Haltbarkeit fixiert, um eine klare Regelung zu schaffen. Und wenn ich keine Haltbarkeitsdaten für mein Produkt hätte, würde ich von der Regelung auch nicht abweichen.


    Nicht missverstehen - ich esse auch noch Honig, der 5 Jahre alt ist. Aber verkaufen ? ? ?


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo Heike,
    ich machs so wie Du.
    Honige bekommen von mir 2 Jahre, alles was irgendwie eine Mischung darstellt, also auch eine Bienenwachscreme, 1 Jahr.
    Hab ich so mit "meinem" Lebensmittelkontrolleur abgesprochen, und für den ist das ok.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Ich bin kein Jurist, aber glaube hier wird Gewährleistung, Garantie und MHD miteinander vermischt. Meines wissens ist:


    - Die Gewährleistung bei Produkten gesetzlich geregelt und beträget in Deutschland 2 Jahre, wobei nach 3 Monaten eine Beweislastumkehr eintritt. Bedeutet bei einem Sachmangel muss in den ersten 3 Monaten der Produzent nachweisen das sein Prdukt keinen Mangel aufweist, nach diesen drei Monaten muss der Käufer nachweisen das das Produkt einen Mangel aufweist.
    - Die Garanit ist nicht gesetzlich geregelt und vergibt der Produzent aus freien Stücken, meist aus strategischen überlegungen was Vermarktung angeht aber auch, da die bei ihm liegende Beweislast der Sachmangelfreiheit schwer und aufwändig zu führen sind und sich so quasie eine Garantie ergibt, so das er diese meist von sich aus gibt.
    - Die Angabe des MHD gesetzlich vorgegeben. Bis zu diesem muss der Produzent, gesetzlich vorgeschrieben, gewährleistet, das sein Lebensmittel haltbar ist. Da die Haltbarkeit von Wurst, Käse, Honig und sonstige Lebensmittel von vielen Faktoren abhängt, obliegt es dem Produzenten zu definieren bis wann er diese Haltbarkeit gewähren kann und will. Dafür Garantiert er auch, ohne wenn und aber.

  • Ich bin kein Jurist, aber glaube hier wird Gewährleistung, Garantie und MHD miteinander vermischt. Meines wissens ist:
    - Die Gewährleistung bei Produkten gesetzlich geregelt und beträget in Deutschland 2 Jahre, wobei nach 3 Monaten eine Beweislastumkehr eintritt. Bedeutet bei einem Sachmangel muss in den ersten 3 Monaten der Produzent nachweisen ...


    Bin auch kein Jurist, sehe das ähnlich. Meiner Meinung nach tritt allerdings die Beweislastumkehr üblicherweise nach 1 Jahr ein. Ich bezweifle aber, dass diese Fristen auch für mehr oder weniger verderbliche Lebensmittel gelten.
    Für meinen Honig gebe ich je nach Wassergehalt ein MHD zwischen 1/2 Jahr und 2 Jahren an.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Da hat der Gesetzgeber ja die 2 Jahre Haltbarkeit fixiert, um eine klare Regelung zu schaffen. Und wenn ich keine Haltbarkeitsdaten für mein Produkt hätte, würde ich von der Regelung auch nicht abweichen.
    Rainer


    Kannst Du diese gesetzliche Regelung belegen?


    M.E. legt der Produzent fest, bis wann er die Garantie für die mindeste Haltbarkeit übernimmt. Dazu muss er wissen, was er bei seinem Produkt wirklich versprechen kann - beim Honig und dessen langer, theoretisch unbegrenzter Haltbarkeit haben wir da gute Karten. Ob man dann seinem Honig nur eine kurze Zeit (1 Jahr) oder eher 2-3 Jahre MHD gibt, ist eine Frage der Verkaufstrategien.
    Bei Mischungen mit Früchten muss man genauer hinschauen, wie lange bleiben die Früchte im Honig SICHER haltbar? Wenn ich so etwas produzieren werde, suche ich vorher die Angaben von erfahrenen Herstellern dazu.


    Aber vielleicht kann uns Rainer ja ein Gesetz nennen, was uns die Entscheidung abnimmt? Ich kenne halt nur die "Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln" und deren § 7 "Mindesthaltbarkeitsdatum":
    (1) Das Mindesthaltbarkeitsdatum eines Lebensmittels ist das Datum, bis zu dem dieses Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält.


    Diese VO kennt keine 2 Jahresfrist (was bei Lebensmittel irgendwie auch Quatsch wäre).

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  • Meiner Meinung nach tritt allerdings die Beweislastumkehr üblicherweise nach 1 Jahr ein.


    Da müssen wir nicht spekulieren. Die Beweislastumkehr ist in § 476 BGB geregelt und tritt 6 Monate nach Gefahrenübergang ein.
    Aber wenn man sich anschaut, welche Rechte sich für den Käufer im Fall eines Sachmangels ergeben (Rücktritt, Wandelung, Minderung) ist nun wirklich keine Panik angesagt. Das ist ja nur das, was jeder Imker, der auf Kundenpflege wert legt, ohnehin als Kulanz gewähren würde.
    Dass es zusätzlich zu Schadenersatzpflichten kommt, kann man bei Honig wohl in aller Regel ausschließen.
    Und mal ganz praktisch gefragt: Wer von Euch hat hier jemals nennenswerte Probleme?


    Wenn ein Produkt vor Ablauf des MHD verdirbt, kann das ein Sachmangel sein. Gut wäre es schon, wenn das nicht schon nach weniger als 6 Monaten passiert. Man muss halt das MHD ein wenig an die Honigqualität (Wassergehalt) anpassen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Hallo Wolfgang

    Zitat

    Man muss halt das MHD ein wenig an die Honigqualität (Wassergehalt) anpassen.


    Pardon, aber bei diesem Satz kriege ich augenblicklich Zahnschmerzen.
    Es ist unter Einhaltung rechtlicher und imkerlicher Praxis sehr leicht möglich, einen Honig zu produzieren, der qualitativ auf gleichbleibend hohem hohem Niveau ist!
    Bei mir geht kein "grenzwertiger" Honig ins Glas, bei dem ich -aus welchen Gründen auch immer- Qualitätsprobleme schon gleich bei der Abfüllung befürchten müsste!
    Sorry, aber das geht gar nicht!
    Ein Glas "hochgegangener" Honig versaut dir dein Kundenvertrauen! Für lange Zeit!
    Oder würdest Du Dir ein Auto kaufen wollen, welches nur die halbe Garantie hat, weil es qualitätsmässig so gerade noch akzeptabel ist?
    Aber für den vollen Preis?

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck


  • Pardon, aber bei diesem Satz kriege ich augenblicklich Zahnschmerzen.


    Ich rede hier doch nicht von Honig, der nicht verkehrsfähig ist!
    Aber ein Honig mit 18% Wassergehalt hält halt unter den üblichen Lagerbedingungen im Privathaushalt nicht so lange wie einer mit 16%.
    Da muss mal halt entscheiden, ob man ein oder zwei Jahre MHD ansetzt.


    Dass ich keinen Honig abfülle, der mehr als 18% Wassergehalt hat, versteht sich von alleine.



    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • 17 %-Honig kann auch noch sauer werden. Die Gewährleistungsfristen haben hierbei doch nichts zu suchen. Das ist eine andere Bausstelle.
    Viel wichtiger ist doch die Frage, was das Mindesthaltbarkeitsdatum denn eigentlich garantiert? Verzehrbar bis ... ohne Schaden zu nehmen?
    Gleichbleibende Qualität von Anfang bis zum angegebenen Datum kann es nicht garantieren. Bei den wenigsten Produkten.

    Der Neid hängt am Stacheldraht in des Imkers Hosentasche!