Baugenossenschaft in Hamburg möchte Bienenkisten vom Balkon vertreiben

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    Interessant ist allerdings generell, unter welchem Aspekt man überhaupt Bienen auf einem Balkon verbieten kann. Wegen der Tierhaltung, wegen der Optik, wegen der Verschmutzung, wegen der Gefährdung/Beeinträchtigung...

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • es gibt bereits ein Urteil aus Hamburg- nach Mietrecht - und jedes weitere Urteil schwächt die Position der Imker, wenn sie Mieter sind!
    Als Eigentümer einer Wohnung oder Grundstücks hat man andere Rechte.


    https://www.rechtstipps.de/mie…alkon-keine-bienen-halten


    Ursache ist ein BGH-Urteil von 2007 inkl Definition von Kleintieren
    http://www.mietrechtslexikon.d…xikon2/t1/tierhaltung.htm


    wie ist die Sache am 24.11.2016 beim Amtsgericht Pankow ausgegangen?


    Gruß Fred

  • Die Biene ist nunmal kein Haustier, sondern ein Nutztier. Dementsprechend sollte sich jeder Mieter die Bienenhaltung vom Vermieter genehmigen lassen.
    Das "Gefahrenpotential" von Stadtbienen ist meiner Meinung nach nicht gering.
    Allein in Regensburg gabs letztes jahr 5 oder 6 Schwärme die sich in der Stadt an Fahrrädern, Motorrädern oder Lampen ansiedeln wollten. Für die Leute eine riesen Schau.
    Es ist aber dementsprechend vermutlich auch nur eine Frage der Zeit bis ein Schwarm einen Unfall auslöst. Wer haftet dann?
    Ich hab da ernsthaft Sorgen, dass die Begeisterung für Bienen erstmal abebbt wenns mal zu nem Personenschaden durch nen Schwarm kommt.

  • Schonmal nen "guten" Schwarm mitten in ner Altstadt gesehen ;) War n ziemlicher Spaß!
    Frauen schreien, kinder schreien - man kommt sich vor wie in Krieg der Welten :D, war aber ziemlich lustig :D .
    Die meisten Stadtmenschen haben ANGST vor einem Schwarm der sich gerade absetzt. Die Stechen ja und so...

  • Auch ich als Imker würde in meinem Beruf als Vorstand einer Wohnungsgenossenschaft die Bienenhaltung auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses untersagen.


    Es geht ja nicht nur um das individuelle Recht der Bienenhaltung (wobei ich hier denke, dass Bienen eben keine Kleintiere sind und deshalb der Genehmigung bedürfen), es geht um ein friedliches Miteinander. Wer den Krieg in den Nachbarschaften täglich erleben muss, weiß die voraussichtlichen Folgen der Balkonbienenhaltung einzuschätzen. Alle Imker wissen wohl auch, dass viele Menschen kaum eine Biene von einer Wespe unterscheiden können. Da ist die nächste Störung des Hausfriedens schon programmiert.


    Das Wohl der Gemeinschaft muss über die Verwirklichung der Hobbywünsche des Einzelnen stehen. Zumal es ja nur um den Ort der Ausübung dieses Hobbys geht. Stadtimkerei kann auch auf Grün-/Freiflächen in der Stadt betrieben werden.


    Ich stelle meine Bienen auch nicht auf Grundstücke unserer Genossenschaft, obwohl es da durchaus interessante gäbe, weil ich um den Wirbel weiß, der daraus entstehen würde.


    Grüße aus dem Bergischen Land,
    Ralf
    (...der ständig mit Problemen um Hunde-, Katzen-, Kaninchen-, Ratten-, Kinder😉-Haltung konfrontiert wird)

  • Ja genau das ist das Problem. Die Leute können nicht zwischen Biene und Wespe unterscheiden. Nicht mal in Naturreichen Gebieten von Österreich. Da war ich im Urlaub als ich noch gar nichts mit der Imkerei zu tun hatte und die haben ums Hotel überall so halbierte und verkehrt wieder aufgesteckte Flaschen gehabt wo Wespen hinein flogen und nie mehr raus gekommen sind. Und die Hotel Leute haben die ganze Zeit nur von lästigen Bienen geredet. Dabei waren fast nur Wespen in diesen Flaschen drin.
    Wen die Menschen Bienen mit Wespen gleich setzen ist es klar das sie gleich panisch gestresst sind und ein Nachbarschaft kriege vorprogrammiert ist.


    Vielleicht wäre das Dach ein Option , wenn es ein Flachdach ist wo die Leuzte ja eigentlich nichts sehen von den Bienen.

  • Balkon mit Sichtschutz hat mich fast 1,5 Jahre auf den Balkon imkern lassen. Der Nachbar unter mir hat es nach 2 Wochen bemerkt, der über mir nach 6 Wochen. Die anderen erst nach über einem Jahr, durch mein eigenes Tun- Zargenschlepperei. Ein Glas Honig gabs als Kostprobe.
    Es verfliegen sich besonders Jungbienen in den ersten Tagen nach unten. Auch auf den Fensterbrettern sind gelegentlich tote Bienen zu finden. Stiche bekam keiner. Auch war die Balkonnutzung mehr für mich selbst eingeschränkt, weil einfach kein Platz mehr für Stühle oder Kaffeetisch im 2. Jahr war. Zu Beginn als Ableger bzw Kunstschwarm mit ausgewählten Königinnen erstellt, standen sie als 2 Völker auf 3 bzw 4 Zargen über die Brüstungshöhe.
    Auch die beiden Grillfeten auf dem unteren Balkon verliefen ohne Probleme. Mich hat der Qualm mehr als die Bienen gestört.
    Es kam dann der blaue Brief als Abmahnung mit kurzer Frist, wobei das Hamburger Urteil als Begründung diente. Da ich kein Bock auf einen ungewissen Rechtsstreit habe, und auch inzwischen einen anderen Balkon sowie 2 weitere Standoptionen in Berlin nutzen kann, habe ich mich zur Räumung mit verlängerter Frist zu Ende Juli verpflichtet, da konnten dann die Völker ohne Honigräume transportiert werden.
    Nachfrage beim unteren Nachbarn ergab, das ihn die fliegenden Bienen nicht störten, er aber jede Woche auf seinem Balkon eine große Schaufel toter Bienen zusammen kehren konnte.


    Genehmigung hätte ich nie bekommen- da haben wir 3 Alt-Mieter doch eher ein gespanntes Verhältnis zur Chefin der Wohnungsverwaltung, die auch Eigentümer/Vermieter unserer Wohnungen ist. Alle anderen Wohnungen sind als Eigentumswohnungen verkauft worden.

  • Vielleicht wäre das Dach ein Option , wenn es ein Flachdach ist wo die Leuzte ja eigentlich nichts sehen von den Bienen.


    Sorry für's miesmachen, aber auf's Dach ohne Absturzsicherung wird kein verantwortlicher Vermieter (schon gar nicht Gesellschaft/Genossenschaft) zulassen. Bei Verkehrssicherungspflichten geht die Haftung weit bis in den persönlichen Bereich hinein. Und in der Regel kennt man seine Mieter nur recht oberflächlich. Da kann man nicht auf vernünftiges Handeln vertrauen. Du glaubst nicht, auf was für Ideen die Leute kommen...

  • Sorry für's miesmachen, aber auf's Dach ohne Absturzsicherung wird kein verantwortlicher Vermieter (schon gar nicht Gesellschaft/Genossenschaft) zulassen.


    Vielleicht ist Berlin doch das Schlaraffenland für Imker, bei meinem Verein fragen sogar die Flachdach-Besitzer nach, ob wir nicht Völker aufstellen wollen. ;-)
    http://www.abendblatt-berlin.d…bienen-auf-dem-finanzamt/


    Gut, so einfach war es dann doch nicht, da das Finanzamt nicht Besitzerin des Gebäudes ist musste noch kurz die Statik (!) geklärt werden. ;-)) Ich war da noch nicht oben und weiß auch nicht wie und ob das mit der Absturzsicherung ist, aber es gibt genug Leute die auch ohne Geländer auf dem Dach imkern - in Berlin halt!