Dadant: Beute wiegen - Futterinhalt abschätzen?

  • Hallo Gemeinde,


    ich hoffe sehr, auf erfahrene Dadant-Imker zu treffen, die genügend Erfahrung mit der Kipp-Wiegemethode zur Futterabschätzung haben.
    Habe heute meine Kisten gewogen, jeweils nur den Brutraum mit Boden, zehn Rahmen und Dreifachdeckel (Dämmauflage, Holz-Stülpdeckel und Blechdeckel drüber).
    Ergebnis: Zwischen 16,5 und 19,5 kg (also 33-39 kg Gesamtgewicht).
    Das Leergewicht einer passtenden Kiste kann ich mangels Verfügbarkeit leider nicht messen. Gibt es hier jemanden, der seine Erfahrungen Preis geben kann? Das Ziehen von Waben verbietet sich ja, und auf Verdacht nachfüttern wäre auch albern.


    Grüsse aus dem Mansfeld,
    Uli

  • Zum Sollgewicht im Dezember kann ich Dir nichts zuverlässiges sagen. Meine Erfahrung ist allerdings, dass sich die Gewichte zwischen rechts und links bzw. Vorn und hinten beträchtlich unterscheiden können.
    Deshalb setze ich meine Kofferwaage immer vorn UND hinten an.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Sehe mal von oben rein. Sind verdeckelte Futterkränze zu sehen. Ziehe Randwaben. Eine volle Wabe hat 3 kg Futter. Ein starkes Volk konsumiert im Moment 100g Futter am Tage. So drei volle Futterwaben wären nicht schlecht. Addiere dabei auch. Solltest du füttern müssen hilft ein Sirupbeutel. Über das Brutnestgelegt unten mit der Gabel ein paar Löchlein stupfen, dass sie saugen können fertig. Viele Imker zerlegen gerade ihre Völker und sprühen jede besetzte Wabe mit Ox ein.
    Ich schätze den Futtervorrat wie die Altvorderen. Anheben mit einer Hand- schwer - alles gut. Leicht - handeln. Erste Möglichkeit Futter von schwer rüber hängen. Wenn unmöglich füttern wie beschrieben. Im nächsten Herbst den Sparheimer vom Hof jagen, denke einfach das Futter bezahlt ein Anderer. So ein wenig Futter hat man immer in der Rückhand. Ich habe zumindest an einem Standort das gegenteilige Problem. Es hat mal wieder spät gehonigt.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Meriones,
    Meine Dadantbeuten sind von Holtermann welche ihre gewichte sehr genau aufgelistet haben. Hierzu kann ich sagen das meine Beuten etwa 17/21 Kg rechts/Links haben. Abweichend von Volksstäkre/Rähmchen bin ich guter dinge da alle etwa 35-41Kg Wiegen.
    Gewogen mit Kofferwage rechts/ links!Meine Leerbeute hat knapp 12Kg.


    Gruss

  • Kann dir auch nur empfehlen das Gesamtgewicht durch Wiegen auf zwei Seiten zu ermitteln, weil sich die Gewichte bei Dadant durch die ungleichmäßige Beladung/Bienenbesetzung stark unterscheiden.
    Wenn du keine vergleichbar zusammengestellte Beute in leer wiegen kannst, hilft dir nur addieren der einzelnen Gewichte aus einer Tabelle. Gewicht der Bienen 2 kg, wenn die Waben gut belegt sind. Dann noch Wachs pro Rähmchen nicht vergessen.
    Sowas gibt ungefähr den Anhaltspunkt. Genauer wird es dann leider nur, wenn du die Waben ansiehst. Randwaben kann man bei einigermaßen warmen Wetter ziehen und bei den belegten Waben siehst du von oben auch, ob noch Futterkränze da sind.
    Alternativ zur Flüssigfütterung im Beutel kann man ggf. Beutel mit Futterteig auflegen.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Danke Euch allen!
    Aufreissen möchte ich keins der Völker. Zumeist sind die Rahmen oben kräftig querverbaut, müsste also kratzen und stochern, nicht schön. Habe seit Anfang August und bis Ende Spetember alle langsam eingefüttert, und zwar mit
    15 kg Zucker = 25 kg Lösung für die grossen und
    12 kg Zucker = 23,3 kg Lösung für die kleineren Völker.
    Nun war allerdings der Herbst durchaus mild und eine Tracht ab August nicht mehr vorhanden, schon weil es bei uns im Sommer bis Ende Sept. so gut wie gar nicht geregnet hat. Wüstenartige Zustände, unglaublich... Es könnte deshalb schon einiges verbraucht sein.
    Also werde ich von allen Seiten wiegen und probieren, das Grundgewicht einer Kiste hochzurechnen.


    Bis bald, seid gegrüsst,
    Uli

  • Bei den gefütterten Mengen ist es im Moment wahrscheinlich noch nicht kritisch, aber die verschiedenen Völker lagern bei gleicher Futtermenge leider völlig unterschiedlich ein. Manche finden irgendwo noch was dazu, brüten gerade kaum und lagern alles ein. Andere brüten und bauen mit dem Futter, suchen/finden sonst kaum was und lagern nur einen deutlich reduzierten Anteil ein. Somit kannst du leider nicht davon ausgehen, dass der eingefütterte Zucker als Futter für den Winter drin ist. Gerade, wenn man langsam füttert, verbrauchen sie mehr davon.


    Du kannst aber grob vereinfachen, dass ähnlich ausgestattete Beuten gleich schwer sein müssen. Wenn also in der 6kg leichtern Beute gleich viele Rähmchen sind und sonst alles gleich (Schied, Deckel....), sind da wohl 5-6 kg weniger Vorrat drin. Ansonsten lässt sich die Masse von einem Rähmchen mit Mittelwand ja leicht ermitteln, wenn du wenigstens davon noch was rumstehen hast. Bei Berechnung von zwei Mittelwänden und einem Rähmchen müsstest du etwa auf das Gewicht einer ausgebauten Wabe kommen.


    Solltest du weniger Vorrat ausrechnen als drin ist, kein Problem (außer zusätzlichem Stress mit Füttern), weil dann im Frühjahr einfach was übrig bleibt, das du entnehmen kannst. Hast du zu viel Vorrat ausgerechnet und es reicht dann doch nicht, verhungern die Bienen im Frühjahr. Also lieber die Leergewichte beim Rechnen und Schätzen größer wählen und den Sicherheitspuffer für die Gewichtsdifferenz/Vorratsmenge damit größer. Zudem sollte ein Volk immer und zu jeder Zeit im Jahr eine Reserve von 2-3 kg Futter haben.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • 15 kg Zucker sind keine 25 kg Futter, sondern halt nur 15 kg.
    Remstalimker


    Stimmt, aber können 25 kg Lösung sein, wenn man diese mit 10kg Wasser im Verhältnis 3:2 anmischt. :)


    Aber zur Sicherheit sicher wichtig, nochmal daran zu erinnern, dass es für den Vorrat auf die Zuckermenge ankommt und nicht auf die Flüssigkeitsmenge in der diese gefüttert wurde.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • ...daran zu erinnern, dass es für den Vorrat auf die Zuckermenge ankommt und nicht auf die Flüssigkeitsmenge in der diese gefüttert wurde.


    Leider beginnen genau da manche Mißverständnisse. 1 l Futtersirup (3:2) wiegt rund 1,37 kg, weshalb die Händler die Faustformel prägten: 1 l Futtersirup entspricht ca. 1 kg Zucker. Freilich ist entscheidend, wieviel im Wabenwerk eingelagert ist und nicht, wieviel Futtersirup vom Volk aufgenommen wurde.

  • Was ich immer wieder feststelle wenn ich hier lese, dass die Leute was machen und sich erst hinterher Gedanken machen. Sprich wie hier..auffüttern dann wiegen und nichtmal wissen wir schwer die Beute vorher war. Für was messe ich dann?? Jeder macht Fehler oder ist Änfanger wie ich aber z.b.Kurse behandeln das Thema auffüttern schon im Sommer und da wird alles durchgesprochen. Auch sind die meisten Fragen allgemeiner Natur und wurden schon zig mal besprochen wiez.b. gewicht Dadant. Ist bestimmt irgendwo nachzulesen oder auch beim Google.
    Sorry musste mal sein.

  • Hallo Kaprio,
    das ist auch ein Internetproblem. Man liest zu Beginn kein Buch um ein umfangreiches Wissen zu bekommen, sondern setzt auf Häppchen. Ein Imker bekam ein Volk geschenkt ohne Futterwaben. Ich sagte: "Sofort füttern." Antwort: "Die sollen sich was holen." Meine Antwort, Zuckerspende. Ein fundiertes Wissen sollte man sich zu Beginn aneignen.


    Wer viel misst, misst auch oft Mist. Die alten Korbimker hatten das Gewicht im Griff.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: