Oxuvar nur als Teilmenge ansetzen - ist das möglich?

  • Hallo zusammen,


    ich bin Jungimker im ersten Jahr neu hier im Forum!
    Ich habe zwei Ableger-Völker eingewintert. In den nächsten Tagen plane ich die Oxalsäure-Behandlung durchzuführen.
    Eine Packung Oxuvar habe ich mir bereits in der Apotheke besorgt.


    Nun stellt sich mir eine Frage:
    Für meine beiden Völker benötige ich ja bei weitem nicht die gesamte 500-ml-Packung. Kleinere Gebinde als 500 ml gibt es aber im Handel nicht! Es ist doch eigentlich Verschwendung und unwirtschaftlich (abgesehen von dem Entsorgungsproblem der Restsäure), die komplette Lösung anzusetzen. Zumal die angesetzte Lösung unmittelbar aufgebraucht werden soll und nicht lange haltbar ist (lt. Hersteller Andermatt im Kühlschrank max. ca. vier Wochen).
    Mit einer genauen Waage und einer Spritze könnte man eine Teilmenge aus Oxalsäure und Saccharose abwiegen/abmessen und z.B. nur so viel anmischen, wie man für die Behandlung von 2-3 Völkern benötigt und den Rest dicht verpackt, kühl und trocken lagern.


    Eine Reaktion tritt - wie ich gelesen habe - erst ein, wenn man OS und Saccharose zusammen mischt. Und die Haltbarkeit der Basislösung Oxalsäure ist laut Etikett bis 05-2018.


    Hat das schon mal jemand versucht, eine Teilmenge anzusetzen?
    Ist das grundsätzlich möglich?


    Danke für Eure Antworten.
    Goddy

  • Habe letztes Jahr eine Teilmenge von einer Oxuvar-Packung angemischt/verbraucht und letzte Woche den Rest angemischt und verbraucht. Es sind reichlich Varroen gefallen. Den Dreisatz sollte man natürlich beherrschen.
    Karl

    Etwa 12 Völker auf Dadant an etwa 4 Standorten. "Bienenrasse":roll:: Bunte Mischung aus Carnica und Buckfast.

  • Hallo "Uli" und "Der Bergische",


    danke Euch Beiden für die fixe Antwort. Dann werde ich das mal probieren.


    … ähm, :wink: es sollte kein Problem sein - ich zähle noch zu der Generation, die ohne Taschenrechner oder Handy rechnen kann, nur mit dem Kopf :p


    Merci
    Goddy

  • Das ist sicher grundsätzlich möglich und kein Hexenwerk, wenn man denken, rechnen und richtig messen kann. Wer kontrolliert, ob du den Rest entsorgt hast und wie viel du pro Volk verwendest...


    Soweit ich mich erinnere, ist zur Verwendung allerdings irgendwo die Zubereitung nach Anleitung gefordert worden und das ist dann ja die ganze Packung Pulver in die Flasche mit der Flüssigkeit. Die Anleitung in der Packung schließt es zwar nicht ausdrücklich aus, kleinere Mengen auf diese Weise mit Teilmengen der ganzen Packung zuzubereiten. Vielleicht gibts da aber irgendeine Vorschrift, die dann verlangt, dass man dafür eine pharmazeutische Qualifikation braucht, weil es ja nicht die Fertigmischung ist, die man einfach nur zusammenkippt, sondern ja aktiv etwas zubereitet. Außerdem bezieht sich die aufgedruckte Haltbarkeit auf die ungeöffnete Packung. Die Weitergabe der Restmenge an Imkerkollegen könnte ebenso kritisch schein, wenn man kein Apotheker ist, da man apothekenpflichtige Stoffe als Laie in Verkehr bringt.


    Wirtschaftlich ist der Verlust ja nicht so groß. Mich würde eher die Aufbewahrung der geöffneten Gebinde nerven, da ich dafür wenig geeignete Plätze in der Wohnung habe. Entsorgung ist immer doof, weil man den Rest bei der Giftmüllsammlung abgeben muss. Aber das Problem hast du auch bei kleineren Mengen, wenn du nicht ganz exakt abgemessen für die Behandlung anmischt. Auch eine blöde Regelung, da bei uns aller Müll verbrannt wird, was bei Oxalsäure und Zucker auch nur Kohlendioxid geben sollte, wenn man es in die Restmülltonne gibt.


    Somit bleibt dir also -wie so oft- die Auswahl, ob du dich an Anleitungen halten willst oder deinen Überlegungen bzw. deinem Gefühl folgen. Entscheide selbst und steh dazu.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Hallo Amape,


    danke für deine Gedanken, die ich sämtlich nachvollziehen kann.


    … Wer kontrolliert, ob du den Rest entsorgt hast und wie viel du pro Volk verwendest...


    Das kontrolliert wohl keiner, aber jeder hat die Verantwortung gegenüber seinen Bienen und auch der Umwelt und ich denke, dessen sind sich die meisten Imker wohl bewusst …


    Vielleicht gibts da aber irgendeine Vorschrift, die dann verlangt, dass man dafür eine pharmazeutische Qualifikation braucht .... die Weitergabe der Restmenge an Imkerkollegen könnte ebenso kritisch sein, wenn man kein Apotheker ist, da man apothekenpflichtige Stoffe als Laie in Verkehr bringt.


    Wen dem so wäre, würde mich das nicht wundern, wir haben ja inzwischen für alles eine Vorschrift (… außer für K.O.-Tropfen, die kann jeder immer noch im Internet frei kaufen und dann benutzen … habe ich neulich in der Zeitung gelesen - krass …) Aber das mit der Weitergabe ist ein guter Gedanken - ich werde mich mal umhören, wer noch Bedarf hat.


    Wirtschaftlich ist der Verlust ja nicht so groß.


    Stimmt, aber mich nervt die große Menge die da übrig bleibt. Sinnvoll wäre es, wenn hier auch kleinere Gebinde angeboten würden - z.B. für Jungimker mit zwei - drei Völkern. Dürfte technisch kein Problem darstellen … Aber das ist offensichtlich nicht gewünscht, die derzeitige Gesetzeslage verbunden mit der Apothekenpflicht stellt den beiden Herstellern und auch den Apotheken - so wie ich das sehe - quasi eine "Lizenz zum Gelddrucken" aus.


    Naja, ich hoffe, dass sich meine Völker gut entwickeln und vermehren und ich in einigen Jahren eine komplette Packung aufbrauchen kann.


    Grüße

  • Stimmt, aber mich nervt die große Menge die da übrig bleibt. Sinnvoll wäre es, wenn hier auch kleinere Gebinde angeboten würden - z.B. für Jungimker mit zwei - drei Völkern. Dürfte technisch kein Problem darstellen … Aber das ist offensichtlich nicht gewünscht, die derzeitige Gesetzeslage verbunden mit der Apothekenpflicht stellt den beiden Herstellern und auch den Apotheken - so wie ich das sehe - quasi eine "Lizenz zum Gelddrucken" aus.


    Das mit Abstand Teuerste an diesen Chemikalien ist das Verpacken und hinterher das Verkaufen. Kleinere Verpackungen kosten relativ mehr an Verpackungsaufwand. Für den Apotheker ist es die gleiche Arbeit. Wahrscheinlich würden also kleinere Gebinde zu fast demselben Preis verkauft werden.


    Kikibee

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.