Abfalldeutung auf der Windel - Brutfreiheit erkennen.

  • Hallo Miteinander,


    da es in den letzten Wochen recht kühl war hier im Allgäu überlege ich, ob der Zeitpunkt zur Oxalsäurebehandlung jetzt gekommen ist!
    Bei meinen Völkern habe ich fast nur Pollen gefunden. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, was da sonst noch so liegt.


    Daher suche ich eine gute Seite/Lektüre (evtl. als PDF) die im Detail auf den Windel - Abfall eingeht (Bilder, usw.). Damit erhoffe ich mir, die Brutfreiheit über die Varroa-Windel feststellen zu können.


    Weiß jemand wo ich fündig werde?


    Gruß Markus

  • Schraubenzeiher für Schraubern
    Hammer für Nägel
    Stethoskop für's Pumpe abhören


    Spaß beisete, die Windel ist IMHO wenig geeignet um die Brutfreiheit festzustellen. Mach den Deckel runter (bei Folie) und fühle. Wenn es da warm von Brut ist wirst du es spüren. Erhöhte Wärme ist DER Hinweis für Brut. Jetzt wirst du immer geschrotetes Wachs vom Öffnen der Futterlagerzellen finden. Und Varroa auf selbiger Windel.
    Falls du einen offenen Boden hast, sollte der im Winter übrigens offen sein.


    Gruß
    Reiner

  • Hallo Reiner,


    zur Zeit fallen praktisch keine Milben! Vor 5 Wochen schon noch! Erhöhte Temperatur ist mir bekannt, Aber bei wenig Brut wie ich finde, schlecht zu erkennen. Brutfrei ist halt schon wünschenswert. Wer weiss wie's um Weihnachten rum wird! Je früher die Milben raus sind, desto besser ist das (bei Brutfreiheit)!


    Gruß Markus

  • Ein Hinweis auf Brutfreiheit ist, dass nur adulte Varroen fallen.
    Bei sehr geringem Milbenfall lässt sich das natürlich nicht so gut erkennen.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Moin zusammen,


    habe ich zu viele Leute auf ignore oder wer ist "Hans"?


    Zum Thema: ich bin auch etwas vorsichtiger mit den Windeldeutungen geworden. Die Absolutheit mancher Aussagen würde ich nicht unterschreiben. Es gibt wirklich sehr individuelle Unterschiede zwischen vergleichbaren Völkern in vergleichbaren Kisten.
    Dann stellt sich für mich die Frage -> Sind die Unterschiede relevant? -> Beispiel Brutfreiheit -> Wenn Völker jetzt noch Brut im großen Stil haben, dann haben sie ein Problem...


    Gruß Jörg

  • Sollte Brut nicht an den braunen Wachsspänen auf der Windel zu erkennen sein?
    Die vom Futter ist ja weiß.


    Wenn es helle Waben waren schon. Futter wird aber natürlich auch in älteren Brutwaben eingelagert. Da ist dann kein Unterschied bei der Farbe der Wachskrümel.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Sicher??
    Sind die Wachsdeckel vom Futter auf alten Waben nicht auch weiß??


    Die Bienen verwenden zum Verdeckeln auch vorhandenes altes Wachs. Dann sind Brut- ebenso wie Futterzellendeckel dunkel.
    Das kann man in Lauf des Jahres gut beobachten: Frisch ausgebaute Waben haben helle Deckel, alte Waben dunkle.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Groß in Brut dürften meine Völker nicht mehr sein. Sicher ist, dass die Varroen in der Brut nicht geschädigt werden, was die in Deutschland zugelassene WINTERBEHANDLUNG mit OS angeht. Deshalb möchte ich schon einen brutfreien Zeitpunkt dafür nutzen. Jetzt das 2-räumige Volk aufreißen ist mir auch nich trecht.


    Gruß
    Markus

  • Wichtiger als aktueller Frost ist aber eine Frostperiode vor etwa 3 Wochen! Denn nur diese hat dafür gesorgt, dass JETZT keine verdeckelte Brut vorhanden ist.


    Der aktuelle Frost verhindert ja nur das Neuanlegen von Brut, aber nicht das Vorhandensein verdeckelter Brut die vor 3 Wochen angelegt worden ist.


    Und wichtiger als völlige Brutfreiheit ist, dass man die Behandlung eher bei tieferen als höheren Temperaturen durchführt und obendrein, dass diese tiefen Temperaturen dann wenigenstens noch ein paar Stunden anhalten, so dass die Traube während und nach der Behandlung noch möglichst lange eng zusammensitzt!


    Aus all' diesen Gründen ist hier, im nördlichen Oberbayern seit wenigen Tagen bis vielleicht noch morgen der womöglich einzige wirklich ideale Zeitpunkt 2016 gewesen, die Ox-Träufel-Behandlung durchzuführen.
    Vor 3 Wochen gab es hier mehrere Tage mit Frost zwischen -5°C und -10°C und seit einigen Tagen haben wir Hochnebel und Dauerfrost, so dass die Bienen jetzt mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit brutfrei sind und wegen der aktuellen Temperaturen auch noch sehr eng zusammensitzen.


    Eine Behandlung bei Frost am frühen Morgen nützt vermutlich wenig, wenn es gleich am Vormittag sonnig und mild wird und die Bienentraube sich auflöst und die Bienen womöglich sogar ausfliegen. Denn es ist zweifelhaft, ob in dieser kurzen Zeitspanne alles überall hin verteilt worden ist.


    Auf der Oxalsäureverpackung steht bei > 2°C anwenden.
    Ich halte es aber eher wie Liebig, der sagt, besser bei -5°C als bei +5°C.
    Ich habe auch aufgrund meiner bisherigen eigenen Erfahrungen in den letzten Jahren immer versucht, nur noch bei Frostgraden nahe -5°C zu behandeln, da bei höheren Temperaturen die Trauben deutlich lockerer sitzen und es auch zu vermehrten Aufflügen kommen kann, was den Tod dieser Bienen und eine geringeren Behandlungserfolg bedeutet.
    Nachteile konnte ich bisher noch keine entdecken.


    Ich habe in den milden Wintern der letzten Jahre sogar schon am Abend in Dunkelheit behandelt, weil nur dann die Temperaturen im angegebenen Bereich waren und mindestens die ganze Nacht noch anhielten, ehe es am nächsten Morgen wieder viel zu warm geworden wäre. Dann konnte die Behandlung wenigstens eine Nacht lang wirken. Nachts geht die Behandlung sogar viel besser, da die Bienen dann noch viel weniger bis gar nicht auffliegen, selbst wenn sie locker sitzen, da sie die LED-Lampen heutiger Taschenlampen wohl nicht so erkennen wie herkömmliches Licht und für sie beim Öffnen alles dunkel bleibt und daher kein Anlass besteht, aufzufliegen wie tagspüber, wenn es beim Öffnen plötzlich hell wird.


    Auch kann man nachts im Licht einer Taschenlampe viel besser tief in die Gassen hinunterschauen und erkennen, wo sie wirklich sitzen als bei Tag, wo das Tageslicht einen zu hohen Kontrast zu den dunklen Gassen hat, selbst wenn man tagsüber mit der Lampe reinleuchtet.


    Gruß
    hornet

  • Edit: Wer es dieser Tage nicht geschafft hat, bekommt (hier in Oberbayern) wegen dem aktuellen Frost vielleicht nochmal ein gutes Zeitfenster in 3 Wochen, also rund um Weihnachten, vorausgesetzt, in diesen Tagen wird es dann nicht zu warm, Stichwort Weihnachtstauwetter. Dass dann die Wintersonnenwende schon rum ist, spielt sicher keine Rolle, da es so genau nun doch nicht geht, dass die Bienen merken, dass die Tage wieder länger geworden sind. Zumal rund um die Sonnenwenden gut 2-3 Wochen lang pratisch gar nix passiert mit der Tageslänge.


    Gruß
    hornet