Wandstärke TopbarHive

  • Guten Tag an alle Forumsleser,
    nach langem Mitlesen habe ich mich angemeldet.
    Seid längerem befasse ich mich mit dem Thema Bienen und habe nun - gemeinsam mit meiner Faru - den zweiten Schritt getan und einen Imkerkurs sowie einen Honigkurs besucht.
    Wir lesen schon über ein Jahr fleissig Imkerlitheratur, Foren und was uns so vor die Augen kommt.
    Es kommen immer neue Fragen und bei der Suche nach Antworten, wieder neue Fragen...
    Wir sind beide nicht mehr die jüngsten, Honig steht nicht im Mittelpunkt unseres Begehrens und ich "habe es im Kreuz".
    Wir planen das Imkern in TopbarHives. Ich habe eine gut eingerichtete Holzwerkstatt und der Bau der Beuten wird kein Problem sein.
    Nun aber doch ein Problem - eine Frage:
    Gekaufte TbH sind von der Stärke der verwendeten Bretter so ab 27mm am Markt.
    Magazinbeuten werden aus deutlich dünneren Brettern gebaut.
    Wieso sind die bei TbHs so dick?
    Danke für jede Antwort.

  • beegoodies : das "Schüsseln" hat vorrangig nichts mit der Brettstärke zu tun. Eher mit der Art des Einschnittes der Bretter und mit der Brett- / Leistenbreite und dann bei verleimten Brettern damit, ob darauf geachtet wird immer abwechselnd linke und rechte Seite anzuordnen.


    @ Ludger: Darf ich das so verstehen, das es eher was mit dem Ego der imkernden TgH-Besitzer zu tun hat?
    Das würde auch zu den Bauten der Imker aus anderen nördlichen Ländern passen, die nehmen, was gerade da ist. Auch wenn es nur Palettenholz ist.


  • @ Ludger: Darf ich das so verstehen, das es eher was mit dem Ego der imkernden TgH-Besitzer zu tun hat?
    Das würde auch zu den Bauten der Imker aus anderen nördlichen Ländern passen, die nehmen, was gerade da ist. Auch wenn es nur Palettenholz ist.


    So sehe ich das. Warmhaltigkeit - ja ist echtes Imkerdeutsch - spielt sicherlich auch eine Rolle. Aber nur nachrangig. Wenn du fachlich (Holzverarbeitung) ausreichend versiert bist, eine witterungsbeständige Beute aus niedrigeren (ab ca. 20mm) Materialstärken herzustellen, sollte das genauso ausreichen, wie bei Magazinbeuten.
    Aber lies dich zum Thema TBH vorher sehr genau ein. Bienen bauen bevorzugt in die Höhe. Lagerbeuten sind deswegen für den Imker unter Umständen günstig, wenn er nicht heben kann. Für die Entwicklung der Bienen gelten sie nicht als optimal. Möglicherweise ist eine Betriebsweise (und Beute) mit Flachzargen im Honigraum doch erfolgsversprechender. (Und wegen des geringeren Gewichts immer noch "tragbar")


    Gruß
    Ludger

  • Bei der TBH ist die Wandstärke der Seitenwände eigentlich nur wichtig für die Stabilität. Je länger die Beute ist und je dünner das Holz, um so leichter kann man sie verwinden. Es gibt zwar keine Probleme mit den Waben, aber möglicher Weise mit genau eingepassten Trennschieds und evtl. Futtertaschen. Das läßt sich aber vermeiden durch gerades aufstellen.
    Eigentlich sind die seitlichen Bretter und das untere nur ein Schutz vor Wind, Licht und Eindringlingen und müssen nicht besonders dick sein. Da reicht auch 19mm Leimholz. Das ganze wird auch damit schon schwer genug, um es auch noch zu zweit transportieren und aufstellen zu können.


    Viel wichtiger ist es möglichst dicke Oberträger zu verwenden (z.B.27mm) und ein richtig gutes unterlüftetes Dach darüber zu setzen, denn das Hauptproblem bei der THB ist die Isolierung nach oben, vor allem im Sommer. Die große Dachfläche sorgt sonst schnell mal für Überhitzung und abgebrochene Waben, selbst wenn die Beute im Halbschatten steht. Sobald die Sommersonne mal etwas länger auf ein schwarzes Dach aus Dachpappe knallt mit ein paar dünnen Oberträgern darunter ist die Katastrohe da. Wenn du aber ein gutes Dach darüber setzt, kann eine vernünftige Bienenhaltung mit einer kleinen sehr bescheidenen Honigernte darin gelingen.


    Ich bin eigentlich immer noch ein großer Fan von der TBH, muß aber sagen, das es wohl eher dem Spieltrieb und der Abwechslung geschuldet ist, sich damit zu befassen.
    Vernünftig ist was anderes, und da kann ich Ludger nur beipflichten:


    Möglicherweise ist eine Betriebsweise (und Beute) mit Flachzargen im Honigraum doch erfolgsversprechender. (Und wegen des geringeren Gewichts immer noch "tragbar")
    Gruß
    Ludger

  • eine witterungsbeständige Beute aus niedrigeren (ab ca. 20mm) Materialstärken herzustellen, sollte das genauso ausreichen, wie bei Magazinbeuten.


    Eigentlich sind die seitlichen Bretter und das untere nur ein Schutz vor Wind, Licht und Eindringlingen und müssen nicht besonders dick sein. Da reicht auch 19mm Leimholz.


    Wie sieht das deiner/eurer Meinung nach mit 18 mm aus? Wenn es wirklich hauptsächlich um die Stabilität wegen der Länge der Beute geht, könnte 18 mm eventuell ausreichen? Irgendwo im Forum hatte einer mal geschrieben, dass er den Eindruck hat, dass die LWG-Beute bei einer Länge von 106 cm zu groß für ein Volk, aber zu klein für 2 Völker wäre. Leider finde ich das momentan nicht wieder.



    In der LWG-Anleitung wird mit 28 mm gearbeitet. Ich habe deswegen zuerst kurz im Baumarkt geguckt, dort aber nur 18 mm gefunden. In einem anderen Laden gab es 28er Fichte. Im Zuschnittspreis von 57 €/m² bzw. 42 €/m² als Platte (5m x 2m???). Das hat mich doch etwas abgeschreckt, da man ja ungefähr 1,3 m² benötigt (bei der LWG-Anleitung), also knapp 75 Euro.





    Das ganze geht wohl auch günstiger, wobei hier mit 20 mm gearbeitet wurde, wenn ich das auf dem Bild richtig erkannt habe:

    Selbst wenn man die Bretter kaufen müßte, ist der Preis verschwindend gering. Mit zwei Brettern 2,50 m zu je 6-7 Euro kommt man hin.



    Aber selbst, wenn ich 18 mm verwende, habe ich bis jetzt noch nicht annähernd diesen Preis gefunden.
    Hat da jemand einen Geheimtipp?

  • Je kürzer die Beute, um so breiter müssen die Oberträger werden, um so schwerer werden die Waben, um so schneller brechen sie ab...
    Meine TBH ist 1,20m lang und die Oberträger haben praktischer Weise die gleiche Länge wie meine DNM Rähmchen, sie sind aber 27mm dick!
    19mm oder 18mm spielt keine Rolle, Isolierung nach oben ist wichtig!
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  • Aber selbst, wenn ich 18 mm verwende, habe ich bis jetzt noch nicht annähernd diesen Preis gefunden.
    Hat da jemand einen Geheimtipp?


    Schau dich im lokalen Fachhandel um. Sägewerke, Holzhändler, Zulieferer für Dachdecker und Zimmerleute. Nur um Baumärkte solltest du einen Bogen machen.


    Gruß
    Ludger

  • Wenn es denn aus dem Baumarkt sein soll, schau mal nach "Leimholzplatte Kiefer B/C 28x300x2500 mm" bekommst du für ca.25 € in 18 mm Stärke ca die Hälfte.


    Wenn man den LWB-Bauplan ein wenig verkleinert hat man mit dem Brett schon die 2 langen Seiten und eine Front vom Trog.
    Wichtig: Die Winkel der Seitenwände nicht ändern!!

  • Danke für eure Antworten.
    Nein, es muss natürlich nicht unbedingt aus dem Baumarkt sein. :wink: Das war nur mein erste Anlaufstelle, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Ich werd mal gucken, was ich so finde.


    LG, Ole

  • Mein "alter Herr", seines Zeichens Imker seit 60 Jahren und Tischler, der viele Beuten gebaut hat, meint, dass für die Warmhaltigkeit mindestens 25 mm dickes Holz verwendet werden sollte, noch besser ist dickeres Holz. Trobeuten bewegt man ja i.d.R. nicht, da spielt das Gewicht der Beute auch eine Rolle.