Herold??

  • Hallo!


    Würde gerne mal aus eurer Sicht kurz wissen welche Nachteile eine Herold Beute hat? Kann mich nämlich immer noch nicht entscheiden mit welchen Beutentyp ich anfangen soll zu imkern!


    LG

  • Das besondere an der Heroldbeute ist der Falz. Bei Zargen mit Falz werden sehr viel mehr Bienen zerquetscht als ohne.
    Ich sehe den Vorteil des Falzes nicht so richtig (ist beim Wandern natürlich stabiler, aber ein Gurt reicht eigentlich).
    Systeme ohne Falz sind untereinander besser kompatibel.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das mit dem zerquetschen der Bienen leuchtet mir ein aber den Vorteil das man eben in einer Beute DNM und Zander unterbringen kann ist doch fast unschlagbar, oder!?

  • Das geht aber bei anderen Beutensystemen auch. Zu den gängigen 12er DNM (Warmbau) sind 10er Zander-Zargen (Kaltbau) kompatibel.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Das dachte ich auch mal, ist aber völlig wurscht, denn entweder imkerst du mit dem einen oder dem anderen. Bedenke, dass du bei NM 20% mehr Rähmchen brauchst. Dann nimmst du gerne Zander. Ausserdem ist die Kiste einfach tierisch schwer, warmhaltig aber durch das 30mm echt schwer. Und wie Wolfgang schon sagte, der Falz ist ein no-go


    Gruß
    Reiner


    Das mit dem zerquetschen der Bienen leuchtet mir ein aber den Vorteil das man eben in einer Beute DNM und Zander unterbringen kann ist doch fast unschlagbar, oder!?

  • Aber es ist doch einen Innenliegender Falz, Kippkontrolle klappt doch auch so gut, oder wegen dem zerquetschen??

  • Hallo
    die kompatiblen Beuten, sind eine gute Erfindung, trotzdem aber nichts Halbes und nichts Ganzes. In DNM kann man nur im Warmbau imkern und mit Zander nur im Kaltbau und wer nur den Falz gewohnt ist, kann auch damit gut zurecht kommen ohne viel Bienen zu quetschen. Ich finde aber Quadratische Beuten bedeutend günstiger, deshalb würde ich davon abraten, es sei denn du bekommst die Beuten geschenkt. Die Segeberger hat ja auch so was wie einen Falz und es kommt schon vor das mal eine Biene eingequetscht wird, das ist bei mir selten. Bei den falzlosen Zargen kommt es auch vor das man Bienen zerteilt, bloß da fällt ein Teil in die Beute und das andere Teil landet außerhalb der Beute und man findet am Ende keine tote Biene, als wenn sie direkt gequetscht wurde.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Daniel,

    Das mit dem zerquetschen der Bienen leuchtet mir ein aber den Vorteil das man eben in einer Beute DNM und Zander unterbringen kann ist doch fast unschlagbar, oder!?


    Solange du dich nicht gerade darauf spezialisieren willst Ableger auf verschiedenen Maßen zu produzieren (und diese zu verkaufen) fährst du besser, wenn du nur mit einem Maß imkerst. Innerhalb der eigenen Imkerei gibt es nur Nachteile, wenn man unterschiedlich lange Rähmchen mischt. (Unterschiedlich hohe Zargen für Brut- und Honigraum (Flachzargen) haben ihre Berechtigung, aber darum geht es hier nicht.) Du segmentierst damit nur deine Imkerei. Ich verspreche dir, wenn du auf beiden Rähmchenmaßen imkerst, wirst du gerade dann noch eine DN Futterwabe im Schrank stehen haben, wenn du sie in Zander benötigst. Und innerhalb einer Zarge kannst du auch bei diesem Beutensystem die Rähmchen nicht mischen.


    Gruß
    Ludger

  • Vorteil: Geht Zander wie DN rein, kannst also einfach mal ein paar Ableger zum Verkauf erstellen ohne neue Kisten zu brauchen. Super wärmehaltig durch das dicke Holz. Dadurch auch super robust. Falz ist klasse, wenn Du wanderst oder einen Zargenturm im Lager im Ganzen bewegen willst. Unschlagbar. Bei DN sind die Griffleisten an der richtigen Seite.


    Nachteil: Falz. Quetschst ggf. zu viele Bienen. ASG liegt in der Falz, beim Reinlegen gibt es immer Tote, mit Übung weniger. Das dicke Holz wiegt (die Kisten sind voll mit Honig kaum zu bewegen). Bei DN stimmt die Länge nicht so ganz, 12 Waben gehen zwar rein, aber z.B. nach dem Winter kaum mehr raus. Im HR sind 11 Waben auf Abstand besser. Mit 11 Waben im BR (wo man den Platz ja nicht vermitteln kann) wird die letzte Wabe dann entweder als Megadickwabe ausgezogen oder es gibt Wirrbau zur Rückwand (ich benutz die mit 11 Waben und einem Schied). Zander ist da viel besser. Dafür stimmt bei Zander wegen der geringfügig geringeren Rähmchenhöhe der Beespace zwischen den Zargen dann nicht und Du bekommst da bei Volltracht tüchtig Verbau und beim Zurückstellen Bienen-Wachs-Honigmatsch. Für Zander sind die Griffleisten außerdem an den falschen Seiten.


    Ich arbeite seit 15 Jahren mit Herold und finde die nachwievor gut. Aber sie haben jetzt trotzdem ausgedient. Es gibt bessere Systeme.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Das mischen von Rähmchen in ein und der selben Zargengröße ist nicht wirklich interessant.
    Falls du das willst, nehm lieber ein Beutensystem, was auf ein Außenmaß genormt ist, und verschiedene Innemaße und Zargenhöhen hat, und so auf die verschiedenen Maße angepasst ist. Dies wäre z.B. so etwas wie das Holterman 10er Universaalsystem oder die Combi Beute.


    Brauchen tust du das aber nicht. Falls du doch mal Völker in einem anderen Maß brauchst (z.B. zum Verkauf) dann erstellst du etwa 1 Monat davor (oder halt im August vor dem Winter) einen Kunstschwarm und schlägst den in die entsprechende Beute ein.

  • Hier bei uns wird fast ausschließlich mit Segeberger geimkert. Also immer mit Falz. Von dem oben als so fürchterlich beschrieben Nchteil des "massenweisen" Quetschen von Bienen ist mir nichts bekannt. Man kann darauf ja achten vor dem Aufsetzen. Das nicht Verrutschen der Zagen ist ein Vorteil, man kann natürlich die Zargen nur schlecht gegeneinander verschieben zur Kippkontrolle. Man muss halt etwas anheben und versetzen, dann geht es auch. Ich finde die Falze sehr praktisch. Die Beuten stehen dann stabil. Auch bei Sturm.
    Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • ich finde es eher interessant das ich dann auch mal einen Ableger von einem Imkerkollegen aus dem Verein bekommen kann der in DNM imkert. Vor dem Verrutschen bei Sturm habe ich nämlich auch immer bedenken wenn es hier bei uns mal etwas stürmischer wird, passiert das tatsächlich?

  • Von dem Verrutschen bei Sturm ohne Falz habe ich auch schon oft gehört - genauso wie vom "massenhaften Zerquetschen" durch die Falz.
    Während ich ersteres nicht prüfen kann da zu wenig falzlos geimkert, kann ich letzteres nur Verneinen. Zumindest für meine Imkerei mit DN 1,5 in Hartschaum. Rauch geben, Momentchen warten und dann eine Seite aufsetzen und absenken. Da gibt es meines Erachtens nicht mehr Opfer als bei der falzlosen Beute. Wer hektisch arbeitet, wird bei beiden Systemen gleichermaßen Bienen quetschen.


    Habe im Sommer mal eine Warré ohne Falz durchgeschaut und das war eine Katastrophe wie die da über die falzlosen Kanten geströmt sind....da die Zargen so klein waren, konnten sich die Bienen selbst mit Rauch nicht richtig zurück ziehen...das war gar nicht schön. Da hat man sicherlich weniger Bienen gequetscht als mit Falz da weniger Fläche aber beides meines Erachtens vollkommen inakzeptabel! Lag aber eher an diesen sehr kleinen Zargen und den auch wenig wabensteten Bienen.


    Melanie

  • Auch ich,
    liebe meine Herold-Beuten. Sie sind die stabilsten und ohne Falz arbeite ich ungern. Was schön ist, ist die Flexibilität. Vor einigen Jahren musste ein Freund seine Zandervölker verkleinern, ich musste nur die Kiste hinbringen. Auch die Umstellerei von DN auf Zander oder umgekehrt bedeutet mit der Heroldbeute einfach weniger Aufwand, weniger Bienenschubserei und kein Brutverlust.
    Wenn man Konsequenz zeigen will und damit nur ein Beutenmaß bearbeiten und viel Aufwand vermeiden will, dann ist DN 1,5 oder andere Großbeuten in Verbindung mit Flachzargen ebensolcher Quatsch.
    Natürlich ist es auch für mich kein Vergnügen eine volle Herold-Honigzarge zu bewegen, aber da ich trotz Bienenflucht immer nochmal mit dem Besen über die Waben gehe um die letzten doofen Bienen zu entfernen, habe ich das Honigrähmchen eh schon in der Hand und kann es auch in eine andere, leere Zarge gleiten lassen. Und dann noch eins und dann das nächste. Wenn ich das 4 - 6 Mal so mache, ist auch der Heroldbrutraum leicht tragbar.
    Ich habe mit Zander angefangen und imkere jetzt mit DN. Drei Heroldbeuten für alle Fälle in der Hinterhand zu haben ist ein gutes Gefühl.
    Viele Grüße
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.