Frage zu Melitherm, Rapshonig und Schaum

  • Hallo,


    wer von euch verwendet ein Melitherm (oder vergleichbares Gerät anderer Hersteller) und kann mir sagen, ob es normal ist, dass beim Auftauen von Frühtrachthonig (Raps- und/oder Obstblüte) immer extrem viel sehr feiner Schaum entsteht?



    Ich verwende das Gerät zum Auftauen von Honig für die Abfüllung und führe dabei meist erst das Feinsieben im selben Arbeitsgang durch, da sich die Seihtücher dafür anbieten.
    D.h. ich taue den Honig mit den zugehörigen Seihtüchern/-säcken auf.


    Doch auch wenn ich die weglasse, etwa weil ein Honig bereits vorher fein gesiebt/geklärt war, entsteht immer bei den hellen bis weißen Frühtrachthonigen extrem viel Schaum, oft 1cm dick wenn ein 25kg-Eimer durch ist. Selbst nach dem Abschäumen ist nach einigen Stunden erneut eine immer noch extrem dicke neue Schaumschicht da. Meist muss ich 3 oder 4x abschäumen, ehe ich mit Rühren beginnen kann, das nervt etwas.


    Bei den im Jahresverlauf folgenden Honigsorten (Sommer- und Waldhonig) oder bei anderen Blütenhonigen wie Akazie etc. habe ich das Problem nicht, da ist zwar auch etwas Schaum, aber kein Vergleich zum Frühtrachthonig. Da kann ich nach wenigen Stunden 1x Abschäumen und dann sofort abfüllen, ohne dass erneut Schaum/Blasen entstehen.


    Kann das jemand erklären?
    Liegt es am Honig, wenn ja woran genau?
    Oder könnte ich hier irgendwas falsch machen?


    Gruß
    hornet

  • hornet
    War der Honig vorm Lagern gerührt, wenn ja warum machst Du diesen Honig klar mit dem Melitherm. Warum verkaufst Du diesen nicht cremig.
    Könnte es sein das Du Luft mit einrührst?
    Oder stellst Du den Honig nach der Schleuderung unbearbeitet ins Lager?
    Gruß Peter

  • Hallo Peter,


    es handelt sich um Honig, den ich von der Schleuder weg nur grob gesiebt und dann ins Lager gestellt habe, weil mir zur Schleudersaison die Zeit für Rühren, Sieben & Co gefehlt hat. Den taue ich jetzt passend zum Absatz einen nach dem anderen auf, rühre ihn und fülle ab. Das klappt alles soweit so gut schon seit Jahren. Aber mir fällt immer wieder und heuer eben besonders auf, dass dann bei dieser Sorte immer recht viel Schaum entsteht.
    Heuer fällt es mir eben besonders auf, weil ich heuer extrem viel Frühtrachthonig ernten durfte und daher entsprechend viel damit zu tun habe.


    Selbstverständlich würde ich einen Honig, der bereits gesiebt und cremig gerührt ist nicht mehr komplett verflüssigen, sondern nur aufweichen und abfüllen. Zumindest bei uns ist diese Sorte zwar sehr gefragt aber nur in cremiger Form.


    Luft einrühren kann nicht, sein, weil er zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht gerührt wurde.
    Der Schaum entsteht im Auffangeimer unterhalb des Melitherms.


    Gruß
    hornet

  • Es hängt nicht am "Schaum" der noch im Honig ist, sondern an der Sorte. Bei uns st es genauso wie bei dir. Raps / Frühtracht schäumt deutlich mehr auf als andere Honig. Das hängt auch nicht am Melitherm, sondern passiert dir auch im Einkochtopf wenn du ihn recht flüssig machst, je flüssiger desto mehr Schaum. Es sind auch keine typischen Schaumschichten die beim Schleudern anfallen mit Wachsteilchen, da der Schaum auf der Zunge zergeht und man nichts wachsiges spürt. Ich gehe davon aus, dass es am Zuckerspektrum liegt und bestimmte Zuckerarten eher zum Aufschwimmen bei der Verflüssigung neigen.


    Ich würde empfehlen ihn nur so weit zu verfüssigen, dass du ihn gerade abfüllen kannst, nicht weiter. Direkt nach dem Autauen und Rühren noch etwas Zeit zum aufschüumen geben ist hier Pflicht, da du sonst im Glas Probleme hast.


    Ich würde wetten, dass selbst nach dem vollständigen Verflüssigen und Sieben mit dem Melitherm und wieder kristallisieren das Problem beim nächsten Erwärmen wieder auftauch, d.h. es hat nichts mit mangelndem Sieben nach der Ernte zu tun!

  • Peter:


    der Schaum ist wirklich NEU, es ist KEIN Schaum, der noch vom Schleudern her im Eimer ist!
    Denn ich stelle den Honig nach dem Schleudern zwar ins Lager ohne Honigsumpf oder Feinsiebe, aber entweder schäume ich ihn noch vorher ab oder ich kratze spätestens vor dem Auftauen im Melitherm die (jetzt natürlich harte) Schaumschicht herunter.


    Der Honig, den ich in den Melitherm gebe ist also weitgehend schaumfrei!


    Mich würde jetzt aber interessieren ob du Peter, auch Frühtracht im Melitherm o.ä. auftaust und dabei kein Schaumproblem hast?


    Clemens: Danke, das beruhigt und wenn nicht noch herauskommt, dass ich trotzdem noch irgendwo einen Bock reinbringe ohne es zu merken, dann wäre mein Verdacht auch, dass es irgendwie an der Sorte liegt.


    Allerdings muss ich in meinem Fall den Honig trotzdem vollständig verflüssigen, da ich ihn ja noch feinsieben und feincremig rühren will.


    Haben noch andere diese Erfahrung mit dem Schaum beim Verflüssigen von Frühtracht?


    Gruß
    hornet

  • Moin hornet,


    das hatte ich auch schon mit Frühtracht im Melitherm. Hatte mich gewundert aber nach Entfernen des Schaum und Abfüllung in Gläser war alles bestens. Der Schaum ist ein nettes Geschmackserlebnis - könnte man als besondere Honigzubereitung anbieten; marsh mellow Honig oder so...


    Beste Grüße


    Rainer

  • Hallo Marcus,


    ich verstehe nicht was du mit "für 1/2 und 1/2 Gläser" meinst, warum du überhaupt die Gläser erwähnst. Denn auf die Gläser kommt es doch gar nicht an, da der Schaum schon vorher im Auffanggefäß unter dem Melitherm ist.


    Dieser Schaum muss natürlich immer, bei jeder Sorte mindestens 1x sofort und/oder nach einige Stunden Ruhe noch vor dem Abfüllen in die Gläser abgeschäumt werden. Nur eben bei einigen bei Frühtracht offenbar besonders viel davon. Im Glas landet immer nur Honig ohne Schaum und das bleibt nach richtigem Abschäumen dann auch so.


    Wenn du Rapshonig hattest, dann hattest du eine der betroffenen Sorten und müsstest also eigentlich schon einiges an Schaum bemerkt haben.


    Ich glaube inzwischen, dass es um so mehr Schaum ist, desto
    -ähnlicher die Sorte einer Frühtrachtsorte (Raps, Obst) ist
    -desto wärmer das Gerät eingestellt ist
    -desto trockener der Honig ist


    Gruß
    hornet

  • Die vermehrte Schaumbildung durch Luftblasen geht klar auf den Melitherm zurück. Konnte ich auch beobachten und liegt daran, dass der Honig über die große Fläche in einzelnen Tropfen in den Eimer fällt. Das gibt die Luftblasen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Ein wenig Schaum entsteht bei mir auch, jedoch nicht viel. Mit welcher Temperatur taust du den Honig auf?
    Mein Melitherm befindet sich über einem 50 kg Abfüllbehälter und einem hohem Lochring. Der Honig tropft also aus rel. großer Höhe auf den leeren Abfüllbehälterboden und läuft dann gleich noch in einen Eimer mit viel geringerem Höhenunterschied. Aus dem Abfüller läuft auch nur noch ein ganz dünner Strahl in den Honig des unteren Eimers und nicht viele Tropfen bzw. Strahle die dann viel mehr Luft eintragen könnten. Solltest du den unteren Eimer nicht haben und den Honig im Abfüller sammeln, könnte dies vielleicht die Ursache sein.


    Gruß Peter

  • @czar:


    Stimmt, ich habe momentan nur einen 25kg-Auffangbehälter, auf dem der Lochblech-Distanzring steckt und auf dem wiederum das Melitherm.


    Ich habe aber auch den Eindruck, dass der meiste Schaum erst zum Schluss hin entsteht, also wenn der Fülllstand im Auffangbehälter schon recht hoch ist und oben nur noch die Reste kommen.
    Dann hat sich auch oben im Bereich der Heizschlange schon einiger Schaum gebildet.


    Die Temperatur ist etwas unterschiedlich, je nach Sorte und Ausgangstemperatur und -konsistenz.
    Aber ich halte mich an die Empfehlung des Herstellers, d.h. ich beginne immer mit 65°C, drehe nach 10 Minuten die Temperatur so weit zurück bis die Lampe erlischt und drehe sie dann gleich wieder 5° höher über diesen Punkt. Dann leuchtet die Lampe auch meistens durch und schaltet nur kurz und wenig ab.
    Laut Hersteller wäre die Ideal-Schmelztemperatur ja dann erreicht, wenn die Lampe dauerhaft leuchtet. Denn dann nimmt der schmelzende Honig die Energie mit und immer neuer Honig nimmt die Energie auf und schmilzt, statt sich zu erhitzen.
    Erlischt die Lampe dagegen häufiger oder gar länger, bedeutet das ja, dass der Honig nicht schnell genug unten abläuft und es daher jedesmal einen Wärmestau gibt, was schlecht für die Honigqualität ist.


    Meist bleibt es so bei 50-65°C, nur bei Melezitose muss man auch noch deutlich höher gehen.


    Verwendest du eigentlich ein Seihtuch oder einen Seihsack oder hast du die Heizschlange direkt auf dem Lochblech (oder bei älteren Modellen dem Drahtgitter) stehen?


    Gruß
    hornet