Plastik Rähmchen zum Wachsbestreichen Erfahrungswerte gesucht.

  • Hallo.


    Auf Grund des ganzen Wachsskandales macht man sich auch als Neuling so seine Gedanken. Aber ich muss zugeben, dass mir selbst die Erfahrung fehlt um da wirklich mit zu Reden. Auch wenn mir inhaltlich alles klar ist, bin ich quasi voll in der Hand des zufalles ob ich jetzt letztendlich sauberere Mittelwände habe oder gepanschte die nächstes Jahr zusammen brechen.


    Da ich heute meine Winterbestellung machen wollte kam auch die Wachsfrage bei mir auf. Und die Überlegung wie ich mich von diesem Riskio befreien kann. Also sind mir die Videos von Dirk Unger (glaube so wird er geschrieben) wieder eingefallen. Und er benutzt Plastikwaben zum bestreichen. Seine Argumentation empfand ich auch sehr schlüssig. Wir Lagern den Honig in Lebensmittel echten Plastikeimern, warum sollte also eineLebensmittelechte Plastikwabe dann schlecht sein. Immerhin ist der Honig durch Wachs vom Plastik getrennt.


    Ich Imkere mit 12er Dadant Modi und war deswegen jetzt auf der suche nach diesen Waben.
    Das beste was ich bisher gefunden habe war bei Holtermann. Allerdings nur Langstroth. Gibt es für Dadant diese Plastik Rähmchen für Brut und Honigraum überhaupt?
    Wer Imkert mit diesen und kann aus seiner Erfahrung die Vor und Nachteile aufzählen?


    Vorteil sollte auf jeden Fall sein, dass man durch geringeren Bedarf an Eigenwachs schneller raus aus den zukauf von Fremdwachs kommt und nicht mehr von Wachs anderer Abhängig ist. Es spart viel Geld, wenn ich mir so ansehen wie viel Mittelwände ich Kaufen müsste für nächstes Jahr. Und das ausschmelzen von Waben ist auch kein wirkliches Thema mehr.


    Nachteil: Man muss die Waben einmal im Jahr Grundreinigen. Man könnte aber auch sagen, dass es das Equivalent zum putzen der Rähmchen und Einlöten von Mittelwänden ist.


    Ihr seht ich bin verunsichert, aber suche nach einer Möglichkeit der Sicherheit für mich. Naturbau will ich zwar auch mal bei einem Volk testen, aber ich habe nicht vor das Komplett umzustellen.


    Ich hoffe jetzt mal auf eure Erfahrungen.

  • "Kunststoffwaben" wurden in unserem Forum schon diskutiert
    oder hier
    http://www.bienenaktuell.com/forum/meine-betriebsweise-mit-der-za-nordwabe

    http://www.resistantbees.com/plastik.html
    bei letzterem sind auch 2 weitere Hersteller von Kunststoffwaben benannt.


    https://www.dadant.com/catalog…t/?q=+Plastic+Half+Frames


    ich hatte es im letzten Jahr überlegt, es aber wieder verworfen- keine Investitionen, die bei einer Biozertifizierung wieder entsorgt werden müssen.
    Gruß Fred


  • Wir Lagern den Honig in Lebensmittel echten Plastikeimern, warum sollte also eineLebensmittelechte Plastikwabe dann schlecht sein. Immerhin ist der Honig durch Wachs vom Plastik getrennt.


    Nein, tun "wir" nicht. Ich lagere Honig nur in Edelstahlhobbocks und ansonsten im Glas.


    Zur Sache: Im habe mal festgestellt (weil ich so ein Plastikteil in einem zugekauften Volk hatte), dass die im Dampfwachsschmelzer keine gute Figur machen (d.h. sich verformen). Auch beim Ausschmelzen hat man also so seine Probleme.
    Das Gleiche passiert, wenn man Sie in zu heisses Wachs taucht.


    Bevor Du so einen Mist kaufst, solltest Du besser über einen eigenen Wachskreislauf nachdenken.
    Das rechnet sich auch ziemlich schnell - zumindest wenn man berücksichtigt, dass die Ausstattung mit Plastikwaben pro Volk 50 bis 70 Euro kostet.


    Wolfgang

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Ich hatte vor langen Jahren 100 Zander Nordwaben. So was willst du im Brutraum sicher nicht haben! Im Honigraum vielleicht noch. Im Brutraum - Nö. Ich rate dir stark davon ab. Die Reinigung von bebrüteten Rähmchen ist ein riesiger Aufwand, auch wenn die neuen angebl. einen Dampfwachsschmlezer aushalten (hast du schon einen?). Das Bewachsen Strafarbeit und gelingt nur selten in einer Guten Weise, dass die Bienen wieder sauber alles bebrüten.
    Gruß
    Reiner

  • Also nach vielen Lesen komm ich zu dem Schluss, dass die Meinung im Brutraum generell Negativ ist. Und es wohl auch im Winter benachteiligend sein soll diese im Brutraum zu haben.


    Jetzt frage ich mich natürlich welche Vorteile es im klaren hat sie nur im Honigraum zu haben.
    Vorteil ist Bruchfest beim schleudern.


    Ein Nachteil wäre sicherlich 2 Systeme mit denen man Arbeiten muss. Rähmchen und Plastikwaben. Und da ich unbedingt Honig in so kleinen Waben fürs Frühstücken haben möchte würde ich am Ende auf 3 kommen. :/


    Nein einen Wachsdampfschmelzer habe ich noch nicht. Bisher will ich auf die Eigenbauweise mit Feuer,Dampf kessel und Zargenturm gehen. Hab noch 3 Altzargen von nem anderen Imker die ich dafür verwenden könnte. Die Idee klang so gut am Anfang .... jetzt gefällt sie mir selber nicht mehr so richtig :/


    So eigener Wachskreislauf bekommt man ja leider auch nicht in einem Jahr hin. Also steh ich wieder dem gleichen Problem gegenüber mit dem zukaufen von Mittelwänden.

  • Hey,


    ich hab auch mal gelesen, dass über die Schwingungen der Waben auch kommuniziert wird und das Wachs Giftstoffe aufnimmt,
    das würde die Plastikwabe auch nicht.
    Wie viele Volker hast du den? Manche Firmen machen die Umarbeitung von Wachs auch schon ab 5 Kg.
    Gruß
    Flo

  • Ich hab 4 und will über Ableger nächstes Jahr auf 10 aufstocken. Ich muss also erst einmal zukaufen und wieviel Eigenwachs man erwirtschaften kann weiss ich nicht abzuschätzen. Umarbeiten ist ja gut und schön,aber so wie man das hier lesen tut, kann man nie wissen was für Wachs man letzt endlich wirklich bekommen hat. Also würde ein richtiger eigener Kreislauf nur über selber Mittelwände Giessen funktionieren. Das will ich aber ehrlich gesagt nicht. Kosten kommen noch genug auf mich zu und ich hab auch nicht den Platz für sowas. Und neben dem Wachsgiesser will ich mich auch nicht hinstellen um sicher zu gehen ob der auch alles richtig macht und nichts panscht. Vielleicht ist Naturbau doch die Lösung, aber ich will mich auch nicht selbst überfordern im 2 Jahr. Und Naturbau scheint mir doch ein LVL zu sein wo man etwas mehr Erfahrung braucht. Deswegen will ich es nur an einem Volk testen.

  • Bauen lassen was das Zeug hält, einen Anfangsstreifen pro Wabe und los geht's - kein Problem.
    Eine Überwinterung auf Plastikwaben ist wesentlich problematischer, da die Bienen keine Löcher in die Waben beißen können und bei größer Kälte außen rum müssen und das kann zu einen "Volkabriss" und damit zum Tod des Volkes führen.


    Ich habe nur schlechte Erfahrungen mit den Plastikwaben gemacht.

  • Hallo Cabra,


    ich bin auch erst im 3. Jahr und hatte zweimal Totalverlust im Herbst. Dieses Jahr mit zwei Völkern begonnen, Königinnenfluglinge und Schwärme alle auf Anfangstreifen gesetzt, weil mein vertrauenswürdiger Umarbeiter aus dem Verein keine MW mehr hatte und ich nicht zukaufen wollte.


    Jetzt habe ich dieses Jahr keinen Honig geerntet (das ging anderen hier auch so) aber 8 starke Völker eingewintert und absehbar Leerwaben für die nächste Saison.


    Es ist machbar!


    Gruß
    Marion

    Gärtnerin mit Hang(garten) zur Selbstversorgung, Informatikerin, neugieriges Gscheidhaferl - 123viele.de


  • Ein Nachteil wäre sicherlich 2 Systeme mit denen man Arbeiten muss. Rähmchen und Plastikwaben. Und da ich unbedingt Honig in so kleinen Waben fürs Frühstücken haben möchte würde ich am Ende auf 3 kommen. :/


    vielleicht doch nur ein bißchen Honig für sich, und die Völkerzahl erhöhen, nur mit einem HR-Maß und Naturbau, gedrahtet zum Schleudern, ungedrahtet für Wabenhonig, und wenn man für 10 Völker dann Material kauft, gibts auch Rabatt oder Versandkosten entfallen. Wenn man keinen Honig ernten will, kann man in trachtlosen Zeiten weiter 0,7:1 Zuckerlösung füttern und die bauen, bauen...
    HR-Waben sind vor allem für den ersten HR sowie für den Ertrag der Frühtracht wichtig.


    Ich brauche keinen Honig in Waben zum Frühstück, den verschenke oder verkaufe ich lieber an Feinschmecker, ich mags feincremig dick aufs Butterbrot(chen) , da braucht der Imker 2-3 kg/Monat.
    Gruß Fred

  • Also über Anfangsstreifen dafür sorgen, dass sie viel eigenwachs Produzieren und dann immer das eigenwachs abschneiden. Bisschen Honig würde ich schon für mich wollen. Ich brauch keine 500 Kg. Aber 50 kg bei 10 Völkern wäre toll. Dann hätte ich genug für mich um kann mich an Met machen heran wagen :D
    Wie gross müssen den diese Anfangsstreifen sein? Da man im Honigraum Mass bei Dadant ja nicht die grossen Waben hat. Reicht es da, diese Nut oben mit Wachs zu Füllen? Brutraumwaben komplett mit Mittelwände bestücken um für den Schnellen ausbau zu sorgen und das eigenwachs aus den Honigwaben am Ende ziehen? Bzw aus den Drohnenrahmen. Da sollen die ja ohne hin selber bauen.
    Naja ich steh Tierisch auf diesen Wabenhonig. Seit ich es einmal im Urlaub hatte. Den will ich eigentlich auch nur für mich machen. Vielleicht stell ich mir dafür gesondert ein kleines Volk auf den Balkon *fg* So ne Miniplus für den Eigenbedarf auf dem Balkon klingt zumindest Awesome xD



    Aber wie umgeht man jetzt die Problematik das man letzt endlich nicht weiss, ob man wirklich sein eigenes Wachs wieder bekommen hat beim Umarbeiten? Das ist ja eine Zentrale Frage die in all den anderen Threads nicht wirklich beantwortet werden konnte. Ausser man steht daneben. Aber ehrlich, wenn ich jemand soweit nicht vertrauen kann, dann will ich ohne hin nicht zu so einem Geschäft. Als Neuling hab ich aber das Gefühl das man niemanden vertauen kann. Nicht weil die Leute Böse absichten haben, sondern weil sogar die Umarbeiter Teilweise nichts davon wissen und die Dummen sind. Also Anfangsstreifen selber machen, aber ohne das Wabenmuster nützt das ja nichts, wenn das ausgiessen der Nut nicht ausreicht.

  • Eine dicke Wachslinie in der Nut reicht aus. Ich frage mich immer, warum sich so viele Imker zieren, auf Naturbau umzustellen :confused:...
    Das Ganze hat nur Vorteile- Du sparst Geld, Du weißt, wo Dein Wachs herkommt, Du hast Wabenhonig, sogar Transporte sind kein Problem. Wenn Du Dich im BR noch nicht traust, dann fang halt mit den HR an, Du wirst sehen, die Bienen können das ganz allein. Ich habe inzwischen nur noch Naturbau in meinen Völkern und mit der Zeit auch so viele unbebrütete Waben gesammelt, daß ich Ableger (die manchmal zu Diagonalbau neigen) bequem erweitern kann.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna

  • Also es reicht wirklich aus die Nut mit Wachs zu füllen oder soll das ganze irgendwie überlaufen? Hast du zufällig ein Bild davon? Wie viel Mittelwände sollte ich dann zukaufen zum Auffüllen nach euren Erfahrungswerten?
    Ich sehe selber jetzt eigentlich keine andere Möglichkeit als den Naturbau zu Probieren. Den alles andere scheint mir immer ein Kompromiss zu sein bei dem ich mich unwohl fühle. Also versuche ich es zumindest im Honig Raum. Im Brutraum Teilweise. Als Basis werde ich wohl ein paar Mittelwände geben und mir die Rähmchen markieren. Dann kann ich sie aussondern, wenn ich damit klar komme und den Wachskreislauf sauber halten. Ich denke mal das ist der Weg den ich gehen werde.

  • Füll die Nut dick aus, dann hast Du eine schöne Wachsleitlinie. Gut geht das mit einer dicken Einwegspritze, die Du kopfüber in dem Topf mit flüssigem Wachs parkst. Ich schneide inzwischen die Waben, die ich nicht mehr verwenden will so aus den Rähmchen, daß oben ein schmaler Streifen übrig bleibt, wo die Bienen wieder neu anbauen können. Daher kann ich leider nicht mit Bildern dienen. Kauf Dir doch einfach einen Block Wachs von einem Imker Deines Vertrauens, Unmengen wirst Du nicht benötigen. Und nach dem Frühjahr hast Du dann ja schon das Verdeckelungswachs, mit dem Du weiter arbeiten kannst.

    'If you don't have a plan, you become part of somebody else's plan.'
    Terence McKenna