Berliner/Randberliner Kollegen schon OX geträufelt?

  • Hallo Zusammen,


    ich hätte eine Frage an die Berliner und Randberliner Kollegen hier im Forum. Hab Ihr schon Oxalsäure geträufelt oder wartet Ihr noch? Ich bin mir bei dem Thema Brutfreiheit feststellen leider immer noch unsicher. Die Volker öffnen und durchsehen möchte ich eigentlich nicht. Ich habe gestern mit einem Bratenthermometer gemessen, die Werte lagen um die 20 Grad.
    Was habt Ihr so für Erfahrungen, bzw. sind eure Völker schon brutfrei?

    LG Tobias

  • Hallo mahahi


    wenn du mich als "Randberliner" akzeptierst, kann ich dir sagen das ich am 03.11. 16 geträufelt habe und das es nach meiner Einschätzung, für einige Völker sehr notwendig war. Teilweise sehr viel Milben. An deiner Stelle würde ich sobald als möglich träufeln. Ich habe gestern in ein sehr aktives Volk geschaut und keine Brut festgestellt, es war nicht das Stärkste.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Bei mir sitzen die Völker teils ausgebreitet, teils in der Wintertraube. Bei den ausgebreiteten Völkern vermute ich Brut, aber ich kontrolliere es nicht. Ausgebreitete Völker gibt es nur in den Segebergern, in des Liebigbeuten sitzen sie sehr eng und brüten wahrscheinlich nicht.


    Gruß Ralph

  • Früher,
    also ganz früher, da war es noch üblich erst mal den Befall zu kontrolieren bevor man die Keule rausgeholt hat. Früher, also ganz früher machte man das indem man den Boden einschob, mehrere Tage drin lies und dann die Milben zählte. Fielen damals, ganz damals mehr als eine Milbe pro Tag war eine Behandlung notwendig. Das waren noch Zeiten.
    Viele Grüße
    Wolfgang, der jeden Tag was neues dazulernt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Habe noch nicht behandelt, aber heute nochmal die Diagnoseschieber reingeschoben.
    In ca. 5 Tagen will ich dann entscheiden, welche Völker behandelt werden - und an Hand des Musters auf den Windeln wird auch zu sehen sein, auf wie viel Wabengassen die Völker mittlerweile sitzen.
    Das Wetter sollte in Berlin in der nächsten Zeit gut mitspielen: http://www.wetteronline.de/14-tage-wetter


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.

  • Moin Tobias ,


    Dein Bratenthermometer lass mal ruhig in der Küche . Bei den Bienen brauchst du es nicht . In der Ruhe liegt die Kraft : wenn Spezialisten schon Oxuvarbeträufelung machen mussten , so waren diese aus der Kategorie der ganz "Schlauen " . Lass dich nicht verrückt machen . Vor Weihnachten kommt jedes Jahr eine Periode , wo die Temperaturen passen .
    Die Philosophie , die hier im Forum bezüglich " Varroadezimierung " gefahren wird , ist ohnehin nicht für jeden verständlich . Es scheint eher für viele " modern zu sein " , sich mit wachsender Begeisterung am ständigen Rumwühlen in den Völkern hervorzutun , um dann letztlich festzustellen , das irgendwas nicht funktioniert hat .
    Die Behandlungsmethoden mit Tüchern etc. , wovon schon kein halbwegs eingeweihter mehr spricht , sind dabei nur das geringste .
    Die Bienen haben über das Bienenjahr harte Arbeit gemacht . Davon können , und sollten wir immer ausgehen . Es gehört zu ihrem Naturell, und diesem sind wir als Imker immer verpflichtet - das dies beachtet wird . Das ist die Ruhe . Ruhe ist in diesem Fall nicht zu verwechseln mit Geräuschen - Ruhe ist : es passiert nichts .
    Das erwarten unsere Bienen jetzt .


    Gruß hannes

  • Hallo,


    wenn man eine Winterbehandlung macht (Dr. R. Büchler empfiehlt darauf event. zu verzichten), dann sollten die Völker in erster Linie brutfrei sein. Das war letztes Jahr Ende Dezember zu spät, und das wird auch dieses Jahr so sein.
    Erst in zweiter Linie ist die Temperatur von Belang. Die Behandlung kann man der Temperatur entsprechend auswählen.


    Was ist der Unterschied, ob man im November in den Völkern rumwühlt, oder im Dezember?


    Bienen brauchen Ruhe, wegen der Geräusche.


    Seit wann können Bienen hören? Sie sind empfänglich für Vibrationen.
    Und die gibt es in ihrem natürlichen Lebensraum (Baumhöhle) den ganzen Herbst und Winter, in Folge der Stürme, zur Genüge. Bis jetzt hat der Bien das überlebt.


    Ohne Beobachtung kann man nicht lernen und um Brutfreiheit festzustellen muß man keine Völker auseinanderreißen.


    Warum werden die Bienen immer mit uns Menschen verglichen?



    Gruß
    Ulrich

  • an regelmäßige Vibrationen gewöhnen sich auch Bienen, aber wenn Kästen geöffnet werden, wird die mühsam, mit Kittharz gedichtete Höhle von Räubern aufgerissen und die Winterruhe gestört.
    Wenn sie brüten, ist die Wirksamkeit der Träufelung nicht gegeben, dann kann man die verdeckelte Brut zerstören und ein paar Tage später behandeln. Nichtwirksame Behandlungen kann man auch unterlassen- Restentmilbung- und geht das kalkulierte Risiko ein, das man auch in der Tracht eine TBE machen muß. Bei mehr Varroabefall ist die Gefahr von Vireninfektionen auch größer.


    Die Frühjahrsentwicklung 2016 war bei denen ohne Winterbehandlung eindeutig besser, aber es steigt die Gefahr das man Völker im Spätsommer/Herbst verliert. Da ich in 2016 in der Tracht einige Fluglinge und viele Ableger machte sowie +50% einwintere, ist der Schaden relativ klein geblieben, aber trotzdem ärgerlich, weil es einfach nur an mangelndem Material/Zeit sowie Konsequenz mangelte.
    Ich werde alle einzargigen in den nächsten 14 Tagen träufeln und das Öffnen zur Futterkontrolle und Einengung nutzen; die 6 2zargigen werden bedampft, um bei erwartet hohen Befall eine 2.Behandlung durchführen zu können.
    Gruß Fred