Drei halbe Wabengassen besetzt - was tun Ende November ?

  • Hallo Miteinander,


    es geht um ein Bienenvolk, auf DNM, zweizargig, mit diesjähriger Königin, ein Maiableger, der sich gemausert hat. Nun habe ich es mit der AS - Langzeitbehandlung etwas zu gründlich gemeint, und die Königin ist in ebenso gründliche Brutpause gegangen. In der Folge davon hat sich das Volk im Oktober kahl geflogen, und nun sind nur noch rund drei Wabengassen mit Bienen besetzt, und das auch nur zur Hälfte.


    Was ist da zu tun ? Heute herrschen noch zweistellige Temperaturen.


    Mit starkem Volk über AG vereinen (Futter gut vorhanden) ?
    Die bienenbesetzten Waben auf andere Völker verteilen (mit oder ohne Kö) ?
    Die Bienen in andere Völker abstossen ?
    Die Bienen vor andere Völker fegen ?
    Abschwefeln ?


    Mit Dank im Voraus für gute Tips und Ratschläge der Erfahrenen,


    viele Grüsse von Benjabien

  • Finger weg, bitte.
    Ein "schwaches" Volk hat auch einen Grund.
    Was, wenn du dir jetzt ein "starkes" mit irgend einer Krankheit auch noch schwächst?
    Die Menschen im Mittelalter taten gut daran, Pestkranke zu isolieren anstatt sie noch zum Kirmestanz einzuladen.
    Nur wir Imker hoffen immer, aus drei Schwächlingen ein Supervolk machen zu können.

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Nix mehr zu machen. Wenn das Volk den Winter übersteht, dann kannst Du es mit Aufsetzen über Absperrgitter auf ein starkes Volk versuchen. Wenn es wirklich nur die AS-Behandlung war, kommt das Volk wieder auf die Beine.
    Wie hast Du denn "etwas zu gründlich" AS gegeben?


    Viele Grüße


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hallo Tom B.


    danke für die Frage: Ich hatte vor Jahren mit dem Bruno Becker telefoniert, das ist der Erfinder vom Nassenheider Verdunster, und er riet dazu, während der Verdunstung das Flugloch klein zu halten und den Bodenschieber einzulegen. Bisher bin ich damit gut gefahren. Dieses Jahr habe ich allerdings den Nassenheider 3 Wochen lang "laufen" lassen. Ich denke, das hat die Königin mit einer ebensolchen Brutpause quittiert. Auf die OX-Behandlung kann ich wohl verzichten ;-/


    Schöne Grüsse von Benjabien

  • Hallo Benjabien,


    ich nutze den Nassenheider prof. Nach 2 Wochen ist die Flasche leer. Da macht es auch nichts, wenn man das Teil bei einem Volk mal nicht abräumt.
    Ansonsten behandle ich genauso, wie Du geschrieben hast.


    Die Träufelbehandlung würde ich auf jeden Fall unterlassen. Das dürfte dem Volk den Rest geben. Eine Möglichkeit wäre OX-Verdampfung. Ich habe bei Liebigs Feldversuch mitgemacht und bin sehr angetan davon.


    Viel Glück


    Tom

    Auch eine eierlegende Wollmilchsau gibt keinen Honig.

  • Hast du denn den Behandlungserfolg der As Behandlung überprüft? Vielleicht waren auch einfach zu viele Varroen im Volk und sie haben sich deshalb "kahl geflogen"
    Ich hatte den Fall zwar noch nie, würde aber immer nach Milbenbelastung entscheiden, ob ich im Winter mit OX behandelt oder nicht.
    VG


  • Ich will nicht unken - ich hatte vor 3 Jahren einen ähnlichen Fall. Nach gutem Start und Ameisensäurebehandlung ging die Entwicklung plötzlich nicht weiter, dann wurde das Volk weniger. Auch ich habe an Ameisensäureschaden und/oder Varroa gedacht. Um die Varroa um diese Jahreszeit behandeln zu können, habe ich damals die Brut entdeckelt (wollte Milchsäure einsetzen) - und dabei Faulbrut gefunden.
    Wenn es sich um einen zu spät und oder zu schwach gebildeten Ableger/Kunstschwarm handelte, könntest du vereinigen. So solltest du erst klären, ob nicht doch eine andere Krankheit im Busch ist.


    toi toi toi
    Ludger

  • wenns krank ist, warum dann einen weiteren Ableger anstecken, sonst -jede unnötige Aktion schwächt den bestehenden Rest, deshalb nur Einengen, das sie warm sitzen.
    Jede Varroabehandlung vermindert die Lebensdauer der Bienen- auch Ox-Verdampfen. Es ist nur Restentmilbung.
    Nach der Durchlenzung muß man nur die Varroabelastung im Auge behalten, kritisch wirds meist erst ab Juni.
    Aus den Fehlern lernen, Verluste muß man auch ertragen können.

  • Hallo
    ich würde da auch nichts mehr machen, auch wenn ich das Volk eher im Bienenhimmel sehe. Ich habe selbst ein paar Vereinigungen versucht und sie sind mir dieses Jahr nicht gelungen, vor allem wenn die Bienen fliegen können und die Fremdbienen zum alten Standort zurückfliegen und dann verschollen gehen. Wenn du ein Mini Plus oder eine ganz kleine Einheit hast, sie da rein setzten, auf dem alten Standort, das wäre aber nur eine Spielerei, bei der man lernt, das es nur starke Völker gut durch den Winter schaffen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Miteinander,


    und vielen Dank für die Antworten und Beiträge auf meine Frage hin. Mittlerweile hat sich Folgendes ergeben: Die fünftägige Varroawindel unter dem betreffenden Volk, Anfang November zeigte ja drei halb belegte Wabengassen. Und die Klopfprobe ergab ein ganz schwaches, kaum hörbares und geradezu weit entferntes, nahezu eingebildetes Summen. Jetzt, da die Temperaturen zweistellig waren, flog eigentlich keine Biene dieses Volkes mehr ein und aus, wogegen die Nachbarschaft fleissig dickste Pollenhöschen heimtrug; weiss der Teufel, welche Pflanze nach dem Frost jetzt noch gelben Pollen produziert. - Kurzum: Dieses Volk ist so gut wie tot. - Gestern nun habe ich die Beute geöffnet, um mir die Tragödie genauer anzusehen. Ob überhaupt noch jemand da ist. Ob es die Varroa war ? Ob die Faulbrut zugeschlagen hat ? Ob die Ameisensäure nicht nur die Milben verätzte ? Oder oder oder - Das Volk sitzt recht bequem und zahlreich auf 6,5 Wabengassen, über 2 Zargen verteilt, und wohlgenährte Winterbienen mit schönem Haarkleid, wie es sein soll, krabbeln lustig in ihrer Traube umher und einige zeigen mir ihren Stachel. Futter ist gut vorhanden, und so haben mich meine Honigvögelchen mal schön verarscht und den Imker in einen ordentlichen Schrecken versetzt. - Wieso warum weshalb ? Wer will das wissen ? - Ich behalte diese Damengruppe im Auge; wer weiss, was dahinter steckt, und ob sich nicht doch noch eine pathologische Auflösung des Rätsels ergibt. - Den Schalk im Nacken kann man als Erklärung immer noch heranziehen.


    Viele Grüsse von Benjabien

  • Hallo Benjabien


    so was hört man doch gern, da haben deine Bienen eine schöne Winterkugel gebildet und lassen sich durch äußere Verhältnisse nicht zu unnötigen Aktivitäten motivieren und das ist doch gut so.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)