Behördliche Sanktionen bei Verstößen gegen Behandlungspflich und/oder Zulassung

  • Nach §15 BienSeuchV besteht in Deutschland faktisch eine Behandlungspflicht gegen die Milbe.


    Die Art der Behandlung wird nicht näher definiert, sie kann auf verschiedenste Weisen, z.B. biotechnisch oder medikamentös erfolgen.
    Medikamente müssen zugelassen sein (auch die Art ihrer Applikation) und müssen in Bestandsbüchern geführt werden.


    Was genau droht aber demjenigen, der gegen Behandlungspflicht oder Arzneimittelzulassung verstößt?


    Möglichkeiten gibt's da ja reichlich:



    • Nichtbehandeln (also wirklich auch nicht biotechnisch)
    • technische Ameisensäure statt ad.us.vet.
    • Oxalsäureverdampfen (und die ist dann auch noch nur technisch)
    • Verwendung von Ameisensäureverdampfern ohne Zulassung (soweit ich weiß ist die AS 60% ad.us.vet. nur mit dem alten Nassenheider zugelassen. Da lasse ich mich aber gern verbessern)


    Kennt irgendjemand Fälle, in denen es zu Sanktionen kam?
    Und wenn ja, dann in welcher Form. Denbar wären ja Bußgelder, Verbot des Inverkehrbringens von Honig, Haltungsverbot für Bienen, ...
    Ich hab noch nie gehört, dass es da Ernsthaftes gab.
    Trotzdem wagen sich aber z.B. kaum Oxalsäureverdampferbenutzer wirklich aus der Deckung.


    Bin gespannt,
    Grüße,


    Thomas

  • Zum Glück bleiben die nichtbehandelnden Esoteriker idR nicht lange Bienenhalter, leider plagen sich dann die Nachbarimker mit den flüchtenden verlausten Bienen als auch mit der Räuberei.
    Deshalb werden in MV auch Nichtvereinsmitglieder an der Beantragung der Förderung der zugelassenen Varroamedikamente (ca 50%) beteiligt, um eine flächendeckende Behandlung zu erreichen.


    Von Strafen noch nichts gehört, habe aber auch noch keine Kontrolle vom Veterinär- bzw Gesundheitsamt gehabt.
    Die Oxalsäureverdampfer sind über die Suche im Forum ganz gut zu finden..., auf Imkerversammlungen würde ich das Thema nicht ansprechen, es ist vertane Zeit, die Diskussionen sind zu verbissen. Beim Bier in kleiner Runde werden gerne Erfahrungen weitergegeben.
    Hauptsache - es wird behandelt.

  • Die Grauzone ist größer als es aus deiner Beschreibung hervorgeht, deswegen kann es solche Sanktionen kaum geben.


    Bestandsbuch-pflichtig sind nur verschreibungspflichtige Medikamente. Demzufolge kannst Du viel behandeln, biotechnisch, mit MS, mit AS, ohne dass Du das per Bestandsbuch nachweisen musst. Bei einer Nachfrage kannst Du Dein Behandlungskonzept glaubhaft machen, auch ohne Bestandsbuch.

  • Das "Blackmailing" so wie die "Kriminalisierung" aller Imker, die behandlungstechnisch einen alternativen Weg einschlagen, verhindert einen offenen Dialog und schadet somit dem Erfahrungsaustausch.
    Das bringt uns nicht wirklich weiter.
    Elk

  • Oh, was nun wieder ist blackmailing?
    (Ich glaub, ich werd alt...)


    Ich denke, diese "Kriminalisierung" gibt es nur in diversen Foren, wo einige gern "aufschreien" - zumindest hörte und las ich noch nix von Ahndung solcher "Abweichler" im wahren Leben.

  • Die Grauzone ist größer als es aus deiner Beschreibung hervorgeht, deswegen kann es solche Sanktionen kaum geben.


    ... aber angedroht können sie werden, so jedenfalls bei mir, vor ca. 10 Jahren.


    Bestandsbuch-pflichtig sind nur verschreibungspflichtige Medikamente. Demzufolge kannst Du viel behandeln, biotechnisch, mit MS, mit AS, ohne dass Du das per Bestandsbuch nachweisen musst. Bei einer Nachfrage kannst Du Dein Behandlungskonzept glaubhaft machen, auch ohne Bestandsbuch.


    ... es ist aber von Vorteil, wenn man die Behandlungen in die Stockkarten (o.ä.) einträgt, denn der Amtmann (bzw. -frau) möchte doch Unterlagen einsehen. So jedenfalls war's bei mir.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal gefährlich."

  • Kleine Erweiterung, im Bestandsbuch müssen nicht wie oben Beschrieben, nur verschreibungspflichtige sondern auch apothekenpflichtige Medikamente stehen.


    Wenn du Bienen hast bei denen keine Milben fallen und auch die Auswaschprobe negativ ist, gibt es auch jichts zu finden. Da ist sogar von d0einer Pauschalbehandlung abzuraten.

  • Laut unserem Vereins-Lehrbeauftragten ist man als Oxverdampfer sogar kriminell.


    Auf die Frage, was dann Dr. Liebig sei, der seit Jahren empfiehlt, seinen Dispenser mit 85 %iger Ameisensäure zu betreiben, und in das Stochbuch 60%ige einzutragen, bekommt man keine Antwort.


    Gruß
    Ulrich

  • Hi Leute,
    zum Thema der AS, es existiert KEIN Unterschied zwischen technischer AS und der auv AS, außer dem Aufdruck und der Preis.
    Beide AS laufen beim gleichen Hersteller aus der gleichen Anlage. Bei einer chem. Analyse ist kein Unterschied feststellbar, sollte was Andres drin sein müßte es drauf stehen.
    OS ist nur als technische OS in der Menge vorhanden. Wer natürliche braucht kann gerne Rhabarber auskochen und daraus OS gewinnen, viel Spaß.
    Der alte Nassenheider geht nur richtig mit der 80% AS. Weil die 60iger zu viel Wasser hat, dass den Docht nass macht ohne zu verdunsten, werden Neukonstrukte wie der U-Docht und der Horizontalverdunster erfunden. Da die alten Patente auslaufen, kann eine kleine Veränderung ein neues Patent bringen. Ein Schelm wer Arges dabei denkt.
    Warum ist die 80ger AS nicht zugelassen? Die Begründungen sind nur Blabla, nichts Stichhaltig, außer der Spruch die 60ger ist auv. weil und erneut blabla.
    Grüße
    Knäcke


  • Das das selbe drinnen ist, ist weit und breit bekannt. Der größte Unterschied ist aber die Dokumentation und Untersuchung während der Produktion, sowie evtl. Haftungsfragen. Das ist aber dummerweise in Deutschland nicht ausreichend für eine funktionierende Behandlung, da nicht zugelassen (ja wir regeln uns zu Tode). Kann man drüber denken was man will. Eig. findenich ich die D3nkweise von Liebig zu dem Thema sogar recht gut. Leider kenne ich auch die Kehrseite, wo ein Händler mächtig Probleme bekommen hat, weil er tech. AS im Regal hatte und Kunden die gefragt haben ob die geeignet wäre, ehrlich geantwortet hat. Irgendwann war da aber mal ein Käufer vom vet. Amt dabei und hat das als Empfehlung ausgelegt.
    Des Weiteren bin ich der Meinung das wir hier im Forum einen Thread haben, wo jemandem die Bienenhaltung wegen der wiederholtwn Behandlung mit tech. Produkten statt ad. us. Vet. Gerichtlich verboten wurde.