Völkerverlust trotz Ameisensäure

  • Das heißt je einmal pro Behandlung aufgelegt?


    Richtig, wie von allen Bieneninstituten, Fachbüchern, Fachforen, Fachzeitschriften und Fachleuten empfohlen. Einmal pro Behandlung etwa 24 h von abends bis abends aufgelegt. Dabei der Empfehlung gefolgt, dass die Bienen keine direkte Berührung mit den Schwammtüchern haben und auch nicht mit Propolis ankleben eine schwammtuchgroße Folie untergelegt.


    Zitat

    Wie viel Säure war im Schwammtuch?


    Wie die Uni Hohenheim empfiehlt: 2 ml pro Rähmchen also etwas mehr als 40 ml für den Zweizarger mit elf Rähmchen DN.

    Zitat

    Momentan sieht es nach zu geringer Konzentration aus. Dann auch noch durch eine volle Futterzarge bis die Säure beim Brutnest ankommt. Das hat wohl nicht ausgereicht.


    Das ist so durchaus nachvollziehbar. Ich gestehe, dass ich als Techniker diese Methode zwar unkompliziert in der Durchführung, allerdings auch als recht ungenau empfinde. Ich würde die Messung der Säurekonzentration in der Stockluft vorziehen und diesem Wert folgend nachdosieren.


    Zitat

    Die Ableger sind zweizargig oder wie vermutet einzargig?


    Die Wirtschaftsvölker - und das sind die beiden untergegangenen Völker - sind nach Honigernte und Einfüttern zweizargig. Ableger und "Reservevölker" einzargig - und putzmunter.

  • Richtig, wie von allen Bieneninstituten, Fachbüchern, Fachforen, Fachzeitschriften und Fachleuten empfohlen. Einmal pro Behandlung etwa 24 h von abends bis abends aufgelegt.


    Das wage ich zwar zu bezweifeln, dass hier Einigkeit herrscht, aber das ist unwichtig. Bei dieser Dosierung reicht einmal auflegen meistens nicht. Die Milben in der Brut werden so nicht abgetötet. Insbesondere wenn beim Zweizarger noch der Futterklotz dazwischen liegt. Das muss man dann noch mindestens 2 mal wiederholen, während einer Brutperiode.
    Schau dir Henrys Methode hier im Forum an. Die ist relativ sicher.
    Und nicht schon im Juli komplett auffüttern. Zwar in jedem Fall füttern, das ist wichtig, aber noch nicht alles.


    War denn das Schwammtuch wenigstens trocken nach den 24 Stunden? Sprich alle Säure verdunstet?

  • Ich habe auch gelernt, dass man bei Zweizargern zwei Tücher nehmen soll - das hätte zwei Gründe:


    1. Ein Tuch hat zu wenig Saugkraft, um die AS sicher halten zu können. So verhindert man das Tropfen der AS
    2. Die Verdunstungsfläche ist größer, so dass die AS sicher sich im Stock verteilen kann.


    Punkt 2 könnte man auch mal behandeln. Vielleicht lag ja hier der Hase im Pfeffer. Wenn die AS schlichtweg nicht verdunstet ist innerhalb von 24 Stunden. Dann nützt einem die eingebrachte Menge auch nichts, wenn man sie anschließend wieder entnimmt.


    Gruß
    Frank

  • Moin,


    kann es vlt. auch an anderen Sachen liegen? Wir haben hier im Nordwesten gerade ein anderes Phänomen am laufen. Im Bereich VEC / CLP haben einige Imker jetzt schon Völkerberluste von 30 - 40 % zu beklagen, trotz Ameisensäurebehandlung usw. Räume proppe voll mit Futter und keine Bienen mehr im Stock. Festgestellt wurde, dass die Futterräume und Bruträume proppevoll mit Ölrettich / Senfhonig waren und sind. Es war mehr oder weniger 0 Raum zum Brütten und der Honig war bombenfest in den Waben. Es wird angenommen, dass neben einem evtl. Varroadrucks, die Völker eher wegen des Futtermangels ( da der Honig voll auskristalisiert ) und auch Platzmangels ( weil die Bruträume gnadenlos zugebombt sind ) zu Grunde gegangen sind. Es waren vorwiegend alles Völker, die in den Feldern oder in der Nähe von Feldern gestanden hatten. Die Landwirte hier im Norden hatten massiv Ölrettich und Senf angepflanzt, welcher zum Teil noch jetzt blüht. Phasenweise sahen die Felder ( gerade die Senffelder ) aus, als wäre gerade Mitte Mai - quitsche Gelb alles. Und die Bienen haben geschleppt ohne Ende. Die "Stadtimker", also die wo die Bienen nicht so leicht an die Felder konnten, sind weniger betroffen.


    Ich denke, der extrem späte und massenhafte Nektareintrag sollte nie ganz aus den Augen verloren werden bei Völkerverlusten. Und dieses Jahr war die Spät- Spättracht ( schon fast ne Wintertracht ) extrem und für die Bienen sehr schlecht, da diese nur schwer zu verarbeiten ist.


    Gruß


    Northlight

  • Moinsen,


    das was Nordlicht beschreibt, kann ich hier nur bestätigen. Meine Imkervereinskollegen sagen mir das gleiche. Kleine Völker, kein Platz zum Brüten, Nester verhonigt. Im September hatten viele Imker nur Brutnester mit 2 Waben Brut - hier dann nur Handteller groß. Ich hatte vorher noch recht viel eingefüttert und musste dann Honigräume aufsetzen - um Platz für Brut und Futter zu schaffen. Eventuell rettet das meine Völker. Noch sehen alle gut aus.


    Gruß
    Frank

  • Genau das ist es Frank, wie Northlight schreibt, wenn die Bienen im September keinen Platz hatten für Brut, konnten sich die Milben nicht so stark vermehren. Auch deshalb weil die Bienen beim Bemerken von Unregelmäßigkeiten an der Brut diese sofort ausräumen. Sind die Brutflächen größer und viele Bienen sind in der Tracht, dann kann sich die Varroa ungestört vermehren und wird auch noch bekämpft mit was auch immer, scheinen die Milben sofort wieder nach dem Schlupf der Bienen in anderen Zellen in Sicherheit gehen. Ich hatte ja auch 2 Völker die im September keine Brut hatten, die stehen top da. Das die Völker eingegangen sind, weil zuviel Futter im Brutraum war, ist natürlich das andere Extrem, aber da bin ich mir nicht ganz sicher über die Ursache.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich habe auch gelernt, dass man bei Zweizargern zwei Tücher nehmen soll - das hätte zwei Gründe:


    1. Ein Tuch hat zu wenig Saugkraft, um die AS sicher halten zu können. So verhindert man das Tropfen der AS
    2. Die Verdunstungsfläche ist größer, so dass die AS sicher sich im Stock verteilen kann.


    Punkt 2 könnte man auch mal behandeln. Vielleicht lag ja hier der Hase im Pfeffer. Wenn die AS schlichtweg nicht verdunstet ist innerhalb von 24 Stunden. Dann nützt einem die eingebrachte Menge auch nichts, wenn man sie anschließend wieder entnimmt.


    Ich habe beim Zweizarger zwei Tücher genommen, auch das steht so in allen gängigen Anleitungen...


  • Wie ich oben bereits geschrieben hatte, waren Brutwaben und Brutraum wie leergefegt - auch keine Futterkränze - während der darüberliegende Zargen vollgetragen und verdeckelt ist.
    Von Spättracht habe ich nichts geschrieben, sie trifft für meine beiden Verluste auch nicht zu.

  • Genau das ist es Frank, wie Northlight schreibt, wenn die Bienen im September keinen Platz hatten für Brut, konnten sich die Milben nicht so stark vermehren. Auch deshalb weil die Bienen beim Bemerken von Unregelmäßigkeiten an der Brut diese sofort ausräumen. Sind die Brutflächen größer und viele Bienen sind in der Tracht, dann kann sich die Varroa ungestört vermehren und wird auch noch bekämpft mit was auch immer, scheinen die Milben sofort wieder nach dem Schlupf der Bienen in anderen Zellen in Sicherheit gehen. Ich hatte ja auch 2 Völker die im September keine Brut hatten, die stehen top da. Das die Völker eingegangen sind, weil zuviel Futter im Brutraum war, ist natürlich das andere Extrem, aber da bin ich mir nicht ganz sicher über die Ursache.


    Nochmal: Keine späte Massentracht und auch kein Futter im Brutraum. Der Brutraum war von Brut und Futter wie leergefegt.

  • Es ist weitläufig bekannt, daß Schwammtuchbehandlungen zu Königinnenverlusten führen können.
    Das ist besonders tragisch, wenn Stifte und junge Maden dabei mit ausgelöscht werden.
    Nachschaffung ist dann nicht mehr möglich.
    Wenn ich richtig gelesen habe, wurden in den betoffenen Beuten keine toten Königinnen gefunden.
    Bemerkenswert, weil diese gewöhnlich nicht abfliegen.
    Elk
    .


  • Deutet darauf hin, dass die Kö nicht verlustig ging. Die Aussage, dass bei AS60%ig mit Schwammtuchbehandlungen "Königinnenverluste" auftreten, kann man ja machen. Ich habe das noch nie erlebt, auch nicht bei wöchentlichen Mehrfachbehandlungen. Man sollte aber nichts ausschließen.


    Bei Verlust der Königin habe ich allerdings schon erlebt, dass Völker über den Winter kommen und man bei der ersten Durchsicht im März Buckelbrut findet. Das Volk verlässt die Beute nicht zwingend aufgrund von fehlender Königin.


    Einie Nachbarimkerin hat in diesem Jahr das gleiche Phänomen beobachtet - nach Auffütterung und Behandlung mit AS60%ig gemäß Empfehlung findet sie Anf. November bei zwei Völkern komplett leere Beuten. Ferndiagnosen sind schwierig; gab es Varroa Kotreste in den leeren Zellen ?


    Beste Grüße


    Rainer