Völkerverlust trotz Ameisensäure

  • Ist ja durchweg auch so warm und gerade bei hohem Varroabefall gehen sie ja gerne frühzeitig in Brut, verbrauchen sich und die Vorräte mehr...ein Teufelskreis!


    Hier im Süden Bayerns ist es heuer endlich mal wieder nicht so. Wir haben seit ungefähr 24.11. durchgängig zwar kaum Schnee, aber temperaturmäßig wenigstens ziemlich winterliches Wetter. Viele Dauerfrosttage wie heute (Nebel und -2°C auch jetzt gerade zur Mittagszeit) oder höchstens wenige Grade über Null aber bei kaltem Ostwind und ganz ohne Sonne. Da brütet kein Volk mehr, zumindest nicht jetzt, in den Wochen vor der Sonnenwende.


    Die Stockwaage und die Gemülle belegen bei mir ebenfalls, dass vermutlich kein Volk derzeit brütet und das schon seit mindestens 4 Wochen. Obwohl ich auch ein paar Kandidaten mit vielen Milben habe, und das trotz TBE im Sommer und trotz AS-Behandlung, die trotz der TBE wegen unerwartet hohem Milbenfall auch noch nötig war!


    Eigentlich wollte ich die AS heuer mit der TBE vermeiden, aber entweder habe ich Fehler gemacht oder die Milbenbelastung/-Reinvasion war exorbitant hoch. Bei der Oxalsäurebehandlung neulich gab es Völker, bei denen fast gar keine Milbe gefallen ist, aber auch welche, wo in einer Woche danach fast 400 gefallen sind.


    Doch auch hier bei uns berichten immer mehr Kollegen von Völkerverlusten schon jetzt. Das ist alles noch nicht ausgestanden, abgerechnet wird im Frühling.


    Dennoch sind im Augenblick alle meine Völker noch da, einige recht klein, aber das hatte ich schon immer bisher, das sagt m.E. nach noch nichts über die Leistungsfähigkeit im kommenden Jahr aus. Kleinste Völker im Winter haben sich bei mir bisher im nächsten Jahr immer völlig normal entwickelt, einige wurden sogar überdurchschnittliche Raketen. Auf die Volksgröße in dieser Jahreszeit gebe ich daher nichts mehr (aber nur bezogen auf Carnica).


    Gruß
    hornet

  • So ich habe auch gerade mal meine 4 Völker Kontrolliert. Alle noch am Leben. Der Milbenfall liegt bei 3 Völkern bei 1 Am Tag und bei einem Volk keine. Das kleinste scheint Milbenfrei zu sein ^^
    Da es mein Anfangsjahr war und es ich als Neuling das mit dem Wetter und so alles nicht so gut einschätzen konnte, sind meine Völker alle nicht die Dicksten. Ein Jahr zum Lernen eben. Mein Persönliches Ziel alle 4 durch zu bringen, egal wie gross im Frühjahr, könnte klappen. So hoffe ich es jeden falls :D


    Go go Bees!

  • Oxalsäurebehandlung wurde vor 2 Wochen gemacht. nach einer Woche bei 3 Völkern im schnitt 30 gefallen. ein Volk keine Milben. der Fall von 10 War jetzt quasi die zweite Kontrolle. Ich denke oder hoffe zumindest das die noch durch die Oxalsäure gefallen sind .

  • Clemens :
    natürlich sind das nur Schätzungen aufgrund der bisherigen Erfahrungen, deshalb schrieb ich ja auch "vermutlich" :wink:.


    In diesem Fall ziehe ich in der Tat alles heran: Gemüllbild, die tägliche Gewichtsabnahme UND die Temperatur, wobe letztes nur geht, wenn der Fühler auch in der Nähe der Traube sitzt, was nicht immer der Fall ist, weil ich in dieser Jahreszeit natürlich nichts mehr ändere, nur weil die Traube doch abseits des Fühlers unterwegs ist.


    Am sichersten erscheint mir daher der Futterverbrauch - er ist bisher immer sprunghaft etwas höher gewesen, sobald Brut da war. Bei Brut meist deutlich über 50g/Tag, meist eher nahe 100g, sonst eher nahe 25g bis 50g.
    Die Temperatur wird dann ja auch dauerhaft höher gehalten im Gegensatz zur brutlosen Wintertraube, wo nur gelegentlich für kurze Zeit hochgeheizt wird. Das verbraucht deutlich mehr Futter für Brut und Wärmeleistung und es verdampft dann auch viel mehr Feuchtigkeit. Das kann man bei meinen Flugbrettern am kalten Tagen dann auch am "Atemhauch" darauf erkennen - auch ein Indiz für Bruttätigkeit oder nicht.


    Wenn die natürlich nur ein wirklich winziges BN von wenigen Dutzend Zellen unterhalten, dürfte das wohl mit kaum einem der Methoden erkennbar sind, das ist klar.


    Flugtage dazwischen muss man natürlich auch beachten, dann geht das Gewicht oft in stärkeren Stufen abwärts, weil viel draußen abgekotet wird (auch abgehende Bienen) und der Gewichtsverlust in den Tagen davor nur den gasförmig verstoffwechselten Anteil des Futterverbrauchs repräsentiert.


    Gruß
    hornet

  • Winterbehandlung, den ersten oder zweiten Drohnenbrutrahmen entsorgen, die AS Behandlung idealerweise M. Juli, pro Rähmchen 2 ml pro Tag und das über min. 10 Tage hinweg und man hat das Varroaproblem zu 100 % im Griff. Ableger und KS natürlich auch bei Brutfreiheit behandeln.


    Es funktioniert nicht bei Spättrachtimker oder bei PSM problembehafteten Gebieten wie Rapsfelder, Obst und Weinbaugebieten, da kannst du als Imker noch so versiert sein, hier hat man keine Chancen verlustfrei zu Imkern. Die Bienen wissen sicherlich sehr genau, wann sie Sommer oder Winterbienen zu produzieren haben.

  • ...es könnten nochmal Sommerbienen im September erbrütet worden sein... würde vieles erklären, aber ..so fragt sich die Laiin: hängt das nicht auch von der Taglänge ab??


    Die Lebenserwartung einer Biene hängt nicht direkt von der Tageslänge während ihres Larvenstadiums ab. Nur indirekt, nämlich durch die Art und Weise der Pflege/Ernährung, die die Larve erhält. Prof. Tautz wies auch nach, daß Winterbienen etwas "kühler" bebrütet werden als Sommerbienen und dadurch eine längere Lebenserwartung erhalten (in "Phänomen Honigbiene" S. 231).
    Von der Taglänge direkt abhängig ist die Legeaktivität der Kö.. Das Volk entscheidet dann, wann, wie und wieviel Brut gepflegt wird, ob bereits gelegte Eier wieder ausgeräumt werden usw.

  • ich bin mir bloß nicht sicher, ob der Bien auf Tracht(Senf) im Oktober/November das passende Programm hat, bei Nektarfluss sind die wie Süchtige. Mangels eigener Erfahrung kann ich die Behauptung, das sich die Winterbienen aus diesem Eifer raushalten kaum glauben.


  • Von der Taglänge direkt abhängig ist die Legeaktivität der Kö.. Das Volk entscheidet dann, wann, wie und wieviel Brut gepflegt wird, ob bereits gelegte Eier wieder ausgeräumt werden usw.


    Zu deinem ersten Satz sag ich mal nein, da letzten Winter im Dez. Brutflächen wie im April gehabt. Geschuldet dem Wetter und 100ha blühendem Gelbsenf. Dein zweiter Satz trifft da eher zu.


    MfG Frank

  • ob der Bien auf Tracht(Senf)...im Oktober/November das passende Programm hat, bei Nektarfluss sind die wie Süchtige...das sich die Winterbienen aus diesem Eifer raushalten kaum glauben.


    Es wird ja ab und zu unterstellt, die Winterbienen würden sich bei solcher Tracht abarbeiten und ihre Lebenserwartung verkürzen. Ich denke, daß das mit dem ungewöhnlich warmen September nichts zu tun hat.
    Mglw. hat Bernhard mit seiner These den zur Unzeit durch übermäßiges Brutgeschehen ausgelösten Impuls angesprochen zur demografischen Selbstregulation des Bien in die (für Herbst) falsche Richtung: kurzlebige Sommerbienen:
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=49030
    Dieser Effekt mag neben der ebenso direkt mit dem verstärkten Brutgeschehen einhergehenden Vermehrungsrate der in den Völkern Anfang September vorhandenen Restmilben zu übermäßigen Bienenverlusten geführt haben.

  • Lieber Frank, ich gehe davon aus, das Legeaktivität der Kö. vorwiegend von der Tageslänge abhängig ist. Wenn das Volk fest in der Wintertraube sitzt, wird sie a) wenig Tageslicht verspüren und b) an ihrer Bewegungsfreiheit zum Legen eingeschränkt sein, das ist klar.
    Ob die in winterlichen Wärmephasen gelegten Eier dann ausgeräumt oder weitergepflegt werden, entscheidet das Volk, nicht die Kö.
    Ich meine, daß die Kö. tendenziell - zumindest im Winterhalbjahr - immer mehr legen kann/will, als das Volk pflegen kann/will. Bremst das Volk nicht, sondern animiert geradezu z.B. durch große, gewärmte Brutflächen, dann gibt es einen Früh(jahrs)start auch zu Unzeit, wie Du beobachtet hast.
    Das spricht aber nicht gegen die Tageslängensteuerung. Wie sonst sollte ab 24.6. die Belegschaft sozialverträglich heruntergefahren werden?
    MfG Gottfried