Völkerverlust trotz Ameisensäure

  • Also ich bin darüber gestolpert:


    Zitat

    Dabei der Empfehlung gefolgt, dass die Bienen keine direkte Berührung mit den Schwammtüchern haben und auch nicht mit Propolis ankleben eine schwammtuchgroße Folie untergelegt.


    Habe ich noch nie gehört und wo auch noch nie gemacht. Damit wird die Verdungstungsfläche ja praktisch halbiert. Waren die Tücher denn trocken?


    Ich mache das praktisch genauso (nur natürlich ohne Folie); allerdings sehe ich das etwas anders als Jens und habe die Dosierung praktisch verringert - anstatt 33 ml (3 ml für jedes der 11 DN 1,5-Rähmchen) nehme ich nur noch so viel wie tatsächlich ein Rähmchen vorhanden sind (meine Immen sitzen im Sommer ja nur auf 6-8 DN 1,5 Rähmchen zzgl. Schied) und da fiel auch ausreichend an Milben.


    Interessant wäre der natürlich Milbenfall im September gewesen; also nach der letzten Behandlung...ohne das tappt man wirklich im Dunklen bei der Ursachensuche. Komplette Bienenfreiheit macht ja jede Totenschau sinnlos; ist aber eigentlich ein typisches Varroa-Anzeichen.


    Königinnenverlust durch Schwarmmtuch-Behandlung ist natürlich nicht von der Hand zu weisen; für mich klingt das aber mit dieser Folie eher danach, dass die Behandlungen nicht richtig funktioniert haben. Wurde überhaupt jemals der natürliche Totenfall ermittelt?


    Melanie

  • Moin Cabra!
    Eine unnötig gekillte Kö nur der Brutfreiheit wegen erscheint mir überzogen.
    Wenn man eh umweiseln will, mag das eine Methode sein, die alte loswerden, Brut auslaufen lassen (auf Nachschaffung achten), behandeln und wieder einweiseln.
    Aber hier muss ich den Kollegen wiederum recht geben, gerade im Hochsommer, nach der Ernte, sind Völker ohne Kö, die hoffnungslos weisellos sind, herrliche Kandidaten für Räuberei.
    Daher meine Empfehlung, die Brutfreiheit durch eine TBE herbeizuführen, unabhängig, ob ich umweiseln will oder nicht!
    Hierfür werde ich nächstes Jahr meine Kö aus dem Schaukasten nehmen und ein Volk mit den ganzen Brutwaben erstellen, die dann auf einem gesonderten Stand besonders genau gegen die Varroa behandelt werden, inkl. Fangwabe, etc.
    Die übrigen WV sind brutfrei, können super gegen die Varroa behandelt werden und haben neue Waben (Wabenhygiene!)

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • ,.. und man die Bienen mit einer 2 Wochen Behandlung weniger Stresst als wenn man 2 mal behandeln muss wegen Brut im Volk.


    Kleine Anmerkung noch, in der Hoffnung, dass es jemand hilft.
    Wenn man schon Brutfreiheit im Sommer herstellt (richtig gemacht eine prima Idee :daumen:), dann bitte keine "2 Wochen Behandlung" mit Ameisensäure, sondern Milchsäure gesprüht (oder OX-Dampf).
    Das erspart Bienen und Brut zwei Wochen Tortur.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Es kann zu Weisel-Verlusten durch AS kommen,ich habe keine in den letzten 2 Jahren! Übrigens ist das auch schon mit Nassenheidern passiert, und die weisse Brut wird auch bei der Langzeitbehandlung ausgeräumt und eine Brutpause erzwungen.


    Deckt sich mit den Erfahrungen eines Vereinskollegen - bei ihm ging das Volk mit den Nassenheidern Verdunstern aus der Brut - und nicht mehr hinein...


    Zitat

    Ich nehme nur Schwammtuch 60% 2-3 im Wochenabstand- in den ersten 12 Stunden Temperaturen 15-max 25°C, meist spätnachmittags-abends aufgelegt.
    2015 25ml/Schwammtuch bei 11-13 DNM
    2016 Dosis etwas erhöht, aber immer nur max 30ml/Schwammtuch
    Einzargige Völker - gute Wirkung, max 20-30 Varroa im Dezember


    Frage dazu: Schwammtuch von oben oder von unten eingelegt? Ansonsten: Bei 11 DNM habe ich etwa 22 ml pro Zarge dosiert. Bei zwei Zargen allerdings auch zwei Schwammtücher aufgelegt.


    Zitat

    2zargige Überwinterung=2x - schlechte Wirkung,starkes Ausblasen, Dezember 3stelliger Varroafall


    Da wären wir schon mal da, wo ich gerade bin... Mit dem Unterschied, dass meine Völker gar nicht mehr da sind.


    Zitat

    Aktuelle Empfehlung von Dr. Radtke: es besteht die Vemutung das die bisher empfohlenen 2ml/Wabe zu niedrig sind.
    "3 ml/ Wabe DNM (tiefgekühlt); Häufigkeit und Intervall nach Bedarf (bei geringem Befall und/oder Fehlen verdeckelter Brut 1mal, sonst 1-2mal je Woche über einen Zeitraum von 2 Wochen)"


    Wir sollten irgendwie in der Lage sein, die Säuresättigung der Stockluft messen zu können. Dann hätte diese ganze Kaffeesatzleserei mit Mengen und Behandlungsintervallen endlich mal ein Ende und würde tragfähigen Daten weichen.


    Zitat

    Ableger und Kunstschwärme behandle ich im ersten Jahr nur mit Milchsäure(Dez-Oxals. bei Ablegern), schone also Königin und Bienen.
    Gruß Fred


    Die sind ja zeitweilig auch brutfrei und dann bestens mit Milchsäure zu behandeln. Mach ich auch so...

  • meine Beuten haben 11-13 DN bzw 1,15 DN Rähmchen
    tiefgekühlte 60%AS von oben, gebe oben ca 3cm Luft über gedrehten Deckel oder Zwischenrahmen,weil die Völker im Spätsommer für einen BR viel Bienen habe und Schwammtuch bzw früher Apiguard Verdunstungsraum hat und nicht gequetscht wird.
    2015 hatte ich auch Folie bzw Untertassen unter Schwammtuch, 2016 ohne Unterlage, befülle die Schwammtücher auf einer Plastunterlage, von der ich sie auf die OT ziehe.
    je nach Schwammtuch- Toleranz bei Dicke und Größe- ca 25-30ml aufsaugbar ohne Nässung nach unten, werde 2017 nur die dickeren kaufen.


    bei 2zargern 2 Schwammtücher- 2016 nach 2x AS noch 2x Oxdampf

  • Leider nicht, da ich der Empfehlung meines Imkervaters gefolgt bin und zwischen Rähmchen und Schwammtuch eine Folie gelegt hatte um ein Festkitten des Schwammtuches zu unterbinden.


    Nach 24 Stunden kittet da nix...die gehen erst in die Nähe des Tuches wenn die Säure weitgehend raus ist.


    Damit erhärtet sich meine Vermutung, dass die Behandlung bei diesen Völkern nicht funktioniert hat - zuwenig verdunstet, zu wenig gewirkt, darum auch wenig Totenfall. Ein Kontrolle des natürlichen Totenfalls im September hätte womöglich einen Hinweis gegeben - Schwamm drüber und nach dem nächsten Schwamm drauf einfach besser machen und anschließend kontrollieren.
    Das Schwammtuch funktioniert ja eben gerade deshalb weil die Schadschwelle der Milben gerade auch in der Brut überschritten wird - bleibt das aus, so ist das nur so eine Berieselung a la Nassenheider aber zu kurzweilig um ernsthaft Schaden in der Population anzurichten.


    Melanie


  • Das Schwammtuch funktioniert ja eben gerade deshalb weil die Schadschwelle der Milben gerade auch in der Brut überschritten wird - bleibt das aus, so ist das nur so eine Berieselung a la Nassenheider aber zu kurzweilig um ernsthaft Schaden in der Population anzurichten.


    Melanie


    :daumen: Das würde ich auch so deuten. Die erforderliche Konzentration an AS in der Beute ist abhängig von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der zyklisierten Luftmenge. Wenn das AS-haltige "device" eingepackt ist (Folie), verdunstet weniger und die erforderliche Konzentration wird nicht erreicht. Kunststoffgitter (Malereibedarf) unterlegen hilft.


    Beste Grüße


    Rainer

  • müsste man aber einfach feststellen können. War das Tuch abends trocken? Wenn ja, ist es doch egal, ob eine Folie drunter lag oder nicht. Die AS ist, falls trocken, nun in der Stockluft und nicht mehr im Tuch - ganz egal ob mit oder ohne Folie.


    Gruß
    Frank

  • müsste man aber einfach feststellen können. War das Tuch abends trocken? Wenn ja, ist es doch egal, ob eine Folie drunter lag oder nicht. Die AS ist, falls trocken, nun in der Stockluft und nicht mehr im Tuch - ganz egal ob mit oder ohne Folie.


    Gruß
    Frank


    Ja, Frank - so ist es. Aber "lindenbaum" schreibt ja, dass es nicht trocken war (#47), womit klar ist, dass die Menge nicht vollständig und in der Zeit verdunstet ist, was auf eine zu geringe Konz. hindeutet.


    Rainer

  • Sorry, wenn ich dieses frühe Statement nochmal hochhole:


    Richtig, wie von allen Bieneninstituten, Fachbüchern, Fachforen, Fachzeitschriften und Fachleuten empfohlen. Einmal pro Behandlung etwa 24 h von abends bis abends aufgelegt. Dabei der Empfehlung gefolgt, dass die Bienen keine direkte Berührung mit den Schwammtüchern haben und auch nicht mit Propolis ankleben eine schwammtuchgroße Folie untergelegt.


    nach meiner Kenntnis, bedeutet eine Schwammtuchbehandlung immer einen Block von 3-4 Einzelbehandlungen jeweils im Abstand von 3-5 Tagen. Als Zusammenfassung der Schwammtuchmethode ein Auszug aus der entsprechenden Arbeitsvorschrift des Bieneninstitus von Kirchhain


    Schwammtuchmethode - Wie?

    • Ameisensäure tiefkühlen
    • Schwammtuch auf säurefeste Unterlage legen
    • Ameisensäure abmessen
    • Behandlung von oben: 2 ml pro Wabe (DNM/Zander); Ameisensäure gleichmäßig auf das Schwammtuch geben; Rauchstoß geben; getränktes Schwammtuch auf die Oberträger der oberen Zarge legen
    • nach 1-2 Tagen Schwammtuch aus dem Volk entfernen
    • Behandlung insgesamt 3-4 mal im Abstand von 3 bis 5 Tagen wiederholen
    • Kontrolle des Varroabefalls Ende August (Bei einem Befallsgrad über 2 % (10 Milben pro 50 g Bienen) ist eine weitere Behandlung mit Ameisensäure erforderlich!)


    Eine Einzelbehandlung mit nur 1x Schwammtuch von oben, dürfte immer zu wenig sein. (Außer vielleicht im brutfreien Zustand)
    Vielleicht habe ich dich auch nur falsch verstanden und du meintest einen kompletten Block mit 3-4 Behandlungen. Aber falls du tatsächlich nur ein einziges Mal ein Schwammtuch aufgelegt hast, wäre das eine Erklärung.


    Gruß
    Ludger

  • Hallo


    wie das hier der Ludger beschreibt funktioniert die Schwammtuchmethode. Ich habe aber die Erfahrung gemacht das bei den Segebergern wenn es sehr warm ist 2ml pro Wabe zu viel sein können, deshalb habe ich immer etwas weniger verwendet. Aber seit 2 Jahren benutze ich keine AS mehr, ob das eine gute Entscheidung ist weis ich nicht genau. Was ich aber genau weis, das die Varroabekämpfung vielseitig sein muß.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Das habe ich nie so gemacht weil es meinem Verständnis der Methode zuwider geht: Wenn tot, dann tot. Töter geht nicht.
    Bringt daher nach meinem Verständnis nichts, wieder Bienen und tote Milben mit AS zu fluten um noch ein paar Überlebende oder Immigranten zu erwischen.


    Ich mache erneute Behandlungen erst, wenn die verdeckelte Brut durch ist - also nach rund 2 Wochen. Dadurch habe ich generell viel weniger AS-Behandlungen...zwei bis maximal drei im Jahr (also einmalige Anwendungen jeweils und eben keine Blockbehandlungen aus mehreren Einsätzen).


    In diesem Jahr sogar nur 1x da zusätzlich Milchsäure nach Käfighaft der Queen und natürlich Winterbehandlung. Zumindest jetzt sehen alle noch gesund und munter aus aber es ist natürlich zu früh für eine richtige Bewertung.


    Es geht aber grundsätzlich auch mit einer Behandlung - wenn eben richtig gemacht - und das selbst in so Varroa-belasteten Gebieten wie Berlin.
    Aber dazu muss der Kram verdunsten und das Tuch weitgehend trocken sein.


    Eine Folie unter dem Schwammtuch habe ich nie verwendet.


    Melanie

  • ich glaube hier ist eine Unklarheit aufgetreten und zwar mit der Unterlage. Ich meine das sie nur zum Arbeitsschutz gehört, wenn man das Schwammtuch füllt, ich habe es auch immer ohne Unterlage auf die Oberträger gelegt, sonst würde ja die Wirkung nicht optimal sein und mit dem verkitten beginnen die Bienen auch erst nach 2 Tagen, wenn man das Tuch liegen läßt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)