Völkerverlust trotz Ameisensäure

  • Vielleicht muß der Titel geändert werden in: Völkerverlust wegen Ameisensäure. :u_idea_bulb02: Siehe: https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=18091&p=531404#post531404


    Das dachte ich auch gerade, öffnete dann diesen Thread und siehe da....


    Einmal mehr bin ich froh, dass ich meine Bienen noch nie damit verätzt habe.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

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  • Wie entsorge ich Ameisensäure ordunggemäß?


    Hier ist Vorsicht geboten; denn die AS ist ziemlich ätzend. PVC-Rohre werden von konzentrierter AS geschädigt.


    Ohne Gewähr folgende Optionen: grunsätzlich mit Schutzbrille und Gummihandschuhen im Freien!


    a) verdünnen mit viel Wasser - 10 L Wasser + 1 L AS (erst das Wasser, dann die Säure langsam einrühren !!) und in den Kanal
    b) für Profis - neutralisieren mit Soda (Natriumcarbonat): Sodalösung herstellen, z.B. 1 kg Soda auf 10 L Wasser. Dann in kleinen Portionen (< 0,5 L) wie unter a) beschrieben auf 1:10 verdünnte AS unter Rühren zugeben. Es schäumt dann immer wieder auf, weil Kohlendioxid freigesetzt wird, d.h., man benötigt bspw. bei einer Menge von 10 L Sodalösung ein Gefäß von mind. 20 L Inhalt. Diese Lösung kann dann ebenfalls in den Kanal (besteht dann im Wesentlichen aus Natriumformiat).


    Und hier die bevorzugte Variante
    c) als Altchemikalien beim Profi-Müllsammler abgeben. Selbst wenn sie etwas kostet - hier geht man zum Profi und benötigt keine Schutzbrille und keine Handschuhe, wenn alles dicht verschlossen ist.


    So würde ich das machen.


    Beste Grüße


    Rainer

  • .....c) als Altchemikalien beim Profi-Müllsammler abgeben. Selbst wenn sie etwas kostet - hier geht man zum Profi und benötigt keine Schutzbrille und keine Handschuhe, wenn alles dicht verschlossen ist.....


    :daumen:


    Bei uns im Landkreis ist die Abgabe von Chemikalien, Lacken usw. beim Wertstoffhof kostenfrei und es werden sogar regelmäßig Sammelstellen auf Märkten eingerichtet. Hätte jetzt gedacht, dass das bundesweit so ist. Sollte doch im Interesse aller sein, dass solche Sachen nicht einfach so entsorgt werden; weil die Akzeptanz dafür fällt bei vielen leider, wenn es mit Kosten verbunden ist.

    Gruß Michi ☮ ------------- Spezialisierung ist was für Insekten! :-D

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  • Schade, dass die Oxalsäure nicht bei der Untersuchung war. Da hätte mich der Vergleich doch sehr interessiert.


    Also einen Vergleich habe ich nicht aber auch die OS hat es in sich:


    Apidologie
    March 2012, Volume 43, Issue 2, pp 218–225
    Sublethal effects of oxalic acid on Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae): changes in behaviour and longevity


    Short term negative effect of oxalic acid in Apis mellifera iberiensis
    Instituto Nacional de Investigación y Tecnología Agraria y Alimentaria (INIA) Spanish Journal of Agricultural Research 2007 5(4), 474-480
    Available online at www.inia.es/sjar ISSN: 1695-971-X


    Higes M, Aranzazu M, Suarez M, Liorente J
    (1999) Negative long-term effects on
    bee colonies treated with oxalic acid
    against Varroa jacobsoni. Apido. 30:
    289–292.


    Sehr schön auch diese Arbeit:
    AN INVESTIGATION OF TECHNIQUES FOR USING OXALIC ACID TO REDUCE
    VARROA MITE POPULATIONS IN HONEY BEE COLONIES AND PACKAGE
    BEES
    Dissertationsschrift von
    Nicholas Paul Aliano

  • Moin, moin,


    die 2007er Arbeit hatte Bernhard ja schon verlinkt.


    Im Feldversuch haben die 2 mal je 50ml mit je 1,5 g OS geträufelt, auf 8 bis 9 Waben, im Abstand von 3 Wochen, beginnend im Oktober. Danach Kontrolle der Wirksamkeit mit Apistan und dann abschließend Perizin.


    So konnten sie eine Wirksamkeit von 84,6 % +- 11,1 %der Milben nachweisen, und gegenüber der Perizinvariante (auch 2 mal, nach Anweisung des Herstellers) einen etwa 1/3 höheren Totenfall nach den Behandlungen nachweisen, in der Spitze nach der zweiten Dusche um die 240 Bienen pro Tag. Der natürliche Totenfall der nicht behandelten, aber ähnlich vermilbten Kontrollvölker lag nach der Methodik bei unter 50 pro Tag.


    Dass eine zweimalige Beträufelung eine zuviel ist: Ist das in Spanien nicht bekannt? Und Beträufelung im Oktober auch recht früh, auch für Spanien? Immerhin seien sie Brutfrei gewesen.


    Die 1999er Arbeit kann ich hier nicht lesen; wenn sie da auch so wuchtig behandelt haben, wundert mich der negative long-term effect nicht.


    Die LD50 haben sie mit 20%iger Säure und 1% Netzmittel ermittelt...


    Kann es sein, dass M. Higes etwas gegen Oxalsäure hat und Coumaphos und Apistan besser findet?


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Auch ganz interessant für alle die den Vergleich suchen...vor allem weil da ein paar ungewöhnliche Applikationstechniken geprüft wurden:


    Comparative evaluation of oxalic acid and formic
    acid against Varroa destructor Anderson and
    Trueman in Apis mellifera L. colonies
    Asha, Rachna Gulati and S. K. Sharma
    Journal of Entomology and Zoology Studies 2014; 2 (4): 119-124


    Melanie

  • Was ist "wick method" (=Docht-Methode)?


    Schau Dir die Bildchen an - einfach nur ein getränktes Watte-Pad in einer Schale! Interessant fand ich die hohe Wirksamkeit nur beim Beträufeln der Oberträger! Allerdings sind das natürlich alles quasi "Sommerbehandlungen"...



    Zum Thema "Bedampfen" habe ich außer der Fischermühlen-Arbeit endlich mal was anderes gefunden:
    http://www.tandfonline.com/doi…080/00218839.2015.1106777


    Demnach schneidet das Verdampfen gut ab:


    Zitat

    We found a significant
    effect of method (F = 4.98, p = .009) on colony mortal-
    ity, but no significant effect of dose (F = 1.49, p = .22)
    and no interaction between these two factors (F = 1.53,
    p = .199).



    Melanie

  • Danke Melanie! Um das noch einmal hervor zu heben: Die Bienen vertragen die OS-Bedampfung mit Abstand besser als alle anderen OS-Behandlungen. Die OS-Bedampfung ist bei niedrigen Dosierungen wirksamer als die anderen OS-Applikationen. Dennoch lässt man die Bedampfung in D. nicht zu. Unverständlich.


    Gruß Ralph