Jetzt noch zufüttern?

  • Hallo zusammen,


    momentan herrschen in Oberbayern fast wieder Frühlingstemperaturen und meine starken Völker haben schon ordentlich Futter verbraucht.
    Macht es Sinn, jetzt noch etwas Futter zu geben? Falls der Winter doch länger wird. Wie gesagt, derzeit können Sie fliegen und somit auch Wasser holen bzw. rausbringen.


    Danke

  • nein, sie gehen aus der Brut und verbrauchen dann weniger Futter, erst wenn sie wieder anfangen zu brüten steigt der Futterverbrauch, das die Gefahr besteht das sie zuwenig Reserven haben bzw vom Futter abreißen bei einem Kälteeinbruch.
    Wiegen! und damit die die zu leichten und schwereren orten.
    Bei der Varroabehandlung- Ox träufeln- musst du sowieso aufmachen, dann kann man gleichzeitig die Futterkränze von oben sehen- und auch leere Waben entfernen, durch Wärmeschiede einengen und bei zu wenig Futter Reservefutterwaben oder von schweren einhängen.

  • ...fast wieder Frühlingstemperaturen und meine starken Völker haben schon ordentlich Futter verbraucht.
    Macht es Sinn, jetzt noch etwas Futter zu geben?


    Jetzt noch zu füttern bei Temperaturen über 10 Grad, mag noch gehen. Man muß die Füttermethode gut anpassen und dafür sorgen, daß die Bienen es auch aufnehmen können. Z.B. kleine, angewärmte kleine Tagesportionen bzw. Chance der Völker, das Futter bzw. den Weg dahin durch die aufsteigende Eigenwärme des Volkes (also keine Wintertraube!) selbst warm genug zu halten. Man hört auch von Tips, die Bienen durch Wärme nach oben zum Fütterer zu locken bzw. ihnen den Weg dahin zu ermöglichen mit teils abenteuerlichen Konstruktionen (Grabkerze in aufgesetzter Leerzarge usw.). Ich halte das für zu gefährlich, wenn es überhaupt funktioniert und die Flamme nicht durch Sauerstoffmangel erstickt o.ä.
    Es ist und bleibt eine Notlösung, die fehl am Platze ist, wenn keine Not herrscht. Ich hatte meinen Anfängerfehler einmal versucht, durch solche Notlösungen auszubügeln - Krampf, Geigel, an Luftmangel erstickte Grablichter, angeschmorter Fütterer usw. In der größten Not bei der ersten Überwinterung habe ich (in Ermangelung von Reserve-Futterwaben) eine Leerwabe genommen (aus dem Lager bzw. notfalls vom Rand der Zarge) und diese in der warmen Küche mit Futtersirup in dünnem Träufelstrahl per Hand befüllt. Das ging leidlich, wenn man den Dreh rausbekommt, wie man Luftblasen unter dem Futter in den Zellen vermeidet. Es war aber Krampf, eben eine Notlösung, um eigene Fehler wieder auszubügeln - mit nachhaltiger erzieherischer Wirkung.

  • jetzt kann man mit Fütterung auch die Brut anregen, was wir nicht wollen, mind. 4-6kg müssen aber für die Bienen in den nächsten 2-3 Monate erreichbar sein, ab Ende Februar/März
    steigt dann der Futterbedarf
    zur Notfütterung bringt man das Futter zu den Bienen
    z.B.
    -Futterwaben ans Nest
    - Wabe mit eignem Honig einspachteln oder wie oben mit Sirup füllen
    - Zip-Beutel (zu 50%füllen-ohne Druck) oder Apiinvertpackung 2,5kg auf die Oberleiste legen mit ein Nadelstichen an der UNTERSEITE(5-10) bei den Wabengassen versehen
    -wenn die Traube unten durchhängt, flache Futterschale mit Schwimmer
    - Standardmethode bei uns: Loch im Zwischendeckel im vorderen Drittel, 0,7l-Industrieglas mit Lochdeckel mit warmen Sirup drauf, Leerzage drauf, drumherum Filzmatten zur Isolation

  • jetzt kann man mit Fütterung auch die Brut anregen, was wir nicht wollen...


    Im letztjährigen Herbst war es ja auch so "schön warm" bis zum Jahresende und dann habe ich, besonders bei den Jungvölkern, aufgrund der nicht enden wollenden Bruttätigkeit gefüttert - gewogen, gefüttert - gewogen und gefüttert. Mal abgesehen vom Aufwand - ich vermute, dass zu langes Füttern u.a. die Bruttätigkeit begünstigt. Und dabei vermehren sich die Milben prächtig. Davon hat man dann im Folgejahr etwas...


    Wie bekannt, verhungern die Völker regelmäßig im Frühjahr des Folgejahres aus Futtermangel. Bis dahin ist bei ausreichender Fütterung genügend vorhanden. Jetzt sollte man nicht in Panik verfallen; denn die Völker verbrauchen im Winter wenig. Und im März kann man ja auch mal Futterwaben an einem warmen Tag umghängen oder eine der o.g. Notmaßnahmen anwenden.


    Beste Grüße


    Rainer

  • bei mir in ca. 600m Höhenlage verbrauchen sie 0,01 bis 0,07 kg. Den aktuell leichten Anstieg im Verbrauch werde ich beobachten, durch das gute Wetter auch in den nächsten Tagen werden sie wohl wieder in die Brut gehen. Anbei Bild von der Waage. Die leichte Zunahme ist übrigens Regenbedingt. gr. Stefan


  • Okay. Danke für eure Antworten.
    Au irgend einem Grund bin ich diese Jahr nervös.
    Aber ich warte ab.
    Ich hab in einigen Völkern sogar noch Drohnen. Dann sollte Futter ja eigentlich kein Problem sein.
    Lg

  • Tja, bei mir ist es auch so. Ich war heute bei den Bienen und habe noch mal gewogen, besonders die stärkeren Völker haben viel zu wenig Futter. Aber jetzt noch füttern funktioniert auch nicht so richtig. Futterwaben habe ich natürlich auch keine aufgehoben ich Depp. Da bleibt mir wohl nur die Hoffnung auf ein zeitiges Frühjahr und ich werde dann dort eventuell ein paar Notmaßnahmen versuchen.
    Die Sache mit einer Wabe mit Honig einschmieren klingt ganz gut. Nimmt man das besser cremigen Honig, der flüssige tropft doch aus den Waben oder ?

  • ...Wabe mit Honig einschmieren klingt ganz gut. Nimmt man das besser cremigen Honig, der flüssige tropft doch aus den Waben oder ?


    Ich füllte die leere Wabe nicht mit Honig, sondern mit Futtersirup aus dem Imkerbedarfshandel. Wenn keine Luftblasen in den Zellen sind und die Zellen nicht überfüllt werden, läuft da nix raus. Es kommt aber auf die Einfülltemperatur an. Das Befüllen ist langwierig, um eben Luftblasen zu vermeiden. Zur Freude der häuslichen Regierung könnte man die gefüllte Wabe auf der heimischen Fußbodenheizung noch nachtrocknen und gleichzeitig behaglich aufheizen...
    Es ist und bleibt ein Krampf. Bernhards Empfehlung halte ich für besser und weniger aufwändig. Probiert habe ich das noch nie (bes. #18 ff.):
    https://www.imkerforum.de/showthread.php?t=37419&page=2