Leitwert von 1710 µS bei Edelkastanienhonig plausibel?

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    Hallo,


    habt ihr selber schon mal den Leitwert von Edelkastanienhonig bestimmt und könnt mir angeben, ob ihr auch schon Werte um 1700µS gemessen habt?
    Ich habe zwar selber schon eine Stelle gefunden, wo aber nur nebenbei und nicht eindeutig erwähnt wird, dass Edelkastanienhonig sogar einen Leitwert bis 2000µS haben kann, aber meist wird bei dieser Sorte nur "> 1000 µS" oder "hoher Leitwert" angegeben.


    Selber habe ich in den letzten Jahren drei verschiedene Chargen gemessen, die Werte lagen alle so zwischen 1200 und knapp 1400µS.
    Der Honig aus dem 2. und 3. Jahr hatte auch immer den typischen Geschmack, fiel aber dennoch relativ süß und nicht ganz so bitter aus, war halt wohl nicht ganz rein.
    Der Honig vom 1. Jahr war dagegen ganz extrem herb, wunderbar typisch und wohl viel reiner als die erwähnten Chargen der beiden folgenden Jahre - leider hatte ich damals noch kein Leitwertmessgerät.


    Heuer nun habe ich wieder so einen ganz extremen Edelkastanienhonig, also ganz bestimmt kein Kinderhonig :wink: und der hat nach meinem Gerät nun sogar einen Leitwert von 1710 µS!


    Jetzt hätte ich gern die Bestätigung, dass das bei einem ganz reinen Edelkastanienhonig plausibel sein kann oder ob doch mein Messgerät falsch misst. Mir ist klar, dass die hobbymäßige Leitwertmessung einen recht ungenaue Sache ist, aber ungefähr den richtigen Bereich treffen dürfte sie schon und meine bisherigen Messungen der verschiedenen Honigsorten stimmten immer recht gut mit den offiziellen Angaben der Sorten überein.


    P.S: Bevor jemand jetzt meinen Landkreis anwandern will - nein, dieser Honig ist natürlich und leider nicht aus meiner Region, den gönne ich mir selbst als Zukaufhonig als Spezialität und er stammt aus dem Schwarzwald...:wink:


    Gruß
    hornet

  • Hallo Hornet!


    Das ist durchaus ein Qualitätsmerkmal.
    Je höher der Leitwert, desto besser der Honig (in der Regel...)


    Letztes Jahr waren es 1.940 µS...


    Heuer hatte ich keine Analyse. Auch die Jahre zuvor eher nur ausnahmsweise, weil die Sensorik schon sowas von markant war.
    Und nur wenn ich z.B. an die HEG verkaufe, dann brauche ich ein Prüfzeugnis.
    Die HEG will das schwarz auf weiß, was auch in Ordnung ist!
    Es gibt leider sonst zu viele schwarze statt weiße Schafe...
    Für meine Dauerkundschaft ist das Zeugnis kein Problem, weil die wissen, wenn ich z.B. sage "Wald-Tanne", dass dies dann "Wald-Tanne" ist.
    Oder "Edelkastanie" oder "Kirsche".


    Sonst war es das mit der Kundschaft...
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Danke!


    luffi : Ja, der Geschmack ist unverwechselbar und markant, allerdings auch, wenn es nicht so reine Edelkastanie ist.


    Letztes Jahr habe ich einen Waldhonig gesehen und geschmeckt, der war dunkelbraun, hat aber stark nach Edelkastanie geschmeckt weil die halt auch drin war. Aber es war trotzdem "nur" ein Waldhonig - ich selbst hätte das ohne Analyse nicht sagen können und wegen dem intensiven Beigeschmack nach Edelkastanie eher auf süße, nicht ganz reine Edelkastanie getippt. Auch hätte ich so einen Honig in meiner Region niemals als Waldhonig verkaufen können, das hätte hier keiner geglaubt oder akzeptiert, bei dem starken Geschmack nach Edelkastanie. Da sind die Leute hier anderes gewöhnt von einem Waldhonig.


    Was mich jetzt bei deiner Analyse irritiert ist, dass da steht "vor allem aus Nektar" und das bei einem Leitwert nahe der oberen Grenze! Ich hätte jetzt vermutet, dass je höher der Leitwert, desto höher der Honigtauanteil/geringer der Nektaranteil. Es scheint aber genau umgekehrt zu sein. Wieso denn das?
    Normalerweise ist es doch genau der Honigtau, der die hohen Leitwerte mit sich bringt und die Waldhonige von den Blütenhonigen abtrennt?!?


    Weißt du oder jemand anderes hier näher Bescheid, ob die Edelkastanie hier eine Ausnahme darstellt?


    Gruß
    hornet